Ausgabe 
10.3.1868
 
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steuer soll eine bleibende werden, während die,

Capitalsteuer nur auf drei Jahre vorgesehen ist, Domänenpfandhriefe haben ½ Prozent Capital steuer während drei Jahren zu entrichten.

Reichsrathsdelegation. In der Sitzung vom 6. März fand die Berathung über das Extraordinarium für die Land-Armee statt und wurden für die Bewaffnung der Armee 17,825,090 fl. darunter, dem Autrag des Ausschusses gemäß, 11,227,000 fl. für Hinterlader, statt der regierungs seitig geforderten 13,827,000 fl. bewilligt. Die Debatte wurde am 7. März fortgesetzt. Die Presse meldet: Es gebe das Gerücht, der Finanz minister beabsichtige eine Ausgabe von 20 Millionen pCt. Schatzbons zu bewerkstelligen.

Großbritannien. London. In der Sitzung des Unterhauses erklärte der neue eng lische Premierminister Disraeli, bei seinem Er scheinen mehrfach begrüßt, er habe die Premier schaft im Vertrauen auf den Beistand seiuer Collegen und den Edelmuth des Parlaments an genommen; die Politik Lord Derby's, des bisherigen Ministers, werde auch die seinige sein: friedlich nach Außen, keine habsüchtige, isolirte, sondern eine allseitig wohlwollende, die Erhaltung des Weltfriedens anstrebende. Die innere Politik werde wahrhaft liberal sein, sie werde bei ver alteten, unzeitgemäßen Einrichtungen auf Reform derselben hinwirken, während sie auf Erhaltung des in den Institutionen des Landes enthaltenen, wirklich Werthvollen bedacht sein werde. Der Ausnahmezustand in Irland werde hoffentlich bald aufhören.

Amerika. Mit dem in England einge troffenen SchiffeCimbria sind folgende Nach richten aus New⸗Nork vom 25. Februar einge⸗ troffen: Das Repräsentantenhaus beschloß die An klage des Präsidenten Johnson mit 126(Republi kaner) gegen 47 Stimmen. Der Kriegsminister Stanton setzte seine Amtsthätigkeit fort und ver anlaßte am Sonnabend die Verhaftung des Generals Thomas, welcher angeblich eine gewalt same Besitzergreifung des Kriegsministeriums an- gedroht haben soll. Gegen Hinterlegung einer Caution wurde General Thomas wieder auf freien Fuß gesetzt.

Friedberg. Vor einigen Tagen wurde dahier bei Reinigung einer Abtrittsgrube die Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden, welche nur kurze Zeit in derselben gelegen haben konnte. Eine sofort eingeleitete gerichtliche Untersuchung soll bis jetzt zu keinem Ergebniß in Bezug auf die Thäterin gefühet haben.

Gießen. Die Sitzungen des Schwurgerichts vom II. Quartal l. J., für welche der Großherzogliche Hof⸗ gerichtsrath Buff zum Präsidenten und der Großberzogl. Hofgerichtsrath Krug zum Stellvertreter desselben bestimm! worden ist, werden Montag, den 20. April l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, ihren Anfang nehmen.

Aus Schotten meldet dasFr. J. daß dort die sog. Slovakenkrankhtit(Fleckenfieber) auch in 3 Fällen aufgetreten ist. Die befallenen Personen verkehrten häufig in einem Wirthshaus, in welchem die Mausfallenhändler ihr Absleigequartier nahmen. Von diesen 3 Fällen verlief keiner tödtlich, wenn auch zwei unter den Symptomen eines schweren Typhus, der eine war mit brandiger Bräune (Diphteritis), der andere mit Lungenentzündung verbunden, der dritte hatte einen leichten Verlauf unter den Erschei⸗ nungen eines nervös⸗gastrischen Fiebers(Typhoid).

Homburg. An dem hiesigen Spieltische sind falsche Banknoten der Darmstädter Bank à fl. 10 verloren worden, ohne daß der betreffende Spieler entdeckt worden wäre.

Von Nieder⸗Namstadt wird gemeldet, daß dort am 6. März gegen 12 Uyr Mittags der Blitz in den Kirchthurm eingeschlagen hat. Das entstandene Feuer wurde bald gelöscht, jedoch ist der Schaden nicht unetheb⸗ lich. Obgleich vor einem Jahr dasselbe Ereigniß ein⸗ getreten war, hatte man leider versäumt, einen Blitzableiter anzulegen.

5 Schiffs nachrichten.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Hamburger PosidampfschiffCimbria, Capt. Haak, welches von New⸗York am 27. Februar abging, ist nach einer ausgezeichnet schuellen glücklichen Reise von 9 Tagen 9 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbsi die für England und Frankreich besti mmien Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 122

Passagiere, 1300 Tons Ladung, 270,657 Dollars Con⸗ tanten und 86 Briessäcke.

