—
— 8
—
e
.
.... 8 5 2 1
—
—5
5 eee
. —
— Der König von Preußen ist zu einem längeren Aufenthalt in Baden eingetroffen. Auf den Wunsch des Königs war offizielle Begleitung und Empfang sowohl auf der Reise durch das Großberzogthum, als bei dessen Ankunft in Baden unterblieben.
Oesterreich. Wien. In Krakau herrschte eine große Aufregung, als durch öffentliche Plakate angezeigt wurde, daß die Reise des Kaisers nach Galizien bis auf Weiteres verschoben werde. Vor der Abreise des Erzherzogs Albrecht ersuchten ihn die Vertreter der Stadt in einer Audienz, nach- dem sie ihr Bedauern ausgesprochen über den Aufschub, den die Reise des Kaisers erfahren, der Erzherzog möge seine Fürsprache einlegen, da der Kaiser„bei geänderter Situation“ das Land mit dem in Aussicht gestellten Besuche beglücken möge, und der Erzherzog versprach,„sein Mög⸗ lichstes zu thun.“
— Wie verlautet, ist eine Erhöhung der kaiserlichen Civilliste, welche im Budget für 1868 auf 6¾ Millionen Gulden normirt war, wovon die eine Hälfte auf Cis⸗ und die andere auf Transleithanien fällt, um 300,000 fl. beantragt. Diese Erhöhung wird angeblich durch die Mehr⸗ kosten der kaiserlichen Reisen motivirt, welche wieder eine Folge des dualistischen Systems sind.
— Die Abendblätter vom 30. Sept. melden, daß gegen Erzbischof Cardinal Schwarzenberg und die übrigen böhmischen Bischöfe, aus Anlaß ihrer Instructionen über die Behandlung der Ehegesetze, eine Untersuchung wegen des Verbrechens der Störung öffentlicher Ruhe eingeleitet worden sei.
Schweiz. Aus St. Gallen wird vom 29. Sept. gemeldet, daß in Folge des gewaltigen Anschwellens des Rheins derselbe seine Ufer bei Montlingen und Diepoldau durchbrochen hat. Mehrere Menschen sind dabei umgekommen. Die Noth ist groß. Die Bahnzüge gehen nur bis St. Margarethen am Anfange des Rheinthals. Gegenwärtig ist das Wasser im Abnehmen begriffen.
Frankreich. Paris. Der Cäsarismus gedeiht täglich besser. Europa gebt in Flammen auf, wenn nicht mindestens 2 Mill. Krieger bereit stehen, auf den ersten Wink über einander herzu⸗ fallen. Stither hat man wenigstens mit Bedauern von dieser angeblichen Nothwendigkeit gesprochen und der allgemeinen Sehnsucht nach Abrüstung beigestimmt und dieselbe immer wieder in Aussicht gestellt. Nun sagt uns die„Presse“, Frankreich kann nicht beurlauben. Was sollte auch aus Frankreich werden, wenn sein Militärbudget ein wenig erleichtert würde. Man höre:„Einige Zeitungs⸗Correspondenten verbreiten das Gerücht, daß die französische Regierung eine friedliche Kundgebung vorbereite: es wäre davon die Rede, 80,000 Soldaten in ihre Heimath zu entlassen. Wir haben kaum nöthig, zu sagen, daß wir dieser Nachricht keinen Glauben schenken; was man da meldet, ist schlechterdings unmöglich. Unser Armee⸗Effectiv ift bei seinem Minimum an⸗ gel ingt und die Semester⸗Beurlaubungen werden es auf seine niedrigst mögliche Stufe herabdrücken. Mehr thun hieße Gefahr laufen, in Fehler zurück⸗ zufallen, unter welchen unsere Interessen und unsere Politik in der letzten Zeit schwer zu leiden hatten. Unsere Regimenter sind gegenwärtig so reducirt als möglich.“
— Der am letzten Sonntag in Straßburg, wohin er seine leidende Gattin begleitet hatte, so plötzlich verstorbene Graf Walewski, geboren 4. Mai 1810, natürlicher Sohn des Kaisers Napoleon I. und einer polnischen Gräfin Walewska, schloß sich nach der Februarrevolution seinem Verwandten Louis Napoleon an, fungirte als Gesandter in Florenz und Neapel, 1851 in London. Walewski war später mehrere Male Minister der auswärtigen Angelegenheiten, schloß als solcher den Pariser Frieden 1856, leitete die Verhandlungen von Villafranca— Zürich 18593 ihm folgte 1860 Thouvenel. Später war Walewski eine Zeit lang Minister des kaiserlichen Hauses. Graf Walewski war mit einer Fürstin Poniatowska vermählt. Das Kaiserthum verliert in ihm, wenn auch keinen leitenden Staatsmann, so doch einen sehr geschickten Diener von angenehmen Formen.
3
— Der„Gaulois“ vom 29. Sept. sagt: Concha und Duero hätten der Königin ihre Demission gesandt mit dem Bemerken, sie vermöchten die Situation nicht mehr zu beherrschen. Darauf habe die Königin Cheste mit der Bildung eines Cabinets beauftragt, welches seinen Sitz in San Sebastian nehmen solle. Die Antwort von Cheste sei unbekannt.
