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bisherig Thurn und Taxis'schen Postbezirken aus- gedehnt werden sollen.
— Die Einberufung von Hanno ver'schen Vertrauensmännern nach Berlin soll zwischen dem 15. und 20. Juli erfolgen.
— In der Person eines heruntergekommenen Handlungsreisenden, seines Complicen und zweier Frauenzimmer glaubt man ietzt die Mörder des unglücklichen Bäckerlehrlings Corny entdeckt zu haben. Dieselben sind verdächtig, mehrfache Ein- brüche und Diebstähle in der Oranienburger Vorstadt verübt zu haben und man vermuthet, daß Corny an dem Morgen ihnen, als sie mit dem Bergen der von ihnen geraubten Gegenstände beschäftigt waren, in die Hände gelaufen ist. Wie verlautet, haben diese vier Personen durch Widersprüche in ihren Aussagen und dadurch, daß sie ihren Aufenthalt in der bewußten Nacht nicht nachweisen können, zu verstärkten Verdachts— gründen Veranlassung geben.
— Zur Beseitigung verschiedener Zweifel ist bestimmt worden, daß die Apothekergehülfen aus den dem preußischen Staate durch die Gesetze vom 20. Sept. und 24. Dec. 1866 einverleibten neuen Landestheilen zur Condition in den Apotheken der älteren Provinzen ohne Weiteres zugelassen werden können.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ meldet:„Die Einführung der preußischen Justizorganistrung in den Elbherzogthümern steht bevor. Die Nachricht von einer beschlossenen Aenderung der Zeitungs- steuer ist verfrüht. In der Spielbankfrage stehen mit den Spielgesellschaften Verhandlungen über Bedingungen bevor, unter welchen die Fortdauer des Spiels noch wenige Jahre gestattet würde“.
— Die„N. Pr. Ztg.“ schreibt: Man sagt, daß die französische Regierung auch in Getreide gegenwärtig große Ankäufe mache; wir hören beispielsweise, daß in nächster Zeit aus Ungarn bedeutende Massen(angeblich 500,000 Ctr. Eisen⸗ bahnfracht) nach Frankreich versendet werden.
Hannover. Der General-Gouverneur v. Voigts⸗Rheetz hat einen Erlaß veröffentlicht, durch welchen die Gemeinden fuͤr die Verheimlichung oder Entfernung von Deserteuren und Militär⸗ pflichtigen solidarisch haftbar gemacht werden. Die Gemeinden, in denen erwähnte Fälle vor— kommen, sollen mit Einquartirung auf ihre Kosten belegt, die Gemeindevorsteher aber mit doppelter Bequartirung berücksichtigt werden,„da diese Personen in erster Reihe für solch strafbares Treiben verantwortlich zu erklären sind“. Eine Gemeinde, die des Dorfes Scharrel im Amte Neustadt am Rübenberg, ist bereits von einer solchen Strafe betroffen worden, da die in die Wälder dieses Amts geflüchteten Deserteure Unter- stützung bei Bewohnern des Dorfes gefunden haben sollen.
Frankfurt. Am 25. d. wurde die erste Beilage des Frankfurter Journals von der Polizei mit Beschlag belegt. Anlaß zu dieser Maßregel hat vermuthlich der Abdruck einer angeblichen Proclamation Maximilians von Mexiko, worin gegen Napoleon III. sehr scharfe Ausdrücke gebraucht werden, gegeben.
Wiesbaden. Am Nachmittag des 25. d. hatte dahier ein furchtbarer Wolkenbruch statt, bei dem zwei Kinder das Leben einbüßten. Der Weiher vor dem Kurhaus trat über, und das Wasser stand in den Spielsälen, wo eine furcht⸗ bare Verwirrung herrschte, mehrere Fuß hoch. Der Schaden ist sehr bedeutend.
