Ausgabe 
30.3.1867
 
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trag darauf berechnet sei, habe ich nicht gesagt, sondern nur ausgesprochen, daß solche Anträge jedenfalls die Wirkung haben würden, daß un⸗ nöthig Zeit verloren gehe. Die gegenwärtige Debatte lieferte den besten Beweis. Abg. Za⸗ chariä zieht seinen Antrag zurück und es werden hierauf, unter Ablehnung aller Amendements, die Artikel 8, 9 und 10 angenommen. Man

steht nun am Abschnitt 4:Bundespräsidium. r in f Stimme Majoyrität abgelehnt ist.

Es sind mehrere Amendements gestellt, welche zum Theil auf die Ernennung eines verantwortlichen Bundesministeriums, theils auf die Vereidigung des Bundeskanzlers für den Bund und Verant wortlichmachung desselben dem Reichstage gegen über gerichtet sind. Für diesen letztern Antrag spricht der Abg. Plank(Celle.) Abg. Dr. v. Wächter: Wir dürfen von dem Principe der Ministerverantworklichkeik nicht lassen. Der Ver⸗ antwortlichkeit kann und darf sich Keiner entziehen. Abg. v. Gerber: Der Entwurf bietet gerade Das, was wir brauchen. Vergessen wir nicht, daß der Entwurf das Product von Verträgen ist. Abg. Grumbrecht: Nehmen wir die betreffen⸗ den Bestimmungen des Entwurfs einfach an, so begründen wir damit den verfassungsmäßigen Ab⸗ folutismus. Die Ministerverantwortlichkeit ist der Grundstein jeder Verfassung, die jetzt noch mög lich ist. Abg. Weber(Stade): Vielleicht war Preußen kurz nach dem Kriege in der Lage, den wirklichen Bundesstaat herzustellen, jetzt ist die Regierung es jedenfalls nicht mehr und sie will es auch nicht. Es ist also auch die Einsetzung eines Bundesministeriums unmöglich. Redner er klärt sich schließlich für das Amendement v. Ben nigsen. Abg. Lasker: Eine geschriebene Ver⸗ fassung ohne Ministerverantwortlichkeit kann ich mir gar nicht denken; sie wäre ein Widerspruch in sich selbst. Abg. v. Vincke: Die politische Verantwortlichkeit genüge, von einer juristischen Verantwortlichkeit, die ohnehin nur ein in der Luft schwebendes Princip sei, könne jedoch nicht die Rede sein. Abg. v. Carlowitz spricht für ein von ihm, eigentlich zu einem anderen Artikel gestelltes Amendement. Abg. Dr. v. Gneist: Wer die rechtliche Verantwortlichkeit der Minister nicht will, der will den Rechtsstaat überhaupt nicht.(Sehr gut!) Aber die Ministerverant⸗ wortlichkeit setzt ein Verwaltungsrecht voraus, welches im Bunde erst noch geschaffen werden muß. Im Wesentlichen bin ich für den Entwurf und behalte mir im Uebrigen vor, eventuell auch auf das Amendement v. Bennigsen einzugehen. Der Schluß der Discussion wird ange⸗ nommen. Es wird zuerst abgestimmt über Alinea 1 und 4 des Amendements der Linken, Ausfeld und Genossen: In namentlicher Abstimmung wer⸗ den die beiden Alinea mit 177 gegen 86 Stim⸗ men abgelehnt. Die beiden übrigen Alinea des Amendements werden hierauf zurückgezogen. Es folgt das, mit dem vorstehenden im Wesent⸗ lichen übereinstimmende Amendement der Abgg. Erxleben, Jensen und Zachariä. Das⸗ selbe fällt ebenfalls. Es folgt das Amendement des Abg. Dr. Lette: in Art. 11, letzte Zeile, hinter die Worte:die Zustimmung des Bundes⸗ raths einzuschalten:und zu ihrer Gültig⸗ keit die Genehmigung des Reichstags. Mit die⸗ sem Zusatze wird der Art. 11 angenommen. Zu Art. 12:Das Präsidium ernennt den Bundes kanzler, welcher im Bunvesrathe den Vorsttz führt und die Geschäfte leitet, beantragt der Abg. v. Bennigsen:ferner die Vorstände der einzel⸗ nen Verwaltungszweige, welche nach dem Inhalt dieser Verfassoung zur Competenz des Präsidii ge⸗ hören. Graf Bismarck hat gegen die Verant- wortlichkeit des Bundeskanzlers in der Form der Contrasignatur nichts einzuwenden. Abgeordn. v. Thielau(Sachsen) hat Bedenken gegen das Amendement, welches die vorhin abgelehnte Bun⸗ desregierung durch die Hinterthür wieder ein⸗ schmuggeln wolle. Abg. Windthorst ist der Meinung, daß irgend eine Bundesregierung doch wohl geschaffen werden müsse. Graf Bismarck spricht nochmals sein Bedenken aus, worauf es zur Abstimmung kommt. Das Amendement v. Bennigsen wird angenommen. Es

