Ausgabe 
22.10.1867
 
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Dienstag den 22. October.

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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.

Friedberger Zntelligenzblatt.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

Auf denAnzeiger kann man noch immer für die Monate October, November und Dezember bei den Poststellen des Großherzogthums mit 33 kr. und bei der Verlags-Expedition mit 30 kr. abonniren.

Betreffend: Unterricht im Hufbeschlag 1867/68.

Amtlicher Theil.

Laubach am 8. October 1867.

Unterricht im Hufbeschlag 1867 68.

Der Unterricht im Hufbeschlag pro 1867/68 wird am 18. November d. J. zu Butzbach beginnen. Junge Schmiede, die an demselben

Theil 5

nehmen wänschen, haben sich zeitig bei dem unterzeichneten Präsidenten schriftlich anzumelden and sich über Schulkenntnisse, bestandene

Lehrzei und gutes Betragen sowohl, als auch über die Mittel zu ihrem Unterhalt in Butzbach gehörig auszuweisen.

Der Unterricht selbst wird unentgeltlich ertheilt; dagegen haben die Theunehmer, insoweit sie die Mittel dazu besitzen, für ihren Unterhalt in Butzbach selbst zu sorgen; es werden aber Einrichtungen getroffen, daß derselbe möglichst billig zu stehen kommt.

Unbemittelte müssen sich mit

vereins für derartige Unterstützungen keine Mittel verwilligt sind.

terstützungsgesuchen an den Vorstand ihres landw. Bezirksvereins wenden, da Seitens des Provinzial⸗ Der Unterricht wird etwa Monate dauern.

Der Präsident des landw. Vereins von Oberhessen v In d. Abwesenheit: Der Vicepräsident

Dr.

Gros.

Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche

Regierungsblatt Nr. 42 enthält:

I. Gesetz, die Stempel⸗Abgabe in der Provinz Rhein⸗ hessen beireffend.

II. Gesetz, den Gewerbsteuertarif betreffend.

III. Summarische Uebersicht der Rechnung der Groß herzoglichen Landes⸗Waisen⸗Anstalt zu Darmstadt für 1866: Die Gesammt-Einnahme beträgt 48,344 fl. 24 kr., die Gesammt- Ausgabe 47,371 fl. 54 kr.(Darunter Kosten für die Erziehung und Verpflegung der Waisen in Summa 44,868 fl. 4 kr., und zwar: Pfleggelder 38,000 fl. 7 kr., Unterstützungen 6476 fl. 10 kr., ärztliche Behandlungen und Arzneien 356 fl. 23 kr., Prämien 8 fl., Begräbniß⸗ kosten 27 fl. 24 kr.) Verglichen, bleibt Rest 972 fl 30 kr., welcher in noch nicht fälligen Ausstäuden befleht. Stand der Waisen am Schlusse des Jahres 1866: Am Schlusse des Jahres 1865 blieben 1287. Während des Jahres 1866 wurden aufgenommen: in der Provinz Starkenburg 102, Oberhessen 86, Rheinhessen 50, Knaben, welche während der Lehrzeit Unterstützung erhalten 109, Sa. 347. Mithin wurden in 1866 zusammen verpflegt 1634. Entlassen wurden: in der Prov. Starkenburg 135, Oberhessen 121, Rheinhessen 31, Knaben, welche während der Lehrzeit Unterstützung erhielten 123. Sa. 410. Am Schlusse des Jahres 1866 blieben mithin in Ver⸗ pflegung 1224.

IV. Ermächtigungen zur Annahme fremder Orden. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigf geruht: am 19. Septbr. dem Bürgermeister der Bürger⸗ meisterei Mainz, Schott, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige ven Preußen verliehenen Kronen Ordens 3. Klasse, am 21. dem Geheimen Staatsrath Franck die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 2. Kl. mit dem Stern, an bemselben Tage dem Geheimen Obersteuerrath Ewald die Erlaubniß zur Annahmt und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen erliehenen Kronen-Ordens 3. Klasse, an demselben Tage dem Ober-Domänen-Registrator Ihm die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen Kronen⸗ Ordens 4. Klasse und am 24. Sept. dem Ministerial⸗ rath im Ministerium des Innern, Frhru. von Lehmann, die Erlaubniß zur Annahme und zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Könige von Preußen verliehenen Kronen-Ordens 2. Klasse zu ertheilen.

