Starkenburg das größte Contingent, während die größte Menge von Rindvieh und Schafen sich in Oberhessen vorfand. Ein absolutes Maximum ergibt sich für den Viehstand der Provinz Rhein— hessen nur bezüglich der Bienenzucht, deren Um⸗ fang beinahe dem der beiden anderen Provinzen gleichkommt. Der Gesammtviehstand unseres Lan- des, auf Rindvieh redueirt, betrug 350,730 Stück, welcher Zahl ein Capitalwerth von 29,993,226 Gulden entspricht.
Preußen. Berlin. Die„Kreuzzeitung“ sagt: Wenn Oesterreich und Frankreich sich über die Lösung aller europäischen Fragen vereinbaren, würden Rußland, England und Preußen auch nicht müßig bleiben; die Salzburger Zu— sammenkunft trage die Schuld, wenn das Mißtrauen wiederum wachse und eine Vermehrung der Rüstungen nöthig werde.(I)— Dasselbe Blatt will weiter wissen, daß in Berlin, auf den Wunsch Dänemarks, vertrauliche Besprechungen über die preußischerseits geforderten Garantien betreffs Nordschleswigs gepflogen würden.
— Dem Reichstage soll auch ein Gesetz— entwurf über die Verpflichtung zum Kriegsdienst im norddeutschen Bunde vorgelegt werden.
— Um einen Anhalt für die künftige Stärke der süddeutschen Heere zu erhalten, möge die Thatsache angeführt werden, daß Preußen nach seiner jetzigen Heeresgestaltung auf 23,578,000 Einwohner folgendes Heer stellt: 304 Bataillone Linien⸗Infanterie(mit Jägern,) 320 Schwadro— nen Cavallerie und 180 Feldbatterien, also in runden Zahlen auf 77,500 Einwohner ein Ba— taillon, auf 74,000 eine Schwadron und auf 43,100 Einwohner eine Feldbatterie von sechs Geschützen. Nach diesen Ansätzen würden zu stellen haben: Bayern(auf 4,744,000 Einwohner) 62 Bataillone, 64 Schwadronen, 36 Batterien; Württemberg 22 Bataillone, 24 Schwadronen, 13 Batterien; Baden 18 Bataillone, 19 Schwa⸗ dronen, 11 Batterien; Hessen 11 Bataillone, 11 Schwadronen und 6 Batterien; gibt im Ganzen 113 Bataillone, 118 Schwadrenen und 66 Bat— terieen auf 8,768,000 Einwohner.
— Von Preußen sind bis jetzt Militär⸗Con⸗ ventionen mit folgenden norddeutschen Staaten abgeschlossen worden: Weimar, Meiningen, Co- burg, Altenburg, Schwarzburg⸗Rudolstadt, beide Reuß, Oldenburg, Anhalt, Schwarzburg⸗Sonders⸗ hausen, beide Lippe, Lübeck, Bremen, Hamburg. Mit Waldeck steht der Abschluß einer Convention bevor. Es bleiben demzufolge nur noch Braun- schweig und die beiden Mecklenburg, welche letzte⸗ ren die neue Organisation ihrer Streitkräfte de⸗ sinitiv in die eigene Hand genommen haben. Endlich ist auch noch, aber auf wesentlich anderer Grundlage, als mit den angeführten Staaten, eine Militär Convention mit Darmstadt abge⸗ schlossen worden.
— Die„Provinzial⸗Correspondenz“ bestätigt, daß in Kurzem in Berlin mündliche Verhandlun⸗ gen über die Bedingungen der Abtretung nord- schleswiger Districte stattfinden werden, so⸗ bald die dänischen Commissarien ernannt sind.
— Die Hauptberathungsgegenstände der hes⸗ sischen Vertrauensmänner soll die Kreis- vertretung und Ständevertretung im Regierungs- bezirk Kassel sein; sonstigen etwaigen Wünschen der Vertrauensmänner will die Regierung möglichst entgegenkommen.
— Noch fortwährend forschen verschiedene Re⸗ gimenter nach Verschollenen aus dem vorjährigen Kriege. Von den in dem preußischen Heere ver⸗ mißten 2925 Militärpersonen haben über 2198 sichere Ermittlungen gewonnen werden können.
