Ausgabe 
28.11.1867
 
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Etat sind zur Verzinsung dieser Schuld 16,454,000 Thlr., für die Amortisation 7,966,000 Thlr. bestimmt. Von der Stadt Frankfurt sollen ferner an Schulden übernommen werden 11,964,000 Thlr., für ihre Verzinsung sind in dem Etat 580,000 Thlr. ausgeworfen. In Beziehung auf die Uebernahme der Staatsschulden der neuen Landestheile wird überdieß in nächster Zeit ein besonderer Gesetzentwurf vorgelegt werden.

Wiesbaden. Die Unterhandlungen mit der Homburger Bank sino abgebrochen, die mit der Wiesbadener Aktiengesellschaft sind resultatlos geblieben. Die Regierung verlangt 1 Mill. Thlr. für einen Kurfond gegen sechsjährige Fortdauer des Spiels. Die Spielgesellschaft offerirt fl. 200,000.

Bayern. München. Die Militͤr⸗ Conferenz der süddeutschen Staaten wird auf Grund der Stuttgarter Vereinbarungen am 2.5 Dezember d. J. hierselbst zusammentreten.

Gefälschte bayerische 5 fl. Noten sind in Umlauf. In Nürnberg sind einige solche aufgegriffen worden. Als Erkennungszeichen der Fälschung sind hauptsächlich die schlechte Gravirung der Bavaria und das Fehlen des neben die lau⸗ fende Nummer des Scheins gehörigen Punktes zu betrachten.

Augsburg. Der Postzug von Lindau ent⸗ ging am 22. d. M., Morgens, einer großen Gefahr. Ruchlose Hände hatten unweit Kempten

eine Schiene quer über die Bahn gelegt und, damit dieselbe von der Lokomotive nicht bei Seite geschoben werden sollte, vor der Schiene Pfähle in den Boden getrieben. Glücklicher Weise zer⸗ splitterte die Lokomotive dieses Hinderniß, ohne aus den Schienen zu kommen.

Baden. Karlsruhe. Baden wird an der Conferenz theilnehmen in der Erwartung, daß die Versöhnung der gesicherten päpstlichen Würde mit den nationalen Interessen Italiens zum Zweck genommen wird und von den europäischen Staaten namentlich auch die süddeutschen und der nord deutsche Bund vertreten sein wird.

Oesterreich. Wien. Der Cardinal⸗ Fürstbischof von Prag hat nun gleichfalls in der Concordats Angelegenheit einen Hirtenbrief erlassen. Das Aktenstück ist vom 4. Nov. datirt. Er sagt varin, die Civilehe wäre vor der Kirche und daher vor Gott und dem Gewissen nicht einmal gültig, sondern nur ein sündenhaftes und sündenbeflecktes Zusammenleben. Es könnte dann

das weltliche Gericht zuletzt auch trennen, was Gott verbunden, und Scheidungen erlauben, wo die sittlichen Gesetze sie nicht erlauben, die kirch⸗ lichen sie nicht erlauben können. Es würden dann bürgerlich gültige und kirchlich ungültige, staatlich gelöste und kirchlich unlösbare Ehen geben.

Der ungarische Ausgleichungs⸗ Ausschuß erhielt am 25. November vom Finanz⸗Minister eine Vorlage, welche die neuerdings richtig fest gestellte ungarische Beitragsquote angibt. Danach leistet Ungarn zur Deckung der Zinsen der bis⸗ herigen allgemeinen Staatsschuld einen Jahres⸗ beitrag von 29,105,000 fl., darunter 11,756,000 in Silber. Bis zum Mai 1868 wird eine Ge⸗ setzvorlage eingebracht, wonach die ganze gegen wärtige Staatsschuld in eine einheitliche Renten- schuld umgewandelt werden sell. Falls Contra⸗ hirung eines neuen Anlehens auf gemeinschaftliche Rechnung nothwendig werden sollte, so sind Zinsen und die Rückzahlung des Capitals zwischen Cis⸗ leithanien und Ungarn zu theilen. Dieser Regie- rungsvorlage liegt ein Theil des Budgets pro 1868 bei bezüglich der Zinsen der Staatsschulden und Schuldentilgung. Die Verzinsung der Staats⸗ schulden erfordert 122,014,400 Gulden. Der Vor⸗ anschlag bezüglich der Schuldentilgung ergibt ein Erforderniß von 31,319,364 Gulden zur Deckung, sowie 8 Millionen Silber für Staatsschuldzinsen und 6,254,242 Gulden zur Tilgungvon Schulden.

Pest. Der Ministerpräsident Graf Andrassy legte in der Sitzung des Unterhauses einen Gesetz⸗ entwurf vor, welcher Israeliten zur Ausübung aller bürgerlichen und politischen Rechte gleich⸗ mäßig für befähigt erklärt und alle hiermit im Widerspruch stehenden Verordnungen aufhebt. Der Entwurf wurde mit lautem Eljen aufgenommen.

