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Offiziere der Großherzoglichen Diviston vom 1. Januar 1869 ab, als durch die Militär- Convention geboten, zu befürworten.
— Am 2. d. M. wurde der Lehrer an der biesigen Realschule, Theodor Hofmann, welcher bisher provisorisch die Stelle des Directors jener Anstalt bekleidete, zum wirklichen Director der- selben ernannt.
* Friedberg. Ueber die am 14. d. im Hotel Drexel zu Frankfurt stattgehabte Versamm⸗ lung von Brennereibesitzern bringen die Frank- furter Blälter folgenden Bericht: Gestern Nach- mittag tagten hier, überwacht von einem Polizei⸗ Commissär, 92 Brennereibesitzer aus dem Großh. Hessen, Frankfurt, Kurhessen und Nassau unter dem Vorsitz des Herrn Dr. Thiel aus Darmstadt. Gegenstand der Berathung war die Lage des Brenngewerbts gegenüber der beabsichtigten Ein- führung der preußischen Maisch Raum Steuer, Berathung einer Eingabe an den Norddeutschen Reichstag und an die hessische Ständekammer. Was den ersten Punkt betrifft, so wurde die in Aussicht genommene Maischsteuer geradezu als der Ruin der Brennereien in Süddeutschland be— zeichnet und die Einführung der Fabrikatssteuer, d. h. die Erhebung der Steuer unbedingt und unmittelbar vom Produkte selbst, als einziges Mittel der Abwehr genannt. Die neuere Erfahrung habe ergeben, daß bei der Besteuerung des Raums die Branntwein⸗Producenten dahin geführt werden, verhältnißmäßig ein nicht unbedeutendes Quantum Rohmaterial zu verlieren, wenn sie ihren Maisch⸗ raum überhaupt so hoch ausnutzen wollen, das auf einen Theil trockene Substanz drei Theile Wasser kommen, daß sie eine außerordentliche Controle verlangt und dem Denuncianten⸗Wesen Thür und Thor öffne; das sei bei einem gehörig durchgeführten System der Fabrikationssteuer nicht der Fall, diese habe namentlich noch den Vorzug, daß die Süddeutschen nicht darauf angewiesen seien wie die Norddeutschen, in so großartigem Maßstabe die Spiritusbrennereien zu betreiben, zumal in den dortigen dünn bevölkerten Gegenden die Kartoffeln nur in den Brennereien ihren Absatz inden, und sie dem Bedürfniß der Viehzucht mehr als die Norddeutschen Rechnung tragen können. Was die beiden angenommenen Eingaben anlangt, so gehen dieselben wesentlich darauf hinaus, daß zur Wahrung der Interessen der süddeutschen Brenner, die wesentlich von denjenigen der nord; deutschen verschieden seien, die Fabrikationssteuer eingeführt werde und daß resp. für die großh. hesfischen Brenner der§. 35 der Nordbundver⸗ fassung, dahin lautend, daß eine Steuer⸗Gemein · schaft eingeführt werde, insoweit eine Abänderung erleide, daß wenigstens zwei Jahre Frist gegeben werden, damit die Landwirthe Gelegenheit hätten, in ihrem ganzen Betriebe sich so einzurichten, daß sie die erhöhten Maisch⸗Raum⸗Steuer⸗Sätze event. ertragen können. Die Eingabe an den nord- deutschen Reichstag schließt sich im Wesentlichen derjenigen, welche die süddeutsche Ackerbau⸗Gesell⸗ schaft über dieselbe Angelegenheit an das Zoll⸗ parlament gerichtet, an. Um die Agitation gegen die Maisch⸗ Raum Steuer rege zu erhalten, so wurde das in Pfungstadt am 3. Juni nieder⸗ gesetzte Comite durch Mitglieder aus Hessen, Nassau und Frankfurt ergänzt und dazu erwählt die Herren Dr. Haag aus Frankfurt, Otterberg aus Kleinschwalbach, Müller aus Höchst, Amtmann Ulrich, v. Beberbeck und Schonlau aus Kronau; hessendarmstädtischer Seits besteht das Comite aus den Herren Bergsträsser, F. Dahl v. Kath, Traut aus Büdesheim, Laumann aus Schmitzhausen und Dr. Thiel.
