Ausgabe 
11.7.1868
 
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Stecken Holz zur Heizung des Schullokals; die evang. Schulstelle zu Hohberg und Kailbach, mit einem Gehalte von 300 fl., nebst vier Stecken Holz zur Heizung des Schullokals; dem Hru. Grafen zu Erbach-Fürstenau stebt das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die evang. Schulstelle zu Merkenfritz mit einem Gehalte von 300 fl., nebst 4 Stecken Holz; dem Herrn Fürsten zu Isenburg Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die zweite evangelische Schulstelle zu Wenings mit einem Gehalte von 300 fl., nebst vier Stecken Holz zur Heizung des Schullokals, dem Herrn Fürsten zu Isenburg⸗ Birstein steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu; die dritte katholische Schulstelle zu Nieder-Olm mit einem Gehalte von 300 fl.; für Heizung des Schullokals wird durch die Gemeinde gesorgt; die vierte evangel. Schulstelle zu Vilbel mit einem Gehalte von 365 fl., nebst einer Vergütung von 40 fl. für Heizung des Schullokals.

Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben Allerhöchst geruht: am 2. Juli den Haupt mann Kuhlmann vom 2. Infanterie-Regiment auf sein Nachsuchen wegen körperlicher Leiden nach den Bestimmungen der Militärdienstpragmatik in den Ruhestand zu versetzen und ihm die Er laubniß zu ertheilen, die Uniform der activen Offiziere seines Regiments fortzutragen; am 4. Juli den Ministerialsecretär 1. Classe von Carlsen auf sein Nachsuchen nach den Bestim mungen der Dienstpragmatik unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand zu ver setzen und ihm zugleich die Erlaubniß zu ertheilen, die seitherige Unisorm forttragen zu dürfen.

Wie mitgetheilt wird, beabsichtigt eine Anzahl Gemeinden, an die demnächst wieder zu⸗ sammentretende Ständekammer eine Vorstellung zu richten, worin nachgesucht werden soll, daß großh. Oberforst⸗ und Domänendirektion durch einzelne ihrer Mitglieder von Zeit zu Zeit Revisionen der Gemeindewaldungen vornehmen lassen möchte, um sich die nöthige Lokalkenntniß zu verschaffen, indem Verhandlungen in Bezug auf diese Waldungen durch Vermittlung der Forstämter oft theils in getrübtem Lichte an die Direction gelangen, theils nicht rasch genug erledigt werden. Da das Groß herzogthum seit dem Friedensabschlusse mit Preußen so sehr verkleinert worden ist und in kurzer Zeit nach allen Richtungen von Eisenbahnen durchzogen sein wird, welche selbst die entlegensten Orte mit der Residenz verbinden, so ließe sich die vor geschlagene Einrichtung, welche den Wünschen und Interessen der Walbbesitzer entspricht, recht gut durchführen, wodurch die Entbehrlichkeit der Forst⸗ ämter, die sich schon lange überlebt haben, sich noch mehr herausstellen dürfte. Die schon lange gewünschte Aufhebung derselben dürfte alsdann, wie im Großherzogthum Baden vor einiger Zeit geschehen, nicht ausbleiben, wodurch zugleich Er- sparnisse erzielt würden, welche mit Rücksicht auf die hohen Steuern, unter deren Drucke die Staats- angehörigen fast erliegen, dringend geboten sind.

O Friedberg. Das apostolische Schreiben des Papstes Pius IX. zur Einberufung des all- gemeinen Coneils liegt nunmehr vor. Das in- teressante Aktenstück ist zum Abdruck zu umfangreich; darum nur einen kurzen Auszug daraus.

Eine längere Einleitung berührt die Rechts- titel des päpstlichen Stuhles zur Verwaltung der von Christo gestifteten Kirche. Die Päpste haben nie versäumt, diesem Recht und ihrer Verpflichtung gemäß die Kirche Christi auf's beste zu regieren. Zu diesem Zwecke haben sie, namentlich in schweren

Zeiten, auch Concile zusammenberufen zur Fest⸗

stellung der Glaubenssätze, zur Besiegung der verbreiteten Irrthümer und zur Besserung der verderbten Sitten der Völker.

Heute aber erschüttert ein schrecklicher Sturm die Kirche, und ungeheure Uebel zehren an der bürgerlichen Gesellschaft. Die katholische Kirche wird mit Füßen getreten, ihre Autorität und ihre Lehren werden verachtet, ihre Güter geplündert; ruchlose Bücher, pestilenzialische Zeitungen und verderbliche Sekten verbreiten sich nach allen Seiten; die unglückliche Jugend wird der Erziehung der frommen Geistlichkeit entrissen und vielfach gottlosen Lehrern anvertraut.

Daher die Ruchlosigkeit, die Sittenverderbniß, die zügellose Freiheit, die Seuche von schlechten Meinungen, alle Laster und Verbrechen, alle Ver⸗ wirrung und alle Pein.

