Ausgabe 
24.10.1867
 
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ganzen Festes. Am Abend des 18. war Commers in derErholung, bei dem Rede und Gesang wechselten und die Zuschriften aus allen Rich⸗ tungen bekannt gegeben wurden. Auch aus dem Reichstag in Berlin, sowie aus Wien und Gratz waren Grüße eingegangen. Am 19. Vormittags war gemüthlicher Verkehr. Bei demselben wurde der Keil'sche Antrag besprochen, an die Stadt und Studentenschaft Jena das Ersuchen zu richten, alle 10 Jahre ein Erinnerungs- und Freund schaftsfest zu feiern und damit 1868 zu beginnen. Die Präsensliste wird erst gedruckt; es waren übrigens außer Oesterreich alle deutschen Staaten hier vertreten.

Mecklenburg⸗Schwerin. In Güstrow und verschiedenen anderen Städten circulirt eine Ad resse an den Reichstag, worin das Ersuchen ausgesprochen wird, der Reichstag möge dahin wirken, daß Mecklenburg wieder in die Reihe der constitutionellen Staaten eingeführt werde. Auch in Mecklenburg⸗Strelitz wird eine gleiche Adresse vorbereitet.

Waldeck. Am 18. d. hat der waldeckische Landtag den bekannten Accessionsvertrag mit Preußen mit 13 gegen 1 Stimme genehmigt.

Bayern. München. Die Abgeord- netenkammer genehmigte mit 117 gegen 17 Stimmen den Vertrag vom 8. Juli 1867, be⸗ treffend die Fortdauer des Zoll- und Handelsvereins.

Baden. Aus Baden-Baden wird vom 22. d. gemeldet: Der Kaiser von Oesterreich traf heute Morgen 7 Uhr im Bahnhof von Oos (Anschlugstation der Zweigbahn) ein und wurde daselbst vom Großherzog von Baden empfangen. Wenige Minuten darauf kam der König von Preußen an und war die Begegnung der Monarchen auf beiden Seiden die freundlichste und herzlichste. Nach etwa 10 Minuten setzte hierauf der Kaiser seine Reise fort. f

Oesterreich. Wien. Durch eine kaiser⸗ liche Verordnung wird die im Februar verfügte Suspension der Gesetze zum Schutze der persön⸗ lichen Freiheit und des Hausrechts in Südtyrol außer Wirksamkeit gesetzt, und zwar in Folge der befriedigenden Wahrnehmung, daß die Ruhestörun⸗ gen dort aufgehört haben und die Gefahr für die öffentliche Sicherheit beseitigt ist.

Wie die militärische ZeitschriftDer Kame⸗ rad meldet, hat Se. Majestät der Kaiser an⸗ geordnet, daß künftig die Mannschaft der Armee und Kriegsmarine von allen Vorgesetzten mit Sie anzusprechen ist.

Das dem Fürsten Schwarzenberg errichtete Monument ist am 20. d. enthüllt worden. Der Kaiser wohnte dieser Feierlichkeit bei und wurde bei seiner Ankunft und Abfahrt freudig begrüßt.

Frankreich. Paris. Die französische Regierung hat eine Art Ultimatum nach Florenz geschickt, in welchem sie forvert, daß ihre Forde⸗

rungen für die Erfüllung des Septembervertrages in kürzester Frist erfüllt werden. Den Einmarsch der italienischen Truppen in Rom wird Frankreich nicht dulden, weder den alleinigen noch den gleichzeitigen.

Ferner hat die französische Regierung an ihre diplomatischen Agenten im Auslande ein Circular gerichtet, in welchem sie ihnen anzeigt, daß sie der September-Convention Achtung ver⸗ schaffen werde, sei es im Verein mit der italienischen Regierung oder ohne dieselbe.

Wichtige Nachrichten sind durch Ver- mittlung der italienischen Gesandtschaft von Civita Vecchia und Florenz eingetroffen. Die Depeschen aus Florenz melden, daß die italienische Regierung vem Vorschlage einer gemeinschaftlichen Action ihre Zustimmung nicht ertheilt habe.

Eine telegraphische Nachricht aus Toulon vom 20. d. meldet: eine hier eingetroffene Brigade ist mit der Einschiffung beschäftigt. 10 Kriegs- dampfer haben geheizt und werden wahrscheinlich heute Abend in die See gehen. Der General Dumont ist hier angekommen.

Aus Paris kommt die Nachricht: Der Bruch zwischen Italien und Frankreich soll durch preußische Vermittlung vermieden werden.