Belgien. Aus Brüssel kommen sehr trau ⸗ rige Nachrichten über den Zustand der Kaiserin Charlotte, welche in einer schrecklichen Lage sich befindet, indem sie ganze Tage lang in düsterem Hinbrüten zubringt und mit der größten Angst die Nähe sogar der iht am nächsten befreundeten
5[Personen vermeidet, in dem beständigen Wahn,
daß diese sie vergiften oder ermorden wollen.
Großbritannien. London. Der Pariser Berichterstatter des„Star“ bezeichnet die Existenz eines Vertrages zwischen Preußen, Italien und den spanischen Aufständischen, dessen Zweck die Erhebung der Herzogin von Montpensier auf den spanischen Thron sei, als ein öffentliches Geheimniß. Der Kaiser sei davon längst unter- richtet. Dadurch würde die alte Idee Louis Philipp's endlich doch verwirklicht werden.
1 Spanien. Während man schon meinte, an einem gründlichen Erfolg der spanischen Erhebung zweifeln zu müssen, haben sich die Ereignisse dort rasch vollzogen. Das zunächst entscheidende Moment scheint der Zusammenstoß der königlichen und der aufständischen Truppen bei Cordova gewesen zu sein. Die ersteren geschlagen, ihr Commandant verwundet! Das war das Signal zur Erhebung der Hauptstadt Madrid, deren Bewohner unter eifriger Beihülfe des Militärs Alles beseitigten, was an die Bourbonen erinnerte. Es hatte dem⸗ nach doch seinen guten Sinn, wenn die Actions⸗ partei in Madrid vorher wiederholt zur Ruhe und zum Zuwarten ermahnte, was von französischen Blättern als lächerliche Verdeckung ihrer Schwäche hat ausgelegt werden wollen. Man ließ da die Frucht zeitigen, und sie siel von selbst und ohne Blutvergießen.
Die Königin Isabella befindet sich bereits auf sranzösischem Boden im Schlosse Pau, wo Kaiser Napoleon ihr ein Asyl bereitete. Wird er ihren durch die Thränen der Kaiserin unterstützten Bitten nachgeben und durch französische Bayonette den umgestürzten Bourbonenthron wieder aufzurichten suchen? Er hat das müde Haupt geschüttelt, und es wird dabei sein Bewenden haben. Der Aus- gang der Expedition nach Mexiko, sowie das Andenken an das Mißgeschick seines großen Onkels in Spanien mögen ihm solch ein Unternehmen doch gar zu fatal erscheinen lassen.— Die spanische Umwälzung wird hoffentlich für das ausgesogene, verwahrloste spanische Volk, von dessen 16 Mill. weit über 14 Mill. weder lesen noch schreiben können, der Anfang einer glücklicheren Aera werden; wir begrüßen in ihr aber außerdem eine Bürgschaft mehr für die Erhaltung des europäischen Friedens. Mögen sich die Verhältnisse dort ge⸗ stalten, wie sie wollen, von dem süßen Trost der spanischen Allianz wird dem Kaiser Napoleon nichts übrig bleiben als— eine entthronte Königin, die seine Gasifreundschaft in Anspruch nimmt. Daß der Besitz oder Nichtbesitz einer solchen Allianz aber keine ganz gleichgültige Sache ist, zeigt ein Blick auf das spanische Heerwesen. Die spanische Armee besteht aus 169,000 Mann Linieninfanterie, 16,000 Mann Reiterei, 12,000 Mann Artillerie, 4000 Mann Geniecorps und 11,000 Mann Karabinierscorpe, d. h. Gränzwächter, also über 200,000 Mann, während die Kriegsmarine 118 firiegsschiffe, worunter 98 Dampfer, mit 14,000 Matrosen und 8000 Marinesoldaten zählt.
— Die Local⸗Junta und die Districte⸗ Comites erhalten vollständig die Ordnung; die Bewaffnung der Nationalmiliz ist decretirt. Prim und Serrano werden hier eintreffen. Concha hat Madrid verlassen. Die in Madrid sich aufhalten⸗ den Engländer haben die neue Regierung beglück⸗ wünscht. Barcelona hat sich erhoben, Cheste hat sich nach Frankreich begeben.
— Die Zeitungen stellen folgende Nachrichten als sicher bestätigt zusammen: Granada hat sich
erklärt und die Truppen der Königin verjagt. Carthagena hat Prim mit Begeisterung empfangen, Die königlichen Truppen hatten bei der ersten Drohung eines Bombardements die Forts geräumt. Folglich ist das ganze Littorale von Cadix bis Carihagena, sowie ganz Andalusten in Händen der Empörung.