Diesen entsetzlichen Zuständen einen Damm

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entgegenzusetzen, die Angriffe abzuwehren und für die geängstigte Heerde zu sorgen, hat den päpst⸗ lichen Stuhl veranlaßt, eine allgemeine Kirchen versammlung zu berufen.

Dieselbe soll zusammentreten zu Roman dem Tag des Festes der unbefleckten Empfängniß der heiligen Jungfrau, Mutter Gottes, am 8. Dec. 1869. Die Oberhäupter der Völker und nament- lich die katholischen Fürsten werden an die Vor theile erinnert, welche die katholische Kirche, die sicherste Grundlage aller Kaiser- und Königreiche, über die menschliche Gesellschaft verbreitet, und ermahnt, die Bischöfe u. s. w. nicht am Besuch des Coneils zu hindern, vielmehr ihnen dabei förderlich zu sein. Den Schluß bildet die Art und Weise der Bekanntgebung dieses Schreibens.

Preußen. Berlin. Die Ausgabe der neuen Anleihe steht bevor, aber ihrer Aufnahme an der Börse steht ein Hinderniß entgegen, welches auf den Cours des neuen Papiers nicht ohne Einfluß sein dürfte: die neuen Papiere sind nicht depositalfähig, d. h. sie können nicht zur Stellung von amtlichen Cautionen, nicht zur Anlage von Mündelgeldern u. dgl. benutzt werden. Es scheint als ob man daran bei Berathung des Gesetzes über diese Anleihe nicht gedacht hat, ein Versehen, welches sich allerdings durch die Schnelligkeit der Berathung erklären läßt. Wir wissen recht wohl, daß dem sehr bald, d. h. sobald die Volksvertre⸗ tung zusammenkommt, abgeholfen werden wird, aber charakteristisch ist es doch, daß der norddeutsche Bund eine Anleihe macht, welche die einzelnen Bundesstaaten nicht für sicher genug erachten, um öffentliche Gelder, resp. Gelder, welche unter öffentlicher Controle stehen, darin anzulegen.

Graf Bismarck wird sich am 20. d. M. nach Rügenwaldermünde begeben, um dort drei Wochen lang Ostseebäder zu genießen.

DerStaats-Anz. publicirt das Gesetz über Aufhebung der Spielbanken.

Die Abreise des Königs nach Ens ist definitiv auf Samstag Abend festgesetzt. Der Staatsgerichtshof verurtheilte am 8. d. den ehe⸗ maligen hannover'chen Minister des Auswärtigen, Grafen Platen, in contumaciam wegen Hoch- verraths zu fünfzehnjähriger Zuchthausstrafe und zehnjähriger Stellung unter Polizeiaufsicht.

In einer der letzten Ministerconseils soll, als es sich um die Bestätigung von Todesurtheilen handelte, von Neuem die Frage zur Sprache ge⸗ kommen sein, ob es nicht zweckmäßig sei, die Todesstrafe aufzuheben. Einen äußeren Anstoß zur neuen Ventilirung dieser Frage scheinen die Vorgänge in Belgien gegeben zu haben, leider aber stimmt die Majorität unseres Ministeriums nicht mit der Majorität des belgischen Ministeriums überein, und es scheint fürs erste keine Aussicht vorhanden zu sein, daß in Preußen resp. in ganz Norddeutschland endlich auch dieser Rest der mittel- alterlichen Gerechtigkeitspflege beseitigt werde. Man sprach in ziemlich gut unterrichteten Kreisen davon, daß mit nächstem sehr umfangreiche Beur⸗ laubungen stattfinden sollten. Als Grund gibt man einerseits die jetzt sehr hoch gestiegenen Hoff⸗ nungen auf eine dauernde Erhaltung des Friedens an, andererseits die Erkenntniß, daß es sehr wün⸗ schenswerth sei, durch Ersparnisse die Ausschreibung erhöhter Matrikularbeiträge zu vermeiden, denn, abgesehen von allen andern Gründen, dürfte es einzelnen Staaten des norddeutschen Bundes sehr schwer werden, die erhöhten Beiträge zu leisten.

Hannover. Letzten Freitag ist eine Ab⸗ theilung der amnestirten Hannoveraner hier an- gekommen. Wie dieD. Volksztg. erzählt, hatten sie ohne Reisegeld zu erhalten Berlin ver⸗ lassen müssen. Um bis Burg auf der Eisenbahn fahren zu können, hatten sie das Geld unter sich aufgebracht, waren dann die Nacht hindurch nach Magdeburg gegangen, wo sie von der Polizei- behörde je 6 Groschen zur Fortsetzung der Reise bis Braunschweig erhielten. Hier wurden Jedem von ihnen Groschen verabreicht, mit denen sie die 6 Meilen bis Lehrte zurücklegten und dort die Mittel erhielten, um mit der Eisenbahn nach Hannover zu gelangen. Die anstrengenden Märsche von Burg bis Lehrte, circa 24 Meilen in 3 Tagen

und 3 Nächten, ließen sie ganz erschöpft hier an⸗ kommen, da sie auf denselben nur Schwarzbrod genossen und die Nächte unter freiem Himmel zu⸗

gebracht hatten. In Hannover wandten sie sich sogleich an ihren Vertheidiger, der sie ichaht reichlich speisen ließ und sie dann in einem Gast hause unterbrachte.

