Ausgabe 
31.10.1867
 
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Weins das Jahresergebniß auf mehr als 8 Mil lionen Gulden angeschlagen.

Friedberg. Nach längerem schweren Leiden starb am 27. d. zu Offenbach der dortige Groß herzogliche Decan und erste Stadtpfarrer Joh. Daniel Manchot. Derselbe stand nicht allein bei seiner Gemeinde, sondern auch bei allen Gliedern der verschiedenen Religionsgemeinschaften in hoher Achtung, die er sich durch sein Lehren und Wirken im Geiste wahren Christenthums zu erwerben und zu erhalten wußte. Manchot war ein geborner Friedberger, trat bier in das geistliche Amt als Viear an der Burgkirche und leitete damals gleichzeitig ein Institut für Knaben. Die älteren Friedberger, die ihn in seiner Wirk- samkeit als Geistlichen gleichfalls hochschätzten, namentlich aber seine Schüler aus damaliger Zeit, welche alle mit wahrer Verehrung an dem sehr tüchtigen, theuren Lehrer hingen, werden mit auf⸗ richtigem Bedauern und inniger Theilnahme den Tod dieses wackeren Mannes und väterlichen Freundes vernehmen. Sein Andenken lebe im Segen bei uns fort; Ihm aber sei die Erde leicht!

Gießen. Nach Berichten von hier hat die Bestimmung, daß mit dem 1. October das erste Jägerbataillon als ständige Garnison nach Gießen verlegt werden sollte, nicht eingehalten werden können, weil die Einrichtung des sog. alten Zeughauses zur Caserne bis dahin nicht beendigt werden konnte. Dem Vernehmen nach steht der Einzug der neuen Garnison nun am 10. oder 15. November bevor, eine Marschordre ist noch nicht gegeben, und zweifeln wir nicht, daß ihr von Seiten der ganzen Einwohnerschaft ein recht warmer Empfang bereitet wird. Es herrscht nur eine Stimme darüber, wie vortrefflich das alte Zeughaus zur Kaserne eingerichtet worden ist.

Preußen. Berlin. Fürst Hohenlohe, königl. bayer. Ministerpräsident, ist am 27. d. dahier eingetroffen, um in Folge des Beschlusses der bayerischen Kammer der Reichsrätbe weitere Verhandlungen wegen der Zollvereinsverträge zu veranlassen. a

Graf Bismarck hat auf die bayerischen Anträge zu neuen Verhandlungen über die Zoll⸗ vereinsverträge vollständig ablehnend geantwortet und jede Verhandlung über eine Modification derselben zurückgewiesen.

In einem anscheinend officiösen Artikel der Spener'schen Ztg. heißt es:Die bayerische Reichsrathskammer hat durch Annahme der Zoll- vereinsverträge mit dem Amendement Lö⸗ wenstein dieselben verworfen. Wir werden sehen, ob die süddeutschen Staaten den Muth haben, die Regierung den erklärten Gegnern Preußens zu übergeben. Das Experiment dürste nicht lange dauern.

Fürst Hohenlohe und Frhr. v. Thüngen hatten am 28. eine Audienz bei dem König in Gegenwart des Grafen Bismarck, nachdem dieser vorher dem Könige Vortrag gehalten. Noch an demselben Abend ist der bayerische Minister nach München zurückgekehrt, ohne daß seine Mission von Erfolg gewesen.

DieKreuzztg. berichtet, daß Fürst Ho⸗ henlohe und Frhr. v. Thüngen abschläglich be schieden worden seien. Preußen weist jede Modi⸗ fication der Zollvereinsverträge zurück, und es bestehe volles Einverständniß zwischen Preußen, den Bundesregierungen und dem Reichstage über die Kündigung des Zollvereins, wenn bis zum 31. October Bayern den Zollvertrag und Würt⸗ temberg den Allianzvertrag nicht sichergestellt haben.

DerStaatsanzeiger meldet, daß das Präsentationsrecht für das Herrenhaus den Städten Frankfurt, Kassel, Hannover, Altona und Flensburg verliehen worden ist. Laut Mi⸗ nisterialerlaß bleibt das Verbot ausländischer Lotterien auch gegenüber den Lotterien der Staaten des norddeutschen Bundes aufrecht erhalten.

