Ausgabe 
11.7.1868
 
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wieder untergeht! 5 1

Der katholische Clerus in Oesterreich läßt sich durch die ministeriellen Drohungen nicht ein schüchtern. In einem steiermärkischen Dorfe rief der von der päpstlichen Allocution begeisterte Pfarrer von der Kanzel;Verflucht sind die, welche die confessionellen Gesetze geben, und verflucht sind die, welche sie befolgen; sie Alle sind verflucht! In Schluckenau(Böhmen) predigte ein Kaplan: Der Staatskörper muß elend verwesen, wenn sich die Seele, d. h. die Kirche, von ihm trennt. Die Kirchengesetze sind von Gott gegeben und müssen deßhalb höher geachtet werden, als die Staatsgesetze, welche nur von Menschen gegeben werden. Der heilige Vater in Rom war ver pflichtet, als Stellvertreter Gottes die Vergehen des Reichsraths gegen die Kirche mit dem all mächtigen Gottesworte zu geißeln. Herr von Beust soll in einem Vortrag an den Kaiser es als rathsam bezeichnet haben, daß bei fortdauernd feindseliger Haltung der päpstlichen Curie gegen Oesterreich dieses nicht mehr durch einen Botschafter, sondern nur noch durch einen Geschäftsträger in Rom vertreten werde.

Frankreich. Paris. Bei der Verthei digung des Kriegsbudgets in der letzten Sitzung des gesetzgebenden Körpers constatirt Marschall Niel, daß seit der Rückkehr des Kaisers von Chalons halbjährliche Beurlaubungen in dem bisher üblichen Maßstabe stattgefunden haben.

DieFrance tadelt den empfindlichen Ton der preußischen Journale gelegentlich der Rede von Thiers. Sie sagt, der schlechte Humor der Berliner Correspongenz beweise, daß man die nationale Empfindlichkeit Deutschlands zu Gunsten des preuß. Unitarismus ausbeuten wolle. Man sei enttäuscht, daß Frankreich und Rußland, die man sich unruhig und aggressiv vorgestellt hätte, so ruhig und gemäßigt seien.

Im gesetzgebenden Körper greift Favre die Politik an, welche die Regierung in der tunesischen und kretischen Angelegenheit verfolgte, und ver langt, daß man Deutschland gegenüber zur Ab- rüstung schreite, damit dieses, ohne sich bedroht zu fühlen, dem Nationalitätsprinzip gemäß, seine Neugestaltung vollziehe. Die Interessen und die Ehre Frankreichs forderten den Frieden nach Außen und die Freiheit im Innern. Minister Rouher antwortet in Beziehung auf Deutschland, daß die gegenwärtigen Rüstungen den Frieden zum Zweck und Resultat hätten. Frankreich verzichte auf jede Einmischung und Politik, die in Deutschland (Empfindlichkeiten hervorrufen könne. Wenn seine friedlichen Erklärungen nicht jeder Beunruhigung ein Ende machten, so sei daran der Argwohn schuld, welcher von der Opposition genährt werde.

DieEpoca versichert, es seien in Valencia und Barcelona Unruhen ausgebrochen, worüber die Details noch fehlen. Die Verhaftung einiger Generäle sei aber offiziell bestätigt.

Italien. DerGazzetta di Torino zu⸗ solge wird versichert, es sei zwischen Frankreich und Spanien eine Art Vertrag unterzeichnet worden bezüglich der Besetzung Roms durch ein spanisches Corps im Falle neuer Conflicte.(2)

DerMovimento, bekanntlich das Organ Garibaldi's, tritt sehr entschieden gegen die Ge

rüchte von Garibaldischen Anwerbungen auf Wenn, sagt es, Anwerbungsversuche gemacht

werden, so geschieht dieß sicherlich nicht auf Rechnung Garibaldi's und seiner Freunde, und wenn man zum Vergnügen seinen Namen mißbraucht, so wie den seiner Freunde, so ist dieß nur ein Werk der Intrigue und des Verrathes.

