Friedberg. Die dem Abschluß nahen Unterhandlungen wegen Erbauung der oberhessischen
nach Genehmigung der betreffenden Verträge von Seiten der Stände ohne Zögern mit dem Baue begonnen werden wird. Bei diesem gpünstigen
um circa 20 Wegestunden Eisenbahn, verkürzt ö bleiben würde, für welche eine Bahn von Fried- Eisenbahnen berechtigen zu der Hoffnung, daß berg nach oder über Nidda in einer Länge von
elwa 4 Stunden gewiß eine sehr bescheiden ge— griffene Compensation zu nennen wäre.— Jetzt, wo der Vertrag über den Bau der oberhessischen
Stande unserer Eisenbahnangelegenheit erachtete Bahnen den Landständen vorliegt, also noch nicht das dahier bestehende Comité für Erbauung einer perfekt geworden ist, wäre es noch Zeit, das
Wetterauer Verbindungs-Eisenbahn zwischen Fried—
Nöthige vorzusehen, indem dem Unternehmer der
berg und Nidda die Zeit gekommen, um seine oberhessischen Bahnbauten auferlegt würde, diese
durch die Ungunst der Verhältnisse unterbrochene Thätigkeit wieder aufzunehmen. In einer zu diesem Zwecke am 10. d. M. zusammenberusenen
Sitzung hat deßhalb das Comité den Beschluß
gefaßt, eine umfassende Eingabe an die Stände zu richten und die hobe Wichtigkeit dieser Zweigbahn für die Wetterau und den Vogelsberg darzulegen. Ferner einigte sich das Comité dahin, diese Ein— gabe durch eine besondere Deputation in Darm— stadt überreichen zu lassen und gleichzeitig alle geeignet scheinenden Schritte zu unternehmen, welche der Ausführung des Projektes einer Zweig— bahn Nidda ⸗ Friedberg förderlich sein könnten. Die erwähnte Deputation soll aus 4 Mitgliedern des Comités bestehen und zwar aus zwei aus— wärtigen der bei dem Baue vorzugsweise interes— sirten Orte und zwei hiesigen Mitgliedern und wird sich dieselbe nächsten Samstag den 14. d. M. nach Darmstadt begeben. Hoffen wir, daß ihre Mission von einem günstigen Resultate für unser Projekt begleitet sein wird.
R. Friedberg. Schon seit einer Reihe von Jahren, und überhaupt schon so lange, als es eine oberhessische Eisenbahnfrage gibt, ist immer und bei jeder Gelegenheit die Erbauung einer Zweizbahn von der Haupt⸗Verkehrs⸗Ader unserer Provinz, von der Main⸗Weser⸗Bahn ab in nord— östlicher Richtung durch das Niddathal bis an den vordern Vogelsberg als eine Lebensfrage für die Wetterau und die ganze südwestliche Hälfte der Provinz angesehen und bervorgehoben worden und haben darum die Bewohner dieses Landes- theiles übereinstimmend mit Sicherheit darauf gerechnet, die Linie Friedberg⸗Nidda⸗ Schotten, welcher ohne Zweifel für unsere Gegend die näm⸗ liche Bedeutung und die gleiche Wichtigkeit, wie der projektirten Odenwaldbahn für die Provinz Starkenburg wird zuerkannt werden müssen, bei der endlichen Lösung uyserer Eisenbahnfrage und bei dem Abschluß der Verträge über die Bahn⸗ bauten in Oberhessen, in vorderster Reihe ver⸗ zeichnet zu finden. Es ist dieß nicht geschehen; zwar ist eine, die südwestlichen Abhänge des Vogelsberges quer durchschneidende Linie Gießen⸗ Nidda ⸗Gelnhausen projektirt, deren Wichtigkeit für die davon berührten Orte, namentlich in Bezug auf den durchgehenden großen Verkehr, von Niemand verkannt werden wird, durch die aber den lokalen Verkehrsbedürfnissen nur sehr unvoll⸗ ständig Rechnung getragen werden möchte. Dieser Mangel wird jedoch gehoben, die Situation der projektirten Linie Gießen⸗Gelnhausen wird wesent⸗ lich verbessert und dem Binnenserkehr nutzbringend gemacht werden, wenn dieselbe durch den Bau der Linie Friedberg⸗Nidda mit der Main⸗Weser⸗ Bahn quer verbunden, dadurch der bisherige natürliche Weg des innern Verkehrs erhalten
und beide Bahnen in gegenseitig sich fördernden
Wechkselverkehr gebracht würden.— Aber auch
noch andere Gründe sprechen dafür, daß der
Provinz Oberhessen neben den profektirten Bahn⸗ linien Gießen⸗Fulda und Gießen⸗Gelnhausen auch die in Rede stehende Zweigbahn Friedberg⸗Nidda
gewährt werde; aus einem Vergleiche Oberhessens
mit den jenseitigen Provinzen ist sofort ersichtlich, wenn man die Main⸗Weser⸗Bahn diesseits und die Main⸗Neckar⸗Bahn jenseits als sich gegenseitig ausgleichend außer Rechnung läßt, daß Starken⸗ burg in der Rhein⸗Main⸗ und der linksmainischen Bahn mindestens 20 Wegstunden, Oberhessen da⸗ gegen gar nichts weiter an Eisenbahnen besitzt — ferner, daß nach den jüngsten Vorlagen Jenes abermals 20 bis 24 Wegstunden neue Bahnen erhalten soll, Dieses aber in den proponirten beiden oberhessischen Bahnen kaum eben so viel, so daß also Oberhessen nach wie vor gegen Starkenburg
den Hauptbahnen an Wichtigkeit nicht nachstehende Zweigbahn mit jenen gleichzeitig in Bau und Betrieb zu nehmen.
