Ausgabe 
30.3.1867
 
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0 E. E 41 bas alentn

Aüßensohlen scharf und glatt aus. Eine dritte Maschine dient zum Ausstoßen der Sohlen, damit sie überall gleiche Dicke erhalten und eine vierte Maschine näht mit⸗ dalst gepichten Haufgarns die Sohlen auf, und zwar lassen sich mit ihr glich während 10 Arbeitsstunden 150 Paar Muideldrogt Sliefel- oder Schuhsohlen aufnähen. Die fünfte Maschine endlich dient zur Herstellung von Absätzen und fertigt ein Paar nicht zu hohe Absäͤtze in der Zeit von einer Minute. H. Neue patentirte Wagenschmiere. 8 Pfund reines Fichtenharz wird über Feuer zerlassen, C Pfund Graphit zugesetzt und die Masse in siedendem Wasser gut

ge mengt.

Der bhiesige Armen-Verein ftützte im Jahre 1866 2929 durchreisende burschen. Im Jahre 1865 nur 2304 also ein 625. Der Verein verausgabte an Handwerksbursche 292 fl. 54 kr. Außer diesem wurden Gaben an Arme auf den Orten: Florstadt, Rodenbach, Oberau, Langenhain, Ober Wöllstadt, Petterweil, Ober-Mörlen, Air Reßban Wisselsheim und Dorheim verlheilt. Langenhain mit 47 fl. 12 kr.Ober-Mörlen 27 fl. 36 kr., Florstadt 15 fl. 39 kr., Ober⸗Rosbach und Ober ⸗Wöllsiadt mit je 9 fl 36 kr., die andern alle mit 4 fl. 48 kr. Die ganze Aus gabe beträgt inel. der Verwaltungskosten 598 fl. 56 kr. Wenn man erwägt, daß auch 35 viel für andere wohl Hälige Zwecke, Hülfsperein, Blinden⸗Anstalt, Invaliden Verein zd. nicht kärglich gegeben wird: so glauben wir, daß unsere Stadt hinter andern Städten von gleichem Umfang in der Wohlthätigkeit nicht zurück ist. Wir

unter⸗ Handwerks Mehr von

Tr. Friedberg.

wollen hiermit nicht groß thun, sondern nur die Wahr heit sagen, und das wird doch gestattet sein, zumal wenn man die Absicht hat, auch Andere zu gleicher Liebe zu reizen. Nach dem Gesagten ist es nur zu wundern

daß trotz dessen immer noch viel Bettelei angetroffen wird.

Woran dies liegt, können wir nicht beurtheilen, aber Thatsache ist es; besonders kommen wieder viel Kinder,

namentlich von Ober⸗Wöllstadt, wenigstens sagen sie, daß sie daher seien. Zwei Mittel dürften sich wirksam erweisen; erstens, daß man nichts gäbe und zweitens, daß die Polizei den kleinen Vagabonden keine Ruhe ließe. Für die Mitglieder des Armen⸗Vereins dürfte es von Interesse sein, die Namen der Armen, welche auf dem Lande unterstützt werden, zu erfahren, damit man wüßte, wer durch den Verein eine Gabe erhielte, damit man nicht noch einmal gäbe, oder sie zu solchen Einwohnern schickte, die dem Verein nicht angehören, damit sie sich ihre Gaben dort selbst holten, denn einem Armen soll man keine Gabe entziehen, das verlangt sogar der türkische Koran. Nauheim. Mit dem 1. April werden sich die Räume unseres Kurhauses dem Publikum wieder erschließen und die täglichen Concerte der Kurkapelle unter Leitung des Herrn Director Neumann ihren Anfang nehmen. Dieselben finden bis zum Eintritt günstigerer Witterung in den Räumen des prachtvollen Concertsaales statt. Es wird so nach und nach wieder etwas mehr Leben in die winterliche Todesstille unseres Badeortes komen und mit den Hoffnungen und Wünschen für eine recht erfreu⸗ liche, lebhafte Saison werden die Vorbereitungen unserer

Wohnungobesitzer gleichen Schritt gehen, um für eine solche, welche wir seit Jahren sehnlichst wünschen, in jeder Weise gerüstet z zu sein.

9 Harbach, Kr Am 20.

Grünberg. März l.

starb in dem seltenen Alter von 94 Jahren der hiesige Ortsbürger Johann Georg Keil. Er hatte 3 Kinder, 14 Enkel, 10 Urenkel und 1 Ur⸗Urenkel.

Frankfurt. Bei den hiesigen Bäckern wurde vor Kurzem eine Brodvisitation durch die Polizei abgehalten und bei vielen die Waare zu leicht befunden und con⸗ fiocirt. Gegen die betreffenden Bäcker ist ein strafrecht liches Verfahren eingeleitet.

Die unteren Beamten, Pedelle, Boten ꝛc. sollen, wie man vernimmk, Nemnächst Dirselbe besteht in einem dunkelblauen

Aufschlägen und Dienumütze.

Frankfurt. der hiesigen Aemter Uniform erhalten. Waffenrock mit schwarzen

Frankfurt. Vom 16. bis 23. März starben dahier 50 Personen.

Michelstadt. Liebmann Lehmann, welcher vor einigen Monaten vom Hofgerichte von der Anklage wegen Belrugs freigesprochen wurde, wurde auch von der von L. A. Heil gegen ihn erhobenen Anklage der Schrift fälschung durch Gr. Bezirksstrafgericht dahier freigesprochen. Staatsanwalt und Gerichtshof nahmen die Schulver bindlichkeit Heils, worüber die Urkunde spricht, als be wiesen an.

