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ist in ein neues Stadium getreten. perg hat die Bildung des Ministeriums abgelehnt. Er soll hierzu durch die Weigerung Herbst's, in das Cabinet einzutreten, veranlaßt worden sein. Giskra, jetzt mit der Cabinetsbildung beauftragt, verhandelt mit Hasner, Waser, Berger, Brestl. Giskra soll Ministerpräsident und Minister der Landesvertheidigung werden. Taafe bleibt Minister des Innern. In den Abgeordnetenkreisen bezeichnet man den Baron Sennyey als zukünftigen Reichs- Finanzminister.
— Abgeordnetenhaus. Der Justizminister bringt einen Entwurf zur Civilprozeßordnung und Concursordnung ein. Ferner kündigt der Justiz⸗ Minister an, daß der Kaiser den Universitätsbau in Wien genehmigt habe.
Frankreich. Paris. Preußen und Eng⸗ land sind in Paris und Florenz angelegentlich bemüht, eine direkte Verständigung zwischen beiden Regierungen betreffs der römischen Frage anzu- bahnen, namentlich sucht Preußen zu vermitteln. Die Grundlage der Vermittlung ist jedoch nicht in der September Convention zu suchen.— Es heißt, Minister de Moustier habe dem ößeerreichischen Gesandten eröffnet, das französische Cabinet ge— denke die Conferenzverhandlungen nicht fortzusetzen.
—„France“ sagt: Die Allianzanerbietungen Italiens in Berlin und Petersburg sind nicht geglückt. Italien dürfte jetzt seine Hoffnungen darauf gründen, daß Ignatieff eventuell Minister wird, der, wie man sagt, eine entschiedenere Po— litik in den Beziehungen Rußlands zu den aus— wärtigen Mächten vertritt.
Großbritannien. London. Die Be⸗ völkerung der Hauptstadt ist abermals in Schrecken versetzt durch folgende Ereignisse: Am Sonnabend Abend wurde eine Quartflasche, griechisches oder sogenanntes fenisches Feuer enthaltend, durch das „Deckenfenster“ eines der größten Waarenhäuser der City geworfen, wo zur Tageszeit nicht weniger als 500 Personen Beschäftigung finden. Das Feuer wurde eine Stunde vor Mitternacht ent— deckt und die Feuerlöschmannschaften, bereits über die Natur dieser Art Brandstiftung instruirt, unternahmen die Erstickung des Feuers mittelst Sand. Obwohl die Flasche schon dicht unter der Glasscheibe explodirte, verbreiteten sich die Flammen schnell durch den Raum eines Zimmers und ohne schleunige Hülfe wäre eine große Feuersbrunst die gewisse Folge gewesen. Ein ähnlicher Versuch, ein Waarenhaus mit fenischem Feuer in Brand zu setzen, wurde in dem Distrikte „Soho“, dem sogenannten Fremdenviertel gemacht, mißlang jedoch vollständig. Auch im vornehmen Westend in Grosvenor Square wurde von un⸗ bekannter Hand eine Flasche mit fenischen Feuer in den leer stehenden Palast eines Lords geworfen, und zwar am Sonntag um die Mittagsstunde. Der Umstand, daß in den bezeichneten Fällen flüssiger Zündstoff— sogenanntes Fenierseuer— angewendet sein soll, genügt vollkommen, um den
Fürst Auers⸗ Verdacht wach zu rufen, daß die Fenter nichts
geringeres im Sinne tragen, als London an
vielen Seiten in Brand zu stecken, sei es aus
Rache, oder um in der Verwirrung ihre gefan— genen Brüder zu befreien.
— Es scheint nach aufgefundenen Dokumenten sicher zu sein, daß die Fenier die feste Absicht batten, die Waffen depots der Miliz in allen Städten Englands gleichzeitig anzugreifen. Die Behörden stellen strenge Untersuchungen an.
— Die Fenierbewegung hat die alte Rachsucht des irischen Volkes wieder geweckt, und in allen Theilen Irlands finden schauderhafte Thaten statt. Einem Pächter wurden Nachts seine Kühe getödtet, einem anderen seine Schafe. In beiden Fällen wurden die Thiere grausamer Weise nur so weit verletzt, daß sie langsam während der Nacht verbluten mußten.
— Einer Depesche der„Times“ zufolge er— reichte die Avant-Brigade des abessynischen Expe⸗ ditionscorps am 6. December Senafe(an der Ostgrenze von Habesch). Die Eingeborenen ver— sorgen die Truppen mit Proviant.
— Der Dampfer„Newyork“ ist mit 20 Cholerakranken an Bord eingetroffen; 75 Perfonen waren unterwegs gestorben.