Frankreich. Paris. Sämmtliche süd⸗ deutsche Staaten haben ihre Bcreitwilligkeit zur Theilnahme an der Conferenz erklärt, und zwar sind die Erklärungen von Bayern, Württemberg und Baden in wesentlicher Uebereinstimmung mit den Aeußerungen Preußens; Darmstadt dagegen behauptet einen selbstständigen Standpunkt.

Temps meldet, der Papst habe der Conferenz zugestimmt; sein Vertreter werde in der Conferenz die Garantie des status quo ver- langen; er werde erklären, daß der Papst durch einen Eid an die Aufrechthaltung seines non possumus in Bezug auf die anderen Forderungen

als unmöglich, daß sein Nachfolger mit Italien unterhandeln werde.

ungeachtet der friedlichen Sprache, welche das offizielle Frankreich seit der Thronrede im Munde führt, dauern die kriegerischen Vor bereitungen des Marschalls Niel fort. Obgleich der gesetzgebende Körper das Contingent der Altersklasse 1867 in der letzten Session in Folge des Militärprojectes nicht votirte, so hat der Kriegs-Minister doch bereits Befehle er theilt, die Recrutenlisten aufzustellen, so daß er nach dem Votum der Kammer die Classe von 1867 sofort unter die Waffen bringen kann.

Nach dem Blaubuch war der Effectivbestand der französischen Armee am 1. Okt. 1867 ein folgender: Im Innern 358,769 Mann, in Algerien 65,263 Mann, zusammen 424,032 Mann; davon gehen ab als beurlaubt 40,000 Mann, bleiben also 384,032 Mann. Die Reserve be läuft sich auf 226,466, mithin betrug die Ge sammtstärfe der französischen Armee 650,498 Mann am 1. Okt. d. J. Die Remontecommission hat im Jahr 1867 ungefähr 30,000 Pferde, zum Theil im Auslande, angekauft. 19,000 Zug- pferde zwischen 4 und 10 Jahren sind einstweilen bei Landwirthen untergebracht.

Toulon. Die ganze Flotte wird von hier in See gehen, um eine Division der französischen Truppen von Rom nach Frankreich zurückzuführen.

Belgien. Brüssel. Der König hat von Wien den Entwurf eines Vertrages, betreffend die Regelung der Nachlassenschaft des Kaisers Maximilian, erhalten. Man glaubt, daß dieser Entwurf, welcher die bisherigen Differenzen in dieser Frage beseitigt, die Genehmigung des Königs erhalten wird. Großbritannien. In Manchester wurden am 23. ds. drei des Aufruhrs und der Tödtung eines Polizeimannes angeklagte Männer, welche der weitverzweigten Gesellschaft der Fenier angehörten, durch Erhängen hingerichtet. Die vielseitig gehoffte Begnadigung war ihnen nicht zu Theil geworden. Ein dichter Nebel verhüllte gespenstig die Exekution vor den Blicken derer, die gekommen waren, das Ende der Verurtheilten zu sehen, für welche es das Ministerium nicht für gut befunden die Königin um Begnadigung an⸗ zugehen. Daß das Fenierthum mit der Hinrich⸗ tung nicht getödtet ist, beweisen indeß die in Manchester, Belfast, Dublin und London u. a. O. stattgehabten Demonstrationen. In ersterer Stadt zog am 24. eine aus ungefähr 1500 Ferniern bestandene Prozesston durch die Straßen. An demselben Tage zogen in London mehrere Tausend Menschen von dem Stadttheile Clerkenwell mit Trauerfahnen und Trauermusik nach dem Hyde⸗ park, woselbst heftige Reden gehalten wurden. In Dublin wurde auf zwei Polizisten geschossen, der Uebelthäter ist entwischt. In Belfast fand ein dreistündiger Brodkrawall statt, wobei die Polizei Feuer gab. Auch in Birmingham kamen Schlägereien vor. Die Verhaftung des Fenier⸗ Häuptlings Burke wird bestätigt.

Italien. Florenz. Hier eingetroffene Briefe aus Rom melden, daß die Thronrede der Königin von England in den Kreisen der römischen Regierung einen sehr schlechten Eindruck hervor⸗ gerufen habe. Der Papst ist angeblich krank.

Garibaldi war während der letzten Tage leidend. Die Regierung sandte die Professoren Zanetti und Ghinozzi, ihn zu besuchen. Die

Professoren erklärten, daß sich das Besinden des

Italiens gebunden sei; er betrachte es jedoch nicht

Generals in diesem Klima verschlimmert habe. In Folge dieser Erklärung beschloß der Minister⸗ rath unverweilt die Ueberführung Garibaldi's nach Caprera. Garibaldi ist auf dem Aviso Esploratore nach Caprera abgereist; seine Ge⸗ sundheit bessert sich zusehends.

In Orbitello wurden Seitens der päpstlichen Behörden beiläufig 1000 gefangene Garibaldianer an die italienischen Behörden über geben.

