Ausgabe 
26.1.1867
 
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Die Verhandlungen des preußischen Ab- geordnetenhausee über eine Petition aus Frank- furt auf Rückerstattung der Kriegscontribution und der Kriegslasten überhaupt, welche durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt wurde, veranlassen das Frkf. Journ. sich an bevorzugter Stelle seiner Rummer vom 24. d. M. folgender- maßen zu äußern:Die verhängnißvolle Nach⸗ richt, welche der Telegraph gestern aus der Haupt- stadt Preußens herübergebracht, und welche unsere Leser in der ersten Beilage der Mittwochsnummer gefunden haben, hat dieselben bereits auf Das vorbereitet, was ihrer in dem eingelaufenen Kammerbericht wartet. Wir verweisen auf diesen Bericht binsichtlich der Vorgänge in dem preuß. Abgeordnetenhause in der Sitzung vom 8 und enthalten uns an dieser Stelle jedes Commentars, wo die Thatsachen laut genug sprechen. Wir verzichten heute auf eine Be⸗ leuchtung dieser Thatsachen, weil uns augenblicklich die Form fehlt, in der sie unter den obwaltenden Verhältnissen gegeben werden könnte, überzeugt, daß jeder unserer Leser, Angesichts dessen, was hier gemeldet ist, in tiefer Seele Das empfinden wird, was wir verschweigen.

In der Senatsfitzung vom 22. d. wurde der Acktiengesellschaft unseres Stadttheaters die Concession für weitere sechs Jahre ertheilt; auch Commissionsrath Keller erhielt die Coneession für Errichtung eines Vaudeville⸗Theaters aufsechs Jahre.

Sachsen. Dresden. Eine königl. Ver⸗ ordnung setzt die Wahlen im Königreich Sachsen

für das norddeutsche Parlament auf den 12. Februar d. J. fest. Bayern. München. In der Sitzung

der Abgeordnetenkammer vom 23. entwickelte der Abgeordnete Umbscheiden den Standpunkt der Antragesteller in der Adreßdebatte und sprach sich, mit Rücksicht auf die Erklärung des Fürsten Hohenlohe, dahin aus, daß man sich jetzt mit dem Ministerium vertragen müsse. Der Fürst Hohenlohe dankte für das in ihn gesetzte Ver⸗ trauen und erklärte, indem er seine früheren Er⸗ klärungen präcisirte: Bei einer bundesmäßigen Einigung Deutschlands müsse auch Bayern Opfer bringen; unter Kriegen, bei welchem das bayerische Heer, gegen Garantie der Integrität Baperns, unter preußische Führung zu stellen sei, verstehe die Regierung selbstverständlich solche Kriege, wodurch die Integrität Deutschlands bedroht ist. Wiederholt mahnte er von einer Discussion der Adresse ab, welche der Förderung der äußeren Politik der Regierung nur hinderlich wäre Nach diesen Er⸗

klärungen wurde der Adreßantrag zurückgezogen.

Württemberg. Schw. M. bestätigt die Nachricht, daß die süddeutschen Regierungen auf Bayerns Anregung über ein möglichst gleichartiges Project der Heeres reorganisation übereinkommen wollen. Die Zustimmung von drei Regierungen ist erfolgt,

Stuttgart. Der

nur die von Baden steht noch aus. Zunächst sollen Conferenzen im hiesigen Kriegsministerium mit Abgeordneten der betreffenden Staaten er öffnet werden. Nach einer Correspondenz des- selben. Blattes aus Karlsruhe wäre Baden ge⸗ neigt, sich den Vorschlägen Bayerns anzuschließen.

Oesterreich. DieAmtszeitung enthält ein kaiserliches Handschreiben, wodurch der Finanz⸗ minister, auf eigene Bitte, unter Verleihung des Leopoldordenskreuzes seines Postens enthoben wird. Der Unterstaatssecretär Becke ist mit der einst- weiligen Leitung des Finanzministeriums betraut.