V. Concurrenz für: die evang. Schulstelle zu Rimhern mit einem Gehalte von 300 fl. kr. und einer Ent⸗ schädigung von 40 fl. jährlich für Heizung des Schullocals; dem Hrn. Fürsten zu Löwenstein⸗Wertheim-⸗Rosenberg und dem Hrn. Grafen zu Erbach⸗Schönberg steht das Präsen tationsrecht zu dieser Stelle zu; die erste katholische Schulstelle zu Ober Erlenbach mit einem Gehalte von 4209 fl. 32 kr., nebft einer Vergütung ven 24 fl. für Heizung des Schullocals; von dem Gehalt ist vorerst der jährliche Betrag von 129 fl. abzugeben; die kathol. Schulstelle zu Hering mit einem Gehalte von 300 fl. 40½ kr., nebn 4 Stecken Holz zur Hetzung des Schullocals.

DieM.⸗Z. will vernommen haben, in den letzten Tagen sei den auf Offtziersavancement dienenden Freiwilligen eröffnet worden, daß sie inskünftige ihre Vorbereitungsstudien auf einer

preußischen Kriegsschule zu machen haben werden

und daß deßhalb diejenigen, die ein Maturitäts⸗ examen nicht gemacht haben, sich zu dem Auf-

nahmsexamen für die preußischen Kriegsschulen vorzubereiten haben. Die zunächst für unsere Division bestimmte Anstalt ist die Kriegsschule des 10. Armeekorps zu Cassel. Da die Kriegs- schüler kasernirt werden und in eigener Menage speisen können, so werden die Unterhaltskosten nicht hoch sein. Die hiesige Kriegsschule wird nur noch einige Jahre in beschränktem Umfang fortdauern und hauptsächlich dazu dienen den Offizieren, die während der letzten Zeit zu diesem Grade gelangten, ohne ein Examen bestanden zu haben, die nöthige wissenschaftliche Ausbildung zu geben. Diese neuen Einrichtungen sind nur mit Beifall zu begrüßen; sie werden eine gründ lichere Vorbildung für den Offiziersstand herbei führen und in denen, die sich diesem Berufe wid⸗ men, von Anfang an das Gefühl der Zusammen- gehörigkeit mit einem großen Ganzen erwecken. Auch das Offiziersexamen wird in Zukunft nur auf einer solchen Schule gemacht werden können.

DieH. Ldsztg. erfährt über die Offen- bach-Hanauer Bahn, daß von preußischer Seite Anerbietungen hier gemacht worden, denen zufolge die preußische Regierung den Bau dieser Bahn- linie übernehmen will, und soll man diesseits ge neigt sein, von den für Hessen günstigen Offerten Gebrauch zu machen. Den Herren Nehse und Brehbek, den Berliner Unternehmern, welche den Bau der oberhessischen Bahnen zu übernehmen beabsichtigen, ist eine weitere zwei monatliche Frist bewilligt worden.

Die Kronprinzessin von Preußen ist am 19. d. mit ihren zwei jüngsten Kindern zum Besuche bei dem Prinzen Ludwig Gr. H. dahier eingetroffen. Der Kronprinz von Preußen wurde Sonntag erwartet.

* Friedberg. Prinz Alexander von Hessen traf am 20. d. dahier ein, um sich, wie verlaatet, nach Konradsdorf zu begeben.

Gießen. Die vereinigte evangelische(Fried- berger) Conferenz von beiden Hessen und Nassau war gut besucht, auch aus Kurhessen und Nassau, und ist es sehr erfreulich, daß die neuen politi schen Verhältnisse darin keine Veränderung be wirkt haben.

