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h. Friedberg. Am 4. Juli d. J. hielt die Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heilkunde ihre diesjährige Generalversammlung auf dem Teichhause zu Nauheim. Den Vorsitz führte der Präsident des letzten Jahres Herr Prof. Dr. Hoffmann aus Gießen. Herr Medizinal⸗ rath Dr. Bode aus Nauheim begrüßte und bewillkommte zuerst die ziemlich zahlreiche Ver⸗ sammlung. Hiernach wurde das Geschäftliche abgethan. Wie es die Statuten bestimmen, wurde ein neuer Präsident und Vicepräsident erwählt, Ersterer in der Person des Hrn. Prof. Dr. Buff, Letzterer in der des Herrn Prof. Dr. Zöppritz aus Gießen. Die seitherigen Sekretäre, sowie der Rechner, wurden als solche auch für's neue Vereins- jahr wieder bestätigt. Hierauf forderte der Prä⸗ sident die anwesenden Gäste zur Mitglied schaft am Vereine auf, indem er unter Anderm bemerkte, wie wünschenswerth die Theilnahme gerade an solchen Vereinen sei, die sich Erforschung und Verbreitung der Wahrheit zur Aufgabe gestellt haben, da es doch noch ein ganzes Heer von solchen Menschen gebe, die gerade das Gegentheil wollten und erstrebten. Nun begann die Reihe der wissenschaftlichen Vorträge.
Prof. Dr. Zöppritz speach über die photo⸗ chemische Induction und hieran schloß sich eine kurze Diskussion an. Dr. Uloth aus Nauheim über Wachsbildung auf der Rinde einer Ahorn⸗ art, welche auch im Park zu Nauheim kultivirt wird, Acer stricatum. Dr. Petersen über in⸗ teressante mineralogische Vorkommnisse in der Umgegend von Frankfurt. Dr. Henkelmann hob Einiges vom Nutzen hervor, den die Naturwissen⸗ schaft der Landwirthschaft bringt.
Der Präsident Professor Dr. Hoffmann erfreute zum Schlusse, anknüpfend an frühere über denselben Gegenstand von ihm in dieser Versammlung ge⸗ haltene Vorträge, mit einem höchst lehrreichen und intertssanten Vortrag, erläutert durch die Anschauung über die Darwinsche Theorie von der Entstehung der Arten im Pflanzenreiche.
Hierauf vereinigte man sich zu dem gemein⸗ schaftlichen Mittagsmahle, wobei man der freien Diskussion in Ernst und Scherz freien Lauf ließ. Medicinalrath Dr. Bode brachte einen Toast auf den Landesherrn und ein Toast des Herrn Assessor Müller aus Büdingen auf den Präsidenten wurde zur Ueberraschung der Anwesenden in ziemlich gut verständlichem Latein vorgetragen. In Bezug auf Arrangement und Güte des Gastmahles wurde Herrn Gastwirth Kramm allgemeine Anerkennung
gezollt. Die nächste Versammlung findet in Dillenburg statt. Preußen. Berlin. Mit der Noth in
der Provinz Preußen scheint es leider noch nicht zu Ende zu sein. Das„Frankf. Journ.“ bringt darüber folgende, theilweise dem„Bürger ⸗ und Bauernfreund“ entlehnte, wenig tröstliche Be⸗ merkungen: Eine andauernde Hitze von 410 in der Sonne und einigen dreißig im Schatten hat
die nächste Ernte— soweit eine solche bei dem theilweisen Ausfall der Aussaat überhaupt in Frage kommt— in den meisten Gegenden so gut wie vernichtet. Häufige und zum Theil umfassende Brände haben das Elend vermehrt. Es scheint Alles dazu angethan, die Bevölkerung jener heim⸗ gesuchten Gegenden im nächsten Winter einer neuen Katastrophe entgegenzuführen, deren Wir⸗ kungen um so verhängnißvoller werden müssen, als die materielle und moralische Widerstandskraft durch die vorjährige Calamität in so erheblichem Maße gebrochen ist. g
Bonn. Die Vorbereitungen zu der am 2., 3. und 4. August slatthabenden Semisäkularfeier unserer Hochschule nehmen von Tag zu Tag größere Dimensionen an. Von allen Seiten ist man eifrig bestrebt, dem Feste den höchstmöglichen Glanz zu verleihen.
Bayern. München. Das projektirte Uebungslager bei Schweinfurt wird dieses Jahr theils aus Ersparungsgründen, theils der nöthigen Eiazelausbildung der Truppentheile und der Fern⸗ haltung politischer Befürchtungen wegen, welche sich etwa daran knüpfen könnten, unterbleiben.