Bayern. München. Die preußische Staatsregierung hat sich bereit erklärt, alle die Kosten, welche die Einquartirung und Ver- pflegung ihrer Truppen in unserem Lande vom Tag des Friedensschlusses mit Bayern an ver⸗ ursachte, anzuerkennen und in der nächsten Zeit aus bezahlen zu lassen.
Frankreich. Paris. Der Budgetcommission wurde in außerordentlicher Sitzung ein Gesetz— entwurf mitgetheilt, welcher 158 Millionen Frs. für die neue Bewaffnung der Marine und der Armee verlangt. Diese Summe soll durch Aus⸗ gabe von Schatzscheinen beschafft werden. Anvere
Ausgaben für Vermehrung des Militäretats werden auf das Budget des Jahres 1868 übertragen.
Holland. In der Mitte des Monats Mai hatten sich auf holländischem Gebiete 160 ehemalige hannover'sche Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten eingefunden. Ihre ausgesprochene Absicht war, eine Legion zu bilden, sobald der Krieg aus brechen würde, und dann einen bewaffneten Einfall in Hannover zu unternehmen. Da dieselben nun bis auf die letzte Zeit ihre früheren Projecte noch verfolgten und im Auge behielten, so ist ihnen vor Kurzem von der holländischen Regierung bemerkt worden, daß sie innerhalb 3 Wochen das Land zu verlassen hätten.
Italien. Rom. In dem vom Papste abgehaltene Consistorium sagte derselbe in der Ansprache an die Versammelten:„Die Vereinigung so vieler Bischöfe und Vicarien Christi beweise die Kraft der katholischen Kirche; er hege die Absicht, ein allgemeines Concil zu berufen, sobald die Gelegenheit sich dazu als günstig darbieten werde.“
— Nach Nachrichten aus Florenz bestand der Plan der Bewaffneten, welche ins römische Gebiet einfielen und nach Viterbo wollten, darin, daß dort eine provisorische Regierung, eingesetzt und von dort aus Rom in Aufstand gebracht werden sollte. Viterbo selbst war als Operations— punct gewählt. An der Spitze der Bewaffneten stand ein gewisser Perelli, früher Unter-Officier unter Garibaldi.
Rußland. Die russischen Journale heben auf Grund der publicirten Documente den Antheil Rußlands an der Beilegung der Luxemburger Frage hervor, welche keineswegs ausschließlich ein Verdienst Englands und Oesterreichs gewesen sei.
* Friedberg. Alle Blätter der letzten Tage sind voll von Berichten über die während des 24. und 25. ds. stattgehabten schweren und ungewöhnlich lange andauern— den Gewitter, welche sich in einer sehr bedeutenden Aus— dehnung über der Rhein- und Main⸗Gegend entwickelten und entluden. So viel wir bis jetzt aus diesen Berichten entnehmen konnten, hat der Blitz in sehr vielen Orten eingeschlagen, meistens jedoch ohne großen Schaden zu verursachen. Wir wollen kurz aufzählen, was wir Bezüg⸗ liches in er dcie g Zeitungen fanden. Bekannt ist be— reits, daß der Blitz in hiesiger Stadt zwei Bäume zer⸗ schlug, von Melbach berichten wir unten, daß es dort viermal eingeschlagen, weiter schlug der Blitz in Gräven— wiesbach bei Usingen in einen Stall, der mit dem darin befindlichen Vieh ein Raub der Flammen wurde, ferner in die Kirche zu Echzell, in das Stationsgebäude zu Langgöns, in die Scheuer des Bürgermeisters daselbst, in Leihgestern und Großenlinden, worüber wir Näheres nicht angeben können, in das Haus der barmherzigen Schwestern zu Darmstadt, in die Kirche zu Niederra in die Krugs⸗ mühle bei Eberstadt, in die Signalla r Eisenbahn⸗ station Weiterstadt, in das Pfarrhau nbsheim und erschlug endlich einen jungen Mann alde bei Wies⸗ baden. Das sind die bis jetzt bekannt gewordenen Fälle, wobei wohl angenommen werden darf, daß noch viele Orte heimgesucht wurden, von welchen bis jetzt keine Kunde in die Oeffentlichkeit gekommen ist.
