Ausgabe 
29.6.1867
 
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1867.

Famstag den 29. Juni.

4 76.

ur 4 Geschütze.

Anzeiger

für Oberhessen.

Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Iutelligenzblatt

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samsag.

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Abonnements Einladung.

Mit dem 1. Juli beginnt ein neues halbjährliches Abonnement auf den Anzeiger für Oberhessen, welcher auch ferner wöchentlich

sreimal, Dienstag, Donnerstag und Samstag, erscheinen wird.

Derselbe bringt die kreisamtlichen Erlasse, sodann eine kurze Uebersicht der interessantesten

ind wichtigsten Tagesbegebenheiten, allgemein belehrende und unterbaltende Aufsätze, landwirthschaftliche und gewerbliche Mittheilungen, geschäftliche Nachrichten, Markt- und Cours-Berichte, Verloosungen von Staatspapieren und locale Notizen, außerdem wöchentlich einmal in dem beigegebenen Unterhaltungs- Blatt interessante Novellen und Erzählungen, Gedichte, Anekdoten, Räthsel ꝛc. uns die erfreulichste Aufmunterung sein, die Geschäfte der Redaction in der bisher eingehaltenen Weise fortzuführen.

Das Abonnement beträgt halbjährlich:

für die Abonnenten in hiesiger Stadt 1 fl., bei sämmtlichen Postämtern des Großherzogthums 1 fl. 6 kr.

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iebe man baldigst zu machen, damit in der Zusendung des Blattes keine

Blatt auch für das neue Halbjahr zusenden, wenn nicht ausdrücklich

Die Redaction.

Amtlicher Theil.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und die Großherzogl. Gensdarmerie des Kreises.

Anter Bezugnahme auf nachstehendes Ausschreiben des Gr. Polizei⸗Commissariats Offenbach beauftragen wir Sie, auf die darin beschriebene Elisabetha Werner von Kehlenbach zu fahnden, sie im Betretungsfalle zu arretiren und uns gefänglich vorzuführen.

Friedberg den 26. Juni 1867.

Aus schrei ben.

Tyr a p p.

Werner, Elisabetha, von Kehlenbach, Kreis Biedenkopf, 19 Jahre alt, ledig, blond, kräftig, mit blauen Augen, ovalem Besicht, trägt schwarzen mit Perlen besetzten Sommer- Paletots, grauen Lüstrerock, ausgeschnittene Lederschuhe, weiße Strümpfe mit durch⸗ krochenen Borden, welche heute von bier abereist ist, steht hier wegen Gelddiebstahls in Untersuchung, und ersuchen wir deßhalb um deren

Jerhaftung und Benachrichtigung, Offenbach den 24. Juni 1867.

*

2 Groß herzogliches Polizei-Commissariat Offenbach

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Hessen. Darmstadt. Nach dem von dem Abg. Zentgraff erstatteten Ausschußbericht be⸗ süglich der mit Preußen abgeschlossenen Militär- Onvention wird sich der Sitz des General mmandos des 11. Armeecorps, in dessen Verband is auf anderweitige Verständigung die bessische Division tritt, in Kassel befinden. Die wirk- iche Stärke des stebenden Heeres wird eine Summe von 19,400 Mann(darunter 14,400 Nann Feld- und 5000 Mann Besatztruppen) trgeben. Die seitherige Kriegsstärke betrug 12,749 Mann inel der Nichtstreitenden. Die Friedens- sräsenzstärke dürfte nach der Convention auf 860 Mann ohne, etwa auf 8200 Mann mit Officieren zu berechnen sein. Die seitberige Friedensstärke einschließlich der Officiere und Be- emten war 4281 Mann, es wird mithin eine Bermehrung von 3380 Mann, also fast das Doppelte eintreten. Die seitherige Infanterie- formation ist im Wesentlichen beibehalten. Das Regiment besteht aus 2 Bataillonen, dieses anstatt pie bisher aus 5 nunmehr blos aus 4 Compagnien. Es gehen deshalb, trotz Errichtung eines zweiten Jägerbataillons, mehrere Hauptmannsstellen ein. Die beiden Cavallerieregimenter hatten im Frieden J Escadrons, wozu im Kriege noch 2 Ersatz- Scadrons traten. Künftig wird für Krieg und Frieden die Stärke gleich und zwar 10 Escadrons (in. Es sind daher 554 Pferde mehr als seither unzuschaffen. Die Artillerie bestand seither im Frieden aus 4 Feld- und 1 Belagerungs-Batterie; either zählte die reitende Batterie 6, künftighin l Es ist die Belagerungsbatterie meine Feldbatterie umzuwandeln, während eine te Batterie neu zu beschaffen ist. Das Militär- ludget wird sich also sehr beträchtlich erhöhen. Die ständige Unterhaltung des Militärs würde, zen Ansatz von 225 Thlrn. per Kopf einmal

unterstellt, 7860* 225= 1,768,500 Thlr., also etwa so viel Thaler als seither Gulden kosten.

