Ausgabe 
7.3.1868
 
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Leopold von dem Posten eines Flotteniuspektors und die Ernennung Tegethoffs zum Marine⸗ Commandanten.

Nach Mittheilungen aus Triest stünde der österreichischen Flotte unter Admiral Tegett- boff als Marineleiter ein neuer Aufschwung bevor. Es soll nach französischem Muster ein Evolutions-Geschwader für das adriatische Meer gebildet und die Panzerflotte von acht auf zwölf Fregatten gebracht werden, für welche das neue schwere Kaliber der französischen Marineartillerie zur Anwendung kommen soll.

Großbritannien. London. In Er⸗ widerung der von hier aus mit 11,000 Unter- schriften an den Papst im vergangenen Dezember abgesandten Adresse wurde am Sonntage in den katholischen Kirchen der Erzdibeese Westminster ein Schreiben des Papstes verlesen, das den Dank und die Freude desselben für die ihm zu Theil gewordenen Zeichen der Sympatbie an den Tag legt und dem Erzbischof und den Gläubigen seines Sprengels den apostolischen Segen ertheilt. DerMorning⸗Post wird aus Rom geschrieben, daß die Spannung zwischen der päpstlichen und österreichischen Regierung eine sehr starke, und die Stellung des dortigen österreichischen Vertreters eine äußerst unangenehme sei.

Rußland. Es ist den Gouverneurs im Königreiche Polen die Weisung zugegangen, die Beamten katholischer Confession darauf vorzube⸗ reiten, daß sie werden aufhören müssen, die katho⸗ lischen Feiertage zu feiern, da diese neben denen der Staatskirche(der griechisch- orthodoxen) viel zu viel Zeit wegnehmen. Höchstens, heißt es in der Zustellung, werden vorerst ein paar der wichtig⸗ sten katholischen Feiertage ibnen noch gestattet sein. Im Publicum hält man dieses als gleich- bedeutend mit der Einfübrung des russischen Kalenders.

* Friedberg. Nach einer in dem Inseraten⸗ theil des heutigen Blattes enthaltenen Bekannt- machung der biesigen Bürgermeisterei ist für nächsten Sonntag den 8. d. M. der Besuch des Herrn Landtagsabgeordneten Sto ckhausen zu erwarten. Zu der aus dieser Veranlassung für Nachmittage 3 Uhr im Saale des Rathhauses anberaumten Versammlung des Gemeinderaths und der Wahl- männer wegen Besprechung verschiedener wichtiger Angelegenheiten sind alle Interessenten eingeladen.

Wehrheim, Amt Usingen. Mitielst Steckorieses königlichen Kreisgerichles in Limburg werden Friedrich Eckhard und die Ehefrau des Philipp Münker von bier wegen dringenden Verdachts des Mordversuchs gegen den Ehemann Philipp Münker verfolgt. Man ver⸗ muthet, daß dieselben auf dem Wege nach Amerika seien.

Maunheim. Dem Steinkohlengas ist eine neue und gar nicht ungefäbrliche Concurrenz erwachsen, zu dem billigen Petroleumlicht kommt nun noch das mit Hirzel'schen Apparaten erzeugte Petroleumgas, welches

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dahier kürzlich zum erstenmale in den Wirthschaften von

Ph. Boyrmaun zum Neckarthal und W. Lang zum rothen Löwen brannte. Wer das schöne, weißbrennende Licht in diesen Localen sah, welche dadurch auf's brtllauteste be⸗ leuchtet weren, konnte sich nicht leicht des Ausdrucks er⸗ wehren: Gute Nacht Steinkohlengas!

St. Goarshausen. DieMittelrh. Zig. schreibt: Dem Salmenfang, der auch in diesem Jahr ungleich reicher als in früheren Jahren ist, droht seit einigen Tagen eine Stöcung durch das Erscheinen eines Seehundes, der zu verschiedenen Zeiten in der Nähe der Fischerkähne beobachtet wurde. Bemühungen der Jäger, seiner habhaft zu werden, waren umsonst. Auch im Jahr 1832 soll ein solcher Gast sich in St. Gogrshausen eingefunden haben.