Rom. Die französischen Truppen concentriren sich in der Richtung nach Rom zu; eir Regiment ist schon nach Civita- Vecchia abgegangen; drei weitere haben Befehl zum Ab- marsch erhalten.

Man schreibt demJournal des Débats aus Rom: Die Ursachen, welche den römischen Aufstano am 22. Oktober verunglücken ließen, werden jetzt klar. Als das National-Comite seine Vollmacht an die römische Junta abgab, beobachtete diese, im Wunsche, eine größtmögliche Anzahl von Anhängern zu gewinnen und einen großen Schlag zu thun, nicht die nöthige Vorsicht in ihrer Wahl und nahm, ohne es zu ahyen, Polizei⸗Agenten in ihre Reihen auf. Diese haben denn ihr Amt geübt und sie verrathen. So er- klärt man sich die Beschlagnahme von zwei mit Gewehren beladenen Schiffen auf der Tiber, zwei Tage vor dem Ausbruche, sowie eine andere Be⸗ schlagnahme von Waffen und Munition in der Straße delle Coppelle; so hat man auch einen Hinterhalt organisiren können, um bei einem Waffen⸗Depot auf der Straße nach St. Paul vor den Mauern eine Anzahl von Insurgenten zu tödten, gefangen zu nehmen oder in die Flucht zu jagen, und so hat man endlich den Ueber fall in einem Hause von Trastevere ausführen können, dem bekanntlich eine vollständige Metzelei gefolgt ist.

Amerika. Der Krieg der nordamerikanischen Union gegen die Indianer-Stämme wurde durch einen Vertrag beendet, wonach die Letzteren gegen eine jährliche Entschädigung von 30,000 Dollars und eine bestimmte Lieferung von Kleidern sich verpflichten, dem Baue der Eisenbahn nach dem stillen Ocean künftig keine Hindernisse mehr in den Weg zu legen.

Offenbach. Eine eigenthümliche Industrie treibt ein gewisser L. Walther aus Cleve, früher daselbst Pastor, aber wegen seines üblen Verhaltens und insbesondere wegen seiner Neigung zum Trunke aus dem Kirchendienst entlassen. Derselbe treibt sich in größeren Städten herum, läßt sich durch einen bezahlten Lohndiener bei den reichen Familien herumführen und brandschatzt sie unter dem Vorgeben, er sei mit einem zum Leben nicht ausreichenden Gehalt pensionirt worden, wobei er die rührendsten Ge⸗ schichten über seine angeblich vom Schicksal systemalisch verfolgte Familie zu erzählen weiß. Auch in der hiesigen so wohlhabenden Stadt wußte der ehemalige Pastor das Mitleid der Bewohner in ausgiebigster Weise auszubenten, machte sich aber zu seinem Glück aus dem Staube, als die Polizei ihm das saubere Handwerk legen wollte.

Darmstadt. Im Laufe des Winters wird ähnlich wie im vorigen Jahre eine Reihe öffentlicher Vor⸗ lesungen zu einem milden Zwecke stattfinden und hat man als solchen dießmal die Unterstützung der deutschen Kirchen und Schulen evangelischet Confession zu Paris ausersehen. Die Vorlesungen werden wie im vorigen Winter vom Januar an Dienstags um 6 Uhr im Saale der höheren Töchterschule stattfinden. Auch die Preise werden dieselben sein und die Billete in der Buchhandlung des Herrn Waitz ausgegeben werden. Es werden lesen die Herren: Professor Gaß von Gießen über die Lehre vom Gewissen; Missionar Strobel von Frankfurt über das Evangelium in Africa; Dr. Rieger zweimal über Dante; Professor Diegel von Friedberg zweimal über den Pielismus; Pfarrer Stromberger von Zwingenberg über Armenpflege; Pfarrer Kayser von Nieder ⸗Weisel über Reform der Strafanstalten; Pfarrer Stamm von Worms über die widertäuferischen( Eewegungen im Zeitalter der Re⸗ formation; Professor Hundeshagen von Bonn üder die politischen, veligiösen und silllichen Zustände des jüdischen Volkes zur Zeit der ersten Ausbreitung des Christenthums. 9

Landau. Kürzlich wurde an dem hiesigen Festungs⸗ werk Nr. 36 von einen Genieabtheilung Unter Leilung des Lieutenants Oskar Frhrn. v. Schacky eine Mine gequetscht, bei welcher Veranlassung der genannte Genie⸗ lieutenant mit solcher Gewalt wider einen harten Gegen⸗ stand geschleudert und so schwer am Kopfe verletzt! wurde, daß er in der darauf folgenden Nacht starb. Auch ein Eeniesoldat wurde, jedoch nicht bedeutend, verletzt.

Kassel. In der Nacht vom 23. auf den 24. d. wurde der Bahnhofsvorstand Heinmüller zu Zimmersrode

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