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erfolgen wird. Denjenigen preußischen Privat⸗ anstalten, welche die Berechtigung zur Ausstellung der fraglichen Zeugnisse bereits von früher her besitzen, wird selbstverständlich jenes Recht dadurch nicht geschmälert.
— Es liegt in der Absicht, ein Schiff der norddeutschen Marine in die südamerikanischen Gewässer zu entsenden, um Personen und Eigen⸗ thum der Deutschen, welche in den dortigen Ge⸗ genden leben und durch Revolutionen ꝛc. bedroht sind, zu schützen.
Hannover. Die„Ztg. für Norddeutschl.“ schreibt:„Die hannovberschen Landesobligationen werden, wie man zuversichtlich hoffen darf, schon im nächsten Jahre wieder zur regelmäßigen Aus loosung gebracht werden.
Wiesbaden. Das„Frankf. Journ.“ läßt sich von hier über die bedenkliche Zunahme der Concursprozesse in unserm Regitrungsbezirke be⸗ richten, die nicht allein Geschäftsleute, sondern vornehmlich die ländliche Bevölkerung, den kleinen Bauer, betreffen. Der fragliche Artikel verkennt nicht, daß die Nachwehen des Jahres 1866 und die daraus entstandene Geschäftsstockung viele Fallimente herbeigeführt, glaubt aber nach sorg fältiger Nachforschung bei einer Reihe von Fällen die ungeahnte Höhe der dem Staate zu leistenden Gerichtskosten als das Vorspiel für den förmlichen Concurs betrachten zu müssen. Nach ihm werden nämlich beispielsweise bei einer Schuldklage von a. 150, b. 750 und c. 1100 fl., wobei Einwand nicht erfolgt und sofortige Exekution und Zwangs versteigerung von Mobilien stattfindet, an Gerichts ⸗ kosten bezahlt: für das Erkenntniß:) 3 Thlr. 25 Sgr., b) 11 Thlr. 25 Sgr., c) 14 Thlr. 25 Sgr.; für Executiv-Verfügung: a) 1 Thlr. 6 Sgr., b) 3 Thlr., c) 3 Thlr. 24 Sgr.; für Vollzug: 2) 1 Thlr. 6 Sgr., b) 3 Thlr., c) 3 Thlr. 24 Sgr.; für Versteigerungs⸗Ver⸗ fügung: a) 1 Thlr. 6 Sgr., b) 3 Thlr., c) 3 Thlr 24 Sgr.; für die zweite Verfügung: a) 7 Thlr., b) 19 Thlr., c) 24 Thlr. 15 Sgr., so daß in Summa für a) 13 Thlr. 13 Sgr., für b) 39 Thlr. 25 Sgr. und für c) 50 Thlr. 22 Sgr. sich ergeben. Darunter sind etwaige Anwaltskosten nicht mit einbegriffen. Auch steigen diese Sportel⸗ ansätze noch beträchtlich höher, wenn statt Mobilien Immobilien zwangsweise versteigert werden.
Coburg. Bei dem in Gotha stattgehabten Hauptscheibenschießen ist zum ersten Mal das Bundes ⸗ gesetz, betreffend das Verbot öffentlicher Spiel⸗ banken, zur Anwendung gekommen. Nach der „Gothaer Ztg.“ hatten zu den Besuchern des Schießplatzes namentlich die Nachbarstädte, Erfurt, Langensalza, Mühlhausen, ja sogar Leipzig ein ansehnliches Contingent gestellt, in der Meinung, daß gleich wie in den vergangenen Jahren Pharo⸗ und Moulettespiel stattfinde. Das neue Gesctz aber bereitete auch ihnen eine Enttäuschung.
Oesterreich. Wie man der„A. Z.“ von Prag berichtet, hat der Kurfürst von Hessen(er wohnt zur Zeit in Horschowitz) eine Denkschrift ausarbeiten lassen, die gegen seine Depossedirung Verwahrung einlegt und seine Beziehungen zu Preußen staats rechtlich beleuchtet. Die Denkschrift ist sehr umfassend; sie entwickelt die Grundsätze, welche für die Regierung des Kurfürsten und für diesen selbst von dem Augenblicke an, in welchem die schleswig⸗holsteinische Frage von Neuem anhub, eine brennende zu werden, bis zur formellen Besitznahme Kurhessens durch Preußen die maß gebenden gewesen sind; alles Das, um daran nachzuweisen, daß nicht bloß dem Kurfürsten, sondern auch dem Hessenlande„rechtswidrige Ge⸗ walt“ angethan worden sei, deren Sühne noch erwartet werden müsse eben von Seiten Dessen, der die Gewalt geübt habe.