Aus Augsburg wird gemeldet, daß am 3. d. in dem nahe bei dieser Stadt gelegenen Friedberg der weit⸗ hin sichtbare Kirchthurm zusammengestürzt ist, ohne daß glücklicherweise der Verlust eines Menschenlebens zu be klagen sei.

Von Antwerpen wird abermals ein Brandunglück durch Entzündung von Petroleum gemeldet. Am 3. d. fand nämlich an Bord eines im Hafen liegenden englischen Schooners eine furchtbare Explosion statt und sofort stand das Schiff in Flammen. Gleich nach der Explosion er⸗ schien ein Maun auf dem Verdecke rannte durch die Flammen und stärzte sich in die Schelde; er ward beraus⸗ gezogen, aber mit schweren Brandwunden; einige Minuten später erschien der Capitän halb nackt mit brennenden Kleidern, stürzte sich gleichfalls kopfüber in den Fluß, wo er versank und nicht wieder gesehen wurde. Die übrigen an Bord befindlichen Personen, zwei Matrosen und die Frau des Capitäns, sind im Schiffe verbrannt. Der einzige Gerettele, der Stiefsohn des Capitäns, befindet sich nicht außer Lebensgefahr. An Rettung des Schiffes war nicht zu denken, es brannte durchaus, und brennendes Petroleum floß rings umher auf dem Wasser. Gegen 10 Uhr löste sich die Ankerkette und das Schiff trieb in den Strom, wo es dann auf eine Sandbank geschleppt wurde und ausbrannte, es hatte 500 Fässer Petroleum an Bord, und man vermuthet, daß sich im Raume bei geschlossenen Luken Gas entwickelt hat, welches durch einen Zufall ent⸗ zündet ward. Dies ist nun schon der fünfte große Pelro⸗ leumbrand in Antwerpen in einigen Jahren.

Der Verleger desKladderadatsch' hat be⸗ kanntlich einAlbumblatt zum Besten der nothleidenden Ostpreußen berausgegeben, das sich durch Reichthum der Materien und der Illustration auszeichnet. Wie sehr das⸗ selbe bereits den allgemeinen Beifall erlangt hat, beweist der starke Absatz, der die Summe von 3000 Thlr. er⸗ geben hat.

Blutvergiftung durch Guano. Ein Lehrer in der Nähe von Zürich schnitt sich bei landwirthschafltichen Arbeiten in die Hand und brachte zäfällig gleich darauf die Hand mit Guano in Berübrung. Es trat Blut- vergiftung ein, die in kurzer Zeit den Tod herbeiführte.

Schiffs nachrichten.

Mitgelheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.

Das Hamburger PosidampfschiffGermania, Capt. Schwensen, von der Linie der Hamburg-Amerikanischen⸗ Aclien⸗Gesellschaft, ging, expedirt von August Bolten, William Millers Nachf., am 4. März von Hamburg via Southampion nach New-York ab. Außer einer starken Brief- und Packetpost hatte dasselbe 41 Passagiere in der Czjte und 516 Passaglere im Zwischendeck, sowie 600 Tons Ladung.