Preußen. Berlin. Der oberhessische Reichstagsabgeordnete Freiherr Nordeck zur Rabenau hat an das Mitglied des französischen gesetzgebenden Körpers, Emile Ollivier, das

nachstehende Schreiben gerichtet und von oiesem die weiter folgende Antwort erhalten: Mein Herr! Das politische Resultat Ihrer neulichen Reise in Deutschland, niedergelegt in einem Artikel der Liberté, zeigt von einer so richtigen Auffassung unserer, im Werden begriffenen deutsch⸗nationalen Gestaltung, daß ich mich beehre, Ihnen den Entwurf der Adresse des Norddeutschen Reichstags an Se. Majestät den König von Preußen, wie er morgen im Reichstage als der Ausdruck des Willens der Nation zur unveränderten Annahme ge⸗ langen wird, zu übersenden. Ihre Auffassung findet darin volle Bestätigung. Dieser Entwurf ist ausgegangen von Männern der verschiedensten politischen Richtungen. Sie werden daraus ersehen, daß da, wo es sich um die deutsch⸗ nationale Frage handelt, eine Verschiedenheit der politischen Meinungen im Princip nicht existirt, weil jeder gute Deutsche sein Vaterland mehr liebt, als seine Meinungen. Unter der Versicherung meiner ausgezeichnetsten Hochachtung habe ich die Ehre zu zeichnen Berlin, am 23. September 1867. Ihr ergebenster Freiherr Nordeck zur Rabenau, Mitglied des Reichstags für Norddeutschland.

Die Antwort lautet:

Mein Herr! Ich empfange Ihren Brief auf dem Lande etwas verspätet; aus diesem Grunde habe ich ihn noch nicht beantworten können. Ich danke Ihnen für die Auf⸗ merksamkeit, daß Sie mir die Reichstagsadresse mitgetheilt haben. Ich stimme derselben bei, weil sie nur patriotisch und durchaus nicht provocirend ist und weil sie so kräftig das schöne Loosungswort Frieden ausspricht. Trotz aller Anstrengungen, welche bei Ihnen und bei uns einige übel⸗ wollende oder verirrte Köpfe machen, habe ich die feste Hoffnung, daß der Friede erhalten bleiben wird. In Frankreich, was man Ihnen auch darüber sagt, ist dies der allgemeine Wunsch. Unsere Bevölkerung will den Krieg nicht, sie ruft ihn nicht herbei. Der Krieg liegt nur in dem Wunsche Derer, welche durch eine Diversion nach außen das Verlangen nach Wiederherstellung der inneren Freiheiten, welches in der Nation täglich lebhafter zu Tage tritt, ersticken wollen. Ich meinerseits werde glücklich sein, wenn meine schwache Stimme dazu beitragen kann, die Vorurtheile, die Mißverfländnisse zwischen zwei mächligen Stämmen zu zerstreuen, welche, vereinigt durch eine feste Freundschaft, wie ein glänzendes Gestirn die Welt erleuchten würden. Genebmigen Sie, mein Herr, die Versicherung meiner Sympathie und Hochachtung.

St. Tropez, den 8. October 1867. f

Emile Ollivier.

Beide Briefe werden dazu beitragen, die gegen⸗ wärtige politische Stellung Frankreichs und Deutsch⸗ lands zu einander, welche durch die in Deutsch⸗ land vollzogenen Ereignisse des vorigen Jahres zeitweise eine bedenkliche zu werden drohte, zu klären. Ollivier's Antwort aber wird gewiß von dem deutschen Volke nur mit Befriedigung ver nommen werden, da aus derselben hervorgeht, daß sich auch im französischen Volke gewichtige Stim- men erbeben, welche von einem Kriege mit Deutsch⸗ land nichts wissen wollen, sondern gute Nachbarschaft