Donnerstag den 31. Januar.
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nzeiger für Oberhessen.
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enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Friedberger Inkelligenzblatt Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 8 Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ für das erste Halbjahr werden fortwährend 5 bei den auswärtigen Postämtern angenommen, für Friedberg bei der Expedition.
Hessen. Darmstad t. Folgender aller- jetzige Ausschuß verweise daher im Ganzen auf— Mit Bezug auf die bevorstehenden löchster Tagesbefehl ist erlassen worden: die vorhandene Berichterstattungen.(Forts. eg. soll den Beamten die
Darmstadt, den 20. Jan. 1867. In Folge der weiteren Ferichte, welche seit dem Tagesbefebl vom 18. Sept. v. J. lber das Verbalten Angehöriger Meiner Armeediwision im Feldzuge 1866 erstattet worden find, spreche Ich den seldgeistlichen für die mit Wärme geübte Seelsosge meine Tnerkennung aus. Sodann belobe Ich den während des eldzuges als Chef des inneren Dienstes im Generalstabe es Armeccerpa vecwendeten, inzwischen gestorbenen Major Brodrück vom 3. Infanterieregiment, und erwähne rühm⸗ ich die auf dem Felde der Ehre gefallenen Oberlieutenaut Diessendach und Lieutenant Hebberling vom 3. Juf.⸗Reg.
Ferner belobe Ich den während des Feldzuges als Commandant der Gendarmerie im Generalstabe des Krmeecocps verwendeten Rittmeister v. Hombergk vonn Sendarmericcorpo, den Chevauxleger Biegner vom 2. Reiter⸗ egiment, den Feldwebel Metz, den Corporal Plag vom -Infanterieregiment.
Endlich gereicht es Mir zur Befriedigung, daß sämmt⸗ chen Uebrigen, welche nach den bekannt gegebenen Ver— ustlisten vor dem Feinde geblieben, oder an ihren Wunden estorben, oder zur Zeit als vermißt aufgeführt sind, von gren Vorgesetzten das ebrende Zeugniß eines pflichttreuen, raven und muthigen Verhaltens im Gefechte ertheilt ird. Ludwig. Die Frankf. Ztg. will wissen, unsere nilitärischen Angelegenheiten hätten ihren definitiven Abschluß erhalten. Die hessischen Truppen blieben n einer Stärke von 18,000 Mann vereinigt im Froßherzogthum. Zu diesem activen Stamm rete in Kriegszeiten eine Reserve von 12,000 Nann, welche alsdann unter den Oberbefehl des
Königs von Preußen gestellt würden. Andere Nachrichten wollen mit Bestimmtheit berichten önnen, die Reise des Prinzen Ludwig sei in
rwähnter Beziehung ohne Resultat geblieben.
— Prinz und Prinzessin Ludwig sind nicht, wir ein hiesiges Blatt meldete, hierher zurückgekehrt, sondern werden erst nächsten Sonntag wieder zier eintreffen.
— In der Sitzung zweiter Kammer vom 28. d. lagen folgende neue Eingaben vor: An— rag der Abg. Kaibel, Wadsack und Genossen im Vorlage eines Gesetzes, wornach den Besitzern don Vieh, welches wegen Verdacht der Rinder- est getödtet wurde, vom Staate Entschädigung zeleistet werden soll. Antrag des Abg. Backe zuf Erbauung einer Eisenbahn von Bensheim nach Worms, der Abg. Heß und Bindewald auf Erbauung einer technischen Aula in Gießen, des Abg. Forstmeister Hoffwann auf Aufbesserung der Behalte der Oberförster. Antwort des Kriegs- ministeriums auf die Interpellation des Abg. K. J. Hoffmann, betr. die Wegnahme von Militärrequisiten aus dem hiesigen Zeughause durch die preußischen Occupationstruppen, welche die Auskunft dahin gibt, daß die einleitenden Schritte, um zu ermitteln, ob eine strafbare Nach- lässigkeit vorliege, geschehen seien, über das Resultat könne noch nichts mitgetheilt werden. Abg. Heß richtet an das Finanzministerium eine auf die Uebergangsabgaben auf Branntwein bezügliche Interpellation. Die Kammer tritt hierauf in die Tagesordnung, Rechenschaftsablage pro 1860 bis 18062, ein. Der von Wernher erstattete Aus- schußbericht führt aus, daß die betreffenden Acten- stücke auch dem vorigen Landtage vorlagen, die Berathungen darüber aber nicht zu ihrem legalen Abschluß gelangt seien. Der Aueschuß des 18 Landtages habe die ihm vorgelegte definitive Rechenschaft der Periode 1860/02 einer sebr ins Detail gehenden Prüfung unterzogen und der
nächster Nummer.)
