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und sür Zei wech ene größe Aisäht Fön Wfünt⸗ rentenscheinen im Verkehr sich befindet, so sieht sich die Großherzogliche Staatsschulden⸗Tilgungs⸗ kasse Direktion veranlaßt, die Inhaber von Grundrentenscheinen wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß die gegenwärtig noch cvursirenden Grundrentenscheine mit dem 1. Juli 1868 ihre Eigenschaft als Zahlungsmittel verlieren und von diesem Tage an nur noch bei der Staatsschulden⸗Tilgungs⸗ kasse dahier gegen neues Papiergeld umgetauscht werden können.
— Die„H. V.“ schreiben: Das Defizit in nunserem Staatshaushalt pro 1868 beträgt nach Inhalt des von dem Abg. Kraft erstatteten Aus⸗ schußberichts nicht weniger als 2,378,528, also fast dritthalb Millionen. Und da hat man die Kosten des Kasernenbau's in Lich mit über 325,000 fl. für dieses Jahr noch nicht in An- rechnung gebracht. Blos an ¼ Million wird durch die Einkommensteuer und den Steuerzuschlag von 2½ kr. per Jahr auf den Gulden Normal- steuercapital gedeckt, es müssen also über anderthalb Millionen auf anderem Wege, d. h. wohl durch eine Anleibe, aufgebracht werden.
Preußen. Wiesbaden. Die Direktion der Wiesbaden⸗Emser Spielbankgesellschaft hat dem Re⸗ gierungsvertreter Geheimrath Wohlers ihre Bereit⸗ willigkeit erklärt, jährl. 200, 000 fl. auf Amortisation der Aktien zu verwenden und die Hälfte des übrig⸗ bleibenden Reingewinns an den Kurfonds abzugeben, bis derselbe die Höhe einer Million Thaler erreicht hat. Die Genehmigung dieser Vorschläge ist wahrscheinlich. Neuere Nachrichten melden noch, daß am Sonntag Mittag eine Einigung des Regierungsbevollmächtigten mit der Wiesbaden⸗ Emser Spielbank erzielt worden sei.
Homburg. Zwischen dem Regierungsbevoll⸗ mächtigten Geheimrath Wohlers und der biesigen Spielbankdirektion ist Samstag Abend ein Ueber⸗ einkommen abgeschlossen worden, wobei jedoch die Zustimmung der Regierung vorbehalten blieb. Die Grundzüge des Abkommens sind folgende: Der erzielte Nettogewinn wird zunächst ausschließ⸗ lich zur Amortisirung der Aktien verwendet. Nachdem die hierzu erforderlichen Beträge erreicht find, werden 50 Proz. des weiteren Nettogewinns als Dividende ausbezahlt, und 50 Prozent dem Curfonds zugewiesen.
Oesterreich. Wien. Wie das offiziöse Organ des Fürst⸗Erzbischofa von Wien andeutet, wird die römische Curie nur dann die Verhand- lungen mit der österreichischen Regierung über das Concordat sortsetzen, wenn den Gesetzen über die Ehe, die Schule und die interconfessionellen Verhältnisse die kais. Sanktion nicht ertheilt wird.
— In der Sitzung des Unterhauses legte der Justizminister zwei Gesetzentwürfe vor, betreffend die Einführung der Schwurgerichte und die Bildung der Geschwornengerichte. Das Gesetz über die Concursordnung wurde in dritter Lesung ange⸗ nommen und sodann die Specialdebatte des in⸗ tertonfessionellen Gesetzes begonnen.
— Ein werthvolles Ostergeschenk, sagt ein Wiener Blatt, ist dem Abgeordnetenhause vor seiner Vertagung durch den Justizminister gewor⸗ den, indem derselbe am Freitag mit Ermächtigung des Kaisers den Gesetzentwurf über die Einführung der Jury für Preß vergehen auf den Tisch des Hauses niederlegte.