4 Auf der Weltausstellung wird eine, von einem Preslauer, Hru. E. Scholz, gefertigte astronomische Uhr zu sehen sein, welche eben so sehr die Bewunderung der Kenner wie der Laien verdient. Die Uhr zeigt auf einem großen, künstlerisch decorirten Zifferblatte die Breslauer und auf einem kleineren, unmittelbar darunter befindlichen die Berliner Zit mit Secundenschlag an. Außerdem befinden sich aber aus grauem Marmor gebildeten Rückwand des vor welcher der Pendel schwingt, nach links zwei Verticalreihen von le 12 Ziff ittern, welch n 24 r bedeutendsten Orte auf der Erde, als: z. B. von der Sidnep, Kalkutta, Moskau St. Petersburg, Konstantinopel, Rom, Paris, Marseille, London, New⸗Hork, Washington und anderen, bis San Francisco die gleichzeitige Zeit nach Stunde und Minute angeben. Au diesen 24 Zifferblättern rücken bie Mmutenzeiger nur nach Ablauf je einer Minute, also mit dem Schlage der sechszigsten Secunde, zugleich um eine Minute weiter. Außerdem zeigt aber auch jedes

Zifferblatt durch einen besonderen Index die Tageszeit an,

so daß man ganz genau weiß, wenn z. B. für irgend einen Okt die sechste Stunde durch das betreffende Ziffer⸗ blatt angezeigt ist, ob es dort 6 Uhr Morgens oder

Abends ist u. s. w. Unter den Zifferblättern steht unter

einer Spiegelplatte ein sauber ausgeführter Erdglobus, der genau innerhalb 24 Stunden ein Umdrehung voll⸗ endet. Ein darüber angebrachter Zeiger weist genau auf den Meridian hin, welcher der Mittagsstunde entspricht, so daß man an dem Globus alle Punkte der Erdoberfläche ablesen kann, in welchen in dem betreffenden Augen⸗

blicke eine richtig gehende Uhr die Mittagsstunde anzeigen muß » Nachfolgende stalistische Notizen derTriest. Zig. über den Klerus in Oesterreich dürften nicht ohne

Interesse sein. Derselbe umfaßt 55,370 Personen, darunter

1 Patriarch, 4 Primaten, 11 Erzbischöse, 58 Bischöfe, 24 Weihbischöfe, 12,863 Pfarrer, 589 geistliche Professoren Ferner bestehen 720 Männerklöster mit 59 Aebten, 45 Provinzialen, 6754 Priestern, 645 Klerikern, 240 Novizen 1917 Laienbrüdern. Die meisten Klöster besitzen: die Pia⸗ risten 60, die reformirten Franziskaner 165, die Obser⸗, vanten-Franziskaner 72, die Conventual⸗Franziskaner 45 die Dominicaner 41, die ECistercienser 48, die Benedictiner 37, die e Brüder 31, die Jesuiten 17, die Prämonstratenser 15, die Basilianer(gri chischer Ritus) 26. Die Zahl der Frauenkl öster beträgt 298 mit 5198 Nonnen, worunter die barmherzigen Schwestern des heil. Vincenz mit 85 Klöstern und die Ursulinerinnen mit 25 Klöstern am zahlreichsten sind. Das gesammte Kirchenvermögen beträgt 185,672,967 Gulden mit 19,639,713 Gulden jähr⸗ licher Einkünfte. Am höchsten dotirt sind die Erzbisthll⸗ mer Olmütz mit 300,800 fl., Prag mit 71,680 fl., Bis⸗ hum Linz mit 51,250 fl., das Prager Kapitel mit 80,000 fl., die regulirten Chorherren in Klosierneubur 9

mit 158,000 fl., Herzogenburg mit 51,000 fl., St. N tian mit 95,000 fl., Kreuzherren in Prag mit 54 000 fl., Prä⸗ monstratenser in Schlögel mit 52,150 fl., in Tögl mit

223,000 fl., Ba: rnabiten in Wien mit 54,450 fl. Bene⸗ dictiner in Mölk mit 190,000 fl., bei den Schotten in Wien mit 197,000 fl., in Seitenstätten mit 92,600 fl. in Göltlweih mit 71,600 fl., bei St. Peter in Salzburg mit 87,500 fl., in Kremsmünster mit 191,700 fl., in Admont mit 52,760 fl., in St. Lambrecht mit 50,200 fl., Cistercienser in Heiligenkreuz mit 93,900 fl., Zwettl mit 50,000 fl., Hohenfurth mit 51,100 fl. und Ossek mit 87,900 fl.

Telegraphischer Bericht.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Specialagent.

Das Hamburger PostdampfschiffGermania, Capt. chwensen, trat am 23. März wied derum eine Reise via ithampton nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 350 Tons Ladung, 36 Pas⸗ sagiere in der Cajüte und 460 im Zwischendeck an Bord.

Das Bremer Postd dampfschiff des Norddeutschen Lloyd Deutschland, Capt. Wessels, welches am 9. März New⸗ Jork verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen 15 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die Vereinigte Staaten⸗Post, sowie die für England und Frankreich bestimmten Passagiere gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 169 Passagiere, volle Ladung und 145,000 Dollars Contanten.

Schiffs nachrichten.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Specialagent.

Angekommen in New-York: Am 23. Februar Dampfer Hibernia von Liverpool, am 23. Februar Dampfer Tripoli von Liv etpool, am 24. Febr. Dampfer Deutschland von Bremen, am 24. Februar Segelschiff Republik von Bremen, am 26. Februar Dampfer Pennsylvania von Liverpool, am 26. Februar Dampfer Tarifa von Liver⸗ pool, am 26. Februar Dampfer Eity of New⸗Dork von Liverpool, am 27. Februar Dampfer Pereite von Havre, am 27. Februar Segelschiff Harvest Home von Havre.

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