Frankfurt. DerM. 3 wird von hier gemeldet: Die Steuern, die mit der neuen Ordnung eingezogen sind, laufen mit einer Rasch heit und in solcher Höhe ein, daß Niemand mehr davon überrascht ist, als die Preußen selbst.

thum Frankfurts und seinem Verkehr gemacht hat, so übertrifft sie die Wirklichkeit noch bei weitem. Es ergibt sich jetzt schon, daß die einzige Stadt Frankfurt mehr Steuern zahlt, als Breslau sammt seinem Landbezirk. In Folge dieses reichlichen Ertrages, der den Voranschlag weit übersteigt, ist auch die Schlacht- und Mahlsteuer wieder herabgesetzt worden. Auch die Wechselsteuer trägt ungemeine Summen. Nach dessen Ein- führung schickte Rothschild auf das Steueramt, um Stempelmarken zu holen. Der Commis erfuhr zu seinem Erstaunen, daß der ganze Vorrath nur 1500 Thaler betrage und nahm denselben als bald für sein Bankhaue. Es mußte nach Berlin um neue Marken telegraphirt werden.

Bayern. München. Nachdem die ein- fache Annahme der Zollvereins-Verträge in der Reichsrathskammer nicht durchzusetzen gewesen, schloß sich die Staatsregierung dem Löwenstein' schen Vermittlungsvorschlage an, und es ist deß⸗ halb Fürst Hohenlohe mit dem Reichsrathe Thüngen nach Berlin gereist, um einen letzten Verständi⸗ gungsversuch zu machen. Berliner Nachrichten besagen indeß, daß die Anträge Bayerns in Berlin vollständig zurückgewiesen worden sind. Nachrichten aus München bestätigen die Ablehnung der bayerischen Vorschläge von Seiten Preußens. Es sind dort Telegramme von Berlin eingetroffen, welche berichten, die preußische Re⸗ gierung habe es abgelehnt, auf die von der Kammer der Reichsräthe gestellte Bedingung be züglich des Zollvtreinsvertrags einzugehen, und motivirt die Antwort mit der Rücksicht gegen die Bundesgenossen Preußens und durch den bereits erfolgten Schluß des Reichstags. Eine Urwählerversammlung von über tausend Personen aller Parteien hat die Resolutionen gegen die Verwerfung der Zollver einsverträge angenommen. Württemberg. Stuttgart. Eine am 27. d. stattgehabte, sehr zahlreich besuchte Bür⸗ gerversammlung beschloß einstimmig, die Ständeversammlung zur Annahme der beiden Ver- träge mit Preußen aufzufordern. Bei der Berathung des Allianzvertrages im Abgeordnetenhause beantragte Referent Probst Vertagung bis das Resultat der bayerischen Berathung bekannt sei. Minister Varnbüler be fürchtet die Gefahr einer Vertagung. Der Antrag wird mit 49 gegen 37 Stimmen verworfen. Oesterreich. Mit Preußen hat die öster⸗ reichische Regierung einen Vertrag wegen Her stellung der Eisenbahnverbindungen Landshut Schwadowitz und Wildenschwert-Glatz abgeschlossen, der als bereits ratificirt veröffentlicht wird. Schweiz. Bern. Das permanente Cen- tralcomite der Friedensliga hierselbst gibt ein Journal heraus unter dem TitelVereinigte Staaten von Europa. Das Blatt soll eine Art Wochenblatt werden, in welchem die in einer der vier Hauptsprachen(deutsch, französisch, italienisch, englisch) verfaßten Artikel im Original, die Leit- artikel immer in deutscher und französischer Re⸗ produetion mitgetheilt werden sollen.

Frankreich. Paris. Von den in Pariser Blättern enthaltenen Nachrichten über den Stand der italienischen Angelegenheit stellen wir das Wichtigste zusammen. Es wird vom 27. be⸗ richtet: Garibaldi hat jetzt ein Corps von 10,000 Mann, nach andern führe er 12,000 Mann mit sich.

Die französische Expedition hat Befehl, vorläufig in Civitavecchia stehen zu bleiben, und wird nur nach Rom gehen, wenn die Ereig- nisse sich verschlimmern sollten.