Italien. Zeitungsgerüchten zufolge soll der italienische Gesandte Ritter Nigra auf dem Punkte stehen, Paris zu verlassen, weil zwischen ihm und dem Staatsminister Rouher über die Veröffent— lichung vertraulicher Gespräche im italienischen Grünbuch sehr gespannte Beziehungen eingetreten sind. Das Verhältniß zu Florenz soll überhaupt, wie leicht erklärbar, ein sehr unangenehmes sein. Doch glaubt man nicht an den Abbruch der diplo⸗ matischen Beziehungen zwischen Paris und Florenz.
Florenz. Abgeordnetenkammer. Depretis erklärt, er werde nicht dagegen sein, wenn die Kammer das Ministerium unterstützen wolle. Frankreich habe uns jetzt gedemüthigt und wir müssen uns dies gefallen lassen, weil wir es nicht bekriegen können; wenn aber die innere Lage sich gebessert habe, werde man dennoch Rom als Hauptstadt des Königreichs Italien erlangen können. Menabrea vertheidigt die Intervention der ita— lienischen Truppen im römischen Gebiet. Tele- gramme aus den päpstlichen Staaten hätten die Intervention Namens der Freiheit und der Ord— nung verlangt. Er erachte die Convention durch die französische Intervention nicht als aufgelöst, sondern nur als suspendirt.
— Die Kammer hat einen Gesetzentwurf über die Ausgabe von 6 Millionen zur Umgestaltung der Gewehre genehmigt. Menabrea sagt? im Verlaufe seiner längeren Rede: Die Regierung habe ihre Schuldigkeit mit Bezug auf die von dem französtschen Minister gebrauchten verletzenden Ausdrücke gethan, sie acceptire das Votum von 1861, betrachte aber nichtsdestoweniger die Frage wegen Erwerbung von Rom als Hauptstadt als eine Zeitfrage; sie glaube, der Papst werde
schließlich durch die Natur der Verhältnisse ge⸗ zwungen werden, Beistand bei der ktalienischen Regierung zu suchen. Dieses sicherste Mittel, Rom zu erlangen, verbleibe noch immer. Der Redner constatirt, was die Monarchie für Italien geleistet habe und glaubt, der Garibaldismus habe ausgespielt, Ruhe, Ordnung und Unterricht seien sehr nothwendig für Italien. Er verlangt eine freimüthige Gruppirung der Kammerparteien für und gegen das Ministerium, ein billigendes oder ein nichtbilligendes Votum.
Amerika. Durch das englische Consulat auf St. Thomas sind Nachrichten Aber das dort stattgehabte Erdbeben eingetroffen. Die Erdstöße dauerten seit dem 18. November(der Bericht des Consuls datirt vom 30.) fort, die ersten waren sehr heftig, die folgenden minder stark. Mehrere Häuser sind gänzlich zerstört, andere stark beschä⸗ digt. Am 19. November thürmte sich das Meer unmittelbar nach zwei heftigen Erdstößen wie eine Mauer an den Küsten auf, man fürchtete, daß im nächsten Moment die Insel überfluthet sein werde, aber die Wellen brachen sich größtentheils an den äußeren Buchten und überschwemmten vur den unteren Theil der Stadt. Man glaubt, daß die Erhebung des Meeres durch eine vulkanische Eruption in der Entfernung von zwei Meilen von der Käste veranlaßt sei. Die Bewohner haben ihre Häuser verlassen und sich in die Berge geflüchtet, fast aller Verkehr hat aufgehört und mehrere angesehene Kaufleute haben ihre Geschäfte liquidirt, um nach dem Festlande überzusiedeln.
Darmstadt. In den hiesigen Blättern erläßt der für ein gedeihliches Erziebungswesen unermüdlich thälige Lehrer Dr. J. Fölsiitg die nachstehende Veröffentlichung: Wenn ich immer wieder mit dem Anerdieten komme, erwachsenen Töchtern„mit hinreichender Bildung und guten Schulkenntnissen! Unterkunft als Lehrerinnen eder Vorsteherinnen an Kleinkinderschulen ver⸗ schaffen zu wollen, so könnte vielleicht das manchem ver⸗ ehrlichen Leser auffallen. Ich nehme es ihm nicht übel. „Es fällt mir selbst auf;“ aber es kommen immer wieder aus der Nähte und Ferne Gemeinden, Vorstände, Einzel⸗ personen und wollen von mir gedient haben. Wo ich kann, in welcher Zeitschrift es auch sei: da rufe ich da bitte ich, denn es gilt der Erziehung und Pflege der kleinen Kinder, in denen die Zukunft und späteres Ziel liegt. Um sie so zu erziehen, daß das, was wir hoffen und erstreben, ihnen vielleicht zu Theil wird, müssen wir brave, sinnige, strebsame, fromm⸗fröbliche Töchter auf⸗ und herbeirufen, denn von ihnen hängt in den Klein⸗ kinderschulen fast Alles ab. Wenn hiervon alle Eltern und Töchter überzeugt wären, es würden der Aspiran⸗ tinnen in Ueberfluß kommen; allein leider ziehen es viele noch vor, nach Erwerb zu schreien und greifen doch nicht mit beiden Händen zu in dem zu dienen, worin so recht Lohn liegt. Ich könnte Seminarien für Tochter anfihren, in welchen ähnliche Erfahrungen vorlägen. Ich wünsche, daß Töchter, die sich eine nachhaltig gute Stellung ver⸗ schaffen wollen, meine wiederholten Bitten zu ihrem eignen Besten und zum Wohle der Kindheit erwägen.