Amerika. Aus Newyork ist folgende Nachricht eingetroffen: Das Haus der Repräsen⸗ tanten hat die Anklage des Präsidenten ange nommen. Die Anklage beschuldigt den Präsidenten des Mißbrauchs der Vetogewalt, der Beamten anstellung, des Gnadenrechts und der gewissenlosen Verfügung über Staatseigenthum und der Ein- mischung in die Wahlen. Der Senat und das Haus der Repräsentanten haben die Bill ange nommen, welche den Negern in dem Districte Culumbia das Stimmrecht ertheilt, trotz der Veto⸗Einlegung des Präsidenten.

h. Friedberg. Wir haben uns die von Maschinen⸗ fabrikanten G. Nenzel aus Gießen im Hotel Trapp ausgestellten und in Thätigkeit versetzten Maschinen (Wasch⸗ und Ring⸗Maschine, Schaumschlag⸗, Aepfelschäl⸗ und Messerputz⸗Maschine) angesehen. Besonderes Interesse erregte die Wasch- und Ringmaschine von höchst einfacher Construktion. Das Waschen damit, hauptsächlich im Drehen einer Leier bestehend, ging rasch vor sich, die Wäsche war rein, unversehrt, und man sagte uns, daß gegen das Handwaschen Seife erspart werde. Alles das läßt wünschen, eine solche Maschine benutzen zu können. Der Preis von 50 fl. wird aber manchem Einzelnen zu hoch sein; darum schlagen wir auch hier Gemeinsamkeit vor für Anschaffung: entweder verbinde man sich etwa zu zwölf, so daß innerhalb 14 Tagen auf einen der Ver⸗ dündeten ein Tag Benutzung kommt, oder Einer schaffe eine Maschine an und verleihe sie gegen Miethzahlung. Wichtig und vortheilhaft ist, daß solche Maschinen auch bei uns sofort in den Gebrauch kommen.

Die anderen Maschinen sind auch praktisch; nur halten wir die Wasch⸗ und Ringmaschine zu allgemeiner Ein⸗ führung für die wichtigste.

»Die Schätze in den Abzugs⸗Canälen New⸗ Horks. Vor einitzen Jahren, so schreiben amerikanische Blätter, kam ein deuischer Jude, Namens Schwartz, auf die Idee, daß sich in den Abzugs⸗Canälen von New⸗Vork wohl manche werthvolle Gegenstände finden möchten, stieg hinab in dieses unterirdische Labyrinth und brachte, nach einer dreitägigen Expedition, Juwelen, silberne Löffel,

Gabeln ꝛc. im Werth von etwa 27,000 Dollars an das Tageslicht. Er war der Ansicht, seine Ausbeute würde beträchtlich größer gewesen sein, wenn er sich nicht in dem Gewirr der Canäle verirrt und nach seinem ursprünglichen Plan sich nach der Richtung des begüterten Theils der Stadt, Broadway und Nachbarschaft, hätte dirigiren können. Da ihn die überstandenen Gefahten der Tiefe vor einem weiteren Versuch abschreckten, so ließ sich auch kein Anderer zu dem gewinnbringenden Wagniß verlocken, bis jetzt neuerdings eine Expedition, bestebend aus einem jungen Mädchen von 18, ihrem Bruder von 16 Jahren und einem 50jährigen Mann, eine Woche lang in den Cloaken herumstöberte. Nur die beiden jüngeren Mit⸗ glieder der Gesellschaft kamen wieder an's Tageslicht, und ihre Beute wird Zzuf 1,500,000 Dollars geschätzt. Die Geschwister, die so aus tiefem Elend plötzlich zu großem Reichthum gekommen sind, beabsichtigen nach England zu gehen, wo sie Verwandte haben, und schon machen An⸗ dere Anstalten, die unterirdischen Schatzgruben ebenfalls abzusuchen.

