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21.12.1867
 
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Auge ausgeschlagen. Nunmehr, in ihrem 18. Jahre, wurde ihr das andere Auge von ihrer Mutter aus⸗ geschlaßen. Die Unglückliche war lange bei Hrn. Dr. Weber in Behandlung. Durch die Vermittelung von Menschen⸗ freunden ist ihr nunmehr die Blindenanstalt als Ausenthalts⸗ ort angewiesen.

Mainz. DemFr. J. wird von hier berichtet: Während über den letzten Diebstahl in dem Goldwaaren⸗ lager der Wittwe Cahn, trotz aller Thätigkeit der Behörden und des von der Bestohlenen auf die Ergreifung des Thäters ausgesetzten Summe von 250 fl., noch jede Spur fehlt, spricht heute die Stadt wieder von einer dunkeln That. Zwei vielfach in Fouragelieferungen für das Militär hier verkehrende Makler aus dem eine Stunde entfernten Orte Hechtsheim trafen gestern Abend mit einem Artüllerie⸗ Wachtmeister zusammen. Nachdem bis zu etwas vor⸗ gerückter Zeit gezecht worden war, fand sich der Soldat, da die beiden Landleute das Unangenehme des späten Heimwegs sehr zu fürchten schienen, bewogen, Nachtquartier anzubieten. Kurze Zeit nach dein Eintritt der Dreien in das Zimmer des Wachtmeisters entspann sich ein Wort wechsel, dem Tumult und Hülferufen folgten. Die herbei⸗ cilenden Soldaten und Nachtwächter fanden den Wacht⸗ meister mit fänf oder sechs Stichwunden im Unterleib, (wie es scheint tödtlich) verletzt. Der Mann ist aus mehreren dlutigen Gefechten unverletzt zurückgekehrt. Von den beiden Bauern entsprang der eine durch das Fenster, der zweite

O Die Deutschen in Amerika.

Es ist männiglich bekannt, welch wenig ehren- volle Stellung die Deutschen in Amerika im All⸗ gemeinen dem anmaßenden Nankeethum gegenüber bis noch vor Kurzem einnahmen. Die Amerikaner sahen mit aristokratischer Geringschätzung auf sie als unberechtigte Eindringlinge herab und wachten mit Eifersucht darüber, sie nirgends im öffentlichen Leben zur Geltung gelangen zu lassen. Der NameDuischman war Schimpfname geworden, in einigen Städten war es geradezu auf die Ver⸗ nichtung des Deutschthums abgesehen. War auch das Mutterland dabei nicht ganz ohne Schuld, indem mancher Auswurf der Bevölkerung in deutschen Landen geflissentlich nach Amerika spedirt wurde, als gelte es dort eine Verbrecherkolonie zu gründen, so war das Verhalten der Amerikaner im Ganzen genommen eine nichts weniger als gerechtfertigte, betrübende Erscheinung, worunter mancher wackere Deutsche schwer zu leiden hatte. Erst der amerikanische Krieg, in welchem die Deuischen sich als tüchtige Bürger, tapfere Sol⸗

wurde der Behörde überliefert.

Aus Biebrich wird demMainzer Anzeiger nach⸗ stebendes tragi⸗komisches Ereigniß mitgetheilt: In ver⸗ flossener Woche kam des Nachls zur späten Stunde vor einem dortigen Gasthause in der Nähe des Rbeines ein Fremder an und verlangte dringend bittend Einlaß. Nach⸗ dem man geöffnet batte, erblickte man mit Staunen einen deinahe ganz entkleideten jungen Mann, welcher kläglich um Aufnahme bat, unter der Angabe, daß weil er eine dedeulende Summe an der Bank zu Wiesbaden verspielt, er sich habe im Rheine extränlen wollen. Um seine Prerion gänzlich untengilich zu machen, habe er seine Kleidungs⸗ stücke ausgezogen und in den Rhein geworfen; er sei dann denselben von der Landungsbrücke der Dampfbote nach⸗ gesprungen, habe jedoch bei der geringen Tiefe des Stromes Boden gefunden und sei dann in der Verzweiflung weiter u den Snom gelaufen, um höheren Wassersand zu finden und unterzugehen Während dieses Versuchs, in Folge des Einflusses der Kälte und des nassen Elements und der sich ihm und seinem verzweifelten Vorhaben in eigenthüm⸗ licher Weise entgegenstellenden Hindernisse sei in ihm wieder die Lust zum Leben erwacht, worauf er sich wieder aus dem Wasser herausgemacht und hierher begeben habe. Er sei suhr der Unglückliche fort von angesehener, wohlhabender Familie und werde Alles ausreichend ver⸗ güten. Man nahm ihn auf, der mitleidige Hausknecht räumte ihm sein Bett ein, damit er schnellstens wieder er⸗ wärmt wurde. Am andern Morgen machte man der Polizei die Anzeige, worauf die Angaben des jungen Mannes durch die betreffenden Recherchen vestätig! wurden. Es stellte sich heraus, daß der Unglückliche einer sehr woblhabenden Familie in der Gegend von Kaiserslautern angehörte. Anständig equipirt, wurde derselbe nun in Be⸗ gleitung wieder in seine Heimath zu feinen Angehörigen gebracht, die alle gehabten Unkosten bereitwilligst erstatteten und den iheilnehmenden Hausknecht reichlich belohnsen, froh, den schon halb verlorenen Sohn wieder in ihre Arme schließen zu können.