Der Kaiser von Oesterreich wird am 23. d. M. hier eintreffen und der König Ludwig J. von Bayern, welcher nach Nizza sich begibt, wird am 25. d. M. hier ankommen und einige Tage hier zubringen.

In einer Correspondenz derKöln. Ztg. aus Paris heißt es:Wenn man den auf dem Kriegsministerium verbreiteten Nachrichten Glauben schenken darf, so hat man die Absicht, nicht allein Truppen zur See nach Rom zu senden, sondern auch ein Armeecorps über die Alpen gehen zu lassen(2). Zugleich würde man ein Obser⸗ vationscorps am Rhein(2) zusammenziehen.

DerConstitutionnel bestätigt die Hoff nung, daß es der italienischen Regierung gelingen werde, die revolutionären Ausschreitungen dar- niederzuhalten; man könne daher der Regierung wegen ihrer Haltung Glück wünschen.

DerMoniteur sagt: Angesichts des Einfalls der revolutionären Banden in das päpst⸗ liche Gebiet, hatte die französische Regierung beschlossen, ein Expeditionscorps nach Civita⸗Vecchia zu senden, welche Maßregel in Erfüllung der Pflicht, der Würde und der Ehre Frankreichs stattfinden sollte. Die Regierung konnte sich nicht der Gefahr aussetzen, die Unterschrift Frankreichs verletzt oder verkannt zu sehen; aber die italie⸗ nische Regierung hat der französischen Erklärungen und Versicherungen der kategorischsten Art gegeben, daß alle nöthigen Maßregeln ergriffen sind, um einen Einfall in das päpstliche Gebiet zu ver⸗ hindern und die September⸗Convention zur wirk⸗ samen Ausführung zu bringen. In Folge dieser

Mittheilungen hat der Kaiser befohlen, die Ein⸗ schiffung der Truppen einzustellen.

Die Einschiffung der Truppen in Toulon ist sistirt und befohlen, daß die Truppen, welche sich schon an Bord befinden, ans Land zurück⸗ kehren. Es heißt, daß das Ministerium Ratazzi bleiben werde und eine Grundlage für die Revision der September-⸗Convention durch beide contrahirende Mächte gefunden sei.

Italien. Die Nachrichten der letzten Tage aus dem Kirchenstaate lauten im Allgemeinen für die Garibaldianer ungünstig, wiewohl diese Nach⸗ richten noch der Bestätigung bedürfen. So be⸗ richtet ein französisches BlattEtendard, daß Depeschen aus Rom eingelaufen seien, wonach das römische Gebiet von den Freischaaren gänzlich geräumt sei. In Folge der Wiedereinnahme von Nerola durch die päpstlichen Truppen haben die Garibaldianer Monte libieti, Orte und die Position bei Terracina geräumt und sich vom römischen Gebiet gänzlich zurückgezogen. Rom befindet sich in vollkommener Ruhe.

Weiter meldet der PariserMoniteur vom 21. d.: Die Päpstlichen haben in Nerola 140 Gefangene gemacht. Die Garibaldianer sind entmuthigt und haben Orte und Terracina geräumt.

Florenz. Eine Depesche vom 21. d. meldet: Das Ministerium hat in Florenz seine Demission gegeben. Garibaldi befindet sich hier.

Die Blätter vom 20. d. melden gerüchts⸗ weise, daß der Ministerprästdent mit seinen Col⸗ legen dem Könige seine Entlassung eingereicht habe. General Cialdini wurde telegraphisch hier⸗ her berufen und mit der Bildung eines neuen Ministeriums beauftragt. Derselbe, so wird weiter berichtet, habe das Ministerium angenommen und sogleich angeordnet, daß die Anwerbe⸗Bureaux geschlossen und die sogenannten constitutionellen Comites aufgelöst werden.

Garibaldi, welcher wirklich in Florenz anwesend war, ist wieder abgereist, um sich zu seinem Sohne Menotti zu begeben.

Im Pühlikum eirculirt eine Adresse an den König, in welcher derselbe gebeten wird, an der nationalen Politik festzuhalten, auch von meh⸗ reren Municipalitäten würden Adressen an den König gerichtet, um ihn zu ersuchen, die nationalen Wünsche zu erfüllen. DasDiritto bestätigt die Nachricht, daß die Insurgenten fast sämmt⸗ lich das römische Gebiet geräumt haben.

