Ausgabe 
20.8.1867
 
Einzelbild herunterladen

..

.

r

Eů

Tabakssteuer noch nicht gemacht seien, daß die Regierung aber das Interesse des Landes zu wahren suchen werde. Stockhausen glaubt, daß wir im Interesse unseres Landes den Standpunkt der Negation verlassen müßten. Dernburg wendet sich gegen Dumont, der auf die Möglichkeit eines süddeutschen Zollvereins hingewiesen, und macht darauf aufmerksam, daß die Feinde der deutschen Einheit, und namentlich die französische Diplomatie einen solchen Plan sehr begünstigten. Auch er

bekenne sich übrigens als Gegner der Tabaks⸗ Anzeichen zu qualificiren suchen, sollte das Publi-

steuer. Für Genehmigung sprechen noch, Hall⸗ wachs, Wernher und der Berichterstatter Kraft. Der Vertrag wird schließlich mit 31 gegen 5 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Seitz,

Backé, Dumont, v. Günderode und v.

Wambold.

17. August. I. Kammer. Die I. Kam⸗ mer trat in ihrer heutigen Sitzung verschiedenen Beschlüssen der II. Kammer bei, auch in der

Eisenbahnangelegenheit wurde die Zustimmung zu

dem bezüglichen Beschlusse des anderen Hauses nach kurzer Discussion ertheilt. Commerzienrath Heyl bedauert mit dem Handelsstande des Landes, daß die Staatsregierung die Offerten der Ludwigs bahn nicht eingehender berücksichtigte.

* Friedberg. Aus den Verhandlungen der II. Kammer ist bekannt geworden, daß Gießen mit dem 1. October ein Bataillon Infanterie als Garnison erhalten wird. Nunmehr erfahren wir aus guter Quelle, es sei jetzt bestimmt, daß nach Lich ebenfalls vom 1. October an zwei Schwadronen Reiterei verlegt würden. Butzbach, das bisher nur zwei Schwadronen Reiterei hatte, soll deren drei erhalten.

In militärischen Kreisen verlautet, die Regierung beabsichtige, ein großh. Infanterie⸗ Regiment nach Mainz in Garnison zu verlegen und daß dadurch einem Wunsche der preußischen Regierung entsprochen werde.

Mainz. Das hiesige Gymnasium wurde im verflossenen Schuljahr von 276 Schülern besucht, worunter 188 Katholiken, 47 Protestanten und 41 Israeliten. Von den Schülern gehören 155 der Stadt Mainz, 72 dem übrigen Großherzog thum, 49 dem Ausland an. Außer dem Director wirken 13 ordentliche und 8 außerordentliche Lehrer an der Anstalt.

Vom Rhein enthält die Hess. Landes⸗-Ztg. eine Correspondenz, welcher wir hier einen Platz einräumen. Es heißt dort: Die Friedenshoffnungen consolidiren sich derart, daß man endlich sich ent⸗ schließen dürfte, die Kriegsfurcht gänzlich zum Schweigen zu bringen, um dem Vertrauen Bahn zu brechen. Es ist in der That hohe Zeit, daß dieses wiederkehrt, da sonst die Verarmung immer weiter um sich greift und Verhältnisse sich ansetzen, die die schlimmsten Früchte tragen. Um dies mit einem Beispiele zu belegen, kann ich Ihnen an⸗ führen, daß in biesiger Gegend bereits Zwange⸗ versteigerungen vorkommen und bei Andauer des gegenwärtigen Zustandes weitere nicht ausbleiben werden. Der Wiederbelebung der Geschäfte sieht alle Welt sehnsüchtig entgegen, wenigstens erhofft man selbige für das nächste Frühjahr, wenn der

Barometer auf Frieden stehen bleibt. Als ein Beweis der friedlichen Gesinnungen der preu⸗ ßischen Regierung wird angesehen werden dürfen, daß bei der letzthinigen Entlassung von Reserven Mannschaften abgingen, welche erst 22 Monate, ja sogar solche, die erst 18 Monate im activen Dienst gewesen; ee darf wohl angenommen werden, daß dies nicht angeordnet worden wäre, wenn in Berlin kriegerische Tendenzen das Uebergewicht hätten. Ueberhaupt huldigt man der Ansicht, daß Frankreich von Preußen weniger zu befürchten hat, als Preußen von Frankreich, und die deutsche Einheit bringt Letzterem in Bezug auf Land und Leute nach keiner Richtung Gefahr; das einzige, was allenfalls Frankreich hierbei einbüßen könnte, ist seine Präponderanz in Europa, und darauf wird jeder vernünftige Franzose kein Gewicht legen, indem diese leidige Präponderanz nur eine leidige Illusion ist, wenn nicht etwas Schlimmeres, da sie Frankreich schon viel Gut und Blut gekostet. In Anbetracht alles Dessen sind die Bestrebungen