Mainz. Ein Beschluß des hiesigen Gemeinde raths binsichtlich der Aufbesserung der Lehrer- gehalte, dem die Regierung bisher ihre Genehmigung versagte, ist nun Seitens derselben genehmigt worden.
Preußen. Berlin. Wie die ministerielle
„Provinzial- Correspondenz“ meldet, soll die Dienstpflicht im preußischen Wehrsysteme künftig⸗ hin mit vollendetem 32. Lebensjahre beendet sein. Diejenigen, welche über dieses Lebensalter hin— aus sind, sollen fortan jeder Wehrpflicht in Krieg und Frieden ganz entboben und auch die vor⸗ hergehenden Jahrgänge von 30— 32 nur in höchst seltenen Fällen zum Waffendienste heran- gezogen werden. Prinz Nicolaus von Finanzpräsident Hemekerk befinden sich noch hier, da die Domänenfrage noch nicht gelöst ist. Ueber den Eintritt ves Prinzen in die preußische Armee ist hier nichts bekannt.
— Die Kreuzzeitung meldet, daß jetzt ernstlich um ein baldiges Eingehen der Wiesbadener und Homburger Spielbanken verhandelt wird.(97)
— General v. Manteuffel erbat sich wegen geschwächter Gesundheit wiederholt seine Ent⸗ lassung. Er ist daher unter Beibehaltung seiner Stellung als General-Adjutant des Königs von dem Commando des neunten Armeecorps und Behufs Wiederherstellung seiner Gesundheit für ein Jahr von jeder anderen Dienstleistung ent⸗ bunden worden.
Düsseldorf. Der 27. d. M. war für Hunderte unserer Bewohner ein bedrohlicher Tag, der glücklicherweise endete, ohne daß ein Menschen⸗ leben verloren ging. Die stehende Schiffbrücke war gegen Mittag wieder aufgefahren worden, obgleich noch einzelne Eisschollen im Flusse trieben. Als sie eben wieder über den Strom reichte und Hunderte von Menschen den langgehemmten Ueber- gang versuchten, als selbst ein Frachtwagen über⸗ zusetzen begann, trieb plötzlich eine große Eis- masse gegen die Brücke und zersprengte dieselbe in ihre einzelne Joche, welche nun durch die Gewalt der Wogen den Strom hinabtrieben. Das Geschrei der Leute auf den Brückentrümmern, wie auf den beiden Ufern war herzzerreißend. Die Dampfer, welche gerade am Ufer lagen, stießen in den Strom, die treibenden Joche zu sichern und ins Schlepptau zu nehmen. Es gelang dieses nach einer Stunde angestrengter Arbeit, ohne daß einer der auf den Jochen befindlichen Leute ins Wasser gefallen wäre. Auch der Frachtwagen stand so vortheilhaft auf dem betreffenden Joche, daß das Gleichgewicht desselben nicht gestört wurde, und der Fuhrmann ohne allen andern Schaden, als der Zeitversäumniß, davon kam.