K. Meldach. Am 25. d. M., Nachmittags 6 Uhr, entlud sich über die Gemarkung Melbach ein von Osten kommendes schweres Gewitter, welches zwar den lang ersehnten Regen brachte, aber auch die Gemeinde in großen Schrecken versetzte. Der Blitz schlug nämlich ohne zu zünden und ohne erheblichen Schaden anzurichten in ein Wohnhaus, jedoch schon einige Minuten darauf traf ein anderer Blitzurahl eine mit Stroh, Heu und frischem Kleeheu angefüllte Scheuer, welche alsbald in lichten Flammen land. Ein Glück war es, daß der größte Theil der Melbacher Einwohner zu Hause war, hierdurch und insbesondere durch den bethätigten Eifer derselben beim Löschen gelang es, die ganz nahe daran stehenden Gebäude zu retten, was auch hauptsächlich noch dadurch erreicht wurde, daß die Gemeinde drei Spritzen besitzt und hin⸗ längliches Wasser vorhanden ist. Hierdurch war man, ehe die Nachbargemeinden zur Brandstätte kamen, schon Herr über das Feuer geworden. Bemerkenswerth erscheint es, daß der Blitz in Zeit von 24 Stunden viermal in Melbach eingeschlagen hat; am 24. Juni in das besagte Wohn⸗ haus, dann gleich darauf in die abgebrannte Scheuer und Abends in einen Baum und am 25. Juni nochmals in ein Wohnhaus, wodurch jedoch ebenfalls kein weiterer Schaden angerichtet wurde, als daß der Strahl am Hause hergelaufen und in einen Stall gedrungen ist, in welchem eine Ziege erschlagen wurde.— Man kann sich leicht den Schrecken denken, in welchen die Melbacher Einwohner versetzt wurden, als der Blitz in 24 Stunden Amal ein⸗ schlug. Es war auch kein Wunder, daß sich schwere Wetter bilden mußten, indem am 24. Juni Morgens um 7 Uhr schon die ungemein schwüle und drückende Luft
mit Elektricität so angefüllt war, daß man sich großer
[Besorgniß nicht erwehren konnte.
„e Verdient Nachahmung.
Jünglinge vom 14. bis 20. Lebensjahre. Der Gemeinde⸗
rath bewilligte zu biesem Behufe, so lange die Anstalt] besteht und ihren Zweck erreicht, dem damit betrauten!
Lehrer für Unterricht und Heizung jährlich 100 fl. Die Zweckmäßigkeit einer solchen Anstalt kann nicht in Frage gestellt werden und der gefaßte Beschluß zeugt von dem gesunden Sinn und der Einsicht des Gambacher Gemeinde raths, der auch in andern Beziehungen keine Kosten scheul, wenn es sich um die Beförderung des Wohlstandes und die Bildung der Gemeindeglieder handelt. Möchten die
Gemeindevorstände anderer Gemeinden dasselbe thun!—
(Schulbote für Hessen).
Frankfurt. Mehrere Frankfurter Blätter berichten; Die hies. Herbergen flir Dienstboten sind eben außerordentlich stark mit Stellesuchenden angefüllt. Viele Familien, welche seither zwei Dienstmädchen hielten, begnügen sich mit einem, viele entließen jedoch auch diese und beschränken sich in jeder möglichen Weise. Daß diese Erscheinung auf den Lohn wirkt, ist selbstverständlich. Wenn auch manchmal noch Forderungen von 60 fl. von Hausmädchen in jüngster Zeit erhoben worden sind, so ist es doch Thatsache, daß eben die meisten Dienstmädchen froh sind, wenn sie für 35—40 fl. per Jahr dienen können.