kommt nunmehr der Zusatz mit der Regierungs vorlage zur Abstimmung. Das Resultat ist zwei felhaft und die Zählung ergibt, daß 125 für und 125 gegen die Annahme des also amendirten Art. 12 stimmenu. Es wird nunmehr zur na⸗ mentlichen Abstimmung geschritten, deren Re sultat ist, daß 126 Abgeordnete für und 127 gegen die Annahme des amendirten Art. 12 stim⸗ men, welcher in dieser Form also mit einer

27. März. Reichstag. Präsident Sim⸗ son eröffnet die Sitzung um 10 Uhr. Abg. Michaelis beantragt, die Abschnitte 7 und 8 über Eisenbahn⸗, Post⸗ und Telegraphenwesen der Commission zu überweisen. Das Haus behält sich den Beschluß vor, bis der Antrag gedruckt sein wird. Die Vorberathung wird fortgesetzt. Art. 13, 14 und 15 werden ohne Debatte ange⸗ nommen. Zu Art. 16 bringt v. Bethusy⸗ Hue den abgelehnten Art. 12 als Amendement ein. Lasker und Bennigsen erneuern ihre früheren Anträge in neuer Form. testirt dagegen, daß abgelehnte Anträge als Amen⸗ dements wieder eingebracht werden. Präsident Simson hält es für zulässig, das Haus gleich falls nach längerer Debatte. Für den Antrag Bethusy's spricht v. Blankenburg. Redner meint: Lassen wir Amendements und schreiten wir zur Annahme en bloc. Bennigsen spricht ge⸗ gen letzteren Vorschlag für sein Amendement. Graf Bismarck: Einerseits bezeugt man der preußi⸗ schen Politik Vertrauen, andererseits bezeugen die Amendements doch ein gewisses Mißtrauen. Ich wüßte wohl 50 Amendements für den Entwurf, unterdrücke sie aber, weil ich meine Person dem Wunsche für das Zustandekommen des Ganzen unterordne. Ich wiederhole, das gegenwärtige Amendement ist für die Regieren völlig un⸗ annehmbar. v. Bethusy⸗Hue spricht für sei⸗ nen Antrag. Waldeck für das Amendement v. Bennigsen's. Thielau(sächsische Oberlausitz) für Bethusy⸗Huc. Der Antrag auf Schluß wird abgelehnt. Lasker für sein Amendement.(In der Hofloge erscheint der Großherzog von Baden.) Graf Bismarck erhebt sich nochmals gegen die Amendements v. Bennigsen's und Lasker's: Elissen für Bennigsen. Der Antrag auf Schluß wird abermals abgelehnt. Lasker: Nach den heutigen Erklärungen des Grafen Bismarck sind meine wie vieler Mitglieder Ansichten über den Entwurf wesentlich erschwert. Ich beantrage da her, die heutige Berathung auf morgen zu ver⸗

tagen. Der Antrag wird abgelehnt. Schulze für Bennigsen. Abg. Miquel spricht für Ben⸗ nigsen. Graf Bismarck sagt: Ich habe nichts

