London. Der„Globe“ schreibt: England ege vermittelst freundlicher Communicationen den Jontinentalmächten, namentlich Preußen und Frankreich, dringend die allgemeine Entwaff- mung an's Herz.
Rußland. Petersburg. Die Verlo⸗ Fung des Königs Georg von Griechenland mit der Tochter des Großfürsten Constantin hat die— ser Tage dahier stattgefunden.
— Das„Journal de St. Petersbourg“ äu— Bert sich in Betreff der orientalischen Frage dahin, daß eine Regelung derselben bei der jetzt friedlichen Atmosphäre wünschenswerth erscheine; die Krankheit des ottomanischen Reiches sei nicht unheilbar, sie bedürfe weiser Rathschläge, und nicht eines Arztes, sondern einer Consultation; weigere sich die Pforte, die vorgeschlagenen Heil— mittel anzunehmen, dann habe sie die Folgen zu tragen.
Armenverein zu Friedberg.
In der gestrigen Generalversammlung unsres Ver⸗ eins wurde mit allgemeinem Bedauern die Wahr- nehmung gemacht, daß sich immer mehr die Theil⸗
nahme unserer Mitbürger von demselben zurückzieht und seine Mittel deshalb immer geringer werden. Schon sind wir genöthigt gewesen, die ständigen Gaben an aus— wärtige Arme, die von ihren Heimathsgemeinden nicht ausreichend unterstützt werden können, von monatlichen 24 kr. auf 20 kr. und das Stabtgeschenk an durchreisende
Handwerksbursche von 6 kr. auf 3 kr. herabzusetzen; und wenn man unsrer Kasse nicht kräftiger unter die Arme greift, so wird sie bald völlig zahlungsunfähig sein. Wie lraurig dies im Hinblick auf die uns Allen obliegende Pflicht der Mildthätigkeit wäre und welche Belästigung durch den überhand nehmenden Bettel über uns alle kommen würde, braucht kaum bewiesen zu werden. Wer sich erinnert, zu welch schrecklicher Kalamität in den Jahren 1848 und 1849 der Hausbettel geworden war und wie freudig man damals allgemein die Hülfe annahm, die unser Verein gegen diesen Nothstaud gewährte, der wird sicherlich wünschen, daß solche Nothstände sich nicht wieder— holen möchten. Nun wissen wir freilich, daß nicht unser
Ursachen sind, die dem überhand genommenen Bettel seit— dem mehr und mehr gesteuert haben; allein unser Verein hat doch kräftig dazu mitgewirkt, und wenn er seine Wirk— samkeit einstellt, wird man sofort in jedem Haus die be— ästigende Folge davon wahrnehmen. Oder meint man wohl, die 3000 Handwerksbursche, denen wir bisher jähr— lich auf ihrer Durchreise ein Geschenk verabreichten, würden ohne Weiteres, wenn dasselbe wegfiele, an unsern Thüren vorübergehen, und alle die gebrechlichen Alten und schwachen Kinder, denen wir ein monatliches Almosen auf ihre Ort schaften schickten, würden auch nach Einziehung desselben ruhig zu Hause sitzen bleiben? O, täusche man sich doch nicht; wenn unser Verein sich auflöst, so werden wir alle, alle darunter zu leiden haben. Freilich, wenn man für den Armenverein spricht, dann bekommt man gewöhnlich die Antwort: hilft mich Euer Verein? ich sehe täglich Bettler an meiner Thüre; so lange Ihr mich vor diesen nicht schützt, gebe ich Euch auch Nichts!“ Aber, Freunde, könnten wir diese Rede nicht unikehren und sagen:„Gebt uns nur einmal die Gaben, die Ihr so oft an unwürdige und unbedürftige Vagabunden verabreicht,
„Was
Verein allein, sondern gar manche andere Verhältnisse die
dann können und dann wollen wir Euch sicherlich burch eine wohlgeordnete und gerechte Armenpflege vor aller Zudringlichkeit schützen!“ Aber wir wollen nicht einmal so sprechen; mag auch hier und da Einer noch eine Gabe an seiner Thüre reichen, wenn es ihm Vergnügen macht. Das aber versichern wir Euch aus 20jähriger Erfahrung: wenn unser Verein nicht täglich, ja stündlich sich der noth⸗ leidenden Fremden annähme, Ihr würdet es bald alle nicht mehr aushalten können vor Zulauf in Euren Häusern und an Euren Thüren. Darum sollte man aber auch seine Hand nicht von unserm Verein abziehen und die Wirksamkeit desselben, die doch nur im Interesse aller hiesigen Einwohner geübt wird, nicht unmöglich machen. Es ist nicht Viel, um was wir bitten; 2— 3 Kreuzer die Woche kann Jeder opfern für seine darbenden Brüder von außen, und wer sich einredet, er könne es nicht, täuscht sich nur selbst unabsichtlich oder absichtlich.