Schweiz. Eine in neuester Zeit angeordnele Zählung der noch in der Schweiz lebenden polnischen Flüchtlinge ergibt die Zahl von 286 in 15 Kantonen. Am meisten im Kanton Zürich 77, St. Gallen 49, Genf 34, Bern 24, Freiburg 22, Waadt 13, Schaffhausen 10; die andern Kantone haben weniger.
Frankfurt. Die dießjährige Ausstellung der Garten⸗ baugesellschaft Flora, welche vom 9. bis zum 16. April dahier eröffnet ist, wird alle vorhergehenden Ausstellungen an Reichthum und Pracht übertreffen. Nicht nur die Erzeugnisse der hiefigen Kunstgäriner und Gartenbesitzer werden vertreten sein, sondern auch von weiter Ferne sind werthvolle Zusendungen zugesagt. Auch der Großherzogl. Hess. boianische Garien in Darmstabt wird stark vertreten
7 2* Jah U 5 5 9 1 1 X** 9 um die Preise ein hestiger werden, und hat die Garten- baugesellschaft Flora 250 Ducaten als Preise ausgesetzt. außerdem noch Bürgerpreise im Werth von circa 1000 fl. Die Ausstellung findet im Garten des früheren Kucfürst⸗ lich Hess. Palais statt und wird eine ausgezeichnete Musikcapelle zur Unterhaltung der Besucher beitragen.
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Darmstadt. Die„D. Ztg.“ berichtet: Der Verein zur Gründung einer Anstalt für Blödsinnige im Groß⸗ herzogthum Hessen hat sich mit nahezu zweihundert, jähr⸗ liche Beiträge zahlenden Mitgliedern zu Ende Mai v. 25 unter dem Protektorat J. K. H. der Frau Prinzessin Ludwig von Hessen definitiv constituirt und organisirt, auch die Rechte einer Corporation erworben. Es bot sich Gelegenheit, in der nächsten Nähe von Darmstabt an einem ebenso gesund, als landschaftlich schön gelegenen Punkte, wenig entfernt vom Verkehr und doch in enk⸗ sprechender Zurückgezogenhelt, unter günstigen Bedingungen ein Gelände von angemessener Größe zu erwerben, auf welchem nun mit frischer Kraft der Bau der Anstalt be⸗ gonnen wird. Auch ist die bestimmte Aussicht vorhanden, daß im Laufe des kommenden Jahres diese wohlthätige Anstalt in Wirksamkeit tritt, wenn der werkthätige Antheil des Puplikums an diesem Unternehmen nicht nachläßt, sondern mit der Entwicklung der Sache wächst und mit dem Bedürfniß gleichen Schritt hält.—
Baden. Die Direktion der babischen Verkehrsanstalten scheint mit der Verwendung weiblicher Dienstleistung bei den ihr unterstellten Branchen sehr gute Erfahrungen zu machen. Nicht nur ist die Telegraphenstation Karlsruhe mit weiblichen Telegraphisten besetzt, sondern auch der Dienst an der dortigen Bahnhofskasse wird seit kurzer Zeit von jungen und dazu noch sehr hübschen Damen versehen. Nach amtlichem Ausschreiben soll Gleiches auch im Posidienst bevorstehen. Der Anfangsgehalt beträgt 400 fl., was gewiß für ein lediges Frauenzimmer eine ausreichende Bezahlung genannt werden kann.
„ Der Kampf der Geister in Oesterreich soll sich in der vornehmen Damenwelt abspiegeln. Ein in die Diplomatenloge verschlagener Berichterstatter der„Presse“ will aus dem Munde schöner liberaler Gräfinnen und Fürstinnen über die Redner zu Gunsten des Concordats mehrere keineswegs schmeichelhafte Personalien vernommen haben, während die conservative Fürstin P., um die ganze Herabgekommenheit des Geschlechts der Auersperge(deren Hervorragendster, der auch als Dichter unter dem Namen Anastasius Grün hochberühmte Graf Anton, die donnernde Rede gegen das Concordat am 20. März im Herrenhause hielt, und deren Anderer, Fürst Auersperg, sich zum Präsi⸗ dent des„bürgerlichen Ministeriums“ erniedrigt hat) kurz zu charakterisiren, ausrief:„Was will man von den Auersperg's? In der ganzen Familie ist kein General!“ Das sagt freilich Alles.