Verloos ungen. Augsburger fl. 7.⸗Loose.(Prämien⸗Ziehung am 2. März.) Serie 1458 Nr. 43 10,000 fl., Serie 1361 Nr. 6 1000 fl., Serie 656 Nr. 50 und Serie 1990

m. 0s Je 40h f sg n oo, erna 9 f. 96, b f, 1

Serie 1654 Nr. 61, Serle 656 Nr. 7, Serie 084 Nr. 90 Serie 684 Nr. 35, Serie 157 Nr. 27 und Serie 301 Nr. 11 je 70 fl., Serie 656 Nr. 96, Serie 1217 Nr. 65, Serie 364 Nr. 82, Serie 364 Nr. 71, Serie 1361 Nr. 52, Serie 656 Nr. 88, Serie 1458 Nr. 42, Serie 1361 Nr. 5,

Serie 1453 Nr. 67, Serie 1217 Nr. 1, Serie 1990

Nr. 80, Serie 1990 Nr. 36, Serie 137 Nr. 2, Serie 1990 Nr. 19, Serie 1217 Ne. 91, Serie 1654 Nr. 48, Serie 1458 Nr. 31 und Serie 1990 Nr. 6 je 30 fl. Auf alle übrigen in den gezogenen Serien enthaltenen und hier nicht besonders angeführten Anlehensscheine entfällt ein Gewinn von 8 fl.

Briisseler 100 Fr. Loose von 1862.(Ge⸗ winn Ziehung am 1. März) Nr. 191,517 50,000 Fr.; Nr. 7185 10000 Fr.; Nr. 147,686 5000 Fr.; Nr. 29,045, 37,853, 79,469, 94.708, 138,432 und 189245 je 1000 Fr. Die Zahlung geschieht am 1. Juli.

Zum dritten deutschen Bundesschießen. Wien, 29. Februar.

Vom Central⸗Comiit ist in Verbindung mit dem Preß⸗ Comité soeben der nachfolgende Aufruf versendet worden:

Deutsche Schützen!

Zweimal waret ihr versammelt zum friedlichen Waffen⸗ spiele, an dem Strome, welcher keine Gränze, sondern ein Band mehr ist zwischen den deutschen Stämmen des Nordens und Südens und an dem Meere, welchem eben damals das Recht auf seinen alten schönen Namen Deutsches Meer wiedererkämpft worden war.

Zum dritten Male ergeht an Euch der Ruf von dem Fuße der Alpen oder besser: an uns ist der Ruf er⸗ gangen, Euch eine Stätte zu bereiten, und mit Freuden entsprachen wir dem Beschlusse, der ein erhebender Wider⸗ hall ist des Glaubens, der in uns lebt, daß keine Schickung das die Herzen aller Söhne deutscher Erde umschlingende Band zerreißen kann und keine Neugestaltung auslöschen kann die Erinnerung an tausendjährige Gemeinschaft in guten und bösen Tagen. Dieser Gedanke ist es, welcher die ganze Bevölkerung Wiens, der allezeit gastlichen Slabt, dem herrlichen Feste mit doppelter Freude entgegensehen läßt, überall die Herzen für dasselbe erwärmt und rübrige Hände in Bewegung setzt.

Und überall, wo deutscher Sinn und deutsche Sprache sich erhalten haben in diesem weiten Reiche, rüsten sich die Schützen, um Euch zu begrüßen. Von dem Hoch⸗ gebirge, wo immer die Kugel im Laufe für das flüch⸗ tige Wild, wie für den Feind des Landes werden sie zu Tausenden herebsteigen, um in den Auen unseres Praters das Bündniß vom Main und von der Nordsee zu erneuern, und auch die Brüder werden nicht fehlen, welche im äußersten Osten und Süden als Vorposten des Deutschthums stehen.

Und so laden wir Euch denn und heißen Euch voraus von Herzen willkommen in der alten Ostmark, willkommen in dem Reiche, das unter dem Banner der Freiheit einer neuen schönen Zukunft entgegengeht, willkommen in der Kaiserstadt, die in verjüngter Schönheit erblüht. Kommt zahlreich und helft durch Euer Erscheinen die Würde und den Glanz des Festes erhöhen, daß kein Bruderstamm in der Reihe der Schützen fehle und der Gabentempel des dritten deutschen Bundesschießens mit Ehreapreisen geziert sei aus allen Gauen der gemeinsamen Heimath.