* Visitenkarten von perlmutterartigem Aus sehen finden sich neuerdings vielfach im Gebrauche, die nach einer Bekanntmachung der Münchener Polizei⸗ direktion mit essigsaurem Bleioxyd präparirt sind. Es ist dies Präparat aber ein heftig wirkender Giftstoff, so daß durch solche Karten leicht beklagenswerthe Fälle ver⸗ anlaßt werden können.

Auf dem großen Kirchhose von Chlum befindet sich ein Grab mit einem eisernen Gitter umschlossen und ein Grabstein mit den Worten: Dies ist das Grab des noch lebenden k. k. Sberlieulenants N. N. Der Genannte war nämlich in der Schlacht verwundet und in ein am Wege befindliches Haus gebracht worden. Die Soldaten, welche den Officier aus der Gejechtslinie gebracht hatlen, gaben ihm höchstens noch eine Stunde Lebenssrist und hatten, unterdeß er im Hause ron einer Frau verbunden wurde ihm das Grab gegraben. Der Verwundete blieb am Leben und ließ zum Andenken an seine fast wunder⸗ bare Genesung, das in Bereiischaft gehaltene Grab mit Gitter und Grabstein, und letzteren mit jener eigenthüm⸗ lichen Grabschrijt versehen.

2 Ein reicher Fund. In den Silbergruben zu Kungsberg in Norwegen ist unlängst ein Klumpen fast gediegenen Silbers gefördert worden, der vier Ceniner schwer ist. Dieser seltene Fund erinnert an einen freilich noch ungleich kostbareren, vor Jahrhunderten im Erz⸗ gebirge gemachten, wo eine Masse Silber entdeckt wurde, die hundert Centner wog. Der damalige Kurfürst speiste darauf mit seinem ganzen Hosstgat wie auf einer Tafel.

daten und einsichtsvolle, kühne Führer auf der Seite der Menschenrechte gegen die Sclaverei

vielfach zu bewähren Gelegenheit fanden, bahnte eine Wendung zum Besseren an. Es ist unter diesen Umständen von Interesse, was der New Norker Correspondent vonDaily News von den Deutschen in den Vereinigten Staaten sagt. Nicht als ob die Deutschen dem Trunke ergeben wären, im Gegenkheil, ein betrunfener Deutscher ist eine Seltenheit, und die große Mehrzahl sind ausnehmend friedliche, nüchterne, ordnungsziebende und fleißige Leute, die sich meist als betriebsawe Handwerker nähren. Unter den niederen Beschästigungen, Straßenarbeitern, Hand⸗ langern und selbst unter Dienstleusen und Kellnern sind Deutsche verhältnißmäßig sehr schwach ver treten. Gleich bei ihrer Ankunft scheinen sie schon ihren Platz über den Irländern, die zu den letzteren Beschäftigungen ein starkes Contingent stellen, zu wählen und manche begeben sich alsbald nach dem Westen und siedeln sich dort an. Männer von Bildung und Erziehung sind durchgängig zahlreich unter ihnen und allenthalben in den großen Städten schaaren sich dieselben zu Gesang⸗ und Turnvereinen zusammen, und gerade diese Bildung macht sie zu einer höchst werthvollen Zugabe für die Bevölkerung Amerika's ꝛc. ꝛc.

* Ueber das verabscheuungswür dige Attentat der Fenier,

welches dieselben kürzlich unternommen, indem sie versuchten, die in einem Londoner Gefängniß in⸗ haftirten Fenier Burke und Casey mittelst Sprengung der Gefängnißmauer zu befreien, und worüber wir in einer der letzten Rummern des Anzeigers bereits eine kurze Mittheilung gebracht, geben englische Zeitungen folgende näheren Berichte: Die beiden Fenier Burke und Casey, die sich in dem Polizeigefängnisse von Clerkenwell in Unter⸗ suchungshaft befinden, pflegten, der Gefängniß⸗ ordnung gemäß, um 4 Uhr Nachmittags in den Hof gelassen zu werden, damit sie eine Weile Luft schöpfen. Darauf bauten die Verschworenen ihren Plan, einen Theil der Mauer durch Schieß⸗ pulver zu zerstören, um den Gefangenen in der Verwirrung Gelegenheit zur Flucht zu bieten. Die Polizei aber hatte am Morgen einen Wink erhalten, daß sich etwas zu Gunsten Burke's vor- bereite. Der Gefängniß⸗Inspektor war gewarnt worden; demzufolge wurde die Wachmannschaft verstärkt, und Burke, statt am Nachmittag schon des Morgens in den offenen Hof geführt. Von dieser Ab⸗ änderung waren seine Helfershelfer offenbar nicht unterrichtet. Kurz vor 4 Uhr kamen zwei Männer in