Aus Oberhessen, melden die„H. V.“, daß die provisorischen Arbeiten der beiden ober⸗ hessischen Bahnlinien in einem so raschen Vor⸗ wärtsschreiten begriffen seien, daß die eigentlichen Bahnarbeiten in der Kürze begonnen werden können.
Worms. Am 14. d. inspieirte der königl. preuß. Generalmajor Hr. v. Wittich, als Vertre⸗ ter des abwesenden Divistonärs des Gr. Armee⸗ corps, des Prinzen Ludwig, das Gr. 1. Infan⸗ terieregiment.
Preußen. Berlin, 15. Juni. Das Ge⸗ setz, betr. die Maas- und Gewichtsordnung, wurde in heutiger Sitzung des Reichstages in Schluß
abstimmung definitiv angenommen. Es folgt eine lange Debatte über das Bundes-Anleihe-Gesetz. Ueber die Verwendung der Anleihe solle noch heute Genaueres mitgetheilt werden. General v. Moltke empfiehlt unveränderte Annahme des Gesetzes. Deutschland müsse eine einige Macht werden, stark genug, um den Nachbarn eine Krieg⸗ führung unmöglich zu machen.„Die Nachbarn wissen, daß wir nicht angreifen, sie sollen aber auch wissen, daß wir uns nicht angreifen lassen.“ Nach einer Rede Braun's wird die Generalde⸗ batte geschlossen. Bei der Specialdiscussion wird §. 1 mit 151 gegen 41 Stimmen mit Annahme eines Amendements von Bernuth genehmigt, die übrigen Paragraphen gelangen unverändert zur Annahme. Präsident Delbrück theilte darauf mit, daß das Ordinarium des Marine- Etats auf circa 2½, das Extraordinarium auf 6 Millionen erhöht sei. Für die Küstenvertheidigung werden 1½ Millionen ausgeworfen. Behufs der Ver- zinsung der Marine⸗ Anleihe werden die Matri⸗ kularbeiträge erhöht. Schließlich wurde der Post⸗ vertrag mit Belgien genehmigt.
Hanau. Die Eröffnung der Bebraer⸗Bahn von Fulda nach Neuhof und von Steinau nach Hanau ist nunmehr auf den 1. Juli bestimmt. Die ganze Bahn von Bebra nach Hanau wird wohl schwerlich vor dem 1. Nov. d. J. dem Ver⸗ kehre übergeben werden können.
Bayern. München. Der am 14. ds., Nachts 9 Uhr, von hier abgegangene Güterzug stieß bei Großhesselohe mit dem von Wien kom⸗ menden Eilzuge zusammen. Drei Personen sind schwer, zehn leicht verwundet, und viele Wagen zertrümmert.
Schiffsnachricht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent. Das Bremer Postdampsschiff„Hermann“, Capitän Wenke, von der Linie des Norddeulschen Lloyd, welches am 30. Mai von Bremen via Southampton abging, ist nach einer sehr schnellen glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in NewYork angekommen.
An der deutschen Expedition zur Beobachtung der Sonnen finsterniß werden folgende Gelehrte theilnehmen: Dr. Ticijen aus Berlin, Professor Spörer aus Anclam und Dr. Engelmann aus Leipzig. Diese drei Herren werden sich nach Bombay begeben. Wie ferner mitgetheilt wird, sollen sich die HH. Dr. Zenker und Dr. Vogel mit photographischen Apparaten nach Aden begeben.