— Der Räuberhauptmann Juhaß ist in Ungarn bereite eine ebenso populäre Persönlichkeit geworden, wie vor ihm Roßza Sandor. Der „edle Räuber“ und seine windschnellen Rosse werden in Volksliedern besungen, und er kann steis auf die Sympathie der untersten Schichten rechnen, denn unter die Weiber theilt er seidene Tücher und unter die Männer Ducaten aus. Zum Danke dafür wird er stets rechtzeitig gewarnt,
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wenn die Verfolger nahen. Sein„Grundsatz“ besteht darin, nur Gutsbesitzer, Pfarrer und Juden auszuplündern, drei beim magparischen Proletariat nicht beliebte Menschenklassen. Die Habenichtse rufen dem„echt nationalen“ Räuber⸗ hauptmann den Gruß zu: Gesegnet sei Dein Kommen, gesegnet Dein Gehen!
1 Frankreich. Paris. Der Herausgeber der„Lanterne“ ist doch der boshafteste Schalk, den die Sonne bescheint. Seine letzte Nummer leitete er mit einer Vorrede ein, worin er sagt, daß, weil man ihn für einen revolutionären Kopf zu halten für gut finde, er die Redaktion seines Blattes einem Andern abtreten wolle, der vor derartigen Beschuldigungen gewiß sicher sei. Und nun folgt, die ganze Nummer von A. bis Z. ausfüllend, die raffinirteste, malitiöseste Auswahl von Citaten aus den Schriften und Reden des ehemaligen Prinz⸗Prätendenten, jetzigen Kaisers Napoleon III.
— Der„Constitutionnel“ führt aus, daß die am 7. ds. an die preußischen Blätter gerichtete Aufforderung, keine unerfüllbaren Hoffnungen zu ermuthigen, nur von dem Wunsche eingegeben war, die letzten Manisestationen eines kricgerischen Geistes schwinden zu sehen.
— Die von dem Pester Criminalgericht gegen den Fürsten Alexander Karageorgiewitsch gesührte Untersuchung soll sehr gravirende Inzichten gegen denselben ergeben haben. Wie aus Pest berichtet wird, hat das ungarische Justizministerium bereits die Sequestration der in Ungarn gelegenen Güter des Fürsten verfügt.
— Napoleon III. ist der Gevatter eines siebenbürgischen Landmannes geworden. Michael Pilz, dem am Napoleonstage(15. August) ein Knäblein geboren wurde, richtete an den Kaiser der Franzosen die Bitte, daß das Kind in der Taufe seinen Namen erhalte. Der Bittsteller fügte hinzu, daß in seinem Hause ein unerschütter⸗ licher Glaube an die heilige Mission der Napo⸗— leoniden herrsche. Napoleon nahm diese Huldigung aus dem fernen Sachsenlande freundlich auf und beauftragte den französischen Consul in Pest, ihn bei der Taufe zu vertreten.
— Wie man versichert, hat Lord Stanley in seinem letzten Gespräch mit dem Marquis de Moustier diesem erklärt, er könne keinesfalls dafür stehen, daß England in einem Kriege zwischen Frankreich und Preußen unbedingte Neutralität beobachten würde. Die Erklärung soll nicht eines gewissen Eindrucks auf die hiesige Regierung ver⸗ fehlt haben.
— Der Abend„Moniteur“ nimmt an der Spitze seines Wochenartikels von den preußischen Abrüstungsmaßregeln kurz mit folgenden Worten Act:„Der König von Preußen hat verfügt, daß die Soldaten der Reserve sofort nach den in diesem Augenblicke stattfindenden Manövern in ihre Heimath entlassen werden und daß die nächsten Rekruten statt im Oktober d. J. erst im Januar 1869 einberufen werden sollen.“
Großbritannien. London. Der Pariser Correspondent der„Times“ versichert, so unglaub⸗ lich es klinge, so sei doch die Behauptung fran⸗ zösischer Provinzialblätter, daß die Umgebungen der Gränzfestungen erbarmungslos rasirt würden, nicht zu bezweifeln. Die Eigenthümer der Gärten im Faubourg Marly in Valenciennes seien von den Militärbehörden angewiesen worden, alles, was Kiosk, Pavillon oder Sommerlaube heiße, niederzureißen und selbst die Hecken dem Erdboden gleich zu machen.
— Der Bericht des Parlaments⸗Spezialcomites, das zur Berathung der Bestimmungen über Aus- lieferung von Verbrechern niedergesetzt war, ist veröffenlicht worden. Der Bericht empfiehlt eine größere Erleichterung für die gegenseitige Aus- lieferung entflohener Verbrecher und vollständige Verberecherlisten, wie in den Verträgen mit Frank⸗ reich, Amerika und Dänemark stipulirt worden. Politische Verbrecher, ausgenommen Meuchelmörder, sollen nicht ausgeliefert werden.
— Seit mehreren Tagen leidet das Publikum nunmehr unter dem Strike der Droschkenkutscher,
welcher allem Anscheine nach längere Zeit dauern
wird, da die Eisenbahngesellschaften bisher wenig Unbequemlichkeiten gespürt haben, und die Kutscher andererseits, von den zum Theil sehr wohlhaben⸗ den, Droschkeneigenthümern unterstützt, wiederholt Beschlüsse gefaßt haben,„auszuhalten“.