H. Friedberg. Der Artikel des„Mainzer Abendblattes“, auf welchen in Nr. 31 des Anz. für Oberhessen Bezug genommen wird, läßt frei— lich die Bitte der hiesigen Katholiken„um Ueber— lassung eines Lokals“ in einem eigenthümlichen Lichte erscheinen und kann der die Sache nicht kennende Leser das Ansinnen derselben nur bei— spiellos dreist finden. Die Sache dürfte sich jedoch etwas anders gestalten, wenn man bedenkt, daß die Katholiken Friedbergs das Recht haben den Mitgebrauch der Burgkirche zu verlangen. Dafür hat der kath. Burggraf von Westphalen den Betrag von nicht weniger als 6000 fl. zum Bau derselben gegeben, jedoch nur unter der Be— dingung, daß den Katholiken die Befugniß ein— geräumt würde, dieselbe ebenfalls benutzen zu dürfen. Leider haben unsere kath. Ahnen in ihrer Naivität es versäumt, sich dieses Versprechen durch Brief und Siegel zu sichern und wie man dem mündlichen Abkommen gegenüber gerecht geworden ist, darüber glaubt man sich jeder weiteren Aeußerung überhoben zu sehen. Sollten die Katholiken wirklich jemals um den Mitgebrauch der Kirche„gebeten“ haben, so haben sie nur ihr gutes Recht in Anspruch genommen und wenn man es für gut fand, diese Bitte einfach abzu⸗ schlagen, so kann dies von Seiten der Katholiken nur tief bedauert werden!
Butzbach. Zu den vielen aufgetauchten Eisenbahn-Projekten erlaubt sich Einsender dieses noch eine Linie in Vorschlag zu bringen. Es ist dieses die Linie von Wetzlar über Butzbach nach Hanau. Gewiß würde sich diese Anlage tentiren und für den Lokalverkehr durch die Wetterau sehr empfehlen, zumal der Umweg über Gießen gespart würde. Einsender wünscht, daß sein Vorschlag die wohlverdiente Beachtung finden möge.
Preußen. Berlin. Der Minister des Innern ist am 9. d. nach Ostpreußen abgereist, um an Ort und Stelle persönlich Informationen über den Nothstand daselbst einzuziehen.
— In Folge einer ministeriellen Aufforderung an die Bezirksregierungen sind soeben den Amts blättern Warnungen gegen die Auswanderung nach Peru zugegangen. Das„Berliner Amts- blatt“ sagt, man kenne den Plan, 5000 Deutsche zur Auswanderung via Antwerpen nach Lima zu verlocken, unter dem Vorwand der Gründung einer Colonie am Mayrofluß. Das Blatt warnt energisch davor.
— Gegen das Blatt„Zukunft“ ist wegen eines Leitartikels über die Nothwendigkeit der Organisation der demokratischen Partei eine Vor⸗ untersuchung wegen Aufforderung zum Hochver⸗ rath eröffnet.— Der Minister des Innern kehrt zu Ende der Woche aus den Nothstands distrikten Ostpreußens zurück.
— Offstciösen Mittheilungen zufolge ist der Zoll⸗ und Handelsvertrag mit Oesterreich bis Ende 1878 gültig. Es findet eine elfmonatliche Kündigung statt, andernfalls der Vertrag fort⸗ dauert. Zwischen beiden Staaten besteht keinerlei Eingangs⸗, Ausgangs- oder Durchfuhrverbot. Außerdem wurden auf der Basis eines freien Eingangs der Naturproducte Verkehrserleichte⸗ rungen stipulirt. Für Gewerbeerzeugnisse sind Zollermäßigungen vereinbart worden. Die Durch- gangsabgaben kommen ganz in Wegfall und herrscht bezüglich des Ausgangs von Waaren zwischen beiden Zollgebieten volle Abgabenfreiheit.