der Friedensliga der Unterstützung aller Ehrlich⸗ denkenden werth, da, wenn einmal die Völker in Frieden sich einigen, der Krieg, wenigstens auf die Dauer, unmöglich wird. Um diesen Bestre bungen aber recht zum Gedeihen zu verhelfen, wäre es wünschenswerth, daß die gesammte Presse mit denselben Hand in Hand ginge, und diejenigen Preßorgane, die fast mit der Diogeneslaterne nach Kriegsgerüchten suchen, ja oft aus kleinlichem Parteihaß jede Miene, jeden Athemzug dieses oder jenes Fürsten oder Ministers als ein kriegerisches

kum in Anbetracht der Vertrauen bedürftigen Lage, schlechtweg ignoriren.

Preußen. Berlin, 16. August. In der

gestrigen Sitzung des Bundesraths hat der Bundeskanzler eine Reihe von Vorlagen angekün⸗ digt, die an den Bundesrath zur Berathung ge⸗ langen werden. Es sind folgende: 41) eine Vorlage, die Fortsetzung des Zollvereins betr.; 2) eine Vorlage, den Bundeshaushaltsetat betr.; 3) einen Gesetzentwurf, das Postwesen in den Ländern des norddeutschen Bundes betr.; 4) eine Gesetzvorlage über Bundesconsulate und über die Befugnisse fremder Consuln in dem Bundesgebiete; 5) eine Vorlage, die Nationalität der Seeschiffe betr.; 6) eine Vorlage über die Einführung eines ein⸗ heitlichen Maaß und Gewichtssystems und 7) einen Gesetz-Entwurf, betr. die Aufhebung des Paß⸗ zwanges, sowie die Einführung der Freizügigkeit in den Bundesstaaten. Die Ausarbeitung einer Vorlage für die Vertrauensmänner aus Nassau und Hessen ist dem Landrath Flottwell übertragen. Der Termin für die Reichstagswahlen ist amtlich auf den 31. August festgesetzt. Ein allerhöchster Prä- sidialerlaß ordnet die Errichtung eines Bundes⸗ kanzleiamts an und ernennt Hrn. v. Delbrück zum Präsidenten desselben.

Potsdam. Der König ist am 18. Abends um 8 Uhr von Kassel hier eingetroffen.

Kassel. DieHess. Morgenzeitung schreibt: Ungemeines Aufsehen hat eine Nachricht verur⸗ sacht, welche seit heute in der Stadt circulirt. Durch eine Verordnung des Justizministers sind kurzer Hand alle Mitglieder unserer höheren Ge⸗ richte an niedere committirt, mit einem Worte degradirt worden. Man denke sich z. B., daß Geheime Justizräthe als Unterrichter an ein Kreis; gericht unter einen eben erst hergekommenen preu⸗ ßischen Director gestellt werden! Das klingt un- gefähr so, als wenn ein hessischer Oberstlieutenant einen preußischen Zug unter einem pommerschen Rittmeister bekommen hätte.

Der König wurde bei seiner Ankunft enthustastisch empfangen. In seiner Antwort auf die Begrüßungsrede des Oberbürgermeisters sagte er: es seien Irrungen vorgekommen, deren Aus gleich Zweck seines Besuches dahier sei. Die Verheißungen des Königs riefen die freudigste Stimmung hervor. Nachdem der König ins Schloß gezogen, fand der Festzug der Corpo⸗ rationen vor dem Schloß statt, Abends war die Stadt prachtvoll illuminirt.

Frankfurt. Der Frankfurter Zeitung zu⸗ folge äußerte der König bei der Ansprache an die Senats⸗Deputation im Wesentlichen Folgendes: Große Weltereignisse, denen er nicht Einhalt thun konnte, wenn er es auch gewollt, hätten die gegenseitigen Beziehungen verändert. Mißverständ⸗ nisse und Irrungen seien vorgefallen, die com- plicirten Verhältnisse Frankfurts seien ihm nicht genügend bekannt gewesen, er, der König, habe sich nun genauer davon unterrichtet und werde in Berlin, wohin er nun zurückkehre, für ein den Wünschen und Bedürfnissen der Stadt entsprechendes Abkommen sorgen. Frankfurt sei eine prächtige, glänzende und historische Stadt und es sei sein Wille, daß sie dies auch unter seiner Regierung blie be. s

Hr. v. Müller veröffentlicht folgendes auf die Nachricht von dem die Stadt betroffenen Brandunglück an den Landrath v. Madai ge⸗ richtetes Telegramm der preußischen Königin Augusta von Baden-Baden:Mein Mitgefühl

für Frankfurt bedarf keiner Worte, denn Niemand

wird an der Aufrichtigkeit meiner Empfindung zweifeln. Es ist eine schwere Prüfung für die Stadt, welche auf allgemeine Theilnahme zu zählen berechtigt ist. Theilen Sie mir schleunigst das

Nähere mit, damit ich erfahre, wo etwa zu helfen den Ausdruck meiner

ist, und vermitteln Sie Gesinnung.