Mainz. Als ein Curiosum verdient Erwähnung, daß in dem Gepäckwagen 374. der hessischen Ludwigs eisenbahn, welcher täglich die Tour auf der Strecke zwischen Bingen, Mainz und Frankfurt hin und zurück macht, ein Rothschwänzchenpaar sich ein Nest gebaut hat, in welchem
haben zwei Eier befinden.
Bingen, 22. Juni. Der Weinstock ist bereits in det Blüthe. Er bedarf jetzt einiger heißen Tage, um rasch und gleichmäßig zu verblühen.
Mannheim, 22. Juni. Um die Mitte voriger Woche verschwand auf eine unbegreifliche Weise der 18 Jahr alte Sohn eines hiesigen Bahnangestellten unter Umständen, die eine Flucht nicht vermuthen ließen. Alle daraufhin gemachten Recherchen blieben erfolglos, bis derselbe am Mittwoch in Worms im Rhein geländet wurde. Der Umstand, daß die Leiche des Geldes und der Uhr beraubt war und sich eine bedeutende Wunde am Vorderkopf vor⸗ fand, läßt auf ein an demselben begangenes Verbrechen zweifellos schließen.
„ Die kaiserliche Dienerschaft zu Paris macht in Folge der Ausstellung die besten Geschäfte: der Kaiser von Rußland hat ihr 50,000, der König 40,000 und der Kronprinz von Preußen 30,000 Francs gegeben.
Telegraphischer Bericht Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff Saxonia, Capt. Haack von der Linie der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktien⸗Gesellschaft trat am 22. Juni wiederum eine Reise direct nach New-York an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpoft 450 Tons Ladung, 62 Passagiere in der Cajüte und 554 im Zwischendeck an Bord.
Das Hamburger Postdampfschiff Borussia, Capt. Franzen von der Linie der Hamburg- Amerikanischen Packetfahrt⸗ Aktien⸗Gesellschaft, welches von New-⸗Pork am 8. Juni abging, ist nach einer glücklichen Neise von 13 Tagen wohlbehalien in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 91 Passagierk, 500 Tons Ladung, 192800 Dollars Contanten und 18 Briessäcke.
Das Hamburger Postdampfschiff„Hammonia“, Capt. Ehlers, welches am 8. Juni von Hamburg via Sout⸗ hampton abging, ist nach einer sehr schnellen und glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Das Hamburger Postdampfschiff„Allemania“, Capt. Meier, welches von New-York am 15. Juni abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen Reise von 9 Tagen 22 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich be⸗ stimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 203 Passagiere, 1100 Tons Ladung und 181500 Dollars Contanten.
Das Bremer Postdampfschiff des Norddeutschen Lloyd „Deutschland', Capt. Wessels, welches am 13. Juni New⸗Pork verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 211 Passagiere und volle Ladung. a
Eingesandt. Dit Landspritze und deren Bedienung.
Sobald die Sturmglocke das Signal verkündet, daß in einem unserer Nachbarorte Feuer ausgebrochen, sammelt sich die berreffende Spritzenmannschaft in möglichster Eile am Rathhause, um zu erfahren, ob und wohin die Spritze abfahren wird. Eine bestimmte Antwort auf die Frage — wohin?— ist gewöhnlich nicht zu erhalten bei dem die Spritzenmeister c. sichtlich beherrschenden Eifer, den bedrohten Nachbarn Hülfe zu bringen. Die für die Spritze bestimmten Pferde sind rasch zur Hand und ebenso rasch eilt man fort der Brandstätte zu. Mittlerweile steht die zur Lanbspritze gehörende Bedienungsmannschaft berathend und manchmal auch rathlos zusammen, welcher Weg als
der nächste nach der unbestimmt bezeichneten Brandstätte
8 Ver! In Gambach, im Kreise Friedberg, besteht eine Fortbildungsschule für
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