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matik und Naturwissenschaften ist der Anstalt be. reits in sichere Aussicht gestellt.

Preußen. Berlin. DemSchwäbischen Merkur schreibt man von hier:Fast unglaub⸗ liche Anstrengungen werden französischerseits ge⸗ macht, um eine Veröffentlichung der in London bei dem Herzog von Aumale niedergelegten Pa⸗ piere des erschossenen Kaisers Maximilian von Mexico zu verhindern. Nicht nur in London selbst werden diese Anstrengungen gemacht, sondern auch in Brüssel und namentlich in Wien. Daß

diese Bemühungen Erfolg haben werden, steht in

dessen mindestens zu bezweifeln, denn keiner von den Verwandten des hingerichteten Kaisers hat. unter welchem Titel er auch immer auftreten mag, irgend ein Anrecht auf diese von der Kaiserin Charlotte bei dem Herzog von Aumale nieder- gelegten Papiere, wozu, wie man in diplomatischen Kreisen glaubt, auch noch der weitere Umstand tritt, daß der Herzog von Aumale von der Kai serin für gewisse Eventualitäten sehr bestimmte Weisungen über den von den betreffenden Pa pieren zu machenden Gebrauch erhalten haben dürfte. Die Vorbereitungen zur Herausgabe der betreffenden Papiere werden denn auch, unbeirrt von diesen interessanten Zwischenfällen, unausgesetzt betrieben. Das Weitere bleibt natürlich abzu warten; so viel scheint indessen wohl keinem Zwei⸗ fel zu unterliegen, daß die französischen Versiche⸗ rungen, die Papiere des hingerichteten Kaisers Max enthielten nichts für Frankreich Compromit⸗ tirendes, schwerlich zutreffend sein dürften.

Die Gerichtszeitung leitet ein Referat über eine Gerichtsverhandlung mit folgenden Betrach- tungen ein: Es ist eine traurige Wahrnehmung, daß, je mehr Berlin von Jahr zu Jahr sich ver⸗ größert, auch alle Nachtheile einer großen Stadt in auffallend schneller Weise sich einstellen. Geschäfte, welche ohne genügende Mittel begründet werden, tauchen in Menge jährlich auf und verschwinden

meist schon nach kurzer Zeit wieder, nachdem die

Besitzer in der kurzen Frist möglichst viel Schulden gemacht haben. Schwindel und Betrügereien kommen immer mehr an die Tagesordnung, denn die alte Maxime, durch Arbeit und Ehrlichkeit sich durchzuhelfen und langsam weiter zu bringen, kommt immer mehr in Verruf. Möglichst schnell und ohne Mühe reich zu werden, ist das Losungs⸗ wort geworden, und der Begriff der Reellität ist leider bei sehr Vielen völlig bei Seite geschoben.

Die Oder- und Weichseldistriete sind in Folge heftiger Regengüsse von weit ausgedehnten Ueberschwemmungen heimgesucht.

DerStaatsanzeiger veröffentlicht eine Verordnung, betreffend die Einführung der preu⸗ ßischen Medicinaltaxe in Nassau, und eine andere Verordnung, über die Erhebung einer Erbschafts⸗ abgabe in den neuen Landestheilen.

Halle. Die 25. Versammlung deutscher Philologen, Schulmänner und Orientalisten wird vom 30. September bis zum 3. October d. J. hier abgehalten werden.

Wiesbaden. Die neuesten Verordnungen der königl. Regierung haben auch dahier große Mißstimmung hervorgerufen und geben zu einer in den hiesigen Blättern ausgeschriebenen Bürger⸗ versammlung Veranlassung. Die zu erwartende Anwesenheit des Königs von Preußen in Wies⸗ baden soll dazu benutzt werden, dem Könige durch eine Deputation die Interessen der Stadt und des Landes vorzutragen.

Sachsen. Leipzig. Die Verlagshandlung Dunker und Humblot kündigt für die nächste Woche das Erscheinen der ersten Bände einer Ausgabe der nachgelassenen Schriften der Kaisers Max von Mexiko an. Es handelt sich hier offenbar nicht um geheime Papiere, die sich auf die Ereignisse der letzten Jahre beziehen, sondern um ältere Schriften, von denen bekannt war, daß mehrere Bände druckfertig vorliegen.