Neues gesagt, wir haben unsere Schuldigkeit ge than, den Block beinahe bis zum Gipfel hinan⸗ gewälzt; wenn Sie den Widerstand nicht aufge⸗ ben, offenen Auges den Block wegen einer kleinen Sache in den Abgrund stürzen, dann wird Volk und Land Ihre Namen nennen; wir tragen die Verantwortlichkeit nicht. Abg. Pannier be⸗ antragt Vertagung; der Antrag wird abgelehnt. Abg. v. Sybel erklärt sich für Bennigsen; der Schluß wird abgelehnt. Abg. v. Bennigsen vertheidigt nochmals seinen Antrag. Die Debatte wird geschlossen. Nach einigen persönlichen Be⸗ merkungen wird namentliche Abstimmung über die Anträge Bethusy und Bennigsen beschlossen. Berlin. DieProv. ⸗Corresp. sagt, die Veröffentlichung der preußisch⸗süddeutschen Allianz⸗ Verträge sei erfolgt, um dem Volke das Bewußtsein dessen zu geben, was es an Grundlagen nationaler Einigung bereits besitzt, und um die weitere Arbeit zur Vervollständigung des nationalen Aufbaues zu fördern. 1 Frankfurt. Zur Prüfung für den einjäh⸗ rigen Freiwilligen⸗Dienst haben sich fast eben so viel wie das erste Mal zu Ende verflossenen Jahres, nämlich 130 Militärpflichtige gemeldet. Oesterreich. Wien. Das Abendblatt

derPresse theilt mit, daß ein Handels- Vertrag zwischen Oesterreich und Holland unter⸗ zeichnet worden ist. N Frankreich. Paris. Die Anzeichen, daß die Luxemburg'sche Angelegenheit bald ihren desi⸗

Lasker pro⸗

nitiven Abschluß finden werde, mehren sich. Man spricht von der Existenz eines Geheimvertrages zwischen den drei interessirten Mächten(Holland, Frankreich, Preußen) zum Zwecke der Abtretung Luxemburgs an Frankreich gegen eine Abfindungs

summe von 100 Mill. Franes. Die Reise des französischen Generals Frossard nach Luxemburg wird mit dieser Angelegenheit in Verbindung ge bracht. die Commission, welche den Gesetzentwurf über eine dem Dichter Lamartine zu gewäh⸗ rende Dotation zu prüfen hat, hat in einem dem Staatsrathe bereits zugegangenen Amendement verlangt, daß man Herrn v. Lamartine anstatt einer einmaligen Dotation von 400,000 Fr. eine Jahresrente von 25,000 Fr. bewillige.

Man spricht von Unterhandlungen wegen eines zwischen Belgien, Holland, Frankreich und der Schweiz abzuschließenden Zollvereins.

Landwirthschaftliches und Gewerbliches.

Ueber Bullenhaltung. Einen neuen Beleg für die Vortheile der neuerdings vielseitig empfohlenen Trockenfütterung bei Bullen liefert die Gemeinde Södel, über deren Verfahren ein Bericht des Herrn Bürgermeister Reitz daselbst uns vorliegt, welcher lautet:Die Zuchtbullen der Gemeinde Södel erhalten seit Martini 1858 in einem eigens dazu hergerichteten Stalle durch den Wärker nur Heu, Hafer und Wasser zu ihrer Unterhaltung. Das Heu wird von der Gemeinde angekauft und der Hafer wird von den Rindviehbesitzern in der Art geliefert, daß von jedem Stück Muttervieh, welches begattet wird, 1 Mete gegeben wird. Die Ankaufskosten des Strohes werden durch den Erlös des sehr guten Mistes hin⸗ länglich gedeckt. Je nach der Glöße erhält jeder Zucht⸗ bulle täglich 1518 Pfd. gutes Wiesenheu und nur 2 Gescheid Hafer. Dennoch kommt diese bei ben seilherigen hohen Heupreisen höher zu stehen, als wenn das Halten der Bullen, wie noch in den meisten Gemeinden, an Landwirthe aus der Hand vergeben oder an den Wenigstnehmenden versteigert wird. Diese größeren Unterhaltungskosten, welche der Gemeinde Södel durch die dermalige Einrichtung erwachsen, werden aber durch folgende Vortheile hinlänglich aufgewogen:

