Ausgabe 
2.4.1868
 
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768 Montag den 6. und Dienstag den 7. April, jedes

Bekanntmachung. 764 Montag den 6. April d. J., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll das nachbenannte Holz aus der Wald- parzelle, die Halde genannt, ganz nabe bet dem Feld⸗ deimer Wald, einer offentlichen Versteigerung ausgesetzt werden, und zwar: 0 47 Stecken Kiefern ⸗Prügeldolz, 22 0 Stockholz, 285 Schichten Retsholz, 240 Stück Kiefern Stammholz, 1909 Cbkfß. haltend, und 464 Stück Kiefern⸗Stangenholz, 1946 Cbkfß. haltend. Die Zusammenkunft ist auf dem Fahrweg nach Hungen, an der Hunger Grenze. Bellersbeim am 30. März 1868. Großberzogliche Bürgermeifterei Bellersbeim Bo p p.

Lieferung von Butter. 769 Mittwoch den 15. April l. J., Vormittags 10 Uhr, wird dahter die Lieferung von 14 Ctr. ftischer Butter in Ausgeboten von 1 Ctr. öffentlich versteigert. Martenschloß den 31. März 1868. Großherzogliche Landeszuchthaus⸗Direction Knispel.

Holz ⸗Versteigerung.

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mal Vormittags 9 Uhr anfangend, sollen in dem Gemeindewald Nieder Florstadt, Distriet Heide und Steinernwand, folgende Holzsortimente meistbletend versteigert werden: 47 Stämme Eichen⸗ Bau⸗ und Werkholz von 8 bis 35 Durchmesser und 15 bis 59 Länge, 3598 Cubtikfuß haltend, 1 Stamm Hainbuchen, 10 Cubikfuß haltend, 10 Stämme Aspen, 218 Cubikfuß haltend, 1 Stamm Kiefern, 16 Cubikfuß haltend, 20 Stück Buchenstangen(Langwieden),

Die Zusammenlegung der Grundstücke und Anlegung von Gewannwegen.

766 Die in Nr. 35 d. Bl. enthaltene Entgegnung auf unser Inserat in obigem Betreff macht noch einige Bemerkungen wünschenswerth, wobei wir indeß Manches unerwähnt lassen können, was durch einen weiteren, in diesen Blästern(Nr. 38) inzwischen veröffentlichten Aufsatz über denselben Gegenstand bereits erledigt ist.

Zunächst könnten wir dem Herrn Verfasser in Nr. 35 den an die Spitze gestellten, mit Emphase ausgesprochenen Satz unter dem Anfügen zurückgeben, daß, wenn es überhaupt nicht gerade zum guten Ton gehört, eine Entgegnung mit einem Anlauf auf die Person des Gegners zu beginnen, die Sache noch mißlicher wird, wenn Einem dabei das Mißgeschick begegnet, bei diesem Anlauf alsbald zu stolpern. Der betreffende Satz steht nämlich mit der Logik auf ziemlich gespanntem Fuß. Der Verfasser sagt:Dieser Ausspruch(er meint damit unsern Satz: Mit unserer Drei⸗ felder ⸗Wirthschaft und der durch die Praxis bewährten Feldordnung sind wir bislang ganz gut zurecht gekommen, auch ohne Gewannwege)charakterisirt den Verfasser sammt seiner Arbeit, und wir brauchen zur Vervollständigung dieser Charakteristik kein Wort hinzuzufügen. Also durch diesen Ausspruch ist eine vollständige Charakteristik nicht allein der Arbeit sondern auch des Verfassers gegeben, oder, was dasselbe ist, sein Charakter ist dadurch vollständig festgestellt. Wie merkwürdig! Wir haben es hier mit einer Behauptung über den Werth der Dreifelder⸗ Wirthschaft und der Anlegung von Gewannwegen zu thun. Diese Behauptung ist entweder begründet oder sie beruht auf Irrthum. Gesetzt aber, das Letztere wäre der Fall, was hat der Charakter damit zu schaffen? Menschencharaktere lassen sich im Wesentlichen in edle und schlimme eintheilen. Soll nun gesagt sein, daß Alle, die Gewannwege nicht fürunumgänglich nöthig halten, schlechte Kerle seien, während die Gegenseite aus lauter liebenswürdigen Burschen bestehe? Jemand spricht z. B. die Ansicht aus, Schäfercien taugten nicht viel in Gegenden von hohem Culturstand, ein Anderer dagegen behauptet, auch da seien ste von großem Nutzen. Jeder von Beiden kann jeder mögliche Charakter sein. Wo ist unsere Berechtigung, aus diesen Aeußerungen darauf einen Schluß zu wagen, oder gar von einer dadurch gegebenen vollständigen Charakteristik zu sprechen? Hätte der Verfasser sich damit begnügt zu sagen, unser Ausspruch charakterisire unsere Stellung zu der Sache oder unsere Anschauungen darüber, so wäre wenigstens gegen die Fassung seiner Behauptung nichts einzuwenden gewesen.