Göttingen. Der bisherige Professor Clebsch in Gießen, eine Notabilität auf dem Felde der mathematischen Disciplin, ist zum ordentlichen Professor an der hiesigen Universität ernannt worden eine Acquisition, zu der unsere Hoch⸗ schule sich nur Glück wünschen kann.

Kassel. Sonntag Abend geriethen vor dem Hause des Zimmermeisters Brübach vor dem Holländischen Thor einige Civilisten mit Artille⸗ risten in einen Streit, der mit Verwundung zweier Civilisten endete. Herr Brübach, der auf den

Hof eilte, um seine Thür zu verschließen, erhielt

einen Säbelhieb oder Stich, der ihm zwei Arterien durchschnitt, und der sehr leicht, da er an die Schläfe applicirt wurde, die traurigsten Folgen hätte haben können. Ungefähr um dieselbe Zeit sollen drei Mädchen im Seilerweg von Soldaten mißhandelt worden sein.

Baden. Konstanz. Die Tschechen⸗ Wallfahrt ist ohne Störung abgelaufen. Es kamen deren ungefähr 200, worunter eine Anzahl Frauenzimmer. Morgens 8 Uhr fand der Fest⸗ zug nach dem Hußstein mit Fahnen und Musik statt. Es wurden daselbst drei tschechische Reden gehalten und einige Lieder gesungen. Fritsch sprach deutsch:Wir besuchen das Grab unseres Nationalhelden, um uns zu stärken zum Kampfe für die Freiheit Böhmens gegen die Despotie. Wir gönnen Deutschland seine Einheit, das auch Böhmen seine nationale Existenz gönnen wird. Sodann fand das Festmahl im Conciliumssaale statt. Die Abfahrt nach Zürich erfolgte um 5 Uhr. Eine zahlreiche Volksmenge war anwesend, worunter viele Schweizer.

Oesterreich. Wien. Es ist nur ein kleines Symptom der allgemeinen Stimmung, wenn bereits eine Anzahl von Familien in Gratz, sämmtlich den gebildeten Ständen angehörend, öffentlich erklärt: sie würden falls die Einmischung Roms nicht ein- für allemal und auf das un⸗ zweideutigste zurückgewiesen werden sollte, sofert aus der Gemeinschaft der katholischen Kirche aus scheiden und zum Protestantismus übertreten.

Wien. Die hier unter nommenen Bauten einer Pferdeeisenbahn um die innere Stadt, durch die Vorstädte und nach den benachbarten Ort- schaften, nahmen einen erfreulichen Fortschritt und werden, wenigstens in den Hauptlinien, bis zum Schützenfest fertig werden. Die bereits vollendete Linie in einer Länge von etwa ¼ Stunde bat in der ersten Woche ihres Bestehens 47,575 Per⸗ sonen besördert und nicht weniger als 5085 fl. 95 kr. ö. W. eingetragen. Am 29. Juni, 2 Uhr Nachts, fand auf der Semmeringbahn bei Station Pagerbach ein heftiger Zusammenstoß eines Lastzugs mit einigen Waggons, die sich vom vorausgehenden Lastzug losgelöst hatten, gerade an der größten Steigung der Semmering bahn statt. Nur der heldenmüthigen Haltung des Lokomotivführers, der seinen Posten nicht verließ und den Zug noch so schnell wie möglich zu rückgängiger Bewegung brachte, sowie auch der Geistesgegenwart des Stationschefs von Pagerbach, welcher dem von Triest anbrausenden Personenzug geradezu entgegenfuhr und zum Halten signalisirte, ist es zu danken, daß bis auf mehrere Güterwagen im Werth von 30,000 fl. ö. W. nichts beschädigt wurde, daß insbesondere kein Menschenleben zu beklagen ist.

* Wien. Wie friedensbedürftig und friedens⸗ sehnsüchtig die Welt ist, zeigt das Verhalten der Börsenplätze. In Oesterreich werden 36000 Mann beurlaubt, in Frankreich sollen die regelmäßigen halbjährlichen Beurlaubungen eintreten, in Berlin spricht man von Beurlaubungen, und die Börse jauchzt auf, die Papiere steigen wie nie. Aehnlich mag es den Nordländern zu Muthe sein, wenn nach monatelanger Winternacht endlich vie

Sonne wieder anfängt, am Horizont sich

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