Mecklenburg. Von dem riiterschaftlichen Schulwesen in Mecklenburg gibt der streng or⸗ thodoxe mecklenburgische Prediger Starck ein haar⸗ sträubendes Bild. Er bemerkt:Wie die ritter⸗ schaftlichen Schulen von Anfang unseres Jahr- hunderts bis in die neuere Zeit hinein beschaffen

sind, das beweisen die Verwünschungen der Männer (von Frauen gar nicht zu reden,) die schon ziem- lich bejahrt nach Amerika wandern, am aller⸗ meisten darüber, daß sie Schreiben und Rechnen gar nicht, Lesen nur kümmerlich, Gottes Wort nur auswendig gelernt haben, das beweisen die vielen Väter und Mütter, die sich ihrer Kinder Briefe von drüben müssen lesen lassen. Man hat es eine Zeit lang für Pflicht gehalten, die Kin⸗ der, die zur Arbeit geboren seien, von der Schreib⸗ und Rechenkunst als einem Gift fernzuhalten, und der Referent erinnert sich noch lebhaft eines alten würdigen Schulmeisters, der vor etwa 40 Jahren darüber klagte, daß seine gnädige Frau ihn mit der Reitpeitsche bedroht habe, wenn er einem Dorfkind Schreibunterricht ertheile.

Coburg. Nachdem die Rinderpest im hie⸗ sigen Lande seit dem 4. v. M. für erloschen er⸗ klärt worden, ist dieselbe jetzt plötzlich an einem von der früher verseuchten Gegend ganz entfernt liegenden Ort mit großer Heftigkeit wieder auf⸗ getreten. Die Entstehungsursache ist vollständig unaufgeklärt.

Bayern München. Zu den Kosten der Versammlung des Juristentages beabsichtigt das Staatsministerium der Justiz einen Zuschuß von 10 000 fl. aus Staatsmitteln zu bewilligen.

Oesterreich. Wien. DieNeue freie Presse meldet:Anläßlich der neulich vorgekom⸗ menen barbarischen Judenverfolgungen in Galatz Seitens der rumänischen Behörden hat die öster⸗ reichische Regierung das kaiserliche Consulat in Galatz angewiesen, unverweilt Schritte zu thun, um die Bestrafung der Schuldigen zu erzielen und fernere Excesse zu verhüten.

In der Nachmittagssitzung des Herren- hauses vom 18. ds. wurde das Ministerverant⸗ wortlichkeitsgesetz in der Fassung des Unterhauses mit unwesentlichen Modificationen angenommen und sodann die Wahl von Mitgliedern in die Deputation, welche mit der ungarischen Deputation über den finanziellen Ausgleich verhandeln soll, vorgenommen. DieWiener Correspondenz schreibt: Von zuverlässiger Seite wird die Nach- richt einer angeblichen Uebersiedelung des Königs von Hannover nach Paris als vollkommen unbe⸗ gründet bezeichnet. 0

Donaufürstenthümer. Bukarest. Zehn israelitische Vagabunden(wie man in Rum ä⸗ nien die aus den Vereinigten Fürstenthümern vertriebenen Juden zu nennen beliebt,) welche nach der Türkei, ihrem Heimathlande, geschafft worden waren, wurden von einer türkischen Barke an das rumänische Ufer zurückgebracht. Da man sich aber da weigerte, sie aufzunehmen, ließ sie der Commandant der Barke in die Donau werfen. Acht derselben wurden von den Einwohnern von Galatz gerettet, zwei ertranken. Das amtliche Blatt von Rumänien fügt einer Mittheilung hier⸗ über hinzu, das Ministerium habe eine Commission abgeschickt, welche eine genaue Untersuchung über diesen Vorgang anzustellen beauftragt sei.

Frankreich. Paris. Admiral Farragut, der Oberbefehlshaber der amerikanischen Flotte, ist in Paris eingetroffen, wohin ihm sein Generalstab, bestebend aus zwölf Oberofficieren, bereits vorangegangen war. Der Admiral wird Frankreich und Deutschland bereisen und sich dann in Cherbourg in seinem AdmiralschiffFranklin

einschiffen.

Sicherem Vernehmen nach ist es zweifel haft, ob Prinz Napoleon sich nach Kopenhagen begeben werde. Wie dieEpoque berichtet, sei die französische Regierung geneigt, die Emission einer italienischen Staatsanleihe zu begünstigen, wenn Italien seine gegenwärtigen Rüstungen auf⸗ recht erhält.

Von verschiedenen Blättern wird wieder⸗ holt berichtet, daß Frankreich trotz des Arrange⸗ ments der Luxemburger Angelegenheit seine- stungen nicht einstelle. Diesen Berichten nach sind seit dem 1. d. M. geliefert und in Bestellung 329,500 Meter Tuch, 100,000 M. Futter⸗Lein⸗ wand, 240,600 M. weißer Flanell, 42,000 Mützen, die in Chakos verwandelt werden können. 24,000

lederne Chakos, 400,000 Paar Schuhe, 500,000

Paar Kamaschen, 36,000 Tornister, 200,000 Hemden, 30,000 Feldflaschen, 250,000 Flanell⸗ Leibbinden, 90,000 Infanterie-Anzüge, 50,000 Mäntel, 900 Cavallerie-Beinkleider, 10,000 Ca- vallerie-Mäntel und 12,000 Mantelträger.