„„Wie die Welt regiert wird“, beweisen u. A. auch folgende schreckliche Daten, die aus amtlichen Angaben folgende sehr beherzigenswerthe Liste der Verluste an Menschen und Geld zusammenstellt, welche seit 1853. also seit 15 Jahren, die„hohe Diplomatie“ in ihrer Weisheit den amen Völkern in ihr Contobuch schried, dessen Blätter seit Jahrhunderten schon vom Blute und von Thränen so fleckenvoll sind.
Menschen, die vor dem Feinde getödtet wurden oder während des Krieges in den Hospitälern starben:
In der Krim 784 991 Menschen. ien 5 00„ „ Schleswig ⸗Holstein 3,500
„ den Nordstaaten der Union v. Amerika 281,000 „den Südstaaten der Union v. Amerika 519,000 „ Krieg von 1866 45,000 „Expeditionen in die Ferne 65,000
Totalsumme 1, 743,491 Menschen. Es ward an Geldsummen ausgegeben; Krimm 8 S8 Milliarden 500 Mill. Fres. Nan 5 500 Schleswig⸗Polstein— 1 180 Nordstaaten der Union. 23— 500 Sübstaaten der Union. 11 7 500 Krieg von 1866. 1 630 Ferne Krieg?: 1 8—— 9
Totalsumme 47 Milliarden 830 Mill. Fres
„ Die Baugewerkschule zu Holzminden a. d. Weser, erste und ältestie Bildungsanstalt für Bau⸗ handwerker in Deutschland, hat in diesem Wintersemester von 780 angemeldeten Schülern 638, meistens dem Zimmer⸗ und Maurergewerk, sowie dem Mühlen⸗ und Maschinenbaufach angehörend, aufgenommen. Hiervon haben 550 Schüler Wohnung, Kost und Verpflegung in der Anstalt selbst genommen. Die Aufenthaltskosten für die Schüler sind im Verhältniß sehr gering und betragen pro Semester für Unterricht 18 Thaler, für Unterrichts⸗ materialien, einen Jahrgang der Zeitschrift für Vauhand⸗ werker, ärztliche Verpflegung im Krankenhause, Schulrock, Besorgung der Wäsche einschließlich Ausbesserung, Heizung und Beleuchtung 23 Thaler; für Casernirung incl. Ver⸗ pflegung, mit Ausschluß von Brod und Butter 22 Thlr., also zusammen nur 68 Thlr., so daß ein Schüler bei etwa 15— 20 Thlr. Nebenausgaben im ganzen Semester seinen Aufenthalt mit circa 85 Thlr. bestreitet. Für geistige Anregung außerhalb der Schulstunden ist von Seiten des Directoriums die größte Sorge getragen, so daß dem jungen Bauhandwerker ꝛc. hier Alles geboten
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eine Mittheilung für Auswanderer. Von Schwindeleien in Amerika lesen und hören wir so viel, daß es jedem Auswanderer bange werden muß, den amerikanischen Boden zu betreten. Namentlich sind es unsere armen Lands⸗ leute, welche nicht selten alsbald bei ihrer Ankunft in Amerika von den schändlichsten Betrügern um- garnt und bis aufs Hemd ausgeplündert werden. Wie mancher treue Deutsche mit warmem Herzen ist dort in der fernen Fremde von kalten, herzlosen Menschen ausgezogen, zu Grunde gerichtet, der Verzweiflung preisgegeben worden.„Die dummen Deutschen“ sind den Schandmenschen da drüben über dem großen Wasser eine willkommene Beute. Dieses„Dummsein“ gereicht uns hier, daheim, zur Ehre, dort in Amerika aber, in der Gewalt von schlechten Menschen, läßt es uns zu Schanden werden. Wo die Freiheit mißbraucht wird, da werden auch Sitte und Recht mißbraucht. Daß wir Treue üben und an Treue halten aus ächtem deutschen Herzen heraus, das nennen die ameri⸗ kanischen Schufte, welchen Nichts mehr heilig ist, Dummheit. Leider gibt es in Amerika, nament⸗ lich in den Hafenstädten Viele, die so denken und darnach handeln. So kommt es, daß der erste Willkomm und der erste Eindruck bei den meisten allein stehenden Auswanderern oft ein recht schlechter und trüber ist, der ihr gepreßtes, heimwehkrankes Herz daran erinnert, was sie daheim hatten; jetzt erst lernen sie es recht schätzen. O, heißt es dann, wären wir noch einmal bei euch, ihr lieben, treuen Verwandten und Freunden in der Heimath!
