Ausgabe 
25.7.1867
 
Einzelbild herunterladen

die Zahl derselben auf 2 oder gar nur 1 reducirt, da die Geschäftsaussichten für den Winter höchst trübe sind. Im Baufache ist es sehr stille; es werden gegen sonst nur wenige Neubauten auf⸗ geführt, indem die vielen unvermietheten Woh⸗ nungen und die Schwierigkeit, zu billigen Be⸗ dingungen Kapital zu erhalten, die Unternehmer von neuen Engagements im Fache der Bau⸗ speculation zurückhalten.

Aus Baden. Ueber die Auswanderung aus Baden liegen jetzt für das Jahr 1866 offi⸗ cielle statistische Nachweisungen vor. Sie beläuft sich auf 3030 Personen, mit der heimlichen Aus⸗ wanderung auf ungefähr 4600 Personen. Seit dem Jahre 186 zeigt sie die höchste Jahresziffer. Unter den 3030 amtlich Ausgewanderten wählten 2749 Nordamerika zu ihrer Niederlassung. Nrch niemals wanderten so viele ledige Personen aus, als im Jahre 1866, sie betrugen 47 pCt. der Fortgezogenen gegen 32 pCt. in früheren Jahren. Nach dem Geschlechte waren es 62 pCt. männliche gegen 38 pCt. weibliche. Am Auffallendsten zeigt sich das Verhältniß nach dem Alter, welches un⸗ mittelbar der Verpflichtung zur Conscription vor⸗ ausgeht, denn es entfernten sich 1,26 pCt. der achtzehnjährigen und 1,02 pCt. der neunzehnjäh⸗ rigen Alterselasse. Der Betrag des ausgeführten Vermögens wird auf ungefähr Millionen Gulden geschätzt.

Donaufürstenthümer. Bukarest. Aus Anlaß der barbarischen Behandlung der Juden Seitens der rumänischen Behörden in Galatz ver langte das ganze Corps der fremden Consuln eine Collectiv⸗Audienz beim Fürsten, um ihm nach⸗ drücklich vorzustellen, daß er den von seiner Re⸗ gierung verkannten Principien der Humanität Geltung verschaffen und alle Maßnahmen gegen die Israeliten sistiren möge.

Frankreich. Paris. Die Kaiserin hat sich am 21. d. in Havre nach England eingeschifft. Der regierende König von Bavern ist gestern Abend hier eingetroffen. Bei der Preisbewer⸗ bung der Militär musik haben erste Preise: die Preußen, Oesterreicher und die Pariser Gar- den erhalten; zweite Preise erhielten: die russischen Guiden und die Bayern. 5

Großbritannien. London. Der atlan⸗ tische Kabel von 1866 ist am 20. ds. 50 Meilen von Hearts content gebrochen. Seine Wiederherstellung wird leicht bewerkstelligt werden. Der österreichische Admiral Tegethoff hat sich am 20. ds. zu Liverpool am Bord desChina nach den Vereinigten Staaten und Mexico ein-

geschifft.

Frankfurt. Die Aussichten für den Herbstpferde⸗ markt sind im Ganzen recht befriedigend und ist nach den eingelaufenen Anmeldungen eine starke Zufuhr von Pferden bester Zucht zu erwarten. Gegen frühere Märkte war der letzte Frühjahrsmarkt einer der am schwächsten besuchten, wie es in Folge des durch die politischen Verhältnisse 4 geschäftslosen Winters nicht anders möglich war.

ber trotz des flauen Geschäfts belief sich der Umsatz immer noch anf circa 364 000 fl. und der Umsatz, den die Lotterie ergab, auf circa 70 000 fl. Nach den Berichten der Händler sind die Loose für den berorstehenden Markt sehr begehrt und beträgt der bereits erzielte Absatz mehrere Tausende.

