Ausgabe 
22.10.1867
 
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zu halten wünschen. Dem friedliebenden deutschen Volke gegenüber ist dieß nicht schwer. f

Die officiöseCorrespondenz Zeidler schreibt bezüglich des Hohenlohe'schen Programms, dasselbe habe in der Hauptsache in Berlin durch- aus befriedigt und man kenne die Schwierigkeiten der Stellung Hohenlohe's genügend, um dem Fürsten eine etwas unbestimmte Sprache zu gut zu halten.Das Einzige, was wir unserer Seits daran bemängeln möchten sagt das officiöse Organ ist der Umstand, daß das Programm der bestehenden militärischen Verträge mit Preußen keine Erwähnung gethan hat; doch läßt auch diese Unterlassung die Deutung zu, daß der Fürst diese Verträge als über aller Diseussion stehend, behandelt wissen will.

17. October. In der heutigen, Abends 5 Uhr beginnenden Sitzung des Reichstags kommt der Gesetzentwurf wegen Verpflichtung zum Kriegsdienst zur Berathung. Es sind nicht weniger als 16 Amendements eingegangen. Der Referent, Abg. Twesten, verzichtet vorläufig auf das Wort. Der Bundes⸗Commissär bezeichnet die Stellung des Bundesraths zu den Abänderungsvorschlägen der Commission und zu den Amendements; bei den meisten Abänderungs⸗ vorschlägen verhält sich der Bundesrath ablehnend. Im Laufe der Debatte zieht die Aeußerung des Abg. Liebknecht, daß die Geschichte über die⸗ sen Reichstag, der nur das Feigenblatt des Ab solutismus sei, hinwegschreiten werde, dem Redner den Ordnungsruf des Präsidenten zu, indem unter großem Lärmen die Rufe laut werden: Herunter! Herunter! Pfui! Man gelangt zum Schlusse der Generaldebatte, worauf die Sitzung vertagt wird.

18. October. In heutiger Sitzung führt der erste Vicepräsident, Herzog v. Ujest, den Vorsitz, da Präsident Simson erkrankt ist. Die Specialdebatte beginnt. Bei§. 1, welcher die allgemeine Wehrpflicht ausspricht, aber in Bezug auf 1) Mitglieder von regierenden und 2) me- diatisirten Häusern, sowie 3) der Mennoniten und Quäker, nach Maßgabe der für sie bis jetzt be⸗ standenen Privilegien, eine Ausnahme beansprucht, beantragt Abg. Dunker Wegfall aller Aus- nahmen, worauf der Abg. Graf Solms-Laubach erwiedert: Ich bin nicht hierher gekommen, um für Sonderrechte einzutreten die Mitglieder meiner Familie werden alle in das Heer ein⸗ treten. Ich habe zwar keinen Auftrag, im Namen meiner Standesgenossen zu sprechen, aber ich glaube, daß die Mehrzahl derselben so denkt, wie ich. Der weitere Verlauf der Debatte bietet keinen besonders bemerkenswerthen Moment dar.

19. Oktober. In Beantwortung der Inter⸗ pellation des Abg. Schreck stellte Ministerial⸗ Direktor v. Delbrück eine gemeinsame Concurs⸗ ordnung in Aussicht, sobald ein gemeinsames Civilproceßverfahren hergestellt sein werde. Das Kriegsdienstgesetz wurde definitiv angenommen, worauf die Berathung des Postgesetzes folgte, welches paragraphenweise mit einigen Amendements angenommen wurde, von denen eines(von Wiggers⸗ Berlin) die Unverletzlichkeit des Briefgeheimnisses ausspricht. Die Totalabstimmung wird nächsten

ontag erfolgen. Coalitionsgesetz wurde definitiv angenommen. Sodann wurden einige Vorlagen des Bundesraths, betreffend den Bundeshaus⸗ haltsetat für 1867 und das Bundesschuldenwesen eingebracht.

Kassel. Nach neuester Bestimmung wird die Generalversammlung des National- vereins Montag den 11. November d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, im Stadtbausaale dahier statt- finden. Tagesordnung: 1) Geschäftlicher Bericht. 2) Verfügung über die Flottengelder. 3) Antrag des Ausschusses auf Auflösung des Nationalvereins. 4) Verwendung des Vereinsvermögens.

Bayern. München. Die Abgeord⸗ netenkammer hat den Gesetzentwarf, betreffend die Aufhebung der Beschränkung des Zinsfußes, mit 112 gegen 20 Stimmen angenemmen.