% Aus der guten alten Zeit. Unter den Do⸗ kumenten des Mittelalters im bischöflichen Archiv in Amiens in Frankreich fand man unter andern Pergament⸗ bögen einen Tarif, nach welchem man in damaliger Zeit die Verrichtungen des Scharfrichters remunerirt wurden. Ein sprechendes Zeugniß für die Humanität jener Jahr⸗ bunderte. Als Besoldung sind dem vielbeschäfligten Mann 60 Ecus nebst freier Wohnung ausgesetzt, sowie einige Scheffel Korn und 5 Ellen Tuch. Außerdem empfing er: 1) Für das Streichen einer Person mit Ruthen und zwar hinter einem Vorhang 15 Sols. 2) Für das Streichen und Schlagen eines Verbrechers auf öffentlichem Platz 20 Sols. 3) Für das Erhängen oder Erdrosseln eines Verbrechers 80 Sols. 4) Zür die Abnahme eines Ver⸗ brechers vom Galgen 60 Sols. 5) Für das Abhauen einer Hand 40 Sols. 6) Desgl. der Zunge 40 Sols. 7) Für das Köpfen eines Menschen mit dem Schwert 1 cu 20 Sols. 8) Für das Aufspießen des Kopfes auf den Galgen und Verscharren des Cadavers 1 Ecu 20 Sols. 9) Für das Rädern eines Menschen 1 Ecu 40 Sols. 10) Derselbe Lohn soll ihm ausgezahlt werden, wenn der Verbrecher in 4 Theile zerschniiten und jeder Theil an einem verschiedenen Ort eingescharrt wird. 11) Für Un⸗ wendung glühender Zangen und Einspritzen glühenden Blei's in die Adern 40 Sols. 12) Für das Viertheilen eines Verbrechers durch Pferde 1 Ecu 40 Sols. 13) Für das Tödten oder Kochen eines lebenden oder gehängten Menschen mittelst siedendem Wasser 1 Ecu 20 Sols. 14) Für einen Verbrecher auf dem Scheiterhaufen zu ver⸗ brennen 2 Ecu 20 Sols. Mittelst dieser Remunerationen für die der geistlichen und weltlichen Obrigkeit geleisteten Dienste, ist der Scharfrichter noch verpflichtet, die benöthigten Stricke, Schwerter, Beile, Zangen und andere Instrumente für eigene Rechnung anzuschaffen.
„ Der zoologische Garten zu Antwerpen besitzt seit längerer Zeit zwei prächtige bengalische Tiger, von denen einer, um nach London befördert zu werden, in einen soliden Transport⸗Käfig gebracht worden war. Nachts zwischen 3 und 3½ Uhr sahen Eisenbahn⸗Beamte ein Thier über die Mauer springen, die den Eingang zum zoologischen Garten von der Eisenbahn trennt. Es war der Tiger, dem zuerst ein Abtrittskarren in den Wurf kam; er fiel über das Pferd her, an dessen Weichen er
sich festkrallte, während er ihm einen Biß am Schenkel versetzte. Der Fuhrmann, der sich zuerst auf sein Pferd gerettet hatte, erhielt durch die Tatze eine Wunde am Schenkel und flüchtete sich auf den Karren, während das Pferd in Angst dem Marklfplatze von St. Jacques zueilte. Der Tiger, der dem Pferde nachsetzte, traf einen Mann, einen Gärtner, der gerade von der Straße St. Jacques herzu⸗ kam, warf sich auf ihn, zerriß ihm Brust und Beine mit den Krallen, packte ihn an der Gurgel und versetzte ihm eine tödtliche Wunde. Der Tiger schleppte die Leiche noch eine Strecke fort und ließ sie dann liegen, um in den Hof von St. Anna einzubrechen. Indeß hatte der Director des zoologischen Gartens, Vekemans, sich mit seinen Leuten aufgemacht und traf das Thier an der Ecke des Markt⸗ platzes von St. Jakob am Hause von Verstregen. Gegenüber hatte ein Nachtwächter mit einigen anderen Personen Zu⸗ flucht in einem Krämerladen gefunden und das Thier drohte, durch die Fenster einzudringen; es machte Halt, setzte dann jedoch seinen Lauf fort, bis es Vekemans mit seinen Leuten gelang, dasselbe in den Hof von St. Anna zu treiben. Hier wurde es von vier mit Gewehren be⸗ waffneten Männern umstellt. Als die Leute auf Ent⸗ fernung von 12 Fuß dem Tiger nahe waren, setzte er sich, als wolle er sich sprungfertig machen. Vekemans schoß nun zuerst; drei Schüsse fielen nacheinander. Der erste Schuß fehlte, bei dem zweiten fuhr das Thier zurück, der dritte versetzte ihm die Todeswunde, doch schleppte er sich noch fort bis es noch einen Schuß erhielt, an dem es verendete. Aus einem andern Berichte erhellt, daß der Tiger nachdem er entwichen war, auf dem Bahnhof um⸗ herging; ein Nachtwächter hielt ihn für einen großen Hund und ließ ihn ruhig gehen; mehrere Arbeiter, die den Tiger erkannten, sprangen auf eine Locomotive und wurden nicht weiter behelligt.