26. Juni. II. Kammer. Bürgermeister Rieß von Nauheim, Abgeordneter für die neuen Landestheile, tritt ein. Zimmer interpellirt, wie weit der aschuß mit der Bearbeitung der ateeeh gehe sei. Der Referent Zent- graf erklärt, daß er mit der Bearbeitung des massenhaften Matkrials beschäftigt sei; er hoffe bald dem Ausschuß Mittheilungen machen zu können. Das Gesetz, betreffend die Ausdehnung der Militärdienstpflicht auf die neu erworbenen Gebietstheile, wird nach kurzer Debatte ange nommen; deßgleichen der Gesetzentwurf, welcher die Steuergesetze für die neuen Gebietstheile ein- führt. Die Vorlage, betreffend die Verordnung vom 17. Januar l. J. über die Ausübung der Gerichtsbarkeit und die dort einzuführenden Ge setze, wird nach kurzer Debatte, in der Volhard das Ministerium tadelt, da es diese Verordnung auf Grund des Art. 73 der Verfassung erlassen, ohne daß ein Nothstand vorgelegen, angenommen. Die Petition verschiedener Gemeinden um Errichtung eines Landgerichts in Reichelsheim, gibt zu einer längeren Debatte Anlaß. Die Kammer beschließt, das Gesuch der Regierung bei einer demnächstigen Organisation des gerichtlichen Verfahrens zur geeigneten Berücksichtigung zu überweisen.

Il. Kammer. Die zweite Kammer ver- längerte heute das Finanzgesetz auf 3 Monate und lehnte den Antrag des Abg. George auf neue Bonitirung des Landes und vorläufige Steuererhöhung der Waldunzen ab.

27. Juni. l. Kammer. Die Militär⸗ eonvention wird ohne Debatte mit allen gegen 3 Stimmen angenommen. Den Bündnißvertrag nimmt die Kammer mit allen gegen Moufang's

Stimme einfach zur Kenntniß. Das von der zweiten Kammer beschlossene Ersuchen, das preu⸗ ßische Militärpensionsgesetz einzuführen, wird ab⸗ gelehnt. Der Antrag Goldmann's au Eintritt in den norddeutschen Bund wird nach lebhafter Debatte einstimmig abgelehnt, aber sonst kein Beschluß gefaßt. 5

Wie dieDarmstädter Zeitung mittheilt, wird der Großherzog zur dreihundertjährigen Jubelfeier der Erhebung Darmstadts zur Residenz am 15. Juli den Gemeinderath empfangen, um denselben vor seiner Abreise zu sprechen. Die öffentliche Feier ist auf einen späteren Tag verschoben.

Obersteuerrath Ewald hat sich zu den in Berlin zu eröffnenden Zollconferenzen begeben.

Mainz. DerRh. K. schreibt: Die hier zur Einübung des preußischen Felddienstes an- wesenden zwölf großherzoglichen Offiziere werden Seitens der Stadt als Gäste behandelt und sind auf Kosten der Stadtcasse einquartirt. Die gleich- falls beorderten 68 Unteroffiziere sind kasernirt. Sie haben neben ihren Commando und Zünd- nadelgewehr Studien an den militärischen Uebungen der Truppen Theil zu nehmen und sollen nach Beendigung derselben diese Offiziere als Instruc- toren in die hessische Armee zurückkehren.

Preußen. Berlin. Die Nachrichten über Aufhebung der Lotterien in den neuen Landes- theilen und über Vermehrung der Anzabl der Loose der preußischen Klassenlotterie werden durch dieNordd. Allg. Zig als voreilig bezeichnet.

Ein königlicher Erlaß vom 25. Mai ver- fügt, daß vom 1. Juli d. J. ab die Bestimmungen des preußischen internen Posttarifs und des Zeitungs- Provisionstarifs auf den Austausch zwischen den gegenwärtig preußischen und den