e geichenräuber. Am 2. Januar verurtheilte das Bezirksgericht zu Chemnitz den Fleischermeister Land⸗ graf und den Handarbeiter Oeser zu je drei Jahren Arbeilshaus, weil sie am 15. October v. J. in frevel⸗ hafter Weise die Leiche der an der Cholera verstorbenen Frau des Factors T. Nachts auf dem Kirchhof ausgruben und derselven das mit in's Grab gegebene goldene Ge⸗ schmeide, bestehend in einer Broche, zwei Armbändern und einem Paar Ohrringen, abnahmen, stahlen und später auf dem Leihhause versetzten.

«Ein vortreffliches Mittel, das Schuhwerk gegen Nässe undurchdringlich zu machen, soll folgendes sein. Die Sohlen, die fertigen und trockenen Stiefel, sowie die Fugen zwischen Sohle und Oberleder wiederholt mit gereinigtem Leinölfirniß getränkt und dann erst in Gebrauch genommen, wenn der Firniß gehörig eingetrocknet ist.

Telegraphischer Bericht.

(Mitgetheilt von Chr. Hecht, Spec.⸗Agent in Friedberg.)

Hamburg. Das Hamburg-Newyorker Postdampf⸗ schiffAllemania, Capt. Trautmann, welches von New⸗ vork am 5. Januar abging, ist nach einer sehr stürmischen Reise von 15 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und bat, nachdem es daselbst die Vereinigte Staatenpos sowie die für England und Frankreich bestimmten Passagiere gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamdurg fortgesetzt. Dasselbe bringt 92 Passagiere, volle Ladung, 685,365 Dollars Contanten und 56 Briefsäcke.

2480 Gegen die in mehr oder weniger heftiger Form auftretenden Erkältungen der Respirations-Organe, wie Rauhheit im Halse, Heiserkeit, Hustenreiz u. s. w. finden wir die verschiedensten Hausmittel als: Bonbons, Pastillen theure Syrupe und Extracte ꝛc. empfohlen. Da das Sortiment in diesen Artikeln durch die Speculation eiu sehr vielseitiges geworden, so ist dem leidenden Publikuns bei der Wahl einige Vorsicht dringend anzurathen! Un⸗ bedingter Vorzug gebührt wohl vor Allen den Stoll⸗ werk'schen Brust Bonbons! Ein mehr als 25⸗ jähriges Bestehen, ministerielle Approbationen fast sämmt⸗ licher Staaten, zahllose Empfehlungen von Aerzten und Consumenten, so wie die zuerkannten Preis- und Ehren⸗ Medaillen, wie kein zweites Fabrikat sie aufzuweisen hat, sind die tbatsächlichsten Beweise der Vorzüglichkeit dieses Hausmittels! Dazu ist der Preis ein so mäßiger, daß sie für Jedermann zugänglich sind und wir keinen Anstand nehmen, dieselben allseitig zu empfehlen.

Bekanntmachung.

Holzversteigerung in der Oberförsterei Ober ⸗Nosbach betreffend. 172 Mittwoch den 30. d. M. werden in dem zwischen Nieder⸗Mörlen und Nauheim gelegenen Domantalwa!d Frauenwald an die Meistbietenden öffentlich versteigert: 7 Stecken Birken 1 Stecken Lärchen ⸗Prügelholz, Stecken Eichen- Birken. Stocholz, 10200 Wellen Birken⸗Eichen Obfibaum⸗, 233 Wellen Nadel ⸗Reiserholz, 14 Stämme Eichen- geringes Bauholz, in 168 Kub.⸗Juß, 1 Stamm Buchen Werkbolz in 16. Kub.⸗Zuß. Zufammenkunft und Anfang der Versteigerung: Morgens 9 Uhr auf dem neuen Weg im Schlag Nr. V. Ober- Nos bach den 21. Januar 1867. Großherzogliche Oderförsteret Ober⸗Rosbach Bing mann.