Frankfurt. In unserer nächsten Umgebung haben die Erndtearbeiten begonnen und kommen deshalb die Fuldaer schaarenweise nach unserer Stadt, um Arbeit zu ethalten. Da jedoch dieses Jahr viele Bewohner der Um⸗ gegend Frankfurts, welche früher als Arbeiter in der Stadt thätig waren, brodlos sind und sich für die Erndte⸗ arbeiten bereits haben engagiren lassen, so ist die Nach⸗ frage nach den fleißigen Hessen nicht so groß, als das zahlreiche Angebot wünschen läßt. Viele sind gezwungen, nach der unteren Maingegend und an den Rhein zu ziehen, um dort ihren Erwerb zu finden.

% Genossenschaftswesen. Die diesjährige Generalversammlung der wirthschaftlichen Genossenschaften am Mittelrhein findet am 7. und 8. August in Wies⸗ baden statt. Der Anwalt der deutschen Genossenschaften, Abg. Schulze⸗Delitzsch aus Berlin, wird anwesend sein und über das neue Genossenschaftsgesetz Bericht erstatten.

Der Mainzer Anzeiger schreibt: DieKölnische Zeitung und nach ihr mehrere andere Blätter brachten Dor einigen Tagen eine Notiz über die dem Commandanten eines im Westen von Nordamerika gelegenen Forts ge⸗ lungene Befreiung eines fünfjährigen Knaben deusscher Abkunft von einem Indianerstamme. Die deutschen An⸗ verwandten dieses Knaben haben sich in Folge jener Notiz bereits gefunden. Es ist bies eine Mainzer Familie, Namens Amelung, aus welcher im Jahre 1847 ein

junger Mann in den an der mexikanischen Grenze ge⸗ legenen Theil von Texas auswanderte und dort einen Tauschhandel trieb. Er heirathete eine Mexikanerin, die ihm 5 Kinder gebar. Anfangs dieses Jahres faßte er den Entschluß, mit seiner Famllie nach Deutschland zurück⸗ zukehren, womit seine Frau sich unter der Bedingung ein⸗ verftanden erklärte, daß man vorher noch einmal ihre Angehörigen in Mexiko besuche. Man brach gemein⸗ schaftlich und unter einer Bedeckung von 18 Mann dort⸗ hin auf, wurde aber von einem Indianerstamm überfallen, der die beiden Gatten und drei ihrer Kinder ermordete, die beiden ältesten Knaben aber hinwegführte. Die Nach⸗ richt von diesem entsetzlichen Ereignisse war bereits hierher gelangt, aber über den Verbleib der beiden Knaben konnte man, trotz aller, selbst durch den mexikanischen Gefandten angestellten Recherchen keine Auskunft erhalten, bis jene Zeulungs⸗Notiz dieser Ungewißheit ein Ende machte. Es werden nun sofort die geeigneten Schritte geschehen, um den armen verwaisten Knaben zu reclamiren.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.

Das Vremer PostdampfschiffDeutschland, Capt. H. Wessels, des Norddeutschen Lloyd, welches am 6. Juli von Bremen abging, ist nach einer[chnellen und glück⸗ lichen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in New⸗Pork angekommen.

Das Hamburger PostdampfschiffCimbria, Capt. Trautmann, trat am 20. Juli wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗Pork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packespost 700 Tous Ladung, 130 Passagiere in der Cajüte und 493 im Zwischendeck an Bord.

Hülfeleistung beim Kleiderbrennen.