Würzburg. Der am 5. dieses früh von Würzburg n Ansbach ankommende Postzug ist glücklich einer großen Gefahr entgangen. Zwischen Heidingsfeld und Winter gausen waren nämlich von frevelnder Hand schwere Steine auf die Schienen gewälzt und zwei Balken über die Schienen gelegt, so daß eine Strecke von ca. 100 Schritten geradezu unfahrbar gemacht war. Nachdem die

1 Zocomotive die beiden ersten großen aufeinander gelegten

Steine eine kurze Strecke vor sich hergeworsen und dann zur Seite geschleubert halte, wodurch die Locomotive eine wenn auch nicht erhebliche Beschädigung erlitt, gelang es, en Zug zum Stehen zu bringen und weiteres Unglück ju verhüten.

zeigen. Wenn die Hoffnungssonne nur nicht bald

Aug Herrieden, 6. Juli, schreibt man der Fr. Z.: Das jetzt herrschende kühle und unfreundliche Wetter ist dermalen sast über ganz Europa verbreilet. Demselben gingen im Westen und Norden heftige Ge witter voran. Mit Ausnahme der Westküsten steht der Barometer in ganz Europa unter dem Mittel, und bei dem unruhigen Luftmeer kann sich nur allmälig wieder bessere Winerung einstellen.

O In Anhalt müssen bis dato für Roth- und Schwarzwild noch paradiesische Zustände geherrscht haben. Nachdem der Herzog noch am 14. Febr. d. J. auf eine Eingabe des Landtags um Verminderung des Wilostandes einen ziemlich kühlen Bescheid gegeben, hat er nunmehr bei seiner neulichen Anwesenhelt im Harz selbst den Befehl ertheilt, daß die Wildschweine ohne Rücksicht auf die Schonzeit überall, wo sie auf die Aecker austreten, sofort niedergeschossen werden sollen. Bei dieser Gelegenheit er klärte der Herzog, es sei sein ausdrücklicher Wille, daß den Unterthanen jede Veranlassung zu Klagen über Wild schaden aus dem Wege geräumt werde.

Lugau. Am 2. d. hat hier die Vertheilung der Gaben satigefunden, welche für die Hinterlassenen der am 1. Juni v. J. aufNeu Fundgrube verschütteten Bergleute durch ein Comite gesammelt worden waren. Es waten gegen 122,000 Thlr. zusammengekommen, von welchen nur ein verhälinißmäßig kleiner Theil in dem v. J. zu laufenden Unterstütßungen verwendet worden war, so daß noch weit über 100,000 Thlr. vertheilt werden konnten. Um dem Willen der Geber möglichst gerecht zu werden, stellte man ein gemischtes Princip auf, setzte nämlich den Hinterlassenen jährlich eine Leibrente und zahlte ihnen außerdem noch ein Capital aus. So

bekamen die Eltern eines Verungtückten eine jährliche Leibrente von 18 Thlr., die Wulwe eine solche von 36

Thlr. ausgesetzt, jene außerdem noch ein baares Capital von 125 Thlr., diese eines von 500 Thlr. ausgezahlt. Die Kinder wurden in ähnlicher Weise bedacht, und so trifft es sich, daß auf mehrere Familien über 3000 Thlr. ausgefallen sind.

, DieVoss. Zig. schreibt aus Berlin:Ein hiesiger Student der Jurisprudenz, Namens Gutbier, der Sohn eines Predigers in der Provinz, machte den Versuch, erst seine Geliebte und dann sich selbst zu erschießen. Unglück⸗ liche Liebe war das Motiv, welches dem hoffnungsvollen jungen Mann die Mordwaffe in die Hand drückte. Seine Geliebte war die Tochter eines hiesigen achtbaren Bar biers, deren Bekanntschaft er vor etwa einem Jahre ge⸗ macht, und zu wälcher er eine so tiefe Zuneigung gefaßt hatie, daß er ernstlich daran dachte, sie einmal späser zu einer Frau zu machen. Das junge Mäochen rechtfertigte das Vertrauen nicht, welches er in sie gesetzt hatte. Sie war leichtferigen Charakters und genußsüchtig; schon vor ihrer neuen Bekannischaft, die sie nur ausbeuten zu wollen schien, hatte sie ihre Eltern, welche streng auf Zucht und Ordnung hielten, verlassen und eine eigene Wohnung in der Albrechistraße bezogen. Dies Alles war dem jungen Manne bekannt, dennoch hoffte er, daß es ihm gelingen werde, sie auf einen anderen Weg zurückzuführen. Mit