— Die„Times“ bringt einen Hülferuf für Redriverland an der Hudsonsbay. Es soll daselbst Hungersnoth herrschen und sollen Heuschrecken⸗ schwärme große Verwüstungen angerichtet haben.
— Die Kabellegung zwischen England und Dänemark ist nunmehr vollendet.
— D. Meinertzhagen, der Schaͤtzmeister, und der Hofprediger Dr. Wallbaum, Ehrensekretär des hiesigen deutschen Hospitals, wenden sich in einem Aufruf an die Deutschen in England und der Heimath, in welchem sie um Betheiligung an einem im Mai 1869 zu haltenden großen Bazar bitten, um durch die Erträgnisse desselben die noch auf dem(17,000 L. kostenden) Neubaue ruhende Schuldlast von 2000 L. zu tilgen und einen neuen Krankensaal mit 25 Betten eröffnen zu können.
Amerika. New⸗Nork. Die Indianer in Kansas, zu deren Austreibung der Präsident Johnsohn neulich Befehl gegeben hat, hatten eine Anzahl weißer Ansiedler getödtet, ihre Frauen und Kinder mißhandelt oder als Beute weg— geschleppt. Mehr denn 700 Personen haben alle ihre Vorräthe, Kleidung, Bettzeug, kurz ihr ganzes Besitzthum verloren. Allerdings waren die An⸗ siedler, wie amerikanische Blätter zugeben, zum Theil an diesen Angriffen schuld, da sie mit Gewalt gewisse Grundstücke an sich reißen wollten, welche den Indianern gehörten.
— Ein Kabeltelegramm der„Times“ meldet: In Kansas hat zwischen den Truppen und In- dianern ein Treffen stattgefunden, in welchem 4 Soldaten getödtet und 17 verwundet wurden. Die Indianer wurden geschlagen. Ihre Verluste sind noch unbekannt.
— Dem amerikanischen Correspondenten der Londoner„Daily News“ zufolge ist wieder stark von einem Protectorat der Union über Mexico die Rede. Große Anarchie herrsche dort und Juarez sehe sich außer Stande, die Ordnung herzustellen. Mit dem Tode Maximilian's sei der Zustand der Rebellion in manchen Distrikten chronisch und eine Insurrection folge auf die andere. Unter solchen Verhältnissen sei Juarez nicht abgeneigt, gegen amerikanisches Protectorat und ein Anlehen seiner Zeit in eine Gränzregulirung der Union im Süden einzuwilligen.
— Aus Mexiko wird gemeldet, daß Prästdent Juarez die Zeitungsnachrichten, wonach er Nord⸗ Amerika mexikanische Gebietstheile zum Kaufe offerirt hätte, dementirt habe.— Präsident Johnson soll gesonnen sein, nach Ablauf seiner Amtsdauer im März k. J. sich nach Europa einzuschiffen und dort Ruhe und Erholung zu suchen.
* Friedrichsdorf. Bekanntlich hat das Institut Garnier dahier vor Kurzem die Berechtigung erlangt, für den einjährigen Militärdienst giltige Abgangszeugnisse zu ertheilen. Bei dem am 2. und 3. September ducch einen preußischen Commissär abgehaltenen ersten Abiturienten⸗ Examen ethielten sämmtliche Abiturienten, an der Zahl 10, das Zeugniß der Reife.
Frankfurt. Der hiesigen Polizei ist es gelungen, den kürzlich dem Schutzmann Müller beim Vorführen durchgegangenen Postbediensteten Willmann bei Mülbeim am Main wieder einzufangen. Der des Diebstahls bei dem von Arand'schen Brande, sowie des Diebstahls von 3000 Thlr. auf der Post Bezüchtigte hatte sich allem An⸗ schein nach hier verborgen gehalun, um seine Beute mit nach Amerika zu nehmen. Denn bis auf 200 fl. fand sich das ganze gestohlene Geld bei ihm vor. Seiner Ver⸗ haftung setzte Willmann den ernstesten Widerstaud ent⸗ gegen, durchschwamm sogar, um seinen Verfolgern zu ent⸗ geben, die Kinzig, bis es gelang ihn zu überwältigen. Gestern Mittag wurde er gefesselt hier eingeliefert.
Frankfurt. Die von verschiedenen Frankfurter und auswärligen Blättern gebrachte Mittheilung über die Klage der hiesigen Schuhmacher, daß sie mit den Schuh⸗ fabriken resp. Schuhhändlern nicht mehr concurriren konnten, wird nun in hiesizen Blättern als sehr übertrieben bezeichnet und dazu bemerkt: Es gibt hier Schuhmacher, die das ganze Jahr mit Arbeit überhäuft sind, allerdings nur deshalb, weil sie reelle und dauerhafte Arbeit liefern. Wer seinen Vortheil im Auge hat, wird trotz der höheren Preise die hlesigen Schuhmecher beibehalten, denn die Waare der Schuhhändler hat sich, wenn auch etwas billiger, nach unserer Erfahrung durchaus nicht als dauerhaft bewährt,
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