1. Ist seit dieser Einrichtung noch kein einziger Bulle krank geworden oder crepirt, während vor derselben durch⸗ schnittlich alle zwe. Jahre ein Stück am Milzbrand fiel. 2. Werden und bleiben die Bullen stels sprungfähig und dauerhaft. 3. Bleiben dieselben immer in sehr guter Haltung. Die Gemeinde Södel erlöst jetzt für einen abgängigen Bullen mehr, als was ein junger, neu au⸗ gekaufter kostet. Endlich, 4. was die Hauptsache ist, die Kühe und Rinder bleiben trächtig. Im Jahr 1866 sind dahier von 170 Stück bedeckten Kühen nur 6 nicht trächtig geblieben, und die gefallenen Kälber sind stark und gesund. 925

Ich glaube, daß diese günstigen Resultate bei Weitem die Mehrkosten der Haltung im Gemeindebullenstall über⸗ wiegen. Die hiesigen Rindviehzüchter sind auch er gegenwärtigen Verpflegung der Zuchtbullen in dem Gemeinde-Stalle und mit der Einrichtung, daß die Bullen an Nasenringen vom Wärter in die Höfe derselben zum Sprunge gebracht werdeu, sehr wohl zufrieden, und ist noch keine einzige Beschwerde zu meiner Kenntniß gelommen.

Indem ich nun schließe, wünsche ich, daß zur Ver⸗ besserung der Rindviehzucht diese Einrichtung Nachahmung finden möge! 9

* Der Eierßock der Hühner. Der Eierstock einer Henne enthält ungefähr 600 Ei'chen; daher kann dieselbe während ihrer Lebenszeit nicht mehe als 600 Eier legen. Bei nalurgemäßem Verlauf ihres Lebens, das neun Jahre beträgt, vertheilt sich die Zahl der gelegten Eier auf die Dauer folgendermaßen: 1. Jahr nach dem Ausbrüten 1520, 2. Jahr do. 100 120, 3. Jahr 120-135, 4.

Jahr 100 115, 8. Jahr 6080, 6. Jahr 5060, 7.

Jahr 3540, 8. Jahr 15 20, 9. Jahr 1 10 Eer. Hieraus folgt, daß es nicht vortheilhaft ist, Hennen länger als vier Jahre zu halten, da ihre Producte nicht das Futter bezahlen, ausgenommen, wenn sie einer seltenen oder werthvollen Race angehören.

Gemüsebeete vor Raupen, Schmetterlin⸗ gen, Schnecken ꝛc. ꝛc. zu schützen. Man besprengt die Gemüsebeete mit einer Auflösung von Chlorkalk in Wasser (die Lösung braucht nur dünn zu sein.) Nicht allein Schnecken, Raupen und Schmetterlinge, sondern auch an⸗ dere Insekten werden von den Gemüsebeeten durch dieses einfache und billige Mittel abgehalten. Ebenso verschwin⸗ den in Stallungen unverzüglich alle Arten von Fliegen, wenn man auf eine Bohle im Stall Chlorkalk streut. Auch hat man bemerkt, daß Ratten und Mäuse schnell die Plätze verlassen, an denen eine gewisse Quantität Chlor⸗ kalk hingestreut worden ist. H

e Maschinen für Schuhmacher. Seither glaubte man, daß unter den Belleidungskünstlern die Herren Schneidermeister allein das Prä hätten, sich zur Erleichte⸗ rung und schnelleren Förderung ihrer Arbeit der Maschinen zu bedienen. Allein darin irrt man sehr. In Nord⸗ amerika bedienen sich die Schuhmacher bereits fünferlei Maschinen. Die eine derselben dient zum Ausschneiden der Brandsohlen, eine andere für die Haupt⸗ oder Außensohlen und zwar schneidet die erste in der Mi⸗ nute 60 Brandsohlen, die andere in derselben Zeit 40

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Verpflegung

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