Ausgabe 
31.1.1867
 
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gleichung der Kriegskosten sind soweit gediehen, daß die materiell liquiden Ansprüche in der kürzesten Frist befriedigt werden sollen. Für die nicht liquiden Forderungen dürften Vorschuß⸗ zahlungen erfolgen. Der Gesammtbetrag dieser Auszablungen wird sich auf 6 700,000 fl. be⸗ laufen. Zur Deckung derselben steht eine erste Umlage, und zwar mit 10 kr. per Gulden Steuerschuldigkeit(also/ vom Betrag der or dinären Steuern) bevor. In Folge des Vorschreitens der Rinderpest aus Holland nach Rheinpreußen und deren erneuertem Auftreten in den östlichen Theilen von Oesterreich sind auch unsere betreffenden technischen Behörden mit den Vorarbeiten für die erforderlichen Schutzmaß⸗ regeln beauftragt. 5

Die K. Z. berichtet vom Neckar: Eine vertrauliche Sendung des Grafen Tauffkirchen an die Höfe von Stuttgart, Karlsruhe und Darm- stadt hatte den Zweck, die Geneigtheit dieser Regierungen zur Verständigung über eine gemein- same Politik zu sondiren, und war vom besten Erfolge gekrönt. Eine Punktation, welche die bayerische Regierung vorlegte, fand allgemeine Annahme und wird die Grundlage der Be rathungen bilden, zu denen am 3. Februar die Minister der auswärtigen Angelegenheiten und die Kriegsminister der genannten Staaten in Stuttgart zusammentreten werden. Nach dieser Punktation wird die Neubildung der süddeutscheu Armeen, wenigstene so weit dies Infanterie und Cavallerie betrifft, der preußischen Heeres⸗Organi⸗ sation völlig entsprechen und das in der bayerischen zweiten Kammer von dem Fürsten Hohenlohe aufgestellte Programm von den sämmtlichen süd⸗ deutschen Staaten adoptirt werden.

Oesterreich. Bon Prag wird gemeldet: Hier will man von den großartigsten Rüstungen in Preußen wissen, von der Aufstellung bedeuten⸗ der und starker Observationscorps gegen die öster⸗ reichische und russische Gränze u. s. w. Thatsache ist, daß die Gränze bei Nachod bereits seit vier⸗ zehn Tagen vollständig abgesperrt ist, wodurch Handel und Verkehr nicht bloß im östlichen Böhmen, sondern auch im benachbarten Schlesien empfind⸗ lichen Abbruch leiden.

Großbritannien. Von London wird ge⸗ meldet, daß der Frost mit einer dort zu Lande seltenen Stetigkeit anhält. In Schottland wie in Irland und London und allenthalben ist die Zahl der unbeschäftigten Arbeiter sehr groß und unter den ärmeren Klassen macht sich die drückendste Noth fühlbar. Aus öffentlichen und Privatmitteln wird viel zur Linderung des Elends gethan, aber im gegenwättigen Falle erweisen sich die gewöhn⸗ lichen Unterftützungsmaßregeln als vollkommen unzulänglich und die Nothwendigkeit springt in die Augen, mit vereinten Kräften von Seiten der Bemittelten den Armen zu Hülfe zu kommen.

Itallen. Auf der Insel Sardinien soll eine Hungeraneih in Schrecken erregender Weist um sich greifen. Berichte von dort melden:Die