Gehen wir aber zu unserm Gegenstand selber über. Das gegnerische Inserat gesteht zu, daß die zusammengelegten Grundstücke wieder auseinander gerathen werden, tröstet uns aber mit dem

40 Kiefern von 3 Durchmesser, 10 Stecken Buchen⸗Scheitholz, 21 Eichen⸗ 7 6 Aaopen⸗* 64 Buchen⸗Prügelbolz, 22 Eichen⸗ 0 23 Ascpen⸗* 137 Buchen ⸗Stockholz, 27 Eichen⸗ 10 6 17 Aspen · 7 3325 Stück Buchen⸗Wellen, 625 Eichen⸗ 400 Aspen⸗ 150 Kiefern

Der Anfang wird auf der Heide gemacht.

Nieder Florstadt am 31. März 1868.

Großherzogliche Bürgermeisterei Nieder⸗Florstadt Wagner.

Unterleibs-

Bruchsalbe betreffend.

Aerztliches Zeugniß.

166 Euer Wohlgeboren ersuche ich biermit ergebenst, mir für Pattenten wiederholt 7 Töpfchen Ihrer höchst vorzüglichen Bruchsalbe zu senden, und zwar von der schwächeren Sorte 2 Töpfe, von der flärkern 5 Töpfe. Die bis jetzt von Jynen erhaltenen Portionen haben den nie geahnten günstigen Erfolg gehabt, und it mit⸗ bin durch Sie der leidenden Menschheit ein Mittel geworden, welches nicht nur allen Theorien spotlet, sondern auch die bruchkranken Mitmenschen Ihnen mi⸗ nicht zu beschreibenden Worten dankend segnend ver⸗ pflichtet find.

Steuduitz⸗Stegendorf, Kreis Hapnau, Preuß. Schlefien, den 31. Jult 1867. Dr. Kraudt.

Obige Salbe ist sowohl direet vom Erfinder Canton Appenzell(Schwetz) zu beziehen, als auch durch Herrn G. Bleicher, großberzogl. bessischer Hofbandagist in Lindt in Frankfurt

Gottlieb Sturzenegger in Herisau,

Mainz u. Dr. Apoth. J. B. a. M., Schnurgasse 58. Preis pr. Topf 3 fl.

den meisten Fällen sicher. weiteren Zeugnissen gratis. in Bruchbändern.

Kleesamen

520 empfiehlt N Nauhelm. J. Schimpf.

gegen Einsendung des Betrags. Heilung, ohne Entzündung, in weitaus Gebrauchsanweisung nebft Reichhaltiges Lager