Begleitung eines Weibes mit einem Karren durch

So Elwas passirt nicht alle 228 0

breiten, ärmlichen Straße, deren eine Seite die Mauer des Gefängnisses bildet. Diese ist aus Ziegeln gebaut, mißt in der Höhe 25 Fuß, und wird von den obersten Stockwerken der genannten schmalen Gasse bequem überschaut. Auf dem Karren befand sich zugedeckt ein Fäßchen, welches von den Männern abgeladen und an die Mauer gelehnt wurde. Die Frau schlug hierauf die Wachstuchdecke, in der es eingehüllt war, etwas bei Seite, einer der Männer erbat sich von einem zufällig vorübergehenden Raucher Feuer, dann rannten sie allesammt davon und gleich darauf kamen Blitz und Knall, Einsturz der Häufer, ver⸗ zweifeltes Wehklagen. Ringsum erzitterte der Boden, daß zwei Häuser der genannten Straße auf der Stelle in sich zusammenbrachen und alles, was darin war, begruben. Acht bis zehn andere wurden so übel zugerichtet, daß sie jeden Augen⸗ blick einzustürzen drohten und von der herbei⸗ geeilten Löschmannschaft zum größten Theil nieder- gerissen werden mußten. Alle Scheiben wurden in weitem Umkreise zertrümmert, Leute auf der Straße, in Stuben und Ställen durch umherge⸗ schleuderte Ziegelstücke schwer getroffen, Frauen und Kinder lagen derstümmelt auf dem Straßen⸗ pflaster oder krochen wimmernd aus dem Schutte der eingestürzten Häuser. Die hereinbrechende Dunkelheit war durch den auffliegenden Staub der zerbröckelten Mauern plötzlich zur schwarzen Nacht gewoeden und aus den zerbrochenen Gas⸗ röhren der Straßenlampen quollen Gasströme, die Luft verpestend, ohne zu leuchten, Das Polizei⸗ gebäude aber stand, bis auf die zertrümmerten Fensterscheiben, unverletzt, nur seine Hosmauer zeigte eine ungefähr 60 Fuß weite, unregelmäßige

Bresche. Das Pulver hatte ehrlich seine Schul⸗ digkeit gethan. Allmählig kam Licht in das Dunkel. Durch schnell herbeigeschaffte Röhren,

die mit den Hauptleitungen in Verbindung gesetzt worden, wurde eine reichliche improvisirt. Und nun erst ließ sich die ganze Fülle des Unglücks übersehen, welches fried J armen Menschen in wenigen Secunden frevelhaft bescheert worden war. Drei Leichen wurden nach⸗ einander aus dem Schutte herausgeholt, dann ein schrecklich verstümmelter Mann, der zur Hälfte Leiche war, und außer diesen 36 Verwundete, entstellt durch Staub und Blut, mit zerfetzten Gesichtern, gebrochenen Gliedern, verzweifelten Herzens. Trotzdem, daß die wachthabende Polizei durch die Explosion momentan eben so erschüttert und thatunfähig gewesen sein muß, wie alles in der unmittelbaren Nähe, gelang es einem verkleideten Polizisten, der am nächsten stand, die Frau und zwei von den Thätern festzuhalten.

Verloosun gen.

Mailand, 16. Dec. Bei der heute staltgehabten Ziehung der 10. Fr.⸗Loose wurden folgende Serien und Nummern mit den beigesetzten Hauptpreisen gezogen: Serie 6781 Nr. 42 50,000 Fr., Serie 6781 Nr. 85 1000 Fr., Serie 2668 Nr. 99 500 Fr. Die Zahlung geschieht am 15. Juni 1868. 5

Die Christbescheerung

für die Kinder der hiesigen Kleinkinderschule soll in dem bies. Nathhaussaale Sonntag den 22. December, Abends halb 5 Uhr, siatifinden. Indem die Freunde der Anstall zu dieser Feier eingeladen werden, wird bemerkt, daß an dem Eingang ein Eintrittsgeld von mindestens 3 kr, zum Besten der Anstalt, erhoben werden soll, um dem großen Andrang vorzubeugen, durch welchen in früheren Jahren bei dieser Feier öfters Störungen vorgekommen sind. Die Eltern der Kinder erhalten von der Lehrerin eine Freikarte. Der Vorstand.

Veramw. Red.: Hermann Schimpff.

Corporation Row gefahren, einer etwa 20 Fuß

Druck und Verlag von Biudernagel& Schimpff.

der Weihnachtsfeiertage

wegen erscheint Donnerstag

(Hierzu Unterhaltungsblatt Nr.

den 26. d. Mts. keine Nummer d. Bl.

53 und eine Beilage.)

Gasbeleuchtung

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