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von Groß-Umstadt nach Beerfelden, Langsdorf von Vilbel nach Offenbach, Sellheim von Alsfeld vach Lauterbach, Kullmann von Herbstein nach Alsfeld, Schuchard von Nidda nach Grünberg, Hempel von Schlitz nach Alsfeld, Suppes von Friedberg nach Schlitz, Holzapfel von Offenbach ans Stadigericht Darmstadt, während Secretär Mußhl in Ortenberg zum Assessor daselbst, Seeretär Freiherr von Diemar in Michelstadt zum Assesshr in Groß-Umstadt ernannt wurden. Der seithersge Kreisrathsvicar Römheld ist nun definitiv zum Kreisrath des Kreises Lindenfels ernannt worden.
— Bei den Verhandlungen der zweiten Kammer über den Friedensvertrag mit Preußen hat u. A. auch der Abgeordnete der Stadt Friedberg, Land- richter Stockhausen, seinen Standpunkt in dieser Sache näher dargethan Es wird für unsere Leser wohl von Interesse sein, wenn wir aus den Kammerberichten die bezägliche Stelle entnehmen. Wir finden dieselbe in der Hess. Landes-Zeitung am Ausführlichsten gegeben, dort heißt es: Stock- hausen versichert, daß auf seine Anschauungen die Ereignisse gar keinen Einfluß geübt. Macht und Intelligenz seien die Factoren, mit denen der Poli⸗ tiker rechne, die Grundpfeiler einer freiheitlichen Staalsentwickelung, und diese seien bei Preußen mehr vorhanden, als bei Oestreich. Er lasse sich nicht in den preußischen Siegeswagen einspannen, er sei kein Sclave des Erfolges; sein Standpunkt sei der des Rechts und dieses die Richtschnur seiner Handlungen. Es sei völlig unberechtigt, wenn man den Anschluß an Preußen mit der Billigung der Politik Bismarck's identificire. Auch er könne, nicht in den Chorus des Lobs eines Mannes einstimmen, der vor wenigen Wochen, als es sich im preußischen Abgeordnetenhause von der persönlichen Freiheit gehandelt, die Aeußerung gethan: die Grundrechte gehörten nicht in sein Kessort. Redner empfiehlt aufrichtige Freundschaft mit Preußen und Anschluß an den norddeutschen Bund, vielleicht falle uns die dankbare Aufgabe zu, die Kluft zwischen Nord und Süd auszugleichen.
— Prinz Ludwig und Gemahlin sind am 25. d. von Berlin hier wieder eingetroffen.
— Dem„Frankf. Journal“ wird unterm 25. von Darmstadt gemeldet: Von gewöhnlich gut unterrichteter Seite wird uns versichert, daß eine Depesche von Berlin angekommen sein soll, in welcher Prinz Ludwig den Abschluß einer Militärconvention für das ganze Großherzogthum mit Preußen gemeldet. Ueber den Inhalt der Vereinbarungen verlautet noch nichts Sicheres.
— Die Darmst. Ztg. enthält folgende Ver- öffentlichung vom 26. Januar: Durch zuverlässige Mittheilungen sind wir in den Stand gesetzt, unsere Leser durch die Nachricht zu beruhigen, daß das heute entstandene Gerücht von einem Ausbruche der Rinderpest in Groß⸗-Umstadt durch- aus unbegründet ist.— Sobald es dem Gr. Kreisamte in Dieburg zur Kenntniß kam, hat dieses alsbald an Ort und Stelle die erforderliche
Untersuchung angestellt und es hat sich hierbei ergeben, daß in Groß-Umstadt keinerlei ansteckende Thierkrankheit vorhanden und das erwähnte Ge⸗
rücht durch ein bloßes Wirthshausgerede ver⸗ anlaßt worden, mit dessen näherer Ermittelung zum Behufe eventueller Bestrafung das Kreisamt noch beschäftigt ist.
Friedberg. Das Königl. Hof- und Appel- lationsgericht zu Dillenburg hat an die Großh. Hofgerichts- Advokaten in Oberhessen und Starken- burg eine öffentliche Aufforderung erlassen, worin es erklärt, einigen Hessischen Anwälten, welche unter Uebertritt in den preußischen Unterthanen— verband ihren Wohnsitz in den Landgerichtsbe- zirken Biedenkopf, Battenberg, Gladenbach und Vöhl nehmen, die Ausübung der advokatorischen Praxis gestatten zu wollen. Gesuche sind binnen 14 Tagen einzureichen.