Aus Darmstadt meldet die H. Loszig.“: Barbarei. In einer hiesigen Familie sind die werthen. Eltern bereits seit Jahren mit rücksichtslosester Strenge gegen ihre Tochter vorgegangen, Prügel war das einzige Erziehungs mittel. In ihrem 13. Jahre bekam sie von ihrem Vater ein
gründe lassen sich für oder wider geltend machen.
Wer aber an die Fähigkeit
Folge zu leisten. Das
ist falsch gerechnet; immer hat die Kunst nur dann
des deutschen Volks glaubt, ein neues Element in die Entwickelung der Kunst hineinzutragen, der muß dahin wirken, daß die Vorbedingungen für eine neue nationale Kunstperiode geschaffen werden, und dazu gehört namentlich folgende.
Wir haben in diesem Jahrhundert mehrere neue Kunstrichtungen gesehen, aber, so Bedeutendes sie auch leisteten, wirklich national sind sie nicht geworden, weil das Bedürfaiß, aus dem sie entsprangen, nicht aus dem Volk hervorgewachsen war, sondern aus dem Gefühl der Künstler. Eine wirklich nationale Kanst muß in dem Volk seine Wurzel haben und stets mit demselben in Wechselwirkung bleiben; nur wenn sie auf diese Weise volksthümlich ist, kann sie groß werden, wie es die Plastik in Griechenland unter Phidias, Polyklet, Praxiteles, wie es die Malerei in Italien durch Lionardo, Rafael, Michelangelo, in Deutschland durch Dürer und Holbein wax.
Es läßt sich nicht leugnen, unserm Volke ist der Sinn für bildende Kuust so ziemlich abhanden gekommen; wir sind gewohnt, Werke der bildenden Kunst als Dinge zu betrachten, die man wohl der Merkwürdig keit halber in Museen aufbewahrt, die aber für das Publikum ohne Werth sind. Unfere Aufgabe ist also das Verlorene zurückzubringen, das Gefühl für das Sahne und Groge zu wecken und auszubilden. Dieses Bestreben hat Cornelius wieder eingeführt, und wir müssen seinem Beispiel folgen, wenn nicht die Früchte seines Lebens verloren gehen sollen. Man sagt, die Welt iß zu sehr von der Indaustrie beherrscht, im Herzen unserer Zeitgenossen ist kein Platz für Kunsigefühl und wenn auch, so hat man keine Zeit, ihm
ihren Gipfel erreichen können, wenn Handel und Industrie vorher einen Ausschwung genommen hatten. Wir können sehen, wie beide in doppelter Weise der Kunst dienstbar werdenz durch sie erwerben die Leute rasch Ver- mögen und nur Reiche können die Kunß activ unterstützen, wenn auch zunächst nur, um Luxus zu treiben und sich das Leben zu verschö nern. Zweitens macht es zunehmender Wohlstand den Fabrikanten möglich, ihre Waare kostbarer und schöner zu gestalten, sie können sie mit geschnitzten Figuren oder Zeichnungen versehen, wie man das an altägyptischen und griechischen Gefäßen sieht. Zwar sind für eine höhere Ausbildung des Kunstgefühls Museen unentbehrlich, aber recht in's Volk gebracht kang diefes nur auf dem angegebenen Wege werden, wenn nämlich das Handwerk sich künstlerisch gestaltet. Der Verfertiger von Guß, Holze, Porzellan- waaren muß in diesem Sinn wirken; der gewöbnliche Töpfer selbst kang sich einer großen Wirksamkeit erfreuen, wenn er seine Geschirre mit schönen Figuren bemalt; fängt er auch roh an, so wird doch das Bepürfniß ge⸗ weckt, und dann wird sich dir Sache von selbst vervollkomwnen; natürlich darf nicht Jeder sofort eigene Phantasiegebilde verfertigen, sondern muß sich begnügen die ersten Meisterwerke zu copiren, wie dies die alten Griechen in strengster Weise durchgeführt haben. Es muß soweit kommen, daß keine Hausfrau mehr eine Suppenschüssel kauft, auf der nicht etwa die sixtinische, und kein Bauer einen Pfeifenkopf, auf dem sich nicht die Madonna della sedia befindet. Nur so ist's möglich, daß die Kuust der Zukunft eine Kunst des deutschen Volkes wird.
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