Allein, lieber Leser, bei aller Verworfenheit der Menschen, die wir erfahren, wollen wir den⸗ noch den Glauben an die Menschheit behalten, fort und fort annehmen, daß es auch viele gute Menschen gibt, und daß, trotz einzelner Ausnahmen, es immer besser wird. Auch für Amerika können wir diesen Glauben behalten. Auch dort finden wir Männer, welche in einer großartigen, wahr⸗ haft bewundernswerthen Weise Menschenliebe be ⸗ thätigen. Durch die großen Verbrechen an der Menschheit auf der einen Seite, werden Opfer⸗ fähigkeit auf der andern Seite wachgerufen. Erst jüngst haben wir Kenntniß erhalten von zwei der thätigen Nächstenliebe gewidmeten Anstalten, die es verdienen, ebenso bewundert, wie bekannt zu werden. Es sind das zwei großartige Asyle in New⸗Aork.
Landsleute aus der hiesigen Gegend, welche den amerikanischen Boden betreten und besürchten müssen, in die Hände von Schwindlern und Ber⸗ führern, oder in Verlegenheit und Noth zu gerathen, oder schon wirklich hinein gerathen sind, mögen sich dieser Mittheilung erinnern.
Das eine ist„der Arbeiterinnen Heim“, in der Elisabethenstraße, nahe bei der Canalstraße zu New Jork. Die Gartenlaube erzählt uns Folgendes:
Der wesentlichste Grundsatz bei der Einrichtung des„Heim“ ist, daß es nicht unentgeltlich, als ein Almosen, gewährt wird, was dem Zwecke, welchen die Gründer beabsichtigen, gerade entgegen arbeiten würde. Die Anstalt soll sich selbst er⸗ halten, zu welchem Ende jedes eintretende Frauen⸗ zimmer, etwa 2½ fl. wöchentlich nach deutschen Verhältnissen im Voraus bezahlt. Für diesen Betrag erhält es gute Kost, Wohnung mit Beit und Wäsche. Findet sich am Ende vom Jahre ein Ueberschuß, so soll dieser auf den Namen derjenigen, welche am längsten im„Heim“ gewohnt haben, bei einer Sparbank niedergelegt werden. Die einzige Arbeit, welche von den Kostgängerinnen verlangt wird, ist, daß sie am Morgen ihre Zimmer aufräumen und ihre Betten machen. Die Gesammtzahl der Schlafräume beträgt 80, welche 480 Frauenzimmer aufnehmen können.
Der Vorstand des„Heim“ erzählte: Ein hübsches reinliches Mädchen kam gestern hierher, um sich anzumelden. Sie war überrascht und
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entzückt von dem Comfort der Anstalt.„Ach,“ sagte
sie,„der Mangel eines„Heim“ wie dies, bringt die armen braven Mädchen um.“
wird, was seine Ausbildung fördert.
Die Betrachtung der zweiten Anstalt thätiger
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