Aus diesen Erwägungen wagen wir es denn nochmals, Euch allen, liebe Mitbürger, unsern Armenverein an's Herz zu legen; lasset ihn nicht fallen, es liegt ein großer Segen darin, den Ihr alle, wenn wir unsre Arme in den Schoos legen müßten, schmerzlich vermissen würdet. Lasset, wir bitten inständig darum, unsern Collekteur, den wir nächstens noch einmal von Haus zu Haus schicken werden, nicht umsonst an Eure Thüren und an Eure Herzen klopfen, und helfet mit, daß eine Anstalt, die im Frühjahr 1849 von wohldenkenden Bürgern unsrer Stadt unter allgemeiner Betbeiligung in's Leben gerufen wurde, nicht im Spätjahre 1867 zum Schaden Aller zu Grabe getragen werden muß.
Friedberg den 15. Mai 1867.
Der zeitige Vorstand des Armenvereins: Steinberger. G. Trapp II. Bürgermeister Walz. Direktor Schäfer. Mayer Hirsch. Gemeinderath G. Schmidt. K. Fritz. Ed. Ruths. Joh. Stein⸗ bhäuser. J. Müller. Ad. Feiling. Fr. Cordes.
Heuversteigerung.
1227 Montag den 27. d. Mis., Vormittags um 10 Uhr, soll im Rathhaussaale dahter das für die Stadt im vorigen Sommer eingescheuerte Heu, aus ungefähr 200 Centner bestehend, in Abtheilungen, öffentlich melst⸗ bietend versteigert werden, Nidda den 14. Mai 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Nidda Reuning.
Benachrichtigung.
1231 Diejenigen Steigerer, welche am 14. Februar J. J. in dem Gräflichen Forstrevier Wickstadt, Distrlet Schisfloch, Holz ersteigt und noch im Walde fitzen haben, werden hlermit ersucht dasselbe binnen 14 Tagen um so gewisser abzufahren, als ich mich gegenfalls genöthigt sehen würde, dasselbe einer anderweiten Versteigerung auszusetzen.
Zugleich mache ich die Steigerer auf die Ver— steigerungsdedingungen 10., 11. und 12 und die bier⸗ nach für sie entstehenden Nachtheile im Falle eines anderwesten Verkaufs aufmerksam.
Wickstadt am 14. Mai 1867.
Der Gräflich Solms⸗Rödelheim'sche Oberförster Schallas.
Hofraithe⸗Versteigerung. 1265 Mittwoch den 22. Mat d. J., Vormittags 11 Uhr, soll in hiefsigem Rathhause in Folge eines weiter ein⸗ gelegten Nachgebots die Hofralshe und Pausgarten des Christtan Groß dahier nochmals öffentlich meistbtetend versleigert werden.
W e 16. Mat 1867. roßherzogliches* Friedberg d—
Der dienßzälteste Gerichtsmann Fouc ar.
Holz ⸗Versteigerung. 1230 Mittwoch den 22. d. M., Morgens 8 Uhr, wird im Ober⸗Rosbacher Gemeindewald, Distrikt Große Jobanneshecke, folgendes Holz öffentlich meiflbietend versteigert: 4½ Stecken Nadel⸗Scheitholz,
5702„ Eichen⸗-Prügelholz, „ Nadel-* 6304 57 Eichen⸗Stockholz, 10%„ Nadel⸗„ 9382 Wellen Eichen Reisholz, 3140„ Nadel⸗„
62 Kiefern-Stämme von 6—11“ Durchm. und 15 bis 45“ Länge mit 910 Cubikfuß. Die Zusammenkunft ist in dem Kiefernbestand beim Löwenhof. Ober⸗ Rosbach am 15. Mai 1867. Großherzogliche Bürgermelsterei Ober⸗Ros bach B lei
Bekanntmachung. 1257 Es werden Diejenigen, welche auf der am 13. März l. J. in biesigem Gemeindewald abgehaltenen Holzversteigerung Holz ersteigt haben, aufgefordert, solches innerhalb acht Tagen abzufahren, indem sonst eine noch malige Versteigerung auf Kosten und Gefahr des Steigerers abgehalten wird.
Assenheim am 20. März 1867. Großherzogliche Bürgermeisterei Assenheim
chmidt. — Anzeige. 1261 Ein tafelförmiges, gut gehaltenes Klavier und sechs überwinterte flarkbevölkerte Bienenstöcke sind wegen Abreist zu verkaufen dei Lehrer Diehl in
Dortelweil, Kreis Vilbel. Ein Strohhut
1264 wurde gefunden. Näheres bei der Expedition.
Lieferungen für das 2. Bataillon 2. Infanterie⸗ Regiments. 1250 Freitag den 24. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, werden auf dem Verwaltungsbüreau odigen Bataillons nachstehende Lieferungen, als: Brod, Brennöl und Petroleum auf das 2. Halb⸗ jahr, sodann ungefähr 1000 Centner Steinkohlen, mittelst Summission vergeben und können auf genanntem Büreau die Lieferungsdedingungen vorher eingesehen werden. Friedberg den 17. Mai 1867. Großherzoglicher Verwaltungsrath des 2. Batalllons 2. Infanterie⸗Regiments Hanesse, Major.