Bayern.

(gez.) Augusta.

Der Kaiser, welcher sehr angegriffen aussah, sprach wenig und fuhr auf einem vom Publikum nicht erwarteten Wege nach dem HotelZu den drei Mohren. Es sollen bei der Ankunft des Kaisers Begrüßungsrufe laut geworden sein, welche Gegen⸗Demonstrationen hervorgerufen hätten.

Neustadt. Der deutsche Protestantenverein wird den zweiten Protestantentag am 25., 26. und 27. September nächsthin in der Pfalz hier in Neustadt a. d. Hardt abhalten.

Baden. Mannheim. In dem benach⸗ barten Orte Friesenheim(in der bayerischen Pfalz) ist die Cholera ausgebrochen, und in Folge dessen der Verkehr mit genanntem Orte polizeilich ge⸗ sperrt worden. Die diesseitigen Behörden haben dieserhalb auch Veranlassung genommen, die deß⸗ fallsigen sanitätspolizeilichen Anordnungen und Anleitungen zweckmäßigen Verhaltens in Exin⸗ nerung zu bringen.

Oesterreich. Die Reste der mexicanischen Legion werden bei ihrem dem nächstigen Eintreffen in Europa via Hamburg und Prag nach ihrer Heimath befördert werden.

DieMilitärzeitung entnimmt Briefen aus Bosnien die Mittheilung: Die Kosten der Reise des

österreichisch⸗

Augsburg, 18. August. Das französische Kaiserpaar traf hier erst um 1 Uhr Nachts ein und wurde bei seiner Ankunft im Bahnhofe von den Spitzen der Behörden empfangen.

Sultans seien dadurch hereingebracht, daß den sämmtlichen Civilbeamten des Reichs ein um einen Grad höherer Rang verliehen worden, und daß dieselben dafür einen zweimonatlichen Gehalt zu opfern gehabt. Der Ertrag dieser Maßregel wird blos für das Vilayet Bosnien zu fast einer halben Million Piaster veranschlagt, und würde nach diesem Maßstab eine Gesammtsumme von einigen vierzig Millionen Piastern erreichen. f sollen, aber ohne Rangerhöhung, auch die sämmt⸗ lichen Offiziere und Mannschaften der activen Armee einen zweimonatlichen Gage-Abzug erlitten haben. 3

Die WienerDebatte hält eine Zusan⸗ menkunft zwischen dem Kaiser von Oesterreich und dem König von Preußen für möglich und dw sei dieser Gedanke von der Königin Augusta an- geregt worden. Die Zusammenkunft könnte sich gelegentlich der Rückreise des Kaisers von Oester⸗ reich aus Frankreich verwirklichen.

Frankreich. Paris, 16. August. Wie der Abend-Moniteur meldet hat sich die Kaiserin heute um 1 Uhr nach Chalons begeben, von wo

aus der Kaiser und die Kaiserin direct nach Sal-

burg reisen werden.

17. August. Der Kaiser und die Kaiserin sind heute nach Chalous abgereist, werden um

8 Uhr Abends in Stuttgart eintreffen und von dort sofort nach Augsburg weiterreisen, wo se über Nacht bleiben werden. Morgen(Sonntag) Nachmittag um 4 Uhr 30 Min. werden sie in. Salzburg ankommen. i Italien. Einem Bericht der Allg, Zig. aus Palermo entnehmen wir Folgendes: Was die gegenwärtige Epidemie besonders furchtbar macht, ist die mörderische Heftigkeit ibres Auf⸗ tretens. In ein paar Stunden nach einigen fauligen Auswürfen folgt der Tod, ohne daß ost

wäre. Die Aerzte find auf vas höchste betroffen über diese Fälle, welche das Cholera nennt, weil die Leichen ganz schwarz werden. Die officiellen Listen geben in diesen Tagen 300 Erkrankungen und 200 Todesfälle ö an; diese Zahlen entsprechen jedoch der Wirklich⸗ keit bei weitem nicht, weil theils die Anzeigen

nicht genau gemacht werden, theils die Bulletins möglichst beruhigend abgefaßt werden sollen. J! der Nacht vom 4. auf den 5. d. M. stellten die

Todtengräber ihre Arbeit ein, so daß gleich hundert

Gleichfalls

irgend ein Uebelbefinden vorher verspürt worden 1

das Volkschwarze

purden zer r

Bocken und sene e Bonames nommen, ülberwindlie unglückliche des Ortes Ingend un wirihs im die Sans angenehme berichtet da

Frank weisere Ein bessen Folge

f den e