Theuerungen, welche in früheren Jahren diest sonst so fruchtbare Insel heimgesucht haben, wie die von 1812, 1816 und 1818, und bei welchen noch lebende Augenzeugen viele Menschen vor Mangel sterben sahen, werden von der dies⸗

jährigen noch übertroffen. Jene traten erst im März oder April ein, diese schon im Deceriber, was zu den schlimmsten Befürchtungen Anlaß gibt; und auf dem Lande ist es noch schlimmer, wie in den Städten und größeren Flecken, zu Haufen wird man jeden Augenblick von Leuten überlaufen, welche Arbeit suchen, oder ein Dar- lehen in Korn oder Geld erbitten, oder welche ein Stück Landes um jeden Preis verkaufen wollen, oder welche ihre Ackergeräthe, ihr Küchen geschirr, Kleider oder alle möglichen sonstigen Dinge zum Verkauf anbieten. Auf den Land- straßen begegnet man auf jedem Schritte Leuten, welche die bittende Hand ausstrecken, und man fieht ganze Züge von Männern und Frauen, welche ihre Sachen zum Verkauf tragen, aber oft dergeblich den ganzen Ort durchlaufen und ihre Zeit verlieren, weil es überall an Geld fehlt.

Das verbreitet gewesene Gerücht von einem Mordversuch auf den König wird als jeder thatsächlichen Grundlage entbehrend und als rein erfunden bezeichnet.

Amerika. Die dem Hause der Repräsen⸗ tanten behufs der Anklage des Präsidenten

Johnson vorgelegten Resolutionen lauten:

Ich klage Andreas Johnson, Vicepräsidenten und zur Zeit Präsidenten der Vereinigten Staaten, hoher Staals⸗ verbrechen und Gesetzüberschreitungen an. Ich beschuldige ihn der Ueberschreitung der Amtsgewalt und gewaltsamer Eingriffe in die Gesetze insosern, als er von seinem Stell vergebungs-, Begnadigungs- und Vetorechte einen ungesetz⸗ lichen Gebrauch gemacht, Staatseigenthum unrechtmäßiger⸗ weise verwendet, die Wahlen in gesetzwidriger Weise beeinflußt und selbst Handlungen begangen und sich mit Andern zu Handlungen vereinigt hat, die nach der Con⸗ stitution hohe Staatsverbrechen und Vergehen sind. Deßhalb sei es beschlossen, das richterliche Comite hier durch zu autorisiren, die Amtsführung des Andreas Johnson, Vicepräsidenten und betraut mit den Geschäften als Präsident der Vereinigten Staaten, einer Untersuchung zu unterwerfen und diesem Hause zu berichten, od nach seiner Ansicht der besagte Andreas Johnson während seiner Regierung sich Handlungen hat zu Schulden kommen lassen, die darauf hingingen oder berechnet waren, die Regierung oder irgend welche Departements oder Beamten derselben zu stürzen, zu verkehren oder zu corrumpiren, und ob er sich Handlungen hat zu Schulden kommen lassen, die als hohe Staatsverbrechen oder Vergehen nach der Constitution das Dazwischentreten der constitutionellen Gewalt dieses Hauses erfordern; und ferner sei beschlossen, das besagte Comite zu bevollmächtigen, die nöthigen Personen und Papiere herbeizuschaffen und den gewöhn⸗ lichen Zeugeneid abzunehmen.

New⸗Nork. Nachrichten aus Veracruz reichen bis zum 29. und aus Mexico bis zum 26. Dezember. Sämmtliche französische Truppen sollten sich in Vorbereitung zu ihrer Einschiffung in der Hauptstadt concentriren. Die österreichische DampfyachtElisabeth aus Triest war ein⸗ getroffen, wie man muthmaßte, bestimmt, Maximilian nach Europa zurückzuführen. Der Transport der Truppen aus dem Innern nach Veracruz soll am 15. beginnen.

h. Friedberg. Wieviel des Angenehmen das benach⸗ barte Nauheim als Badeort bietet, wissen die in seiner Nähe Wohnenden, sowie nicht wenige Fremde zu schätzen. Doch wird die Großherzogl. Regierung, welcher Nauheim jetzt unterstellt ist, darauf bedacht und in der Lage sein, noch manches Nützliche und Wünschenswerthe daselbst zu⸗ zufügen. Einem Mitglied Großherzogl. Oberbaukollegs wurde dieser Tage bei seiner Anwesenheit dahier, während der Unterhaltung, der Wunsch zu erkennen gegeben, daß es für Viele angenehm und nützlich sei, wenn die zahl⸗ reichen, zum Theil seltenen Pflanzen des Parks zu Nauheim mit Etiquetten versehen würden; und sind wir nun guter Zuversicht, daß unserer Bitte willfahrt werden wird. Allgemein wird diese Ausführung Freude erregen; die Lehrer und Schüler aber, deren bolanisches Studium dadurch wesentlich gefördert werden wird, werden besonders dankbar dafür sein.