Bewilligung ihrer Eltern, denen er sich offenbart, brachie

er sie zu dem Zweck im hiesigen Magdalenenstist unter. Die stienge Hausordnung daselbst scheint ihr jedoch nicht behagt zu haben, denn schon nach wenigen Wochen war sie dort plötzlich verschwunden und hatte somit all' die Zu⸗ kunftspläne ihres romantischen Liebhabers zerstört. Dieser gerieih darüber in so große Verzweiflung, daß er den Enischluß faßte, sich das Leben zu nehmen. Zu dem Zwecke hatte er sich vor einigen Tagen ein Terzerol ge kauft; bevor er seinen unglückseligen Entschluß ausführte, wollte er jedoch seine unwürdige Geliebie noch einmal sehen und sprechen. Am Mittwoch Abend begegnete er ihr in der Albrechistraße und wußte sie zu bewegen, mit ihm nach einem Gasthause in der Mittelstraße zu gehen, wo et ein Zimmer bestellte. Nachdem Beide die Nacht über dort zugebracht, fiel am andern Morgen in dem Zimmer, welches sie inne hatten, ein Schuß; man eilte herbei und traf auf dem Hausflur das junge Mädchen mit blutbe⸗ flecktem Kleide, im Begriff, ohnmächtig zusammenzusinken. In's Zimmer eilend, sayh man den jungen Mann be schäftigt, sein Terzerol, das nur einen Lauf hatte, von Neuem zu laden; man entriß ihm dasselbe sofort und versicherte sich seiner Person. Wie sich herausstellte, war der Schuß dem jungen Mädchen in die linke Brust gegangen und die Kugel unterhalb des Schulter-Knochens stecken geblieben. Die Schwerverletzte wurde nach dem Krankenhause transportirt. Der unglückliche junge Mann benahm sich bei seiner Verhaflung ruhig und gefaßt und legte sofort ein offenes Geständniß ab. Danach hatte der Hoyn und Spott, welchen das leichtsinnige Mädchen einen Vorhaltungen über ihr bisheriges Beiragen entge gengesetzt, ihn in eine so große Wuth versetzt, daß er, seiner Sinne nicht mehr mächlig, das Terzerol, dessen Ladung er anfänglich nur für sich bestimmt, ergriffen und auf sie ab⸗ geseuert hat. Nur durch das Hinzukommen der Hausbe wohner sei er verhindert worden, noch einmal zu laden, um auch sich zu erschießen.

Ein eifriger Naturbeobachter, der, wie er behauptet, aus dem Schatze langjähriger Erfahrungen geschöpft hat, theilt in der Trier. Volkszig. mit, daß, wenn der Monat Juli so fortfahre, wie er angefangen habe, das heurige Jahr dem von 1811 oder 1819 gleich kommen werde an Ertrag von Früchten und Getränken; Kernobst werde es allerdings nicht so viel erbringen. Es sei durchaus nicht nöthig, daß der Juli große Hitze erzeuge, denn diese verringere das Quantum der Eenie eher, als sie es erhöhe. Die Neige des Juli, der August und

September müßten die Hitze bringen, so daß halben

September füglich geherbstet werden lönne. Die Karkoffel Krankheit sei nicht zu fürchten, denn in der Hälfte des August, wo sie aufzutreten pflege, sei die Kartoffel schon so weit gediehen, daß die Krankheit keinen so zerstörenden Charakler mehr zeigen könne, wie 1845. Uebrigens sei die Traubenblüthe 1822 noch früher eingetreten, als dieses Jahr, denn am 13. Juli 1822 hätten die kenner Kirmeß⸗ gäste bereits neue Trauben aus den kenner Weinbergen gegessen; 1783, 1811 und 1822 sei die Kornblüthe in die Marcus⸗Octave gefallen, dieses Jahr wurde bereits am 30. Juni Korn in der Nähe Triers geschnitten.

Es soll der Sänger mit dem König gehen. Kaum je vorher schreibt man derKemptn. Zig. ist dieser Dichterspruch zu so greifbarer Wahcheit geworden, wie am Sonntag, da König Ludwig II. Richard Wagner zu sich in die großeKaiserloge des Theaters beschied und dessen neue Oper:Die Meistersinger an des Componisten Seite mit anhörte. Der Eindruck, den diese königliche Huld auf das Münchener Publikum machte, war überwältigend; man verstucmte und blickte empor zum glänzenden Plafond des Niesenhauses, ob er nicht Miene machte einzustürzen ob solcher noch nie dagewesenen Gunstbezeigung. Wagner, der Verketzerte, Verbannte, welchen vor kaum zwei Jahren desselben Königs Huld nicht zu schützen vermochte vor der Gehässigkeit des hohen und niederen Pöbels unserer Kunstmetropole er jetzt rehabilitirt in unsagbarer Weise, in derselben Kaiserloge neben seinem königlichen Freunde sitzend, in der man sonst nur gekrönte Häupter und deren regelrechte Descendenz zu sehen und officiell zu bejubeln gewohnt war!

