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1867.
Samstag den 30. März.
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für
Oberhesse
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Enthält
ausgeführt.
— die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Sricdberger Zutelligemzblatt Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. Für das II. Quartal l. J. eröffnen wir ein neues Abonnement auf den„Anzeiger für Oberhessen“. Bestellungen
werden auswärts von den Poststellen des Großherzogthums zu 33 kr., in Friedberg bei der Expedition zu 30 kr.
Amtlicher Theil. Bekanntmachung.
Die Feldstrafen von der J. Periode d. J. können bis zum 15. April jeden Dienstag und Donnerstag an das hiesige Rentamt bezahlt werden. Als besonderen Erhebungstag für den Landger ichtsbezirk Butzbach ꝛc. ꝛc. bestimmen wir Freitag den 5. April von Vormittags 8—10 Uhr bei Herrn Gastwirth Joutz zu Butzbach.
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht,
machen zu lassen, daß nach dem 15. April die Friedberg am 26. März 1867.
dieses im Mahnung erfolgt
Interesse Ihrer Gemeindeangehörigen mit dem Bemerken bekannt
Großherzogliches Rentamt Friedberg Lin deck.
Hessen. Darmstadt. Wie verlautet, ollen zum höheren Postdienste wit der Uebernahme der Post durch Preußen nur noch solche junge Leute zugelassen werden, welche zwischen dem 17. und 25. Lebensjahre stehen und die Abgangs— prüfung auf einem Gymnastum oder einer Gewerbe—
schule bestanden haben.
Die„Hess. Landesztg. macht darauf 85 merksam, daß das in Mannheim erscheinende O
gan der deutschen Volkspartei„Das uche Wochenblatt“ in seinen letzten Nummern Cha— rakterschilderungen aus dem Großherzogthum ent—
halte, die als Seitenstück zu den in„Unserer Zeit“ erschienenen Aussätzen betrachtet werden könnten und welche ein* 2 großes Aufsehen in Darmstadt erregten. Die„Hess Volksblätter“ nennen als Verfasser Rud. Fendt, ob mit Recht, das wissen wir nicht zu sagen,
— Auf den Antrag des Abg. Dumont um Revision des Gesetzes über die Zusammensetzung der Ständekammer und die Wahl der Abgeord— neten, welcher Antrag auch schon bei früheren Landtagen eingebracht worden ist, hat das Großh. Ministerium die Erklärung abgegeben,„daß es mit Prüfung der Frage beschäftigt, ob und welche Bestimmungen der bezeichneten Gesetze abzuändern sein möchten, daß es aber zweifelhaft, ob dem gegenwärtigen Landtage hierüber noch eine Vor— lage zugehen könne.“ Der Ausschuß beantragt daher nur: an die Regierung das Ersuchen zu richten, der ertheilten Zusicherung„baldmöglichst“ entsprechen zu wollen!
Auf Antrag der Großherzogl. Centralstelle für die Landwirthschaft und die landw. Vereine bat die Großherzogl. Oberstudien⸗ Direction ge⸗ nehmigt, daß die Centralstelle einen besonderen landw. Lehreursus für Volksschullehrer, welche sich hierfür interessiren und landw. Fort- bildungsschulen einrichten wollen oder leiten, wäh⸗ rend der Sommerferien in Darmstadt errichte. Als Zeitpunkt zum Beginn des Unterrichts ist der 1. August, für den Schluß desselben der 15. September vorgesehen und an Lehrerkräften die Herren Dr. Dölp, Dr. Funk, Dr. Hallwachs, Dr. Krämer, Dr. Metzler, Hofgärtner R. Noack und Dr. Thiel in Aussicht genommen.
— Das„Frkft. Journ.“ meldet von hier: Das Erkenntniß des großh. Oberkriegsgerichts gegen mehrere Offiziere und einen Militäxarzt wegen deren Verhaltens im vorjährigen Feldzug lautet auf 1⸗ bis Amonatliche Festungshaft. Dem Vernehmen nach ist solches von dem Kriegsherrn bestätigt, von Seiten des Offiziercorps jedoch be—
absichtigt, die Sache hiermit noch nicht auf sich beruhen zu lassen.
hierher
— Geheimerath Seitz ist von Aschaffenburg
übergesiedelt und wird demnächst seinen in der Kammer einnehmen.
— Lanbgerichtsassessor Suppes ist von Schlitz nach Nauheim, L.-G.⸗Ass. Hempel von Alsfeld nach Schlitz, Stadtger.⸗Assessor Hofmann von Gießen nach Alsfeld, L.-Gts.⸗Ass. Oppermann von Altenstadt nach Gießen versetzt worden. Hofmann wurde gleichzeitig zum Richter am Gr. Bezirks- strafgericht Alsfeld ernannt.
Friedberg. Wie wir von zuverlässiger Seite vernehmen, begibt sich der Großh. Flügel- adjutant Oberst v. Grolman in Begleitung des Oberstlieutenants Hartmann vom Großh. Ar- tillerieregiment am 29. d. M. wieder nach Ber⸗ lin, um unsere Militär-Angelegenheit zum defini⸗ tiven Abschluß zu bringen.