Bis die in der letzten Zeit wiederum vor gekommenen entsetzlichen Verbrennungen eine Aenderung der gegenwärtigen unvernünstigen Damenmoden herbeigeführt, dürfte leider noch eine lange Zeit vergehen und der Unsinn noch manches Opfer fordern. Dringend nothwendig ist es daher, sich für den Fall einer jeden Augen- blick in unserer Nähe möglichen Gefahr wenigstens die Grundsätze einer richtigen Behandlung ein⸗ zuprägen. Ein Sachverständiger veröffentlicht darüber in derN. Fr. Pr. Folgendes: Gewöhnlich fallen die Hülfeleistenden über die Verunglückte und wälzen sie auf dem Boden herum, als wäre es ein Eisenballen, dann werden ihr die brennenden Kleider mit rasender Kraft vom Leibe gerissen, ohne dabei zu bedenken, daß bereits zahllose Brandwunden den Körper bedecken, die anfangs mit feinen Blasen überzogen sind, welche aber nicht verletzt werden dürfen, wenn eine glückliche Heilung ersolgen soll; denn unter jeder Brandblase, welche durch die Haut des Körpers gebildet wird, liegt das rohe, halb ge⸗ schmorte Fleisch. Solange die Blasen der Brand⸗ wunden unverletzt bleiben, ist der Schmerz noch erträglich, sobald aber diese zerrissen sind und die äußere Luft in die bloßgelegten Fleischtheile dringt, dann erst beginnt die Zerstörung der Fleischmasse, die offenen Brandwunden 9255 55 sich mit rapider Schnelligkeit, ganze Stücke fallen von dem Brandkörper und machen die Lebensrettung immer unwahrscheinlicher.

Wer einer brennenden Person Hülfe leisten will, der ergreife so schnell als möglich ein Stück festen Stoffes, etwa einen Teppich ꝛc., und wenn dieser nicht augenblicklich zur Seite ist, sein eigenes Kleid, wickle die Brennende so dicht als möglich ein und lege sie sanft auf den Fußboden; ist eine zweite rettende Hand in der Nähe, so bringe diese eiligst Wasser herbei und gieße es über die Ver⸗ unglückte; im anderen Falle muß der Erste es selbst herbeischaffen, nachdem er durch Umhüllen des Körpers die Flamme möglichst erstickt hat. Ohne die Kleidungsstücke zu berühren, muß mit dem Begießen fortgefahren werden, bis die letzte Rauchwolke verzogen ist. Dann halte man ein mit Wasser gefülltes Gefäß zur Seite und nehme vorsichtig die Umhüllung weg, oder wenn der Brand stark war, ist es besser, man schneide sie ab, um nicht den Kranken unsanft berühren zu müssen. Zeigt sich irgendwo noch ein glimmender Funke, so muß dieser schnell durch das Wasser vertilgt und hierauf müssen behutsam nach und nach alle Kleidungsstücke vom Körper geschnitten werden. Unterdeß schaffe man vom nächsten Milchhändler Buttermilch, saure Milch oder Käsenmolke herbei, schneide aus dem ersten besten Leintuch, wenn nicht

andere Leinenstücke vorhanden sind, die nöthigen

Verbandstücke, tauche sie in die saure Milch und umhülle damit die Brandstellen, nachdem dieselben so vorsichtig als möglich der Kleidungsstücke ent⸗ ledigt worden sind. Mit solchen Leinenstücken muß jeder Körpertheil, der verletzt wurde, besonders

umhüllt werden. Baumwollstoffe sollen nur im äußersten Nothfalle dazu verwendet und müssen beim nächsten Wechsel durch leinenes Verbandzeug ersetzt werden.

Ist auf diese Weise der erste Verband an⸗ gelegt, dann erst bringe man den Kranken zu Bett oder auf ein Ruhebett. Hier werden alle Federbetten beseitigt, und auf die Matratze oder in Ermanglung dessen auf eine über den Strohsack gelegte Baumwolldecke wird das in kaltes Wasser getauchte Leinentuch gebreitet und nun erst der Leidende vorsichtig darauf gelegt. Dann muß man ihn freilich dem Gutachten der betreffenden Aerzte überlassen. Wer den Kranken zu Hause pflegen kann, wird durch ängstlichste Vorsicht bei jeder Berührung und fortgesetzte frische Umschläge mit saurer, im Sommer in Eis gekühlter Butter⸗ milch ein auffallend günstiges Resultat erzielen; sie wirkt heilsamer als reines frisches Wasser, welches aber immer noch der Oelcur vorzuziehen ist. Es sind mir zwei Fälle der heftigsten Brand⸗ wunden vorgekommen, wo die Kranken lediglich durch das erste Mittel vollständig geheilt wurden und nur geringe Spuren des überstandenen Unglückes zurückblieben. D. Bl.