Der Verbleib der übrigen 727 Militärs ist bis.
her nicht festzustellen gewesen, während die übri⸗ gen theils von ihren Truppentheilen abgeschnitten oder als Verwundete in Privatpflege übergegangen waren. Auch von österreichischer Seite wird noch nach Vermißten gesucht.
— Die preußische General ⸗Postbehörde hat mit der Lebens versicherungs⸗Gesellschaft„Nordstern“ in Berlin einen Vertrag geschlossen wegen Ver⸗ sicherung der Unterbeamten im ganzen Ressort dieser Behörde; der Handelsministex hat eine be—
deutende jährliche Subvention zu diesem Zwecke bewilligt.
Wiesbaden. Die Einführung der preu— ßischen Medieinaltaxe erscheint als eine Besteuerung, welche besonders von unserer Landbevölkerung sehr schmerzlich empfunden werden dürfte, da das Kranksein in Nassau seither mit außerordentlich geringen Kosten verbunden war. Ein Recept kostete nur 8 Kreuzer, während in der Folge der Arzt 8 gute Groschen S 35 Kreuzer dafür be— rechnen kann.
Bremen. Kaum noch hat die Vorstand⸗ schaft der deutschen Gesellschaft zur Ret— tung Schiffbrüchiger einen mit reichen Ga— ben gezierten Rechenschaftsbericht veröffentlicht, so ist die Gesellschaft auch schon wieder in der Lage, von einer Rettung von sechs Schiffbrüchigen durch eines ihrer Rettungsboote berichten zu können. Der Vorfall ereignete sich bei der ostfriesischen Station Spiekeroog am 2. d. M. und betraf das gestrandete Schiff„Christine,“ Capitän Laiß, wel⸗ cher selbst nebst Frau und zwei Kindern, sowie seinen zwei Matrosen trotz heftiger Brandung und augenscheinlichster Todesgefahr für die Hülfesuchen⸗ den und Hülfebringenden durch ein neues 20füßi⸗ ges Francis-Patent-Boot unter dem Vormann K. Janßen gerettet wurde. Möge das gemein— nützige patriotische Unternehmen stets Förderung und Unterstützung finden.
Bayern. München. Eine unter der Redaction von Julius Fröbel dahier neu er⸗ scheinende Zeitung„Süddeutsche Presse“ spricht sich in ihrem Programm dahin aus: Bayern als Hauptrepräsentant der Südstaaten nimmt die Ver⸗ mittelung zwischen Preußen und Oesterreich zur Vermeidung eines Conflictes beider Staaten auf sich.
— Der jetzige regierende König Ludwig II. von Bapern war am 25. August d. J. 22 Jahre alt, während an demselben Tage sein Großvater, König Ludwig I., 81 Jahre zurückgelegt hat.
— Der deutsche Juristentag zählte dießmal, die hiesigen inbegriffen, etwa 500 Mitglieder. Bayern war erklärlicherweise am zahlreisten ver⸗ treten. Viele Oesterreicher, sehr wenige Preußen, verhältnißmäßig mehr Sachsen waren anwesend. Der sächsische Geheimerath v. Wächter wurde durch Aecclamation zum Präsidenten gewählt.
— Graf Beust hat hier erklären lassen, daß die Salzburger Verhandlungen sich nicht auf Süddeutschland bezogen hätten, und daß beide kaiserliche Regierungen in der Absicht einig seien, sich von einem Eingriffe in die Verhältnisse zwi⸗ schen anderen Staaten fern zu halten.
Frankreich Paris. Marschall Bazaine, der von vielen Seiten wegen seiner Verwaltung in Mexico aufs Heftigste angegriffen wurde, soll sich, wie es heißt, an die Regierung gewendet haben, um von ihr eine Art offitiellet Gutheißung seiner in jenem Lande ergriffenen Maßregeln zu erhalten und sich so gegen die erwähnten Angriffe zu decken. Da er hiermit nicht durchgedrungen wäre, so hätte er beschlossen, ein Memoire aus⸗ zuarbeiten, um sich über Alles, was man ihm zur Last gelegt hat, zu verantworten.
