Ausgabe 
21.5.1867
 
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Wegfall der noch bestehenden Zollschranken voran⸗ gehen.

Ein Artikel der amtlichen Provinzial⸗ Correspondenz bestätigt das bereits über den In⸗ halt des Luxemburger Vertrags bekannt Gewor dene und schließt mit folgenden Sätzen:Das Verhalten Frankreichs auf den Londoner Confe⸗ renzen ist ein neuer Beweis der Mäßigung und der Friedensliebe, welche der kaiserlichen Regierung mehr und mehr die Achtung und das Vertrauen Europa's gesichert haben. Wenn die kriegerischen Rüstungen Frankreich's eine Zeit lang mit der friedlichen und entgegenkommenden Haltung in den Verhandlungen nicht im Einklange zu stehen schie⸗ nen, so haben die neueren Entschließungen der kaiserlichen Regierung auch in jener Beziehung die Friedenszuversicht erhöht. Die Umstände, unter denen das freundliche Einvernehmen zwischen Frank reich und Preußen neu gesichert worden ist, ent⸗ halten eine Bürgschaft für den beiderseitigen ernsten Willen einer aufrichtigen Friedenspolitik. Diese Politik wird eine neue Bestätigung und Weihe erhalten durch die Besuche, welche unser König und die mächtigsten Fürsten Europa's bei Gelegen heit der Pariser Weltausstellung dem Hofe des Haisers Napoleon zu machen im Begriff stehen.

Inwieweit die englischen Vorschläge auf allgemeine Entwaffnung im Interesse des europäischen Friedens preußischerseits auf ein Entgegenkommen zu rechnen haben, geht aus einer Erklärung derZeidlerschen Correspondenz her⸗ vor, welche in dem Antrage auf Verminderung des Friedens- Präsenzstandes nichts als einen Antragauf Desorganisation der preußischen Armee sieht, dem zu entsprechendoch kein lebenskräftiger Staat einer politischen Schrulle wegen Lust haben dürfte.

Wie es heißt, begibt sich der Kronprinz am 20. d. nach Paris, der König am 1. k. M. Der Kaiser von Rußland nebst Gemahlin wird sich hier vom 29. bis 31. Mai aufhalten und dann nach Kissingen gehen. Zur Aufnahme für den russischen Kaiser in Paris wird das Elysée eingerichtet. Der König von Preußen nimmt Wohnuag in den Tuilerien, Prinz Karl von Preußen imGrand⸗Hotel.

Aus Köslin wird gemeldet, daß sich bei dem Leichenbegängniß des Abgeordneten Major a. D. Dr. Beitzke das Militär nicht betheiligte. Eine Stunde vor der Beerdigung schlug es Ge⸗ neralmarsch und bald darauf marschirte sämmt⸗ liches Militär am Trauerhause vorbei zum Thore hinaus, um 11 Uhr wieder heimkehrend.

Schleswig. Diejenigen Prediger Nord- schleswigs, welche der preußischen Regierung den Eid verweigerten, sind definitiv, ohne Pension, entlassen worden.

Hannover. Man meldet von hier: Die Wahlen zum ersten ordentlichen, auf Grund der neuen Verfassung zu berufenden norddeutschen Reichstage stehen im August bevor.

Mit dem 1. Juli werden im ganzen nord⸗ deutschen Bunde erhebliche Porto-⸗Ermäßi⸗ gungen eingeführt werden.

Der frühere österreichische Lieutenant v. Brandis, der nach seiner Verwundung bei Sol ferino hier lebte, im vorigen Jahr im dritten hannoverischen Jägerbataillon das Gefecht bei Langensalza mitmachte, ist, nachdem in seiner Wohnung eine Durchsuchung vorgenommen war, verhaftet und in das Offiziersgefängniß der Markt- wache gebracht worden.

Fulda. Schon seit längerer Zeit herrscht der Typhus unter dem hiesigen Militär, während die übrigen Einwohner davon verschont sind. Das Lazareth ist überfüllt und wurden vor einigen Tagen drei Soldaten zu gleicher Zeit beerdigt.

Auch in Barchfeld, wird von Fulda aus berichtet, ist die Rinderpest ausgebrochen. Die Abhaltung von Viehmärkten ist durch die königl. Regierung verboten.

Wiesbaden. Wie früher schon die evan⸗ gelische Geistlichkeit, hat nun auch der Herzog Adolph die nassausschen Medieinalbeamten von ihrem geleisteten Dienst- und Huldigungseide entbunden.