Es ist vollständig richtig, daß die Pferde- Ankäufe fortdauern. Man gibt zwar die Pferde, die ihre militärische Instruction erhalten haben, an die Bauern ab, natürlich aber unter der Be dingung, daß sie auf den ersten Befehl wieder zurückgeliefert werden müssen. f

Die Festlichkeiten, welche während des Aufenthaltes der fürstlichen Personen Statt fan den, haben bis jetzt die Schuld der französischen

Civilliste um sechs Millionen vermehrt. Diese Ziffer ist offieiell. Spanien. Neueren Nachrichten zufolge

nimmt der spanische Aufstand täglich größere Verhältnisse an. Die Guerillas zeigten sich nicht nur in Tortona, sondern auch in Aragonien, in den Umgebungen von Barbastro und Huestra. Sie stehen in Verbindung mit anderen Banden, welche in der Gegend von Rioja in der Bildung begriffen oder schon zum Vorschein gekommen sind. Einige Banden haben sich ferner in den Um⸗ gebungen von Burgos, sowie zwischen Bilbao und Santander gezeigt.

Eine Ordonnanz des Gouverneurs bringt zur Kenntniß, daß die religiösen Feste auf 13 beschränkt werden und legt die strenge Verpflich⸗ tung auf, die Werkstätten und Läden an Sonn⸗ und Fest⸗Tagen zu schließen. Die Blätter haben ein Communiqus erhalten, welches ihnen besiehlt, ihre Veröffentlichung Sonntags einzustellen.

Amerika. Aus Mexiko liegen jetzt authen⸗ tische Nachrichten über den Proceß Maximilans vor. Das Todesurtheil gegen Maximilian und die Generale Miramon und Meja wurde am 14. Juni gesprochen. Escobedo bestätigte das Urtheil am 15. und setzte die Hinrichtung auf den 16. fest. Juarez gab den Verurtheilten Frist bis zum 19. Juni Morgens, damit sie ihre Familien⸗ angelengenheiten ordnen könnten. Maximilian wurde den zu seiner Erschießung commandirten Soldaten gegenüber gestellt, seine letzten Worte waren:Arme Charlotte! Miramon und Meja wurden vorher decradirt und als Verräther an ihrem Vaterlande von hinten erschossen. Der preußische Gesandte hatte alles aufgeboten, das Leben des Kaisers zu retten, er erhielt aber die kurze Antwort, der Präsident sei nicht in der Lage, denselben zu begnadigen, da eine Begna⸗ digung nicht mit den Erwägungen der Justiz und der Nothwendigkeit, den Frieden der Republik für die Zukunft zu sichern, in Einklang zu bringen sei. In der That hatten die Truppen mit Aufruhr gedroht, wenn das Todesurtheil nicht vollstreckt werde.

Noch einige Tage vor seinem Tod hat Maximilian folgende Depesche an den Wiener Hof geschickt:Ich bin Kriegsgefangener; habt jedoch keine Furcht; man behandelt mich auf eine Weise, die in keiner Art eine Verletzung der Ge⸗ setze und Gewohnheiten civilisirter Völker ist. Auch aus anderen Berichten geht hervor, daß der Exkaiser vollkommen über sein Schicksal in Un⸗ gewißheit war. Er machte noch in den ersten 14 Tagen seiner Gefangenschaft nur Pläne für die Zukunft und hatte nur Sorge, wie er in den Vereinigten Staaten bei seiner Durchreise empfangen werden würde; weßhalb er als ein⸗ facher Bürger reisen wollte. Ganze Tage brachte er in Gesprächen mit dem Fürsten Salm Salm zu, nur manchmal spielten sie beide eine Partie Karten. Proceß und seinen beiden Vertheidigern. Unter den Papieren Maximilians, die man in Queretaro aufgefunden hat, befand sich ein Testament, durch welches er im Falle seines Todes Theodosio Lones Jose Maria Lamatea und Marquez zu Regenten des Kaiserreichs ernennt. Ein Theil des Silber⸗ zeugs Maximilians ist in Matamoras dem Publi⸗ kum als Siegestrophäe ausgestellt worden. Man hat noch keine authentische Nachricht über die Behandlung, die der Leichnam Maximilians er-

litten hat.

Er beschäftigte sich auch viel mit seinem

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