Hanau. Zwei der Verbreitung der Aufruhr⸗ briefe dringend verdächtige Personen sitzen seit vem 9. d. M. hinter Schloß und Riegel. Es
sind dies zwei kurfürstliche niedere Forsthedienstete, von welchen der eine in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag, der andere im Laufe des darauf⸗ folgenden Tages verhaftet worden ist. Der Schrecken beider Leute bei ihrer Festnahme soll groß ge⸗ wesen sein.
Frankfurt. Das hiesige Rechnei- und Rentenamt macht öffentlich bekannt, daß die dies⸗ jährige Ostermesse für den Großhandel, wie für den Kleinhandel am Mittwoch den 1. April beginnt und mit Dienstag den 21. April endigt. Das Auspacken der Waaren darf zwar am Montag den 30. und Dienstag den 31. März, jedoch nur in verschlossenen Läden geschehen. Für Leder beginnt die Messe am Mittwoch den 8. April, an welchem Tage die öffentlichen Waagen zum Verwiegen desselben geöffnet werden, und endigt mit Dienstag den 21. April. Das Einlagern des Leders in die städtischen Magazine ist schon von Montag den 6, April an gestattet.
Bayern. München. Die Leiche des Kö⸗ nigs Ludwig J. ist in der Gruft der Basilika, einer der schönsten Kirchen Deutschlands, beigesetzt worden, neben den sterblichen Resten der Königin Therese, während die sonstigen Angehörigen der königl. Familie in der Frauen-, Michaels⸗ oder Theatinerkirche ruhen.
Oesterreich. Wien. Ungarische De⸗ legation. Bei der Debatte über das Militär⸗ büdget vertheidigt der Ministerpräsident Andrassy die Politik der Regierung gegen den Vorwurf, den Frieden nicht aufrichtig genug anzustreben. Die Regierung sei bemüht, den Frieden zu er⸗ halten, allein die Friedensliebe genüge nicht, wenn von anderer Seite auf den Krieg hingearbeitet werde. Hofrath Falcke, welcher Baron Beust vertritt, erklärt, Oesterreich unterhalte die besten Beziehungen zum norddeutschen Bunde, wofür der Abschluß des Zollvertrags der sicherste Beweis sei. Wenn die Beziehungen bis jetzt noch nicht herzlicher geworden, so sei die Ursache in der von der anderen Seite in dieser Richtung noch nicht kündgegebenen Bereitwilligkeit zu suchen. Im Ortent werde Oesterreich, wenn nicht durch flagramte Er⸗ eignisse zum Handeln gezwungen, die strengste Neutralität beobachten.
Frankreich. Paris. Der„Abend⸗Moni⸗ teur“ sagt, die friedlichen Stimmungen der ver⸗ schiedenen Regierungen sprächen sich jeden Tag mehr aus und erleichterten die gegenseitigen Be⸗ ziehungen der Mächte. Indem das Blatt an die Worte Rouher's erinnert, bemerkt es dazu, die Beziehungen Frankreichs zu den andern Staaten seien niemals von größerer Herzlichkeit durch⸗ drungen gewesen, wie eben jetzt. Die Wolken, die noch vor einigen Monaten am ßpolikischen Horizonte zu schwehen schienen, seien jetzt zerstreut.
Großbritannien. London. Im Unter- hause wurde ein Antrag auf sofortige Inbetracht⸗ nahme der Lage Irlands eingebracht. Der An⸗ tragsteller Maguire sagte bei dieser Veranlassüng, das Parlament sei nicht allein für Irlands gegen⸗ wärtige Unzufriedenheit verantwortlich, die Ge⸗
schichte vergangenen Unrechts und geschkhener Grausamkeit laste schwer auf ihm. Die Union
Englands und Irlands sei durch Verrätherei und Bestechung bewerkstelligt worden. Redner ver⸗ weilte dann länger bei der Landfrage Irlands. Zu der Regulierung derselben sei keine Bill aus⸗
reichend, wenn sie nicht die Meliorationen des Grundpächters sicherstelle.
Redner wiedersprach der Behauptung Lord Mayo's, der zufolge die Pächter keine Sympathien für die Fenier hätten.
Das Parlament müsse in der Landfrage entschieden
seine Absichten kundgeben. Graf Mayo; Ober⸗
sectetär von Irland, bezeichnete als die Quelle
des Fenianismus die Nährung des Hasses gegen England von Seiten der ausgewanderten Irländer in Amerika. Er suchte angeblich falsche Angaben betreffs Englands Maßregeln in Irland zu wider⸗ legen. Die Lage Irlands habe sich in den letzten 25 Jahren verbessert. Mayo sagte, er werde in
der nächsten Zeit mehrere Gesetzentwürfe über Entschädigung irischer Pächter für Landesverbesse⸗ rung über die Reformbill einbringen. Nach Ostern
schon werde er Vorlagen über Eisenbahnen, über
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