— Ueber die Salzburger Zusammenkunft sagt der Abend„Moniteur:“ Dieselbe sollte, anstalt die Mächte zu beunruhigen und gegen sich einzu⸗ nehmen, vielmehr als eine neue Garantie des Friedens betrachtet werden.
— Die revolutionäre Bewegung in Spanien soll im Zunehmen begriffen, die Zahl der Insur⸗ genten bereits auf 18,000 herangewachsen sein.
— Die französische Regierung bereitet ein Circular an ihre diplomatischen Agenten über die Salzburger Zusammenkunft vor.
— Die Pariser„Presse“ will wissen, daß auch die römische Frage Gegenstand der Bespre⸗ chung in Salzburg gewesen sei. Franz Joseph hätte ein lebhaftes Interesse für Erhaltung der weltlichen Macht des Papstes bekundet, worauf Napoleon erwiedert habe, daß seine Anhänglichkeit für das Papstthum unerschütterlich sei.
Aus Rußland wird gemeldet, daß eine geheime Ordonnanz des Unterrichts⸗Ministeriums die Entfernung aller Lehrer und Lehrerinnen fran⸗
zösischer Abstammung anordnet. Diese Maßregel
soll motivirt sein durch die Immoralität der fran⸗
zösischen Gesellschaft, die sich in dem Urtheil der Jury in dem Proceß Bereczowski manifestirte!! Amerika. Die Ermordung Lopez',
des Verräthers Kaiser Maximilians, findet in
Privatbriefen aus Mexico, welche in Newyork eingetroffen, ihre Bestätigung. Es heißt in den⸗ selben: In einem Hotel in Puebla hielt sich der Verräther auf, nachdem sein Weib sich von ihm losgesagt hatte. Eines Morgens frühe traf ein Fremder ein, der sich mit den Stallburschen zu schaffen machte und nach dem General fragte. Er war nicht zu Hause, sollte aber zum Mittagessen zurückkehren. Der Fremde wartete, ließ sich bei seiner Rückkehr Lopez zeigen und nahm ihm gegen⸗ über am Tische Platz. Nachdem er dann ein Glas Wein getrunken, stand er bedächtig auf, zog plötz⸗ lich ein Messer, mit dem er sich auf Lopez warf und ihn mit neun Stichen durchbohrte. Dann nahm er seinen Hut und verließ das Haus mit den Abschiedsworten:„So sollte man alle Ver⸗ räther belohnen.“ Niemand trat ihm in den Weg; Niemand suchte ihn festzuhalten; ungehin⸗ dert verließ der Rächer den Ort.(7)
Friedberg. Am 27. d. M. fiel in der Nähe bes früheren Nauheimer Chausseehauses ein kleines Kind aus dem Abends 629 unsere Station passirenden Franlfurt⸗ Berliner Schnellzuge durch die nicht fest verschlossene Wa⸗ genthüre, wunderbarerweise so glücklich, daß es nur unbe⸗ deutende Verletzungen davontrug. Die Gefahr für das Kind war um so größer, als ein in entgegengesetzter Rich⸗ tung heranbrausender Zug der betreffenden Stelle sich schon sehr genähert hatte, so daß der herzueilende Bahnwärter Schmidt kaum Zeit gewann, das Kind von dem Geleise zu entfernen und so aus drohendster Lebensgefahr zu retten.— Wir benutzen diese Veranlassung, darauf auf⸗ merksam zu machen, wie sehr dem reisenden Publikum Vorsicht in Bezug auf richtigen Verschluß der Thüre an den Eisenbahnwaggoas zu empfehlen ist und wie diese Mahnung ganz besonders in Begleitung von Kindern nicht genug beherzigt werden kann.