Aus der Wetterau. Die Ludwig⸗ und Alicen⸗ stiftung hat ihren zweiten Jahresbericht(Vereinsjahr 1865) veröffentlicht. Wir ersehen daraus, daß sich dieselbe in er⸗ freulichsler Weise weiter entwickelt hat und zu den besten Hoffnungen auf immer segensreichere Wirksamkeit berech⸗ ligt. Die Zahl der ordentlichen Mitglieder ist während dieses Jahres von 1198(von denen im Laufe des ersten Jahres 8 starben) auf 1319(von denen im Jahre 1865 auch 8 starben), das Vereinsvermögen von 2933 fl. auf 7625 fl. gestiegen.

Frankfurt. Wer längere Zeit den hiesigen Circus nicht besucht hat, wird erstaunt sein, welche Veränderungen mit demselben, seiidem Herr Petsch Sonntags wie in der Woche Concerte, verdunden mit sonstigen Darstellungen aufführen läßt, vorgegangen sind. Die Arena, wo sich sonst die Rosse der englischen Reiter tummelten, wo die Acrobaten ihre Kunsistücke zeigten, ist überdeckt und durch die Hinzuziehung des ersten Platzes bedeutend vergrößert, so daß schon eine ziemlich starke, ausdauernde Constitution bazu gehört, den Kreis auch nur einmal zu durchtanzen. Zu dem am Samstag im Circus stattgehabten Masken dalle wurden noch weitere umfassende dauliche Verände⸗ rungen vorgenommen. Hundert fleißige Hände waren damit beschäftigt, die an dem Circus liegenden Räumlich⸗ keiten in einen Garten, geschmückt mit iropischen Pflanzen ꝛc., umzuwandeln. Laube reihte sich an Laube, die, mit Lampions erleuchtet, einen ftenhaften Eindruck machten. Springdrunnen waren angelegt, während blühende Pflanzen weithin angenehmen Duft verbreiteten. Um den Theil⸗ nehmern an dem Maskenballe heitere Stunden zu bereiten, fanden mehrere Aufzüge wie Maskenschwänke statt. Wer den Circus besuchte, staunte über die Veränderungen, die die schaffende Hand mit demselben vorgenommen hatte. Demnächst wird ein zweiter Maskenball in den Räumen des Circus stattfinden.

Mainz. Der Gemeinderath unserer Stadt sah sich in seiner Sitzung vom 29. d. veranlaßt, gegen den städti⸗ schen Gasunternehmer Sonntag wegen vertragswidrige Leuchtkraft des Gases den Rechtsweg zu beschreiien.

Aus Rheinhessen. Unsere Provinz bereift gegen⸗ wärtig ein Industrieller aus Oesterreich in Begleitung seiner Frau, der Mädchen und Frauen gegen klingende Münze von ihren Haarzöpfen befreit. In hiesiger Gegend machte er schlechte Geschäfte, während er in Oberhessen mehrere Centner zusammengebracht haben soll.(2) Mit geringen Ausgnahmtn weitern sich die rheinhessischen Frauen, selbst die ärmeren, ihren Haarschmuck zu verhandeln. So schreibt der Mainzer Anzeiher. Wir machen zu den mehreren Centnern ein kräftiges Fragezeichen, da wir die Ueber⸗ zeugung haben, daß unsere oberhessischen Frauen und Mädchen, und auch die ärmeren, ebenso stolz auf ihrs vollen und schönen Haarflechten sind, als das schöne Ge⸗ schlecht in Rheinhessen.