Faselochs⸗Versteigerung. 181 Otenstag den 29. l. M., Vormittage 11 Uhr, wird in hiesigem Nathbaus ein der Gemeinde Assenheim gehörender Faselochs öffentlich meisibietend versteigert. Assenheim den 22. Januar 1867. Großherzogliche Bürgermeisterel Assenhelm Schmidt.

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in unũbertroffener Prima-Qualität, 86 nebst den dazu gehörigen Lampen aller Art zum Fabritpreis bei W. Fertsch.

Für Hranntweinbrenner.

183 Frische Untergährbhefe per Mags 3 kr. bei Ph. Windecker.

Hofraithe- und Güterversteigerung. 178 Montag den 28. Jauuar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause auf freiwilligen An⸗ trag der Kinder der daßter verstorbenen Nicolaus Windeckers Eheleute die denselben gehörenden Im⸗ mobilien als:

Zlur. Nr. Klftr.

2. 653. 13,4, Hofraithe in der Stadt. Pag. Nr. Ruthen.

68. 24. 40. Acker auf dem Krämer,

74. 33. 22½ desgleichen daselbst, nochmals öffentlich versteigert werden. Frtedberg am 23. Jauuar 1867. eee, Ortsgericht Friedberg a z.

Oeffentliche Aufforderung.

180 Nachbenaunte Immobilien sollen veräußert werden, die Besitzer können jeroch daran das Eigenthum resp. vie Zahlung des Kaufpreises urkundlich nicht nachweisen: Gemarkung Bönstadt. Gemeinde Bönstadt. I, 5, 5. Schult Bönstadt. 1, 5, 3.

Es werden daher Alle, welche Ansprüche an jene Immobilten bilden zu können vermeinen sollten, auf⸗ gefordert, solche

innerhalb vier Wochen bei dem unterzeichneten Landgericht geltend zu machen, widrigenfalls die betteffenden Urkunden gerichtlich be⸗ flätigt und der Eintrag im Mutattonsverzeichniß, be⸗ ziehungsweise die Löschung der etwaigen Vormerkung ebeschränkt verfügt werden wird.

Altenstadt den 18. Januar 1867.

Groß berzogliches Landgericht Altenstadt

In Erledigung der Landrichterstelle Map, Landgerichte⸗Assessor.

Hofraithe- und Güterversteigerung. 186 Donnerstag den 31. Januar d. J., Vormittags 11 Uhr, sollen in hiesigem Ralhhause auf freiwilligen Antrag die zum Nachlasse der Friedrich Karl Bergs Eheleute gehörenden Immobilien:

Flur. Nr. Klftr.

1. 18. 53. Hofraithe in der Stadt,

1 19. 15.7. Grabgarten daselbst, 6. 37. 81. Grabgarten vor dem Mainzerthor. Pag. Nr. Ruthen. 423. 18. 54 Acker vor dem neuen Schlag, ist ein Baumßfück und stößt auf die Chausste, 697. 9. 35% Grasgarten am Biegel,

nochmals öffentlich meistbietend verstelgert werden. Friedberg am 24. Januar 1867. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Walz.

Güter Verpachtung. 185 Mittwoch den 30. Januar l. 3. Vormittags 10 uhr, werden in biesigem Rathhause auf freiwilligen An⸗ trag des Kaufmanns Ludwig Winbelm dahter dessen Grundstücke, in Frtedberger und Jauerbacher Gemarkung gelegen, auf neun Jahre öffentlich meistbietend verpachtet. Frledberg den 24. Jauuar 1867 In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Walz.

738 fl. 189 liegen gegen gerichtliche Sicherung in dem Fonds der Kapelle St. Georg bei Friedberg zum Ausleihen

bereit. Ockstadt der 25. Januar 1867. Kirchenrechner Dienst.

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