Hannover. Die„N. Hann. Ztg.“ bestätigt die Unterdrückung der„Deutschen Volkszeitung“, die dadurch herbeigeführt ist, daß dem Drucker und Redakteur bei 500 Thlr. Strafe die fernere Herausgabe des Blattes verboten wurde. Die nächste Veranlassung zu dieser Maßregel hat der Abrruck einer Ansprache des Hrn. v. Alten zu Hemmingen an die Wähler des 8. Wahlbezirks gegeben,.
Nassau und der
amtliche Mittheilung gemacht sein, wie man von ihnen erwarte, daß sie im richtigen Erkeunnt⸗ niß ihrer dienstlichen Verpflichtungen von der Be⸗ theiligung an solchen Wahlagitationen sich ferne halten würden, welche eine preußenfeindliche parti⸗ cularistische Tendenz verfolgen. Das Recht der Wahl nach eigener bester Ueberzeugung ist damit
selbstverständlich den Beamten nicht genommen.
— Die in Wien geprägte Medaille für Langen⸗ salza wird nun an die hannoverschen Truppen, welche dort im Kampfe waren, vertheilt. Dieselbe ist von Bronze und zeigt auf der Vorderseite die Worte: Langensalza, 17. Juli 1866, auf der Rückseite das Brustbild des Königs Georg, während auf dem Rande der Name des Inhabers eingtravirt ist. Die Medaille wird an einem gelb- weißen Bande getragen und ist die gleiche für Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten.
Frankfurt. Die Poststellen in Kurhessen, Nassau, Homburg, Frankfurt a. M. und den abgetretenen Theilen von Oberhessen, so wie in Hohenzollern sind angewiesen worden, die preußische Gesetzsammlung, das Amtsblatt für Hannover, das Amtsblatt der Stadt Frankfurt a. M.(excl. Intelligenzblatt), das Amtsblatt für Nassau, das Regitrungsblatt für den Bezirk des k. preußischen Civilcommissariats zu Homburg v. d. H., so wie die übrigen preußischen Regierungsblätter, in so weit die Postanstalten mit dem Debit derselben befaßt werden, ohne Postaufschlag an die Abonnenten zu verabfolgen.
— Da der im Handel vorkommende Stoff „grüner Tarlatan“ nach vorgenommener chemischer Untersuchung mit einer stark arsenik⸗ baltigen und der Gesundheit äußerst nachtheiligen Farbe gefärbt ist, so hat das Polizeiamt den Verkauf des Stoffes unter Bezug auf Art. 304 des Strafgesetzbuchs untersagt.
Hanau. Für den 28. d. war abermals eine Controlversammlung auf dem Heiligenstock bei Vilbel anberaumt, da bei den neulich stattgehabten Excessen eine Anzahl der Erschienenen den Fahneneid verweigert hatte. Nachdem die Vorgeladenen sich versammelt, wurde mit Verlesung der Kriegs- artikel begonnen und hierauf eine von Berlin eingetroffene Ordre bekannt gemacht. Hiernach wurden die Truppen mit nur wenigen Ausnahmen zu achtwöchigem Dienst bei den bezüglichen Re⸗ gimentern unter Bedeckung sosort ab⸗ geführt und trafen hier etwa 70 Mann ein. Da die Leute meist verbeirathet sind, trifft sie diese strenge Maßregel um so härter und Manchen auch unverdient, weil doch nicht alle Anwesenden bei den Excessen betheiligt waren.— In den betreffenden Orten soll das Ausbleiben der Fa⸗ milienväter eine große Bestürzung und Aufregung hervorgerufen haben.
Bayern. Zu der bevorstehenden Welt- ausstellung in Paris werden die Rheinbapern manches Interessante liefern, sowohl an Landes- produkten wie an Fabrikaten. Unter Andern liefert die Gießerei des Hrn. v. Gienauth einen Hirsch in Lebensgröße, zu dem das in München angefertigte Modell 6000 fl. gekostet bat.
Baden. Die„Karler. Z.“ theilt offleibs mit:„Die Arbeiten der Commission für die Aus-


