Ausgabe 
18.2.1868
 
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politischen Gesetzgebung aus.

selbe soll spätestens am 31. Dezember 1872 er- folgen, kann aber auch früher auf dem Wege der Verordnung stattfinden. Entschädigung für die Aufhebung wird nicht gewährt. Der Gesetzent⸗ wurf soll durch Schlußberathung erledigt werden. Der Finanzminister überreicht einen Entwurf, welcher eine Verstärkung von Geldmitteln zur Beseitigung des Nothstandes in Ostpreußen ver langt. Die Staatskasse soll ein Darlehn zur Beschaffung der Saalfrüchte gewähren, und solle demgemäß die Ausgabe verzinslicher Schatzan- weisungen erfolgen. Der Entwurf wurde an eine Commission überwiesen.

Köln. Dem Helden-Karneval ist am 9. d. die öffentliche Macht in die Quere gekommen. Der große Carnevalsverein hielt eben Sitzung, dicht gedrängt war der Saal besetzt, da trat die Polizei ein und confiscirte eine eben zur Ver⸗ theilung kommende Nummer des neu hier erschei⸗ nenden humoristischen BlattesKöln. Funken. Pikante Stellen über die Depossedirten und Frank- furt, über die Kammer und das Ministerium ꝛc. sollen die Ursache sein. Bisher hatte man dem Carnevalsvereine immer eine sehr tolerante Be- handlung zu Theil werden lassen.

Wiesbaden. Wie ein hiesiges Blatt meldet, sind nicht nur die Postbebörden, sondern auch die Kassenbeamten der nassauischen Eisenbahn ange wiesen worden, mit Ausnahme der Münzen nass. und hessen-hemburgischen Gepräges, sowie der Vereins- und resp. der Kronthaler, bis auf Wei teres keine Münzen süddeutscher Währung mehr in Zahlung anzunehmen.

Frankfurt. Die könitliche Bestätigung der Wahl des Senator Dr. Berg zum zweiten Bürger meister unserer Stadt ist vor einigen Tagen erfolgt.

Bayern. München. Es wird offizibs bestätigt, daß der König von Bayern im August 1866 zum Danke für die gemilderten Friedens- bedingungen dem König von Preußen den Mit⸗ besiz der Nürnberger Burg angeboten habe, gleichsam als einen symbolis Ausdruck für die zwischen den beiden Monarchen wiederhergestellte Freundschaft, was der König von Preußen dankend angenommen habe.

Baden. Karlsruhe. Der Großherzog, welcher den Landtag schloß, sprach in der Thron- rede seine Befriedigung über die unter Mitwirkung des Landtags gelungenen Berbesserungen in der Er erwähnte ins- besonder' das Ministerverantwortlichkeits- Gesetz, das Gesetz über den Volksunterricht und das Landstraßen⸗Gesetz. Er freue sich außerdem, daß das Volk ihm auf dem Weg einer festeren nationalen Einigung gefolgt sei. Er danke für die bei der Berathung über das Militärgesetz bewiesene pa triotische Einsicht und Opferbereitwilligkeit. In diesen Opfern liege die Bürgschaft für die Er⸗ reichung der nationalen Ziele. Die Neubildung des Zollvereins sei der Anfang einer Einigung Deutschlands auf dem Gebiete der materiellen In-

teressen und das Zollparlament eine bedeutungs⸗ volle Stufe der Gesammtentwicklung Deutschlands. Das Ziel der badischen Politik fei die Freiheit nach Innen und das Streben, durch eine innige nationale Verbindung mit den übrigen deutschen Staaten sich die Kraft nach Außen zu bewahren. Wir seien durch die entschlossene That dem Ziele näher gerückt und würden es durch feste Beharr⸗ lichkeit erreichen.

Oesterreich. Aus Wien wird dem Dresd. Journ. geschrieben: Der intertonfessionelle Theil des Concordats sei unmöglich geworden, die katholische Kirche müsse im konstitutionellen Oester⸗ reich auf die Bevorzugung vor andern Coufessionen und auf Zwangsmittel in Akten des bürgerlichen Lebens verzichten. Eine andere Wiener Corre- spondenz desselben Blattes bemerkt über die Con- cordatsfrage: Oesterreich habe in derselben die guten Dienste Frankreichs angerufen und Graf Sartiges sei bereits dem entsprechend instruirt worden. Dieselbe Correspondenz rühmt ferner das Entgegenkommen Preußens in den Zollver handlungen und spricht die Erwartung aus, daß eine weitere Herabsetzung des Eisenzolles statt finden werde.