Die preußische Vermittelung ist sowohl in Florenz als in Paris nicht officiell nachgesucht, aber erwünscht und thätig. Die italienische Re⸗ gierung ist benachrichtigt, daß die französische Flotte zum Schutze der September Convention vor Civitavecchia erscheinen werde, wenn die

italienische Regierung fortfahre, die Verletzung Die Situation ist auf das

derselben zu dulden. Aeußerste gespannt.

Volkssitten in Friedberg.

welkt.

Andererseits halten wir es aber auch für Unrecht, wenn man

Wozu nützen sie? fragen Viele, die in unserm nützlichgesinnten Zeit⸗ alter aufgewachsen sind. Geld verdient man durch sie freilich nicht; aber nützt denn nur das, was Geld einbringt? Gibt es nicht auch einen Nutzen für's Herz, der zwar nicht sofort in Gulden und Kreuzern angeschrieben werden kann, der aber das Gemüth heiter stimmt und den Geist erfrischt, so daß die Arbeit nachher um so besser von Statten geht? In früheren Zeiten, wo sich die Bestrebungen der Einzelnen noch weniger zersplittert hatten, da wollte man auch sein Vergnügen, seine Erholung gemeinschaft⸗ lich mit der ganzen Gemeinde haben. Da nun, wo das Volk als Ganzes schafft, wo es noch jugendliche Produktionskraft und ursprüngliche Naivetät besitzt, da ist der Boden für Entstehung und Erhaltung von Volkssitten, Volksliedern ꝛc. Manche meinen, Volkssitten passen nicht in unsere Zeit, und wollen damit sagen, daß in der jetzigen Zeit jene Vorbedingungen immer mehr abhanden kommen, und mit ihnen auch die Volkssitten ver⸗ schwinden. In den Dörfern, wo sich die Bedingungen am längsten halten, dauern auch die Sitten länger. Unsere Kirchweihe z. B., die noch im 17. Jahrhundert durch Passionsspiele und einen Jahrmarkt am Sonntag nach Trinitatis mit großer Solennität gefeiert wurde, ist verschwunden, während sie sich auf den Dörfern, wenn auch in entarteter Weise, noch hielt. Wir stimmen denen bei, welche es verwerfen, daß man längst erloschene Gebräuche künstlich wieder auffrischt, wie z. B. die Passions- spiele in Ammorbach, denn wenn sie nicht aus dem Volk herauswachsen, so wurzeln sie auch nicht in ihm und bleiben wie ein ausländisches Ge wächs, das man im Treibhaus sorgsam pflegen muß, damit es nicht ver⸗

Volkssitten unterdrückt, ehe sie sich überlebt haben; wenn wir sehen, daß die Vorräthe in unserer Scheuer zu faulen anfangen, werden wir es dann für zweckmäßig halten, den noch brauchbaren Rest mit dem Faulen fort⸗ zuwerfen? Und nun die Anwendung davon. 8

Wir haben in unserer Stadt noch zwei schöne Sitten, das Oktober⸗ feuer und den Nikolaustag. Ist es aber Recht, daß man den Schulbuben die Betheiligung an dem patriotischen Gefühlen entsprungenen Oktober⸗ feuer verbietet, weil Lärm damit verbunden ist, oder weil in den Häusern gesammelt werden muß? Wenn sich die älteren Leute mehr dabei be⸗ theiligten, so könnte man die Jugend gewiß besser im Zaume halten; es schadet auch nichts, wenn sie sich einmal austoben darf; das ist ein Ventil für den Muthwillen, der sonst in der Schule zum Ausbruch kommt. Und nun der Has. Wer erinnert sich nicht mit großem Vergnügen an die Zeit, wo er mit seinen Mitschülern dem Klassenlehrer den Has brachte und nach den vom Niklos ausgeworfenen Nüssen rapschend mit der Ruthe gezüchtigt wurde? Verfälscht wurde die Sache durch die Eltern, welche dachten, der Herr Lehrer wird in seinem sauren Beruf doch selten etwas Süßes bekommen, da wollen wir ihm lieber eine Torte geben. Das ist aber ein Auswuchs, der der Sitte widerspricht und darum abgehauen werden muß. n

Bekanntlich ist der Einfluß und die Beliebtheit der Lehrer um so größer, je mehr sie auch in persönlichem Verkehr mit ihren Schülern stehen. Auch in diesem Sinn ist der Hase von großer Bedeutung.

Lassen wir darum unsrer Jugend das Oktoberfeuer, den Niklos und den Hasen, bis sie von selbst der Zeit zum Opfer fallen!

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