Paris. Es ist interessant, das Wachsthum der Stadt im Zeitraume von fünf Jahrhunderten zu verfolgen. Im 13. Jahrhundert zählte Paris 120,000 Einwohner; im Jahre 1474 150,000; im Jahre 1590 200,000, unter Ludwig XIV. 492,600; im Jahre 1710 509,640; im Jahre 1776 658,000; im Jahre 1802 672,000; im Jahre 1846 1,053,897; im Jahre 1861 1,696,141 und im Jahre 1866 1,825,294 Einwohner.

Holzversteigerung.

225 Dienstag den 5. und Mittwoch den 6. Februar J. J., jedesmal des Morgens um 9 Uhr anfangend, sollen tm hiesigen und Rockenberger Markwalds nachbe · r Holzsortimente öffentlich meifibietend verfleigert werden.

il. Stecken Buchen⸗Scheidholz II. Sorte,

* Eichen ·* 35½ Buchen⸗Prügelbolz 1. Sorte, 44½ 7. 7 6 II.* 1Eichen⸗

4 Kiefern- 342 Wellen Buchen ⸗Reisholz II. Sorte, 486 Elchen⸗ 175 Kiefern-

46 Stamme Eschen-Werkholz, 695 Cbksg, haltend,

4 Kiefern Bauholz, 867

56 Cbkfß. Eichen ⸗Stangenholz und

Kiefern⸗.

Die Zusammenkunft ist den ersten sowie den zweiten Tag in der Aue am Judenpfad, wohin man die Steig · liebhaber höͤflichst einladet.

E wird noch bemerkt, daß den ersten Tag das Stamm- und Stangenholz zur Versteigerung kommt.

Oppershofen am 2. e

g e il,

Markgegenschreiber.

Mobiliar⸗Versteigerung. 224 Wegen Auswanderung ist der Unterzeichneie Willens, Montag den 4. Februar, Morgens 9 Uhr an⸗ fangend, nach verzeichnete Gegenftände verkaufen zu lassen, als: 1) Fuder Kornstrob, 74 Waizenstroh,

N 5 Gerflenftroh, 99 5 Daforstroh, 5) 100 Körbe Spreu,

6) 40 Centner Heu,

79 20 Grummet,

Malter Kartoffeln, 9) eine Partte Dickwurz, Flachs,

11) einen vollständigen einspännigen Wagen,

12) einen Schaufelpflug,

13) einen Wendepflug,

12 eine Egge,

15) eine Fruchtfegemühle,

16) eine Strohbank,

17) ein An Pferdegeschirr,

18) eine Partie Mist,

19) Ketten, Tische, Bänke, Stühle, Bettstellen, einen Küchenschrank, einen Klelderschrank, mehrere FJässer, Bütten und sonstige Hausgeräthschaften

Wölfetskeim den 29. Jonuar 1867.

Christian Görg II.

Holz ⸗Versteigerung. 223 Im Licher Stadtwald, Distrikten Zappenan, Mönchkopf und Langenbuchen, kommen den 7. Februar nachverzeichnete Holzsortimente zur Versteigerung Donnerstag den 7. Februar. 1800 Gbifs. Eichenflammholz in 533 Durchm., 1555 Länge; darunter eine Eiche von 194 Cbks, 400 Cbkss. Welchbolgamm⸗ und Stangenbolz, 800 Fichtenstangen von 25 Durchmesser und 25 60 Länge 10 Stecken zebnfüßige Eichenstangen,

255 Buchen- und Eichen Scheid und Prügelbolz, 100 desgleichen Stockholz, 12125 Stück 5 Wellen

Der Anfang ist Morgens 9 Uhr am Licherfeld.

Lich den 29. Januar 1867. l ordhtedsdüge en panebeu Lich elm.

Nechnungen

mit Geschäfts⸗Firma per Buch 32 kr., in größeren Quantitäten billiger, liefern

Bindernagel 8 Schimpff.

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