DieWiener Abendpost erklärt bezüglich der Ansammlung der Hannoveraner in der Schweiz und deren Uebertritt nach Frankreich, daß die Regierung dieser Angelegenheit vollständig fern⸗ geblieben sei und jede Verantwortlichkeit ablehne. Bezüglich der Ertheilung von Reisepässen an flüchtige Auswanderer sagt die Abendpost, dieses Recht werde ohne Anstand von allen Staaten geübt, dasselbe habe beispielsweise Preußen zur Zeit der polnischen Insurrection gethan, als es die polnischen Flüchtlinge aus dem preußischen Staate entfernen wollte. In Folge der Recla- mationen Preußens angestellte Erhebungen bätten allerdings Uebergriffe der unteren Polizeibehörden nachgewiesen, welche ernste Rügen derselben und eindringliche Vorstellungen der Umgebung des Königs von Hannover gegenüber veranlaßt hätten. Die Resultate der Erhebungen seien dem Berliner Cabinete rückhaltlos mitgetheilt und anscheinend befriedigend aufgenommen worden; daher sei es umsomehr bedauerlich, daß nun nach dem Ein- treffen jener Eröffnungen gerade von der ministeriellen preußischen Presse das Vorgehen der österreichischen Regierung willkürlichen und ungegründeten Deu tungen unterzogen werde.

Schweiz. Bern. Der Bundesrath erklärt in offizieller Weise, daß ihm bezüglich der Han noveranet keine preußischen Reklamationen zuge⸗ gangen seien, er habe überhaupt die Ertheilung eines Aspls an die Flüchtlinge den einzelnen Cantonen überlassen. Die Hannoveraner hätten nach Netzulirung ihrer Angelegenheiten, mit öster⸗ reichischen Pässen versehen, plötzlich die Schweiz freiwillig verlassen.

Frankreich. Paris. DieEpoque, meldet gerüchtsweise, daß die Bildung eines par⸗

lamentarischen Cabinets Rouher mit den bisherigen

Abgeordneten Busset, Segris und Laguerronidre

in Aussicht stehe. Das Gerücht müsse erst noch

bestätigt werden, sei aber nicht unwahrscheinlich. DiePresse und dieLiberté erwähnen das⸗

selbe Gerücht. Gesetzgebender Körper.

das für die Preßprozesse als Garantie eines parteilosen Urtheils ein Zuchtpolizeigericht und einen Appellhof verlauge, dessen Mitglieder jähr⸗

lich durch das Loos gewählt würden. Der

Justizminister bekämpft das Amendement und ver⸗

theidigt die Wahl der Richter, die nothwendig sei, um die Talente und Fähigkeiten unterstützen zu können. Berryer weist hierauf auf die Beför⸗ derungen hin, welche verschiedenen Mitgliedern der Gerichte, die der Regierung Dienste geleistet hatten, zu Theil wurden. Der Minister protestirt lebhaft gegen die Ausführungen des Redners. Das Amendement wird schließlich mit 175 gegen 48 Stimmen verworfen. DerEtendard meldet aus Nizza, daß der König Ludwig von Bayern am 13. d. sehr leidend gewesen sei, am 14. habe der Zustand des Kranken sich etwas gebessert. Die Fremdencolonie zeigt große Theilnahme.

Straßburg. Ueber die hannover'sche Legion dürfte folgende Angabe bemerkenswerth sein:Man hatte von Berlin aus Instruktionen nach Paris geschickt, welche einfach die Ausweisung der Legionäre aus Frankreich verlangten. Aber ehe noch die preußische Botschaft in Paris sich ihres Auftrages entledigen konnte, wurde von Frankreich freiwillig erklärt, es werde eine organisirte Legion auf seinem Territorium nicht dulden und die Offiziere vorläusig in Bourges interniren. Ob- gleich nun die berliner Forderung weiter gehend dewesen war, so benutzte die Botschaft doch diese Instruktionen nicht und erklärte sich mit diesem aus eigenem Antriebe erfolgten Schritte Frank- reichs zufrieden.

Belgien. In Antwerpen geritth am 15. Februar ein 200 Tonnen Petroleum enthalten⸗ des Schiff in Brand. Zwei andere Schiffe wurden angesteckt, drei geriethen in Gefahr. Der Brand nahm eine bedenkliche Ausdehnung an.