Auf Einladung des Fürsten Hohenlohe wird der Zusammentritt der Militärconferenz der süddeutschen Staaten gutem Vernehmen nach

bereits am 21. d. M. dahier stattfinden.

Nach einem dem Präsidium der Kammer zugekommenen Heeresverfassungs-Entwurf zerfällt die bayerische Armee künftig in stehendes Heer und Landwehr. Die Dienstpflicht im stehenden Heere ist 3 Jahre activ und 3 Jahre in der Reserve, bei der Cavallexie 4 Jahre activ und 2 Jahre in der Reserve; die Landwehr beträgt 5 Jahre und bei der Cavallerie 3 Jahre.

Baden. Von Karlsruhe wird gemeldet, es liege die Möglichkeit vor, daß in den nächsten Tagen ein förmlicher Antrag auf Eintritt in den norddeutschen Bund in der zweiten Kammer gestellt werde.

Die Abgeorduetenkammer hat am 18. d. den badisch-preußischen Allianzvertrag vom 17. Aug. 1866 mit allen gegen eine Stimme die nachträg⸗ liche Genehmigung ertheilt. Auch gab dieselbe am 19. d. den Verträgen über die Fortdauer des Zoll⸗ und Handelsvereins in namentlicher Ab- stimmung einstimmig ihre nachträgliche Genehmi gung und erklärte ferner zu Protokoll: sie ersuche die großh. Regierung, auf allmälige Herabsetzung der Salzsteuer hinzuwirken und bei den Verhand lungen über die Tabakssteuer das Interesse unseres hierbei besonders betheiligten Landes nach Kräften zu wahren.

Heidelberg. Professor Dr. Gust. Simon in Rostock, ein Darmstädter, ist zum ordentlichen Professor der Chirurgie und zum Vorstand der chirurgischen Klinik an der Universität Heidelberg ernannt worden.

Mannheim. In einer sehr zahlreich be suchten Versammlung wurde dem mannhaften Auftreten des Gemeinderathes der Stadt Wien gegen die Bestrebungen der Clericalen die un- getheilteste Zustimmung ausgesprochen und be⸗ schlossen, diesem Gefühle in einer Adresse an denselben einen weiteren Ausdruck zu geben.

Frankreich. Paris. DasFrnkf. J. bringt folgende Privatpepeschen vom 17. October: Wie hier allgemein verlautet, wird die französische Regierung Truppen nach Rom schicken und gleich- zeitig die italienische Regierung ermächtigen, die ihrigen in die päpstlichen Provinzen einrücken zu lassen. Nachdem von der italienischen Regierung eine befriedigende Antwort auf das Verlangen, das päpstliche Territorium gegen fer neren Bandenzuzug zu schützen, nicht gegeben wurde, ist die Absendung einer Flotte mit 5000 Mann Landungstruppen an Bord von Civita⸗ Vecchia beschlossen.

Mährend clericale Blätter ein Rundschreiben des Bischofs von Poitiers und des Bischofs von Rennes, in welchen zu Gaben für die päpst⸗ liche Armee aufgefordert wird, bringen, sordert eine andere französische Zeitung öffentlich zu Subscriptionen für die Soldaten der revolutionären Armee im Kirchenstaate auf.

Die Nachricht, daß Mazzini sich auf dem Schauplatze des Aufstandes befinde, wird für unrichtig erklärt: der bekannte Agitator befindet sich ruhig in London.

Wie dieFrance meldet, hat der Mar⸗ quis v. Moustier am vorigen Montag den Minister⸗ präsidenten v. Dalwigk empfangen.

DemTemps zufolge hat die Regierung ein Ultimatum nach Florenz gesandt, welches eine Intervention Seitens Frankreichs als unvermeid⸗ lich hinstellt, wenn Italien nicht ernstlich die Ueberschreitung der römischen Grenze durch Frei⸗ schaaren verhindert. Aus Toulon wird ge⸗ meldet, daß die Flotte zum Auslaufen bereit ge⸗ macht wird. Im Hafen herrscht außerordentliche Thätigkeit und mehrere Transportschiffe werden mit Gestellen zur Aufnahme von Pferden versehen. Wie man versichert, sind 10,000 Mann fran⸗ zösischer Truppen auf dem Wege von Lyon hierher, um sich dahier einzuschiffen.

DerConstitutionell sagt bei Besprechung der römischen Frage:Italien müsse die übernommenen Verpflichtungen erfüllen und Frank⸗ reich sei unbestreitbar in seinem Rechte, wenn es dahin wirkt, daß die italienische Regierung diest Verpflichtungen respectire.