— Die Nachricht der„Hoffmann'schen Cor⸗ respondenz“, betreffend die Bildung einer südstaat⸗ lichen Militärcommission, wird den gegentheiligen Behauptungen gegenüber von competenter Seite bestätigt. Der Entwurf ist den Regierungen von Württemberg und Baden bereits unterbreitet und deren Eingehen darauf kaum zweifelhaft.
Baden. Karlsruhe. Hierselbst fand der zweite Verbandstag der unterbadischen Vorschuß⸗ vereine unter Theilnahme von Schulze ⸗Delitzsch statt. Die Betheiligung war eine sehr lebhafte. Herr Schulze⸗Delitzsch ist nach Kaiserslautern gereist.
Aus Baden. Die von Prag aus abgehende Hussitenfahrt nach Constanz wird kaum 200 Theilnehmer gefunden haben, da die bayerischen Eisenbahnen eine Preisherabsetzung ablehnten. Es werden also bei der Hußfeier mit den etwa unterwegs noch dazu Stoßenden und dem Zuzuge aus der Schweiz wenig mehr als ein paar Hun⸗ derte erscheinen. Den heißblütigen Tschechen ist es jedenfalls zu Ohren gekommen, daß man in ihrer Hußftier viel mehr eine antideutsche Kund⸗ gebung zu erblicken Anlaß fühle, als eine dem Vorläufer der Reformation, dem religiösen Märthrer, dargebrachte Huldigung. Das Comite hat sich daher beeilt,„an die Bewohner der altehrwürdigen Stadt Constanz“ ein Manifest zu erlassen, worin versichcrt wird, daß„sie aus dem Lande Böhmen als Pilger kommen, um die Todesstätte ihres großen Vorfahren, Johannes Huß, dee Märtyrers für die Wahrheit und Gewissensfreiheit, zu besuchen, sein Andenken zu feiern an der Stelle, wo er seinen edlen Geist aushauchte,“ und„in Berufung auf diesen ebenso religiösen als humanen Beweg⸗ grund hoffen sie, daß ihnen freundlich vergönnt sein werde, einen Moment auf der ihnen heiligen Stätte zu verweilen.“
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Aus Konstanz wird vom 5. gemeldet, daß die Tschechen in Lindau angekommen und daselbst übernachtet haben. Dem Programm gemäß langen sie am 6. d. per Dampfboot hier an und begeben sich in seierlichem Zug nach dem Huß⸗Stein. Hier hält Sladowsky eine tschechische, Leger aus Paris eine französische und Fritsch aus Berlin eine deutsche Rede; dazwischen werden Lieder gesungen; dann findet ein Festmahl, wahrscheiulich im Con- eiliumssaale statt. Abends 7 Uhr erfolgt die Abfahrt nach Romanshorn und von da nach Zürich. Es scheint, daß nicht mehr als 150 bis 200 böhmische Gäste kommen.
4. Oesterreich. Wien. Bezüglich der serbischen Frage ist es wohl interessant zu erfahren, daß, da fast alle in öffentliche Blätter gelangenden Nachrichten officiell oder ofsiciös sind, die ganze Angelegenheit den Ausländern in einem falschen Licht erscheint. Die Sympathien für die Familie Obrenovich sind nämlich von sehr untergeordneter Bedeutung, da, wie wir aus zuversichtlicher Quelle entnehmen, die milde Regierungsform des ermor⸗ deten Fürsten, der fast gar nicht prügeln und während seiner achtjährigen Regierung nur zehn Menschen hinrichten ließ, nicht etwa Verehrung sondern Verachtung des färstlichen Hauses fast allgemein hervorrief. So kann man denn in seiner Ermordung nicht nur den Ausdruck persön⸗ licher Feindschaft eines Einzelnen erkennen, sondern muß vielmehr dieselbe als den Ausdruck der all⸗ gemeinen Gefühle betrachten, die für einen Fürsten, welcher statt Krieg zu unternehmen, die Türken hinausbekomplimentirte, in Serbien keineswegs günstig waren.— Ministerpräsident Graf Auers⸗ perg(Anastasius Grün) hat das Ehrenbürgerrecht von der Stadt Leitmeritz in Böhmen erhalten.
Frankreich. Paris. Der„Etendard“ theilt ein Circular des Kriegsministers mit, nach welchem bei den bevorstehenden General⸗Inspectionen in der Armee eine größere Anzahl von halb⸗ jährlichen Urlauben, als bisher, ertheilt und auch sonst einige Erleichterungen, namentlich im Wacht⸗ 1 55 während des Winters, eingeführt werden ollen.