Am 30. Juni hateine Montblanc⸗Besteigung neuerdings wieder zu einem Unglücsfalle Anlaß gegeben, welcher ganz Chamounix in Trauer versetzt hat. Eine fremde Familie hatte unter der Leitung des bekannten und allgemein beliebten Führers Eduard Simon einen Ausflug nach dem Grands Mulets unternommen. An dem Pierre à l'Celle angelangt wurde die Karawane von einer Steinlawine überrascht, welche sich plötzlich von der Aignille du Midi losgerissen halte. Die Reisenden schwebten in größter Gefahr und würden sicher auch den Tod ge⸗ funden haben, wenn nicht der Führer Simon ein schützendes Asyl für sie unter einem überhangenden Felsen entdeckt hätte. Leider dachte derselbe dabei nicht an seine eigene persönliche Sicherheit. Im Augenblicke, als er die letzten der Personen, die sich seiner Leitung anvertraut, unter den Felsen geborgen hatte, ward er von einem großen Steinblocke zu Boden geworsen und in den Abgrund ge stürzt, wo er erst am andern Morgen todt aufgefunden wurde. Der Unglückliche war die Stütze einer zahlreichen Familie. Am gleichen Tage, als seine Leiche nach Chamounix gebracht wurde, hatte ein junger Amerikaner das Wagniß eines Ausfluges ohne Führer nach dem soge nannten Jardin unternommen, der bald ebenfalls zu einem traurigen Ausgange geführt hätte. Zwischen den Abgründen und Felsblöcken der Eiswand verirrt, fand der junge Mann erst am andern Morgen den Rückweg nach Chamounix, wo er fast von allen Kleidern enblößt und auf den Tod erschöpft in einem Zustande ankam, der anz deutlichsten für die Gefahren sprach, denen er entronnen. Ein gutes Geschäft. Amerilanische Blätter erzäblen: Dem Redacteur einer kleinen Zeiiung wurde sandiger Zucker verkauft, und er veröffentlichte in Folge dessen in seinem Blatte Folgendes:Ich habe von einem Kaufmann in hiesiger Stadt Zucker gekauft, in welchem ich ein Pfund Sand vorfand, und wenn der Schurke, welcher mich auf solche Weise betrogen hat, nicht dafür 7 Pfund guten Zuckers(ordnungsmäßigen Gewichts) in meine Wohnung schickt, so werde ich seinen Namen in meiner Zeitung veröffentlichen., Tags darauf erhielt er von fünf Kaufleuten je 7 Pfund des besten Zuckers zugeschickt.

Schiffs nachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spes.-Agent.

Das Hamburg⸗New-Yorker Post⸗Dampfschiff Alleman⸗ nia, Capitän Bardua, welches am 23. Juni von New⸗ Vork abgegangen, ist nach einer schuellen Reise von 10 Tagen 16 Stunden am 4. des. Abends 7 Uhr in Cowes angekommen, und hat, nachdem es daselbst die Vexeinigte Staatenpost, sowie die für Southampton und Havre de⸗ stimmten Passagiere gelandet, um 8 Uhr Abends die Reise nach Hamburg sortgesetzt. Dasselbe überbringt 143 Passa⸗ giere, 62 Briefsäcke, 700 Tons Ladung und 800,000 Dollar Contanten.

Das Hamburg⸗New⸗Yorker Post⸗Dampsschiff Saxonia, Capitän Kier, welches am 24. Juni von Hamburg und am 26. Juni von Southampton abgegangen, ist nach einer schnellen Reise von 10 Tagen 16 Stunden am 7. d. M. 1 Uhr Nachm. wohlbeh. in New⸗York angekommen.

Das Hamburger Post⸗Dampfschiff Germania, Capitän Schwensen, ging, expedirt von Herrn August Bolien, William Miller's Nachfolger, am 8. Juli von Hamburg via Southampton nach New Pork ab. Außer einer starken Brief- und Packet-⸗Post hatte dasselbe 53 Paossagiere in der Cajütle und war auch das Zwischendeck mit Passagieren ganz besetzt, sowie 350 Tons Ladung.

Ueine gute Saaterbsen

1680 bei Gebr. Meyer,

Zu den drei Schwertern.«

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Joseph Butzbach.