Der Beginn des Fesischießens ist auf den 26. Juli d. J. angesetzt. Zu diesem Tage erwarten wir Euch und entdieten bis dahin brüderlichen Gruß.

Wien im Februar 1868.

Für das Central⸗Comits: Dr. Eduard Kopp, Praͤsident. Heinrich Ritter v. Maurer, ersler Vicepräsident. Friedrich Schmibt, zweiter Vicepräsident. Für das Preh⸗Comité: Dr. Leopold Wittelshöfer, Obmann. Wiener, Obmann Stellvertreter.

Wilhelm

Ueber die Wirkung des Gypses.

Von CE. Breidenbach.

Die Wirkung des Gypses auf den Klee hängt zunächst ab von der Art und Beschaffenheit des Bodens. Es ist bekannt, daß

starken Thau oder nach einem warmem Regen auf die jungen Klee⸗ pflanzen gestreut wird.

Auf nassem, kaltem, schwerem Lehm- und Thonboden, auf humus⸗ armem, magerem Boden wirkt der Gyps wenig oder gar nicht, weil er zu seiner Wirksamkeit nicht allein der Feuchkigkeit, der Wärme bedarf und außerdem keine zersetzende Einwirkung auf die

sondern auch

der Gyps dem Boden und somit auch den Pflanzen zwei wichtige Nähr stoffe in seinen Bestandtheilen zuführt, den unentbehrlichen Kalk und die zur Bildung der Proteinstoffe nothwendige Schwefelsäure. Auf einem Boden, welcher an und für sich schon so viel Kalk und Schwefelsäure enthält, als die Gewächse bedürfen, wird daher der Gyps nicht wirken. Eine andere Wirkung des Gypses ist die Bindung des durch Zersetzung stickstoffhaltiger Bestandtheile entstandenen kohlensauren Ammoniaks, welches er in nicht flüchtiges schwefelsaures Ammoniak überführt, während er selbst in kohlensauren Kalk übergeht. Das schwefelsaure Ammoniak ist aber ein leicht lösliches und äußerst kräftig wirkendes Dungmittel. Hieraus erklärt es sich warum der Gyps nur auf humusreichen, dungkräftigen Boden so günstig wirkt, denn diesem Boden ent⸗ strömt fortwährend Ammoniak, was für die Pflanzen desselben Ackers verloren gehen würde, wenn es der Gyps durch seine Schwefelsäure nicht festhielte.

Der Gyps muß hinlänglich Wasser zu seiner Auflösung haben, wenn er wirken soll und daraus erklärt es sich, warum er nicht auf trocknen Feldern wirkt, dagegen so gut, wenn er nach einem

organischen Reste ausüben kann.

Endlich bewirkt der Gyps auch noch eine chemische und mechanische Veränderung der Erdtheile im Boden, wodurch gewisse Nährstoffe, wie Kali, Natron, Bittererde(und Ammoniak) ausgestoßen und loslich und damit zugänglich für die Kleepflanzen werden. Ist einem Boden durch eine Reihe von Jahren zu viel Gyps zugeführt worden, so kann der Fall eintreten, daß von diesen Stoffen zu viel gelöst und weggeführt wurde und auf solchem Boden wird der Gyps auch wenig Wirkung haben.

Von weseutlichem Einfluß auf die Wirkung des Gypses ist,

außer der Art und Beschaffenheit des Bodens, auch noch die Witte

rung, namentlich während und unmittelbar nach dem Aus⸗ streuen.

welche sich aus dem oben Mitgetheilten recht gut erklären lassen: 1) Bei ganz trockner Witterung ausgestreut, wirkt der Gyps ent⸗

weder gar nicht oder schlecht, ebenso wenn gleich nach dem 1

Ausstreuen sehr starke Regengüsse erfolgen;

Man hat in dieser Hinsicht folgende Erfahrungen gemacht, ö

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