2 Die Strickmaschine. Die neue Welt, die be⸗ reits die Nähmaschine erfand, bereitet ein neues Geschenck für uns vor in Geßsalt der Strickmaschine. Bis jetzt hat man nur solche Strickmaschinen gekannt, welche ein ganz gleichmäßiges röhrenförmiges Gewölbe zu liefern vermochten. Die neue amerikanische Strickmaschine von Lamps dagegen ist nicht rund, sondern langgestreckt und arbeitet auf beiden Seiten. Bei der vollen Breite enthält sie auf einer Seite 50 Nadeln; auf beiden Seiten zusammen können alse durch jede Kurbelumdrehung 100 Schlingen gemacht werden. Rechnet man auf jede Kurbelumbrehung eine Secunde, so ergiebt dies für eine Minute 6000 Schlingen. Da⸗ durch wird es begreiflich, daß man mit dieser Maschine an einem Tage 36 paar Strümpfe anfertigen kann, während die Handstrickerin, wenn sie noch so fleißig und noch so geübt ist, täglich nicht zwei Paare fertig bringt. Außerdem kann man je nach Bedarf fest oder locker stricken. Die Maschine nimmt wenig Raum ein und wird an den Tisch angeschraubt. Man kann mit der Maschine ab⸗ nehmen und zunehmen, den Keil, die Verse, das Bein, den Rand des Strumpfes machen. Ebenso lassen sich gerippte, wolkige und durchbrochene Gewebe jeder Art mit der Maschine herstellen und auf diese Weise Shawls, Decken, Besetze, Kinderkleider, Handschuhe und Anderes mit Leichtigkeit anfertigen. Während des letzten Bres⸗ lauer Maschinenmarktes arbeitete die Maschine eine Menge derartiger Gegenstände zu großer Freude und Bewunderung der Damen, welche in der Regel dicht gedrängt um diese unscheinbare Maschine standen und den reichsten Beifall spendeten. Die Lambs'sche Strickmaschine kostet 120 fl. Silber, bei Baarzahlung 112½ fl.
„ Im„Saarbrücker Kreisblatt“ finden wir wörtlich Folgendes: Die auf den 22. Juni d. J. angekündigte Verpachtung der Wittwe und Kinder Georg Eichacker In St. Johann findet nicht auf diesen Tag, sondern den 12. Juni l. J., des Nachmittags um 2 Uhr im„Näh⸗ körbchen“ statt. Artois, Notar.
Der Wetterauer Zweigverein der Gustav⸗Adolf Stiftung
beging Sonntag den 14. d. M. seine Jahresfeier zu Bruchenbrücken. Bei dem Gottesdienste hielt der Ortsgeistliche, Herr Pfarrer Becker, die Festliturgie und Herr Seminarlehrer Sta mm von hier die Predigt, welche nach dem Texte 1. Kor. 12, 26(„so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit ihm“) nachwies, wie die Unter⸗ stützung der zerstreuten und bedrängten Glaubens ⸗ genossen eine Pflicht der evang. Christen sei um der Bedrängten, um ihrer selbst und um des Herrn willen. Herr Diakonus Meyer von hier erstattete hierauf den Jahresbericht, aus welchem die erfreuliche Thatsache hervorging, daß ungeachtet vieler ungünstigen Umstände wie Krieg, Theuerung u. dgl., doch während der letzten Jahre die Theilnahme an dem Verein in keiner Weise ge⸗ sunken ist. Bemerkenswerth erschien namentlich der Umstand, daß gerade in dem Kriegsjahr 1860, wo doch die Thätigkeit der Frauen für andere Zwecke der Wohlthätigkeit so vielfach in Anspruch genommen war, die Frauenvereine einen noch erheblich reicheren Ertrag erzielt haben als vorher. Der hiesige Frauenverein hat einen Theil seiner letzten Einnahme mit 70 fl. für eine bedrängte Gemeinde in Böhmen bestimmt, und wird Fran Regierungsrath Trapp diese Gabe persönlich
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