— Die theils direkt, theils über London eingelaufenen telegr. Depeschen vom 29. und 30. Sept, melden: General Norvaliches ist von den Insurgenten geschlagen worden und kehrte verwundet nach Madrid zurück. Ganz Madrid hat sich erhoben. Die Truppen fraternisiren mit dem Volke. Es fand kein Blutvergießen statt. Die Büsten und Wappen der Königin wurden durch die Straßen geschleift. Ueberall Rufe: „Nieder mit den Bourbonen, es lebe die Volks⸗ souveränetät“. Der Generalrapitän Concha hat sein Amt niedergelegt. Der Aufstand ist über das ganze Land verbreitet. Eine Junta ist er⸗ nannt und eine provisorische Regierung gebildet,
bestehend aus vier Prog ressisten, vier Ministern
und vier Demokraten. Serrano wird auf morgen erwartet. Die königlichen Schilder sind von allen Läden und öffentlichen Gebäuden abgerissen worden. In allen Straßen Musik und Illumination.
— Aus Bayonne kommen vom 30. Sep⸗ tember Abends wichtige Nachrichten. Die Königin Isabella von Spanien wurde von den Hellebar⸗ dieren über die Gränze geleitet und frühstückte um 11 Uhr in Hendaye. In Biarritz, wo sie um 2½ Uhr anlangte, hatte sie ein Zusammentreffen von einer Viertelstunde mit dem Kaiser Napoleon, der Kaiserin und dem kaiserlichen Prinzen, worauf sie mit einem Specialtrain nach Bayonne reiste, wo sie um 3½ Uhr eintraf. Herr Marfori be⸗ fand sich in dem Wagen der Königin. Letztere hatte hier mit dem Exminister Gonzalez Bravo eine Unterredung von 5 Minuten.— In Madrid herrscht Ruhe.
Amerika. Newyork. Ein Rundschreiben des norddeutschen Bundeskanzleramtes wurde ver⸗ öffentlicht, wodurch in Folge des Naturalisations⸗ vertrags nordamerikanische Bürger das Recht haben, unbehindert nach Deutschland zurückzukehren.
Afrika. Die neuesten Nachrichten aus Südafrika bestätigen die früheren Angaben über die Reichhaltigkeit der von Karl Mauch entdeckten Goldfelder, zeigen aber auch, daß dieselben doch von der Cap Colonie aus nicht ganz so leicht zu erreichen sind, wie anfänglich Mancher gedach! haben mag. So zeigt der„Natal Mercury“ eine Expedition nach den Viktoriagoldgruben für Ende September an; Passage und Beköstigung während derselben kosten für jeden Passagier 30 L., und dafür darf er nur 100 Pfd. Gepäck,„eine Flinte und 5 Pfd. Pulver ausgenommen“, mitnehmen. Die Expedition ist auf 100 Mann berechnet, und sobald 50 beisammen sind, will der Unternehmer ihr einen Arzt beigeben. Diese Expedition würde die erste von„Natal“ nach den Goldfeldern sein.
Darmstadt. Fabrikant Vollmar in Kempten hat einen Branntwein⸗Control⸗Apparat erfunden und construirt, der in der hiesigen landwirthschaftlichen Ausstellung neben dem vielbesprochenen größeren Apparate Siemen's und Halska vielleicht für manche Besucher un⸗ beachtet geblieben ist. Derselbe soll wesentliche Vorzüge vor allen bis jetzt bekannten besitzen und zur allgemeinen Einführung in die Brennereien zum Behufe der Besteuerunt des Productes bis jetzt der practisch allein anwendbare sein. Als Hauptvoriheile wurden erkannt, daß der Boll⸗ mar'sche Apparat den Branntwein nicht mißt, sondern
pfundweise wiegt. Dies soll eine wesentliche Noihwendig⸗
keu für sichere Controle sein, weil bei jeder Temperalur⸗
Verschiedenheit der Branntwein im Maße ab⸗ und zu⸗
nimmt, im Gewichte aber stets gleichbleibt.
Kelsterbach, Wie gefährlich es ist, aus einem in voller Fahrt begriffenen Eisenbahnzug zu springen, zeigt
nachstehender Unglücksfall. Ein junger Mann— Frieb⸗ rich Engisch II. von hier— wollte kürzlich Abends von
Mainz nach Hause fahren, versäumte aber den letzten in
Kelsterbach abgehenden Zug. Um doch noch heim zu kommen, benutzte er den nächsten Schnellzug und sprang
während der Fahrt bei der hiestgen Station ab. Ein gleich darauf seine Bahnstrecke begehender Weichenwärter
fand den Unbesonnenen, hart beschädig: und besinnungslos, auf dem Schienengeleise liegend. Mit Hülfe zweier seiner Collegen wurde der Unglückliche ins Stalionshaus gebracht und nachdem seine Familie benachrichtigt worden, nach
Hause transportirt, wo er jetzt noch lebensgefährlich dar⸗
nieder liegt.
der Herren
5
Land
E. Versug! pon Saalgul, dine abholder Gelaldesottüme ersten Sorte wo 92, von der bin Rück, das un 3 demselben Tage Zur Auespal.
ohem Grabe, raf ben ber 109 Punt, Ee die best, guserl
Ml nun J. schaft nit Anden so kann et auc aucserlesenem —
2407 Das? befindet sich vom Bahnho
Fried
zin 0 aller im Bus
Auftritt
Frie! Bestel
0 Jatg I fußt