DerMoniteur vom 27. sagt:Die Abfahrt der Flotte und der Truppen nach Civita⸗ vecchia war auf Ansuchen des Königs Victor Emanuel suspendirt worden; da aber in Florenz ein Ministerium nicht zu Stande gekommen und die revolutionären Banden fortfahren, Einfälle in das römische Gebiet zu machen und Rom selbst zu bedrohen, so konnte die französische Regierung die Occupation nicht länger aufschieben, welche

Welche Begriffe man sich auch von dem Reich

sie beschlossen hatte. Der Kaiser hat seine Ent schlüsse selbst nach Florenz mittheilen lassen. Diese

Maßregel hat keinen aggressiven Character Italien gegenüber; Frankreich sowohl als Italien sind gleichmäßig interessirt an dem Triumph der Ord⸗ nung und der Gesetzmäßigkeit

Ein Telegramm Florenz vom 27. meldet: Der König Victor Emanuel hat den Ge neral Menabrea mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt, es soll aber nur schwache Aussicht vorhanden sein, daß ihm diese Aufgabe gelingen werde. Eine andere Depesche meldet das Gerücht, daß Victor Emanuel abdanken wolle und daß Prinz Humbert an die Spitze der italienischen Armee gestellt werden solle. Die Nachricht von der Abdankung des Königs wird indeß von anderer Seite widersprochen.

die in Cherbourg stationirte französische Kriegsflotte hat Befehl erhalten bereit zu sein, um beim ersten Signal abfahren zu können.

Vom 28. meldet derMoniteur: Depe⸗ schen aus Monte-Rotondo bestätigen, daß die päpstliche Garnison Herrin des Platzes ge blieben, nachdem sie zwei auf denselben versuchte Stürme abgeschlagen hat. Man glaubt, Garibaldi habe Monte-Rotondo hinter sich zurückgelassen und marschire auf Rom; eine von der römischen Garnison detachirte Colonne päpstlicher Truppen hat Rom verlassen und zieht den Freischaaren entgegen.

Bei dem stattgehabten Abschieds-Diner, welches die fremden Ausstellungscommissäre der kaiserlichen Commission gegeben haben, hielt der Staatsminister Rouher eine Rede, in welcher er u. A. sagt:Die Entwickelung der Industrie und Künste sei durch Anarchie und Krieg zurück gehalten worden. Die Menschheit von dem Uebel des Krieges befreien zu wollen sei eine Illusion, aber man müsse das Uebel abschwächen. Die Mission der Regierenden gehe dahin, den Frieden zwischen den Nationen zu erhalten. Rouher schließt mit den Worten:Wir Alle, die wir zur Ausstellung mitgewirkt haben, unterstützen durch unsere Bemühungen den Einfluß dieser heiligen Doctrinen, welche aus der Kraft der Staaten nur eine Schutzwaffe für deren Unabhängigkeit machen. Lassen Sie uns also diese großen Friedensarbeiten begünstigen, welche der mensch lichen Thätigkeit Sicherheit und Wohlstand ver⸗ schaffen, und welche die großen Prinzipien in guter Harmonie fruchtbar machen, welche der Wille Gottes in die Herzen der Menschen ge schrieben hat. Ich trinke auf die Gesundheit der mit Frankreich verbündeten fremden Souveräne und Regierungen,

DieUnion veröffentlicht den Gesammt⸗ betrag der bis jetzt zur Unterstützung der päpst⸗ lichen Sache von der katholischen Presse Frankreichs eingesammelten Gelder.Union 113, 598 Francs,Univers 87,256,Monde 28,712, und in den Departements:Gazette du Midi 46,410,Courrier de Lyon 42,315, Esperante von Nancy 27,469,Propagateur de Lille 24,133,Voeu national von Metz 3374,Union francomtoise 4782,Journ. de Reims 6148.

Ein schreckliches Eisenbahnunglück hat sich auf der französischen Nordbahn zu⸗ getragen, der von Calais kommende Expreßzug gerieth heute früh 7 Uhr zwischen Gonesse und Pierrefitte aus den Schienen; die erste Depesche gibt die Zahl der Getödteten und Verwundeten auf ungefähr 80 an. Das Hospital Lariboisiere hat sofort Aerzte, Tragbahren, Verbände u. s. w. mittelst Extrazuges abgeschickt. f

Die französischen Blätter äußern sich fast ohne Ausnahme günstig und befriedigt über die vom Könige Victor Emanuel erlassene Proclamation und hoffen, daß die Gefahr eines Conflictes zwischen Italien und Frankreich vorläufig be⸗ seitigt sei. 5

DiePresse bringt folgende Nachrichten. Garibaldi, verstärkt durch einige Tausend Deserteure, hat Monte-Rotondo genommen und

marschirt gegen Rom. General Failly mit seinem

Generalstab ist heute in Civitavecchia angekommen. Man spricht von der Einberufung der französischen Kammer für den Fall, daß der italienische Con- fliet nicht in kürzester Zeit beigelegt sein sollte.

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