Das Porheimer und Melbacher Bergwerk

und die Saline Nauheim.

Ueber die Staatsfinanzen werden den Kammern zweimal Vorlagen gemacht, in den Voranschlägen und in den Rechenschastsablagen. Hinsichtlich der Voranschläge gilt der allgemein als richtig erkannte Grundsatz: die Einnahmen nicht zu hoch, die Ausgaben dagegen nicht zu gering anzusetzen. Uebrigens sind bei keiner Verwaltung wenigere sichere Anhaltspunkte für Vor⸗Veranschlagungen geboten, als bei einem Kohlenbergwerk, Witterung und vieles Andere sind von großem, unberechenbarem Einfluß. Darum ist es klar, daß die wirklichen Betriebsresultate sehr verschieden sein können von den drei Jahre vorher voran⸗ schläglich berechneten. Mit unseren Zahlenangaben sind die wirklichen Betriebsresultate gemeint. Wir hatten keinen Grund, deren Richtigkeit zu bezweifeln; dennoch fragten wir weiter wegen ge⸗ nauer Angabe und erhielten die Antwort, daß in mehr als einer Rechnung der letzten 14 Jahre mehr als 35 Tausend Gulden Ablieferung enk⸗ halten sind.

Bezüglich der Zinsen vom Gelände konnten uns Leute aus Dorheim und Beienheim belehren, daß ein großer Theil des zeitweise entbehrlichen Bergwerks⸗Geländes öffentlich verpachtet sei und jedes Jahr Kaufschillinge für weiter nothwendig gewordene Aecker bezahlt werden. Damit scheint uns die Zinsenfrage erledigt zu sein. 5

Aber warum streiten wir denn eigentlich darü⸗ ber, ob es 35, 30, 20, 15 oder 10 Tausende Reingewinn sind?

Nehmen wir immerhin an, es blieben nur 10 Tausend übrig. Wird denn damit bewiesen, da der Staat das Bergwerk nicht betreiben soll, oder daß es überhaupt nicht nöthig sei?

Wir meinen weder das eine noch das andere.

Wenn ein Geschäft 10 Tausend Gulden ab⸗ wirst, so ist es ein gutes Geschäft, das immerhin der Staat betreiben mag, namentlich wenn, wie hier, es sich um Beschaffung eines nothwendigen Bedürfnißgegenstandes handelt, und Private das Geschäft schlechterdings nicht besser zu betreiben im Stande sind. 5

Was die Nothwendigkeit eines Melbacher Braunkohlenbergwerks betrifft, so können wir uns nicht genug über die beharrliche Bestreitung der⸗ selben wundern. Die Bergwerke bei Bauernheim, Dornassenheim, Weckesheim und Wölfersheim dür⸗ fen so viele Kohlen fördern, als sie wollen; doch kommt dort der Ausverkauf öfter vor, als auf dem Dorheimer Werk. Im Winter Kohlen aus- zufördern, das geht schon; allein, was nützt das

N

igel nb 10 Eine

ghet ef us 64 und 0 Gedächiß vat Auf tine lub Kcblen fan; doc K Folgendes de Weltetau, au ken Vegttobilt richtiger unte

werden. De Koblen, so Kohlen zu ge Naser bewal betgwerke hab Unser Ge in Bettachiur freut. Gan gewonnen. Fortexistenz sind von ihre winnung der Wichtigleit, da namentlich höhbare, schö Benutzung d zur Aufhebu 3% fl. Stan 1 Pb. S 2 die Trangyort Uu werden wollen) Jo J kr. begahl für giwisst So ist es w sagen werde und angeneh das Pp. aut es werde d muß bun) So ang vin len für den wegen der g

And

i Dur Jahrmarkt itwoch 1 dem Landta gehalten. e dem ersten Zu T0 Duͤd