Reichelsheim.) Sie fragen, wie es hier in unserm an Hessen⸗Darmstadt abgetretenen Amte gegenwärtig steht?— Nun vor der Hand ist nichts Erfreuliches zu melden. Nauheim erhält „provisorisch“ das neu zu errichtende Landgericht und Reichelsheim wird zum Landgericht Friedberg geschlagen. Aus welchen Gründen? fragt man hier.— Wenn die Gründe so gemein wären, wie die Brombeeren an den Hecken, so ließen sich keine finden!— Nauheim, sagt man, ist ein Kurort und muß deßhalb ein Landgericht haben.— Aber die nassauischen Kurorte Soden, Schlangenbad sind auch Kurorte, Ems ist sogar eine Weltkur⸗ stadt, und dennoch haben sie alle kein Amt und blühen und gedeihen trotzdem! Bad-Ems ist drei— mal so weit von dem Amtssitze(Nassau) entfernt, als Nauheim von Friedberg, und ist und bleibt dennoch Bad-Ems! Gerade ein Kurort hat in seiner Kur die Bedingungen seines Gedeihens, und wenn ein solcher Ort die Justizbehörde so zu sagen noch vor der Thüre hat, so fehlt ihm nichts. Von Nauheim fährt man aber auf der Eisenbahn für 5 kr.(9 kr.) in ein paar Minuten nach Friedberg, oder wer sich gern ein wenig Leibes; bewegung macht, der kann in einer halben Stunde auf einer mit Sand bestreuten Promenade hinüber⸗ spazieren. Dagegen in der Mitte der Wetterau liegen eine Menge meist bedeutender Ortschaften nahe beisammen, die nach ihren resp. Landgerichten
„) Mit dem Abdruck dieses Artikels, welcher zuerst in der N. Mittelhrh. Ztg. erschien und von da in mehrere andere Blätter überging, erfüllen wir ein an uns von Reichelsheim aus gerichtetes Ersuchen und geben damit den erneuerten Beweis, daß wir der Besprechung einer für unsere Nachbarn allerdings sehr wichtigen Angelegenheit die Spalten des Anzeigers nicht verschließen. Wenn wir kürzlich einen anderen Artikel, welcher uns verspätet, nach mehreren Tagen Aufenthalts in Friedberg, erst zugekommen war, nicht mehr aufnahmen, so hatten wir dazu unsere guten, dem Herrn Einsender mitgetheilten Gründe. Dies sei zugleich die Antwort auf ein uns zugekommenes Schreiben vom 22. d., da wir uns zu Weiterem nicht veranlaßt sehen. In dem vorliegenden Falle können Unbefangene zu den dort gemachten Unterslellungen nicht kommen.
Die Red.
2 bis 3 Stunden Wegs haben. Deshalb und weil das Friedberger Landgericht seit Langem mit Arbeiten so überhäuft jst, daß die Leute oft vom Morgen bis zum Nachmittag auf Beförderung warten müssen, war es schon vor längeren Jahren einmal im Plane, noch ein weiteres Landgericht in der Mitte der Wetterau zu errichten. Dies zu einer Zeit, da noch Niemand an eine Einver— leibung des Amts Reichelsheim dachte. Und jetzt, wo die Einverleibung geschehen, wo also die Wiederaufnahme jenes Planes um so mehr ge— boten ist, soll auch Reichelsheim und Dornassen— heim noch zu Friedberg geschlagen werden!— Am hiesigen Orte ist ein Amtslocal vorhanden, und für die nothwendig werdende Erweiterung desselben hat sich die Gemeinde erboten, die Kosten zu übernehmen. Die geringen Kosten aber, welche die Errichtung eines Landgerichts am hiesigen Orte noch außerdem verursachen würde, sollten doch nicht in Betracht kommen gegen die weit bedeutenderen Nachtheile, welche den Bewohnern der betreffenden Ortschaften in Folge ihrer weiten Reisen nach den Gerichtsstellen Friedberg und Nidda und der damit verbundenen Zeit- und Geldvergeudung erwachsen. So liegen die Sachen, unparteiisch betrachtet. Man vertraut daher hier noch immer darauf, daß bis jetzt Alles nur pro- visorisch ist, und daß nach reiflicherer Erwägung der Sachlage Reichelsheim doch noch ein Land— gericht erhalten werde.
Offenbach. Die neueste Nachricht der Main⸗Ztg. über das Befinden der Herzogin von Nassau lautet: Die im Fortschreiten begriffene Besserung des Befindens der Herzogin von Nassau ist nach Nachrichten eine allerdings zwar langsame, aber doch, wie es scheint, jetzt als gesicherte zu betrachten. Die Kräfte nehmen in gleichem Maße zu und auch die letzte Nacht war eine befriedigend gute.
Preußen. Berlin. Die von der„Kreuz⸗ zeitung“ zuerst gebrachte Nachricht, daß der Ver⸗ fassungsvertrag des norddeutschen Bundes am Mon- tag unterzeichnet sei und die Mitglieder der Conferenz sich nächster Tage nach Hause begeben, scheint sich nicht zu bestätigen und wird von den„Hamburger Nach- richten“ als auf einem aus den Kreisen der Conferenzbevollmächtigten herstammenden Mißver⸗ ständnisse beruhend, bestritten. Dagegen bestätigt dasselbe Blatt, daß die Eröffnung des Parlaments in einem preußischen Circular an die Bundes- regierungen auf den 24. k. M. in Vorschlag ge⸗ bracht sei.