DerFigaro veröffentlicht folgende Mit theilung aus Lyon, 17. October:Die von

General Dumont commandirte Division der Lyoner Armee hat Befehl erhalten, sich auf die erste Ordre zum Abmarsch bereit zu halten. Die Soldaten wurden vorgestern mit Chassepotgewehren be⸗ waffnet, mit deren Handhabung man sie in aller Eile unterwiesen hat. Der Abmarsch ist un mittelbar bevorstehend und die Eisenbahn hat auf höheren Befehl alle Vorkehrungen zur Beförde rung der Truppen bereits getroffen.

Italien. Florenz. DieRiforma meldet: Menotti Garibaldi hat bei Monte Maggiore Position genommen, Nicotera steht in Cecrano; Streifcolonnen von Garibaldianern sind zu Val⸗ monton und in der Umgegend von Tivoli er schienen. Die päpstlichen Truppen ziehen sich ohne Kampf diesseits Frosinone zurück.

DieItalie veröffentlicht die Proela mation Acerbi's, eines Parlamentsmitglieds, welcher die Leitung der Insurrection übernommen hat. Ohne Rom, heißt es darin, existirt Italien nicht. Rom an Italien, die Freiheit diesen unter jochten Völkern zurückzugeben, ist unser Zweck. Zeigen wir, daß wir Soldaten der Revolution, erzogen in der Schule des großen Capitäns Ga- ribaldi, Soldaten der Civilsation sind: achten wir das Eigenthum, die Meinungen, seien wir edel selbst gegen die feindliche Soldateska. Für uns gibt es nur italienische Brüder, welche zuletzt sich mit uns zum Banket des erlösten Vaterlandes setzen sollen.

Es haben Berathungen der Minister statt⸗ gefunden, veranlaßt durch das Gerücht, Frankreich wolle die September ⸗Convention energisch aufrecht erhalten. Man pprach auch von einem Vorschlage, welcher eine gemeinschaftliche Action bezwecke.

Die Nachricht vom Einmarsch der italienischen Truppen in's römische Gebiet ist ver⸗ früht, indessen sind dieselben zum Einmarsch be⸗ reit. Der Ausbruch einer Revolution in Rom hat sich nicht bestätigt.

Aus Florenz wird gemeldet: Nicotera und Menotti Garibaldi haben sich vereinigt; die Päpstlichen bereiten sich vor, die von den Garibaldanern besetzten Städte und Orte anzu⸗ greifen. N

Die Eisenbahnverbindung zwischen Florenz und Rom ist gestört, der Abgang von Freiwilligen nach der Gränze wurde verhindert und 20 der- selben sind verhaftet.

Die Antwort der italienischen Regierung auf die Anzeige, daß eine neue französische Expe⸗ dition nach Rom stattfinden werde, lautet: Eine solche Expedition wäre sehr bedenklich. Wenn der Befehl zur Abfahrt eines französischen Ge⸗ schwaders nach Rom gegeben wäre, würde Italien Truppen nach Rom entsenden, die vor den frau⸗ zösischen an Ort und Stelle sein würden.

Die Nachrichten aus Rom vom 18. und 19. d. lauten: Die Garibaldianer haben Monte Libretti und das verschanzte Lager bei dieser Stadt geräumt, ohne einen Angriff abzuwarten. Man glaubt, daß sie über die Gränze sich zurück ziehen werden. a

Nach einem hartnäckigen Kampfe haben die Päpstlichen Nerola wieder genommen. Die Garibaldianer verloren viele Todte und Gefangene.

Die städtischen Behörden Roms haben eine Adresse an den Papst beschlossen, welche im Namen der Bewohner Roms die Intervention durch italienische Truppen als das einzige Mittel verlangt, durch welches sie für die Erhaltung der Ruhe in der Stadt einstehen könnten. Die Municipalbehörde hat, die unmittelbare Gefahr einer Erhebung der Stadt befürchtend, die Adresse dem Papste überreicht und die darin aus- gesprochenen Wünsche vertrauensvoll seiner höchsten Entscheidung anheimgegeben.

* Friedberg. Die Menage⸗Commission des hiesigen Bataillons hal ihren Bedarf au Kartoffeln, 500 Malter, aus der Gegend von Darmstadt bezogen und zwar zu dem Preise von 2 fl. 42 kr. franco Bahnhof Friedberg. Wenn auch der Preis im Vergleiche mit dem in der Wetterau sich feststellenden sehr wenig differirt, so sollen doch die in dem sandigen Boden der Umgegend Darm⸗ stadts gewachsenen Kartoffeln von ausgezeichneter Güte und wie immer in nassen Jahren den in schwerem

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