— Wie die„Presse“ zu wissen glaubt, würde Prinz Napoleon von Konstantinopel aus sich nach Suez begeben, um daselbst die Canalarbeiten in Augenschein zu nehmen.
Großbritannien. Dem medieinischen Blatte„British Medical Journal“ zufolge erfreut sich der Herzog von Edinburg des besten Wohl⸗ seins. Die Wunde ist gänzlich geheilt, und kaum eine Narbe hat der Schuß zurückgelassen, der um ein Haarbreit unmittelbaren Tod zur Folge gehabt hätte.
Rußland. Warschau. Den betreffenden Behörden ist der Befehl zugegangen, Knaben von 10 Jahren und darüber bis zum Ablauf des Alters der Militärpflicht, d. h. bis zum 25. Jahre, keinen Paß nach dem Auslande zu ertheilen. Als Motiv für Weigerung der Pässe für Kinder ist
Ausgestorbene Thiere.
Von Dr. Curtman.
Exemplare dieses Riesenvogels finden werden. Einwohner von Madagascar brachten nämlich nach den Besitzungen der Europäer Eierschalen, welche
So wie der Dronte auf der Insel Mauritius seit fast 200 Jahren ausgestorben ist, so sind noch weitere Spuren von ausgestorbenen oder dem Aussterben nahen Thiergeschlechtern aufgefunden worden. An das riesenhafte Mammuth, welches man im Eismeere noch mit Haut und Haaren auffand, soll nur erinnert werden. Neuer ist die Seekuh, welche im Jahre 1741 der Gelehrte Steller entdeckte, und welche man nach ihm die Stellerische nannte. Damals fand man auf der Behrings ⸗Insel zahlreiche Trupps dieses riesigen Thieres. Es empfahl sich den Jägern durch sein schmackhaftes Fleisch und sein reichhaltiges Fett. Jedes ausgewachsene Exemplar wog 4 Tonnen d. h. etwa 9000 Pfund. 27 Jahre nachher wurde das letzte Exemplar dieses nützlichen Thieres getödtet. Nur ein Schädel ⸗Bruchstück ist in dem Museum zu Petersburg übrig geblieben. Zahlreicher sind die Reste ausgerotteter, ja vielleicht noch in einzelnen Exemplaren existirender Vögel. Ganz in der Nähe des Dronte hat ein Vogel gelebt, den die Naturforscher nach den gefundenen Resten den Einsiedler genannt haben. In den Traditionen der Ein⸗ geborenen heißt er der blaue Vogel. Die Knochen dieses Vogels, welche jetzt meistens in dem Museum zu Paris aufbewahrt werden, wurden auf der Insel Rodriguez, östlich von Mauritius gefunden. Abbildungen des lebenden Thieres besitzt man nicht. Noch wichtiger sind die Spuren des früher blos dem Märchen angehörigen Vogtl Rok. Es ist wirklich Hoffnung vorhanden, daß sich auf der Insel Madagascar noch lebende
ihnen als Reiseflaschen dienten. Im Jahre 1851 bekam das Museum zu Paris ein Ei, welches über 10 Liter hält. Später sind noch mehrere dazu gekommen. Die Einwohner von Madagascar behaupten, der Boge l selbst finde sich noch in ihren Wäldern, verkrieche sich aber vor den Menschen. Ihre Aussagen stimmen damit, daß derselbe 4 mal so groß sei als der Greifgeier(Condor). Aehnliche Wunder finden sich auf der australischen Insel Neusetland. Von dem seltsamen Vogel Kiwi, ohne Flügel und ohne Schwanz, von der Größe eines Huhns, ist 1862 ein Exemplar lebend in den zoologischen Garten zu London gebracht worden. Wichtiger sind die Ueberreste des Riesenvogels Moas in Neuseeland. Seit dem Jahr 1839 brachte man von dort Vogelknochen nach England von der Stärke von Ochsenknochen. Schon hatte man viele derselben herbeigeschafft, und die Zusammensetzung versucht, als die österreichische Fregatte Novara Neuseeland berührte, und großartigere Funde machte. Ein vollständiges Gerippe eines noch lange nicht ausgewachsenen jungen Vogels hatte die Größe eines Straußes, und wurde in Wien aufgestellt. Nachher hat man auch im Triebsand der Küste ein Gerippe mit Haut und Sehnen gefunden. Nach dem Ausspruche eines Kundigen konnte dies nicht länger als 10— 12 Jahre so gelegen haben. Demnach gibt es
also wahrscheinlich im Inneren der Wälder noch lebende Moas. Sie sind vertrieben worden, weil die ersten Neuseeländer sie eifrig als Jäger verfolgten.
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