— Wie die„Nordd. Allg. Ztg.“ berichtet, ist der Versassungsentwurf des norddtutschen Bundes noch nicht unterzeichnet. Die Unterzeichnung steht aber in naher Aussicht.— Das Staatsministerium ist mit der definitiven Beschlußnahme über die Eintheilung der Verwaltung in den neuen süd⸗ lichen Provinzen beschäftigt.— Die Verhand-
lungen mit dem Fürstlich Thurn und Taxis'schen
Bevollmächtigten sollen beendet sein. Von Regens,
um das Licht im Innern besser brennen zu machen'
wir ferner, daß durch die Schächte und Stollen die zum Athmen erforder- liche Luft zugeführt werden muß, so ist begreiflich, daß in allen tiefen und sehr ausgedehnten Steinkohlengruben, wo die atmosphärische Luft nicht im Ueberfluß zugeführt werden kann, sich explodirende Gase, sogenannte „schlagende Wetter“ bilden müssen.
Und in der That ist dieses so. In allen tiefen Steinkohlengruben ist Grubengas vorhanden und wo die Zuführung der Luft hinreichend ist, bilden sich„schlagende Wetter“. Die Bergleute wissen das und doch steigen sie Tag für Tag mit einem gläubigen„Glück Auf!“ getrosten Muthes in die schwarze verderbenschwangere Tiefe, um die für die Industrie und für unser Leben ganz unentbehrlichen Kohlen zu gewinnen. Ihr Schutz ist nächst Gott die sogenannte Davy' sche Sicherheitslampe. Diese Lampe besteht aus einem gewöhnlichen Oellichte, welches— in ähnlicher Form wie unsere Taschenlaternchen— mit einem feinen Draͤhtgewebe in Cylinderform umgeben und fest verschlossen ist, so daß man, nach her gestelltem Verschlusse, an das im Innern befindliche Licht nicht ge⸗ langen kann. Mit Hülfe solcher Lampen arbeiten die Bergleute sorglos und ohne jede Gefahr in Räumen, die mit brennenden Grubengasen und sogar mit„schlagenden Wettern“ angefüllt sind. So lange die Lampen in Ordnung sind, kann ein Unglück nicht vorkommen, da die in das Innere des Cylinders strömenden Gase wohl verbrennen und verpuffen, die Entzündung sich aber außerhalb des Gewebes, das abkühlend wirkt, nicht foctpflanzen kann. Leider sind diese Lampen nicht immer in Ordnung und werden von leichtsinnigen Arbeitern trotz strengen
Verbots geöffnet, Geschieht dieses in einem Raume, wo„schlagende Wetter“ vorhanden sind/ so tritt sofort Entzündung der ganzen Lustmasse ein und eine furchtbare Explosion, der sämmtliche in der Nähe befindliche Arbeiter zum Opfer fallen, erfolgt. In den meisten Fällen konnte man nachweisen, daß derartige Explosionen durch die Unvorsichtigkeit oder den Leichtsinn der Arbeiter entstanden sind. So fand man nach der letzten Explosion in England den Bergschmied, welcher in der Grube in der Nähe des Schachtraumes mit offener Lampe arbeiten darf, weit ab vom Schachte in einer Strecke neben seiner offenen Lampe todt liegen. Wahrscheinlich war derselbe mit offener Lampe in die Grubenbaue gegangen und hatte so die dort an- gehäuften„schlagenden Wetter“ entzündet.
r. Alte Geschichten, so heiter zu lesen.
1599. Ist der Monat März und April ganz trocken und schön gewesen, und hat in 7 Wochen nicht geregnet. Im März haben die Kirschbäume geblüt. 3 Wochen hat man zeitige Trauben gehabt, welche Chur- Mainz zugesendet worden; aber um Jakobi sind alhier auch schon zeitige Trauben gewesen. Eben um gedachte Zeit ist alhier ein— Fürstentag gehalten worden, da daun Chur⸗Sachsen, Pfalz, Brandenburg. Item Herzog Henrich von Wolfenbüttel, der Markgraf von Anspach. Item von
Braunschweig, Cassel, Darmstadt und andere mehr Orten Gesandtschaften, hie gewesen, sind auf dem Born Ziel(7) zu Rath gangen, welches Haus renovirt und in⸗ und auswendig schön ausgestrichen gewesen. welches Haus dies gewesen ist?) 1
1600. Hat die Burg eine Pulvermühle„zum Garten“ au dem Seher Thor machen lassen, dagegen aber die Stadt ein Mandat ausgerücket(7), daß sie kein Pulver darin machen sollen.
Modo: die goldene Rose.(Wer weiß wohl
Ist darauf eine Mahlmühle worden.
el Sitzun Shuatsauwa Tagebuch
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