Hinweis, daß immer aufs Neue wieder vollzogene Tauschhandlungen dem begegnen könnten. Tausch⸗ händel mögen hie und da vorkommen, warum nicht? Daß sie aber in so ausreichendem Maße geschehen, daß die durch Vrrerbung oder Verkauf auseinander gerissenen Grundstücke alsbald wieder zusammen kämen, glauben wir einfach nicht, und halten unsere Behauptung entschieden aufrecht: Nach 1520 Jahren wird von der heute vorgenommenen Zasammenlegung wenig mehr zu sehen sein. Es wäre in der That wunderlich, daß seither verhältnißmäßig so wenig Tauschhändel vor gekommen sind, wenn dieselben sich so leicht wachten. Freilich wurden wir belehrt, die Feld- und Wegregulirung hebe die Schwierigkeiten des Tausches; nur vermögen wir leider die dafür an⸗ geführten Gründe nicht als zureichend zu erkennen. In Wahrheit verhält es sich so, daß man eben Aecker nicht so leicht vertauscht, wie die Buben die Klicker. Verschiedenheit der Qualität, der Lage(ob näher oder ferner), der Instandhaltung, Voreingenommenheit werden auch nach der neuen Regulirung sich dem Massentausch entgegenstemmen. Man kann das beklagenswerth finden, ändert aber dadurch an der Sache nichts; unbillig würde es indessen sein, dicke Steine auf die Masse der kleinen Grundbesitzer zumal werfen zu wollen, weil bei ihnen, die ihr Brod im Schweiße ihres Angesichts essen, in der Regel gar knapp und ängstlich gerechnet wird. Ob sie dadurch in unserm Fall auf große Vortheile verzichten? Die Entgegnung rechnet uns 25 Morgen vor, die in einer mittelgroßen Gemarkung durch Zusammenlegen gewonnen werden sollen. Wir sind nicht geneigt, dieselben auf 10,000 fl. zu taxiren, schon deßhalb nicht, weil sie uns, selbst wenn wir sie richtig gewännen, mit dem unvermeidlichen Auseinanderfallen der Grund⸗ stücke wieder verloren gingen. Aber auch abgesehen von dieser letzten Fatalität, denken wir geringer von den angeblichen 2⁵ Morgen. Wir meinen so: Halmfrucht wächst auch in den Gränzfurchen, wenn auch etwas kümmerlicher, und Kartoffeln, Dickrüben u. dergl. werden ohnehin weit gesteckt und gesetzt. Der Nachtheil, den uns die Gränzfurchen bringen, ist also so erheblich keineswegs. Wir haben von einer möglichen Gefahr gesprochen, der Vorschub zu leisten man sich hüten solle. Wir halten nicht für überflüssig darauf zurückzukommen, indem wir wiederholen: Die Wohl⸗ fahrt eines Volkes und Staates beruht wesentlich auf einem vielgegliederten kleinen Besitzstand. Der Grundbesitz ist aber überall, wo nicht Fideicommisse ihn unveräußerlich machen, in stetem Wechsel begriffen: alljährlich werden Viele besitzlos, Andere arbeiten sich zu Besitzenden empor. Die Möglichkeit des Letzteren für Jedermaun, auch den Geringsten, zu wahren, muß jedem Wohl- meinenden von großer Wichtigkeit sein. Sie besteht hauptsächlich in der Berechtigung der Theilung bis zu einem Minimum, welches anzukaufen vorkommenden Falles auch dem Wenigbemittelten möglich ist. Angenommen nun, die Zusammenlegung der Grundstücke vollzöge sich allenthalben, würde dadurch nicht der eclatanteste Beweis für die sehr großen Nachtheile der Güter⸗Zerstückelung und da, wie die Erfahrung lehren wird, die Zusammenlegung nur sehr vorübergehend abhilft, für die Nothwendigkeit der Erhöhung jenes gesetzlichen Minimums gegeben sein von ½ oder 1 Morgen auf 2 oder 3. Die Geschichte von dem A., der seine 3 Morgen veräußern will, ist demnach nicht so ohne. Dem Kapital, dem großen Besitz(man darf dabei an den Grundadel in Deutschland denken) könnten wir es nicht verbieten, wenn er sich darüber freute, durch eine solche gesetzliche Bestimmung eine ganze Legion von Concurrenten, die bei Veräußerungen nicht mehr mitkönnten, beseitigt zu sehen, und Klagen über Ueberfluß an Selbstsucht und Mangel an Nächstenliebe würden uns auch nichts helfen.

Es fällt uns im Traum nicht ein, den eifrigen Fürsprecher der Zusammenlegung im Inserat

Dr. Pattison's

Gichtwatie

Undert sofort und heilt schnell Gicht und Rheumatismen aller Art, als: Gesichts, Brust⸗, Hals, und Zahn

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schmerzen, Kopf⸗, Hand- und Kniegicht, Gliederreißen,

Rücken und Lendenweh.

In Paketen zu 30 kr. und halben zu 16 kr. bei

J. A. Windecker.

642 mit jener Freude in Verbindung zu bringen, und die wohlmeinenden Intentionen der Ver waltung in Bezug auf unsern Gegenstand sind schon durch den das Zustandekommen der Sache erschwerenden Abstimmungsmodus, daß Nichterscheinende als dagegen stimmend angesehen werden, außer allen Zweifel gestellt. Sache der Besitzer ist es aber, die Wichtigkeit und Tragweite der an sie herantretenden Frage nach allen Seiten zu erwägen.

Der Verfasser des Inserats 642 gibt uns als Gegenmittel gegen Kapitaldruck die in der Zusammenlegung der Grundstücke sich vollziebende freie Association an. Wir bitten ihn recht schön, es nicht übel nehmen zu wollen, wenn wir nach Obigem diese Art Association nicht für ganz unbedenklich halten und darum nicht gemeint sind, über Hals und Kopf von derselben Gebrauch zu machen. Ohne uns darauf etwas zu Gute zu halten, lieben wir den Fortschritt zum Besseren