Das Hamburger PostdampfschiffGermania, Capt. Schwensen, trat am 4. März wiederum eine Reise via Southampton nach NewYork an und hatte außer einer starken Brief und Packetbost 600 Tons Ladung, 41 Passa⸗ giere in der Cajüte und 516 im Zwischendeck an Bord.

Die Oberhessischen Eisenbahnen)

Es wird sich in neuester Zeit viel Mühe ge⸗ geben, der Provinz Oberhessen ihre Eisenbahn Projekte zu Wasser zu machen. Man hielt sich zu der Hoffnung berechtigt, es werde, nachdem nun auch den Provinzen Starkenburg und Rhein hessen ihre Wünsche erfüllt seien, mit den, den Oberhessischen Eisenbahnen bereiteten Hindernissen ein Ende haben; doch es ist nicht an dem: es wird noch entschiedener dagegen angekämpft. Vor Allem ist es die Mainzeitung, die es sich zur Aufgabe gestellt zu haben scheint, die Oberhessischen Bahnprojekte zu nichte zu machen. Die Bemühungen derselben haben in Nr. 24 des Wetterauer Boten die verdiente Würdigung erfahren und auch in Nr. 8 wurde in dieser Beziehung die Haltung der Mainzeitung getadelt, aber wie es scheint, von ihr keine Notiz davon genommen.

Während indessen die Mainzeitung, wenn auch mit verhülltem Panier, unsere Bahnprojekte direkt angreift, findet in verschiedenen andern Blättern ein indirekter Angriff in der Form einer Annonce: An die Herren Landesvertreter statt. Es ist wohl lange kein solches, aller Logik Hohn sprechendes Machwerk unter der Presse gewesen! Es heißt die Concession zum Bau der Ober hessischen Bahnen lege unter unerhörten(I) Be dingungen dem Lande kolossale Opfer auf, die Garantie der prozentigen Verzinsung des Uebernahmskapitals von 28½ Millionen dauere 99 Jahre(J); außerdem habe die Gesellschaft das Recht Prioritäten in unbeschränkter(J) Zahl auszugeben, die vom Staat verzinst werden müßten. Ferner: der wirkliche Bau koste 20 Millionen, ee flössen also Millionen größten Theils in die Taschen der Banquiers(JI); es wird sodann der Prioritäten zu allem Ueberfluß noch einmal erwähnt, mit dem Zusatzso viele Millionen als denselben.(den Banquiers nämlich) beliebt(I), die Caution stelle der Staat sich selbst(I) weil er Zinsen garantire und es würden dem Staat auf 99 Jahre(J) unerschwingliche Steutrn auf⸗ geladen. Bei einem Selbstbau würven 10 Millionen (0 gespart!

Wir wollen einmal diese Behauptungen näher untersuchen und sehen was wir davon zu halten haben.

1) Wir beginnen mit der Stelle, wo es heißt die Prozent seien auf 99 Jahre garan- tirt und es würden dem Staat auf 99 Jahre unerschwingliche Steuern auferlegt. Der Ver fasser nimmt alss an, die Bahn werde niemals rentiren! Würde dies, wenn der Staat bauen würde, etwa anders sein? Man hört ja doch immer unter Verwaltungen von Privatgesellschaften rentiren die Bahnen am Besten! Uebrigens mag der Verfasser unbesorgt sein, eine Bahn, welche, als allein noch fehlendes Glied zur direktesten Verbindung des Niederrheins mit den Donau- ländern, einen sehr bedeutenden internationalen Verkehr zu erwarten hat, wird der Zuschüsse des Staats nicht lange bedürfen und es kann daher auch von einer unerschwinglichen Steuer- Auflage auf 99 Jahre durch die Oberhessischen Bahnen keine Rede sein.

2) Es heißt ferner: der Bau werde 20 Mill. kosten, der Vertrag gewähre aber mit Nebenkosten, Zinsen u s. w. 28½ Millionen, es flössen also Millionen größtentheils in die Taschen der Banquiers; es könne der Staat aber beim Selbst⸗ bau 10 Millionen sparen. Diese Logik ist werth, dem Verfasser patentisirt zu werden, denn es wird ihm gewiß Niemand die Erfindung streitig machen! Also wenn der Bau 20 Millionen kostet, so braucht er nur für 28½ 10= 18½ sage 18½ Millionen zu Prozent verzinsliche Papiere auszugeben; mit anderen Worten, es werden ihm für 18 ½ Millionen prozentige Papiere an der Börse 20 Millionen bezahlt! Der Verfasser scheint seit langer Zeit keinen Cours- zettel gesehen zu haben, oder(von der kleinen

*) Obgleich wir in Nr. 28 d. Bl. bereits eine den⸗ selben Gegenstand behandelnde Erwiederung des Herrn Beigeordneten Ferber in Gießen brachten, kommen wir mit der Aufnahme dieses Artikels dennoch einem uns ausgesprochenen Wunsche des Herrn Einsenders gerne nach. Die Red.