rankfurt. Der Pferdemarkt ist zu Ende und Nun die Berichte Über denselben dahin, daß man in Anbetracht ber Zeitverhältnisse mit dem Ergebniß zufrieden sein könne; die gehegten mäßigen Erwartungen seien über⸗ troffen worden. Der Thätigkeit des Comite's wäre es ge⸗ lungen, Käufer aus weiter Ferne hierher zu ziehen und wohl nur dem Mangel an entsprechender Waare sei es zuzuschreiben, daß viele Käufer mit leeren Händen und vollem Beutel wieder abziehen mußten. Von den zu Markt gebrachten Acker⸗ und Arbeitspferden, welche sich auf 623 Stück beliefen, wurde etwas über die Hälfte verkauft, von den 445 feineren Wagen- und Reilpferden etwa ein Drittel. Was das Resultat der Verloosung anlangt, so gewann den Hauptpreis, Wagen mit vier Pferden, Herr K. Beierle in St. Gallen auf Nr. 33241; den 2. Preis Hr. Geissert hier auf Nr. 1532; 3. Preis Hr. Ch. Misser in Fauerbach Kreis Nidda auf 6989; 4. Preis Hr. Popp in Eckertshausen auf 10606; 5. Preis Hr. Dr. med. Ohlenschlager hier auf 1779: 6. Pceis Hr. Gillermann hier auf 3001; 7. Preis Hr. Veit hier auf 29707; 8. Preis Hr. Zimmermann jun. in Schims⸗ heim bei Wörrstadt auf 15330; 9. Preis Hr. Schmitus in Wiesbaden auf 20410; 10. Preis Hr. M. Abentritt hier auf 14857 u. s. w. Hr. H. Focbach in Butzbach gewann auf 3 Loose 5 Pferde, und zwar 1 englischen dunkelbraunen Wallach, Loos 18529, 1 Paar Wagenpferde, Loos 19364, und 2 hannover'sche Stuten, Loos 21190.
Frankfurt. Gegenüber den vielen Gerüchten, welch e sich fortwährend über das Befinden des alten Domes verbreiten, wird von authentischer Seite erklärt, daß nach vorgenommener Untersuchung die Gewölbe des Querschiffes und Chores bis auf Unwesentlichkeiten nicht beschädigt sind und daher erhalten bleiben. Von dem Langhaus wird der schadhafte Theil vorerst durch eine Bretterwand von dem übrigen Raum der Kirche getrennt, damit der letztere ür den Gottes dienst alsbald wieder benutzt werden kann. Die Kirche wird ein provisorisches Dach mit Dachpappe e erhalten, denn es liegt im Interesse der noch wohl erhaltenen Gewölbe, dieselben so schnell als möglich gegen Nässe zu schützen. Mit dieser Arbeit ist bereits begonnen worden.
Mainz. Die„Nürnb. K.“ schreibt: Am 20. Mai l. J. wurde ein gewisser Peter Reiland aus Schenken⸗ hausen, Bezirksamt Kaiserslautern, in Mainz durch einen von einem preußtschen Soldaten abgefenerten Schuß ver⸗ wundet und starb am 1. Junt l. J. in Folge dieser Verwundung. Die Verhandlungen über diesen Fall sind nunmehr zum Abschlusse gelangt. Aus denselben ist. zu entnehmen, daß dem preußischen Patrouillenführer eine Absicht, irgend Jemanden zu ködten, nicht nachgewiesen werden konnte, derselbe aber wegen fahrläͤssiger Tödtung zu dreimonatlicher Festungsstrase verurtheilt wurde. Zu⸗ gleich sah sich die königlich preußische Regierung veranlaßt, dem Vater des Reiland, welcher durch den Tod seines Sohnes hülflos geworden, eine Unterstützung zu gewähren, und übermittelte zu diesem Zwecke der bayerischen Gesandl⸗ schaft die Summe von 200 Thalern.
Mainz. Das fünfzigjährige Stiftungsfest des hiesigen Turnvereins verlief in der schönsten Ordnung. Nachdem
Guntersblt wöched am 2.3 ein Mann und in einer Alte e gelöbtt. Das Sllaße geschleubde
Aus Bade m den Melen der Wofenden nicht unegecl Pforzheim, Gewitter fiat zerriß solche, wilstungen an in Folge ber ungen; in f Boden geworf Glück ohne we Heidelberg der mitiag fiel e brachte eine so teißenben Sire Sirömung aus und in den Str a N Fuß Wulde Not s Einwohner da
sein Schild d und in allen