Bekanntmachung. 1260 Michael Uhrig, Johann Georgs Sohn von Rüdigheim, geboren am 5. November 1794, ist seit dem Jahr 1823 in unbekannter Ferne abwesend.
Auf gestellten Antrag wird hierdurch an ihn und selne Rechts nachfolger die Aufforderung gestellt, sich bis zum 14. August d. J. zur Anmeldung ihrer Rechte dahier zu fistiren, widrigen falls der Obengenannte für todt erklärt und sein Ver⸗ mögen den sich legitimirenden nächsten Berechtigten über⸗
wiesen werden wird. Hanau am 9. Mai 1867. Königliches Justizamt II. Köster. vdt. Frankenberg.
Lehrlings⸗Gesuch.
1253 Ein junger Mann mit guten Schulkenntnissen versehen und aus achtbarer Familie kann in einem Colonialwaarengeschäft en gros et en détail in Frank⸗ furt a. M. als Lehrling aufgenommen werden.
Adresse unter Nr. 1253 bei der Exped. d. Blattes zu erfahren.
matten Blick, rauhes, gesträubtes Haar, Verminderung der Freßlust und Mit dem 2.—3. Tage werden die Krankheitserscheinungen bestimmter; das Fieber ist heftiger, die Binde— haut der Augen hat sich geröthet, die Augenlieder sind angeschwollen, meistens fließen Thränen über die Backen ab; das Maul ist heiß, geröthet und voll Speichel; das Athmen geschiebt schneller und erfolgt öfters ein Fressen und Wiederkäuen hört nun ganz auf, es stellt sich ein mehr oder minder starker Durchfall ein, die Augen treten tief in ihre Höhlen zurück, der Speichel fließt ab, ebenso findet aus der Nase ein dickschleimiger Ausfluß statt, auf der Schleimhaut des Maules, besonders am Zahnfleische, dann der Nase und der Scheide zeigen sich mattweißliche oder gelblich graue später wundwerdende Flecke; das Athmen wird ange— strengker, stöhnend; die Schwäche nimmt immer mehr überhand, die Thiere liegen viel und es erfolgt der Tod gewöhnlich am 5.—7. Tage nach
plötzliche Abnahme der Milchabsonderung.
kurzer Husten.
Beginn der Krankheit.
Nach den Erfahrungen, welche in den von dieser Seuche heimge— suchten Ländern gemacht wurden, ist die sofortige Tödtung aller von der Krankheit befallenen und derselben verdächtigen Thiere das einzig
chere Miftel, diese verheerende Seuche rasch zu unterdrücken. ganze Viehreichthum eines Landes auf dem Spiele steht, ist das Landes-
interesse höher zu achten als das Interesse der Strenge Wohlthat.
zubereiteten, sehr schm
keit je der in Anwend
Universal-Eneyklopädie daher Gulasfleisch.
entspricht,— mit dem Wo der
Einzelnen und äußerste stifte wird das Gros
2 Fr., was man vo Bleistift bezahlte.
Lücken büßer.
1 Gulas— Der ungarische Name eines auf besondere Weise
ackhaften Schmorfleisches, welches in neuerer Zeit
öfter als früher in Gasthäusern, und Restaurationen gegeben wird, isß häufig auf den Speisekarten so verwunderlich geschrieben, und die Richtig⸗
ung gebrachten Schreibweise wird, wie fehlerhaft
ste auch sein mag, nicht selten mit so großer Hartnäckigkeit vertheidigt: daß es vielleicht Manchem nicht unangenehm ist, über die wirklich richtige Schreibart des fraglichen Wortes aufgeklärt zu werden. In der Pierer'schen
heißt es im XIII. Band:„Gula, in Ungarn
eine den Sommer über Tag und Nacht im Freien bleibende Heerde;
Fleisch mit Kümmel⸗ und Zwiebelbrühe bereitet,
wie es die Hirten der Gulas gewöhnlich genseßen.“ Hiernach schreibt man das Wort nicht Kulasch, oder Kullasch, oder Goulage, oder Guladsch, oder Guljas, oder Gulpas, oder wie sonst, sondern richtig einzig und allein Gulas, und sagt— weil das ungarische s unserm deutschen sch
Ton auf der ersten Sylbe: Gulasch, wie man das
Wort nach der deutschen Aussprache allenfalls auch noch schreiben könnte. „% In dem englischen Orte Keswick werden wöchentlich 25,000, und jährlich 13,000,000 Bleistifte verfertigt.
Von einigen dieser Blei- mit 60 Fr. bezahlt, von anderen kostet es kaum r Einführung der Maschinen für einen einzigen