Großbritannien. London. Das hiesige Comite zur Linderung der Roth in Ostpreußen weist Einzelbeiträge im Gesammtwerthe von etwa 705 L. nach, wobei mehrere hiesige deutsche Häuser mit Gaben von 100 und 50 L. betheiligt sind.

Italien. Rom. Baron v. Arnim über⸗ reichte seine Acereditive als Gesandter des nord⸗ deutschen Bundes bei dem heil. Stuhle.

Aus Rom melden Berichte über den Empfang des Bevollmächtigten des norddeutschen Bundes am römischen Hofe, Herrn v. Arnim, daß der Papst auf die Anrede des ersteren etwa Folgendes erwiedert habe: Er danke dem König Wilhelm für seine Worte über die Unabhängig⸗

Klima besser ertragen,

im Besitz gelassen. Der König von Siam war

Berathung über ö das Preßgesetz. Berrper entwickelt die Gründe, welche für die Annahme des Amendements sprächen,

Die neuen Handelsländer im Osten. Von Dr. Curtman.

Große Veränderungen sind in den östlichen Ländern unserer Erd- kugel vorgegangen, seit die Vervollkommnung der Schifffahrt den Europäern eine kürzere und sichere Fahrt dahin möglich gemacht hat. Auch sind die europäischen Nationen endlich zu billigeren und vernünftigeren Grundsätzen zurückgekehrt, nachdem die Erfahrung sie belehrt hatte, daß Eroberungen in solcher Entfernung oft nur dem Mutterlande zur Last und Erschöpfung gereichen. Dies haben die Engländer namentlich mit ihrem ungeheuren ostindischen Reiche erfahren, das ihnen trotz seiner ungeheuren Größe und seines natürlichen Reichthums nur Schulden eintrug, und nur Einzelen zur Vergrößerung ihres Reichthums verhalf. Aber auch dort ist man nunmehr von dem alten Unterdrückungs⸗System abgegangen. Gegenwärtig ist Vorderindien frei von den früheren Privilegien einzelner Stände und von Monopolen(den Opiumhandel allein ausgenommen). In Folge davon macht das Land Riesenfortschritte. Während früher die Colonial⸗ Regierung nur zu enormen Zinsen Geld aufnehmen konnte, werden jetzt Millionen von den Eingebornen dargeliehen, namentlich zum Bau von Eisenbahnen, Canälen und Brücken. Ein neuer Aufstand scheint jetzt kaum noch zu befürchten. Auch jenseit des Ganges gedeihen jetzt die englischen Küstenstädte. Denn kluger Weise hat Großbritannien in den Kriegen mit dem König von Birma nur Küsten und Flußmündungen zu gewinnen gesucht, dagegen das Innere den Eingebornen, die auch das

so klug, es gar nicht auf einen Krieg ankommen zu lassen, sondern hält Freundschaft und Handelsgemeinschaft mit den Fremden. Auch die Franzosen haben ihren Sieg über Cochinchina besser benutzt als die früheren Siege z. B. in Algier, wo sie noch heute an der Last der Er⸗ oberung zu tragen haben. In Cochinchina wird wenigstens der Reis- handel sehr lebhaft betrieben.

In China sind durch den letzten Friedensvertrag 13 Häfen geöffnet und der Verkehr wächst mit reißender Schnelligkeit. Englische, amerikanische und selbst deutsche Rheder haben die chinesischer Junken fast ganz von dem Küstenhandel verdrängt, und bis tief ins Innere des Reichs die Ströme hinauf dringt die Dampfschifffahrt der Ausländer. Auch Japan hat angefangen die Fremden zuzulassen, zumal da die Russen vom Amur⸗ strom aus seine Nachbarn geworden sind. Auch in den spanischen und holländischen Inseln ist es lebhafter geworden, seit man die Zollschranken ermäßigt hat.

Erwägt man, daß China mit einer Bevölkerung von wenigstens 400 Millionen, Japan mit 50 Millionen, Cochinchina, Anam, Stam, Birma in Hinterindien mit wenigstens 25 Millionen früher fest verschlossen waren, und erst jetzt in den allgemeinen Weltverkehr hineingezogen worden sind, so läßt sich voraussehen, daß in jenen Meeren Handel und Schiff fahrt einen Aufschwung nehmen müssen, wie er in der Geschichte ohne Beispiel ist. Ein Beispiel, wie diese Verhältnisse rasch und mächtig wirken, bietet die Stadt Schanghai an der Mündung des chinesischen

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