Gießen. Professor Leopold Schmid, der s. Z. zum Bischof von Mainz gewählt worden
Sitz
war, aber die päpstliche Bestätigung nicht erlan⸗
gen konnte, hat eine großes Aufsehen erregende Schrift:„Ultramontan oder katholisch? Die re— ligiöse Grundfrage Deutschlands und der Christen⸗ heit,“ erscheinen lassen. Der Verfasser erklärt seinen Austritt aus der„spezifisch- römischen“ Kirchengemeinschaft und seinen„Anschluß“ an die evangelische Kirche. Ein„Uebertritt“ in letztere wird ausdrücklich in Abrede gestellt.
— An die Stelle des nach Karlsruhe abge— gangenen Professor Knop hat für Geologie, Mineralogie und Krystallographie Dr. Streng, bisher Lehrer der Mineralogie u. s. w. an der Bergschule zu Clausthal auf dem Harze, den Ruf als ordentlicher Professor erhalten und angenommen.
Mainz Dieser Tage wurden die Ent schä⸗ digungsgelder für die im vorjährigen Sommer in der Feldgemarkung Kastel umgehauenen Obstbaum⸗ pflanzungen ausbezahlt. Einzelne Betheiligte er- hielten Entschädigungen bis über 2000 fl. Die Zahlung erfolgte in preußischem und frankfurter Papiergelde. Man ist in Kastel mit der Abwick⸗ lung dieser Angelegenheit sehr zufrieden. Die Entschädigung für die Gemeinde Kostheim wird ebenfalls in der Kürze ersolgen.
Preußen. Berlin, 26. März. Reichs⸗ tag. Es ist ein Antrag des Abg. v. Unruh eingegangen, zu§. 49 der Geschaͤftsordnung den Zusatz zu machen:„Ist ein Mitglied des Reichs- tags, welches ein Amendement beantragt hat, bei der Berathung des Gegenstandes nicht zum Worte gelangt, so erhält dasselbe nach dem Schlusse der Discussion das Wort auf 5 Minuten, worauf ein anderes Mitglied 5 Minuten dagegen sprechen kann.“ Die heutige Tagesordnung führt zunächst zur Specialdiscusston über den Art. 6 des Ver fassungsentwurfs(Stimmenvertheilung.) Zu die sem Artikel sind mehrere Amendements gestellt.
[Der Präsident der Bundes- Commissarien Graf Bismarck bemerkt zu den erhobenen Einwen⸗ dungen: Jede derartige Stimmenvertheilung habe immer etwas Willkürliches. Es sei zweckmäßig gewesen, das Stimmenverhältniß so zu vertheilen, daß immer auch noch Preußen gegenüber eine Majorität a bleibe. Die Regierung lege Werth darauf, daß der Art. 6 einfach nach dem Wortlaute des Entwurfs angenommen werde. Die Amendements werden hierauf zurückgezogen und es erfolgt die unveränderte Annahme des Art. 6. Zu Art. 7(Geschäftsgang im Bundesrathe) hat der Abg. Lasker den Antrag gestellt, in dem Satze des 2. Alinea:„Die Beschlußfassung er⸗ folgt mit einfacher Mehrheit, mit Ausnahme von Beschlüssen über Verfassungs veränderungen, welche zwei Drittel der Stimmen erfordern,“ die Worte „mit Ausnahme“ bis„erfordern“ zu streichen und als besonderen Artikel an den Schluß der Ver- fassung zu setzen:„Veränderungen der Verfassung erfolgen im Wege der Gesetzgebung, jedoch ist zu denselben im Bundesrathe eine Mehrheit von zwei Dritteln der vertretenen Stimmen erforderlich.“ Mit dieser Abänderung wird der Art. 7 ange- nommen. Zu Art.(Ausschüsse und deren Thätigkeit) bittet der Abg. v. Hammerstein um Erläuterungen über das Wort„dauernde.“ Auch wünscht er, daß statt des Wortes„Bundes- feldherr“ gesetzt werde:„Bundespräsidium.“ Graf Bismarck: Die Ausschüsse sollen allerdings dauernde sein; sie brauchen darum aber nicht immer versammelt zu sein; es hängt dieß ab von den Beschlüssen des Bundesrathes und von der Bedürfnißfrage. Die gewünschte Wortveränderung hat jedenfalls die Wirkung, daß wir in ganz un- nöthiger Weise Zeit verlieren. Abg. Bouneß beantragt, aus Gründen der Ministerverantwort⸗ lichkeit, die völlige Streichung des Art. 8, wo⸗ gegen der Abg. Twesten wieder für die einfache Annahme des Artikels spricht. Graf Bismarck gibt noch eine kurze weitere Erläuterung zu dem Artikel. Abg. Rée theilt den Standpunkt des Abg. Bouneß und will in eine längere Aus- einandersetzung über das Printip der Minister- verantwortlichkeit eingehen, wobei er jedoch von dem unruhig werdenden Hause vielfach„Zur Sache“
gerufen wird. Abg. v. Bennigsen hält die einfache Annahme des Art. 8 besonders auch mit
Rücksicht auf einen künftigen Anschluß der süd⸗ deutschen Staaten für durchaus nöthig. Abg. Ausseld(Gotha) ist für die Streichung. Abg.
Zachariä prolestirt dagegen, daß der von ihm gestellte Antrag auf Umänderung des Wortes „Bundesfeldherr“ in„Bundecspr isidium“ darauf berechnet sei, die Berathung hi nzuhalt en und Zeit zu verlieren. Graf Bismarck: Daß der An⸗
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