Die topographische Aufnahme Nassaus durch preußische Ingenieur-Offiziere steht bevor. Zwölf Offiziere sind zu diesem Zwecke dahier ein- getroffen. Auch ist man mit Einrichtung eines großen Proviantmagazins beschäftigt.

Aus Thüringen. Im Weimar'schen sind in den letzten acht Tagen neue Erkrankungsfälle an der Rinderpest nicht vorgekommen, aus Mei⸗ ningen dagegen werden neue Fälle gemeldet. Die Grenzsperre wird auf das Strengste gehand habt.

Bremen. Die Auswanderung scheint in diesem Jahre alle früher erlebten Ziffern über⸗ steigen zu wollen. Die letzten Expeditionstage haben hier wiederholt die enorme Zahl von 6000 nach Amerika befördert. Was die Sache unter dem nationalen Gesichtspunkt tröstlich macht, ist, daß meist czechische Böhmen die eigentliche Masse des auswandernden Haufens bilden.

Der Präsident des Bremer Senats, Bürgermeister Mohr und der Senator Lampe be⸗ finden sich gegenwärtig in Berlin, um über eine Militär⸗Convention mit Preußen zu unter⸗ handeln. Wie dieNational-Zeitung erfährt, ist die Freiheit der in fremde Welttheile gehenden jungen Kaufleute von den alljährlichen Einberu⸗ fungen während der Reservedienstzeit preußischer⸗ seits bereits zugestanden.

Hamburg. Unsere Bürgerschaft ist gestern dem Beispiel der Bremer Bürgerschaft ge⸗ folgt und hat der Verfassung des norddeutschen Bundes ihre Zustimmung ertheilt.

Würtemberg. Ulm. Der bayerische Generalmajor Dietl ist gestern Abend hier an⸗ gekommen und hat heute das Festungscommando

übernommen.

Baden. Karlsruhe. Zeitung druckt einen Artikel der officibsen Wiener Presse nach, in welchem jeder Gedanke an

eine österreichische Einmischung in die inneren

deutschen Verhältnisse zurückgewiesen wird. Mannheim. Die Großherzoglich badische Regierung hat aus Veranlassung des Auftretens der Rinderpest die Abhaltung der Mannheimer Fettvieh⸗Ausstellung verboten und demgemäß auch das Directorium der süddeutschen Ackerbaugesell ö

schaft die Generalversammlung verlegt.*

Oesterreich. Wien. Wie das heutige Amtsblatt berichtet, sind durch eine kaiserliche Ent schließung vom 15. Mai, behufs Wahrung der religiösen Ruhe der Protestanten, die früheren Protestanten-Patente sammt den dazu gehörigen Verordnungen außer Wirksamkeit gesetzt.

Nach der Amtszeitung wurden die Herren Carlos Graf Auersperg zum Präsidenten und Graf Küsstein zum Vicepräsidenten des Reichs⸗ raths, sowie die Abgeordneten Giskra zum Präsidenten, Hopfen und Zimialkowski zu Vice⸗ Präsidenten des Abgeordnetenhauses ernannt.

Am 12. Mai fand die Einweihung des von dem Fürsten und der Fürstin zu Fürstenberg

auf dem Schlachtfelde bei Königgrätz oberhalb des

Dorfes Chlum errichteten Denkmals auf die feierlichste Weise statt. Schweiz. Nach Berichten aus der Schweiz

DieKarlsruher

werden zu Ende dieses Monats die Kaiserin von Frankreich und der kaiserliche Prinz auf Schloß Arenenberg bestimmt erwartet, wo sie bis Mitte Juni verweilen würden.

Frankreich. Paris. Wegen der in ver⸗ schiedenen Theilen Deutschlands unter dem Rind⸗ vieh ausgebrochenen Seuche untersagt ein Mini⸗ sterial-Erlaß vom 15. Mai den Eingang und Durchgang von Rindvieh, frischen Fellen und an⸗ deren frischen Theilen desselben über die ganze französische Grenze von Lauterburg bis zum De⸗ partement Savoyen incl.

Die Ernteaussich ten stehen in Frank: reich ausgezeichnet und die Getreidepreise sind namhaft gefallen. ö

DiePatrie und dieFrance melden, daß der König von Preußen den Londoner Vertrag am 17. unterzeichnet habe, und die France fügt hinzu, daß die Unterzeichnung des Vertrags durch den Kaiser Napoleon am 18. er⸗ folgt sei.