Unterschied zwischen Nominalwerth und Börsen werth eines nur zu Prozent verzinslichen Papieres nicht zu kennen!

Und weiter: Giebt es für den Staat keine Nebenkosten? Wird er das Geld für die Zeit des Baues unverzinslich erhalten? Wir wollen einmal rechnen, wie jeder Unbefangene rechnen müßte. Es sollen 20 Millionen nöthig sein. Wir behalten diese Summe bei, obgleich wir nicht glauben, daß die Bahnstunde(wie es im Ueberschlag angenommen sein soll) für denselben Preis hergestellt wird, wie er sich bei der Main⸗ Weser⸗Bahn ergeben hat, da Arbeitslohn und Güterwerth namentlich in den letzten Jahren sehr bedeutend gestiegen sind.

Papiere, zu Prozent verzinslich, wie die von der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft aus⸗ zugebenden, für welche in den nächsten Jahren eine Rückzahlung nicht zu erwarten steht, werden von einem Bankhause kaum über 75 Prozent angenommen werden; es müssen also zur Ergän⸗ zung der vollen Summe noch weitere 25 Prozent also ¼ des Baufapitals zugehen und es stellt sich daher der Nominalwerth des zu 20 Millionen angenommenen Bau⸗Kapitals auf 267 Millionen oder 26,660,666/ fl.) Nach dem Vertrag werden im Falle der Ueberlassung an Unternehmer nur 26 Millionen Aktien im Nominalwerth ver⸗ gütet; wo stecken da die unerhörten Bedingungen? und woher sollen die Millionen kommen die größtentheils(J) in die Tasche der Banquiers fließen sollen? an was aber endlich soll der Staat 10 Millionen sparen? Müßte doch der Staat, dessen Papiere wahrscheinlich noch nicht einmal so hoch, als die einer sicheren Gesellschaft placirt werden könnten sich bei der Aufnahme des so bedeutenden Kapitals auch der Banquiers bedienen! und nimmt man ja allgemein an, daß der Staat gewöhnlich am theuersten baue!

3) Wir wenden uns nun zu den zweimal hervorgehobenen Prioritäten! Wie wir die Sache auffassen, sollen, wenn in Folge sich ergebender, unvorhergesehener Schwierigkeiten, eine Mehraus⸗ gabe nöthig wird(welche aber dann jedenfalls der Staatsregierung nachgewiesen werden muß) Prioritäten ausgegeben werden können, deren Verzinsung dann selbstverständlich aus den Er⸗ t ägnissen der Bahnen zu geschehen hat. Würde der Staat in einem solchen Falle nicht auch weiter aufnehmen müssen? Oder glaubt der Ver⸗ fasser, solche Schwierigkeiten würden, wenn der Staat baue, aus lauter Respekt von selbst schwinden? Von einer unbeschränkten Zahl und von Millionen, wie es den Banquiers beliebt, ist im Vertrag gewiß nirgends die Rede.

Daß aber in einem solchen Falle die Gesell⸗ schaft das Recht hat, den Mehrbedarf aufzunehmen, wird Jedermann ganz natürlich finden, wenn er nicht, wie wahrscheinlich der Verfasser, glaubt, die Ehre, in Oberhessen Bahnen bauen zu dürfen, sei ein solches Risico auf eigne Gefahr schon werth!

4) Der die obenerwähnten 26 Millionen übersteigende Mehrbetrag, es sind nicht ganz Millionen, soll für Zinsenverlust vor Beginn der Staats-Garantie und für sonstige Kosten, Ersatz gewähren. Wenn Jemand Geld in irgend einer Weise, seien es Kapitalien, Kauf⸗ gelder ꝛc. 1c. einziehen läßt, daun muß er dafür eine entsprechende Vergütung zahlen, die freilich sich in demselben Maße verhältnißmäßig verringert, als die Summe größer wird. Die Einnahme und Ausgabe einer Summe von 28 Millionen erfordert jedenfalls in dieser Beziehung schon eine hedeutende Aufwendung. Und wenn ein Kapital erst nach drei Jahren rentirt, bis dahin aber doch nichtsdestoweniger verzinst werden muß, so geht dieser Aufwendung eine noch viel bedeutendere Summe zu. Nehmen wir an, die Aktien würden bis zum Beginn der Staats⸗Garantie mit 4 Prozent verzinst und es würde vom Baukapital im ersten

Jahre, im zweiten Jahre ½ und im dritten Jahre ½ verwendet, dann wären von dem ersten

) Selbst zu 80 Prozent würden 25 Millionen nöthig und die Frankfurter Prozent Obligationen stehen

nur zu 81.

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496 Wegen heim nach 4. März 15 nicht befahre Kenntnis geb

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Hoftait 367 Non sollen n Verfsorbenen hörenden J.

Flut. Nr, 4 3. 188. J. 189.. 4. MN. adabtheuung werden.

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