Die Verwerfung des Gesetzes über das Heer, welche heute vom Comite mit drei Stim⸗ men gegen alle ausgesprochen wurde, hat großes Aufsehen im Publikum und Unzufriedenheit in den politischen Kreisen erregt.

Großbritannien. London. Das neue, im vorigen Jahre gelegte atlantische Kabel ist, wahrscheinlich durch die Eisberge, in der Nähe von Newfundland beschädigt worden und zeitweilg dienstuntauglich. Das alte Kabel ist noch in Thätigkeit.

Die Rinder pe st.

Die Rinderpest, auch Löserdürre genannt, Krankheit des Rindviehs, als deren Heimath Steppen angesehen werden.

gefährlichste Rindviehseuche, hängig von Jahreszeit und Witterung, durch kräftige Maßregeln Einhalt gethan wird,

große Bezirke und ganze Länder und rafft gewöhnlich 8090 Procent Auch Ziegen und Schafe, sowie andere wiederkäuende Thiere können von der Rinderpest angesteckt werden, dagegen bleiben Pferde und alle nicht wiederkäuende Thiere ebenso wie die Menschen

von den ergriffenen Heerden weg.

von ihr verschont.

Der Ansteckungsstoff ist sehr flüchtig und entwickelt sich bei den rinderpestkranken Thieren schon im ersten Beginne der Krankheit, er haftet so rasch und sicher wie kein Kontagium irgend einer anderen Krankheit. Der Ansteckungsstoff durchdringt den ganzen Körper des pestkranken Thieres; er ist enthalten in dessen Hautaus dünstung und der ausgeathmeten Luft, im Miste, Urin, Speichel, Nasenausfluß und in der Thränenfeuchtig⸗ keit; alle Theile der an der Seuche gefallenen oder im kranken Zustande so namentlich Häute, Haare, Fleisch, Eingeweide u. s. w. sind ansteckend. Die Ansteckung erfolgt entweder unmittelbar durch pest⸗

getödteten Thiere,

Durch den Handel mit Vieh und den Ver⸗ kehr überhaupt verbreitet sich diese Seuche in ferne Länder und tritt in unsern Gegenden nur in Folge der Ansteckung auf. ergreift jedes Alter und Geschlecht, verbreitet sich, wenn ihr nicht

kranke Thiere,

ist eine sehr ansteckende die östlichsten russischen

gewesene andere Thiere, Wolle, Pelzwerk, Heu, Die Verbreitu

Sie ist die ist unab⸗ von Ort zu Ort über

entfernt sind.

Ausbruch kommen. bare Verkehr abnimmt,

den Thiere.

Personen und Gegenstände, kamen, denen der Ansteckungsstoff anhängt oder in die derselbe eindringen konnte, und die deshalb als Träger desselben dienen. trägern gehören besonders Stallungen, denen pestkrankes Vieh untergebracht war, dann mit letzterem zusammen⸗

Ansteckung, dieselbe wird also

Erscheinungen und g Von dem Zeitpunkte an, in welchem die Ansteckung erfolgt

ist, bis zum Beginne der Krankheit vergehen gewöhnlich 37 Tage; eintretende Fieber verräth sich durch wechselnde Körperwärme, trüben

deren Ausleerungen und Kadavertheile oder mittelbar durch

welche mit pestkranken Thieren in Berührung

Zu solchen Zwischen⸗ Eisenbahnwagen und Schiffe, in

ebenso auch Menschen mit ihren Kleidern; ferner Stroh, Haare u. s. w., endlich auch die Luft. ng der Seuche folgt besonders den Verkehrs ·

wegen; sie geschieht durch langsames Fortschreiten von einem Gehöfte zu anderen, von einem Orte und Bezirke zu anderen oder in großen Sprüngen, indem sie an einzelnen Orten auftaucht, die meilenweit Lom Seuchenheerde In diesem letzten Falle ist der

Zwischenträger, besonders durch Menschen oder durch welche von pestkranken Thieren herstammen, Häute verschleppt worden.

Rinderpest sehr große Sprünge machen, und in entfernten Ländern zum Da jedoch mit der größeren Entfernung der unmittel⸗

Ansteckungsstoff durch solche Handelsartikel, namentlich durch Fleisch und Bei dem heuligen Eisenbahnverkehr kann die

so vermindert sich mit ihr auch die Gefahr der

um so Verlauf der Krankheit am leben

das

größer, je näher der Seucheheerd ist.

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