Ausgabe 
19.11.1867
 
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Bewußtsein sich siegreich bewährt hat. Die Beziehungen meiner Regierung zu den auswärtigen Mächten sind durch die neuen Verhällnisse, in welche Preußen inmitten des norddeutschen Bundes gestellt ist, nicht verändert worden. Mit dem freundschaftlichen Charakter derselben sind die persönlichen Begegnungen mit der Mehrzahl der Souveräne Deulschlands und des Auslandes, zu welchem mir in vergangenem Sommer Gelegenheil gegeben war, in vollem Einklange. Das friedliche Endziel der deutschen Bewegung. wird von allen Mächten Europas erkannt und gewürdigt, und die Friedensbestrebungen der Fürsten werden getragen von den Wünschen der Völker, welchen die wachsende Enk⸗ wickelung und Verschmelzung der geistigen und materiellen Interessen den Frieden zum Bedürfniß machen. Die jüngsten Besorgnisse wegen einer Störung des Friedens in einem Theile Europas, wo zwei große Nationen, beide uns eng befreundet, von einer ernsieren Verwicelung bedroht erschienen, darf ich als beseitigt ansehen. Den schwierigen Fragen gegenüber, welche dort noch einer Lösung harren, wird das Bestreben meiner Regierung dahin gerichtet sein, einerseits dem Anspruche meiner katholischen Unterthanen auf meine Fürsorge für die Würde und Unadhängigkeit des Oberhauptes ihrer Kirche gerecht zu werden, und andererseits den Pflichten zu genügen, welche für Preußen aus den politischen Interessen und den internationalen Beziehungen Deutschlands erwachsen. In beiden Richtungen sehe ich in Erfüllung der Aufgaben, welcher meiner Re⸗ gierung gestellt sind, keine Gefährdung des Friedens. So lassen Sie uns um so zuversichtlicher an die Lösung der Aufgaben innerer Entwickelung gehen. Mögen Ihre Arbeiten für das Wohl des Staates reich gesegnet sein!

Bei der Landtagseröffnung waren die Ver treter der neuen Provinzen ziemlich zahlreich er schienen. In der Diplomatenloge waren die Gesandten Englands, Italiens, Rußlands, Oester reichs, der kleineren Staaten, sowie mehrere Attach's der französischen Gesandtschaft. Die Feierlichkeit verlief unter dem üblichen Ceremoniell. Unter den Ministern fehlte Roon. Die Versammlung hörte die Thronrede lautlos an.

Alterspräsident Stavenhagen hieß in seiner Eröffnungsrede die Vertreter der neuen Provinzen willkommen und forderte sie zur Theilnahme an der gemeinsamen Arbeit auf, damit das Vaterland mehr und mehr zur Wohnstätte des Gesetzes, des Rechtes und der Freiheit werde. Darauf ging die Verloosung der Abtheilungen vor sich.

Wie ein in verschiedenen Blättern wieder holt auftauchendes Gerücht wissen will, soll die beabsichtigte Erhöhung der königlichen Civilliste (die zur Zeit 3,100,000 Rihlr. beträgt) um noch 900,000 Thlr. zum Gegenstande einer Vorlage für die heute beginnende Session des preußischen Landtags bestimmt sein. Die Höhe der Civilliste würde sich sodann auf volle vier Millionen jähr- lich steigern.

Twesten ist vom 14. d. ab während der Dauer des Prozesses vom Amte suspendirt.

DieNordd. Allg. Ztg. bringt in einer Florentiner Correspondenz:Italien richtete an die Mächte eine Note, worin nachgewiesen wird, daß es jetzt Frankreichs Sache sei, die Mittel zur Beseitigung der durch die Intervention geschaffenen Schwierigkeiten anzugeben, und worin die Wiederherstellung des Prinzips der Nicht- intervention gefordert wird.

Bezüglich der Conferenz hört die Spen. Zeitung, die königl. sächsische Regierung habe in vollkommen bundesfreundlicher Würdigung der Verhältnisse die Conferenzeinladung an das Präsidium des norddeutschen Bundes abgegeben; auch von der großherzoglich badischen Regierung sei mit Sicherheit vorauszusehen, daß sie ihre Entschließungen nur auf Grund einer einmüthigen deutschen Kundgebung fassen wird.

Sachsen. Chemnitz. Das zur Unter⸗ stützung der Hinterlassenen der in Lugau verun⸗ glückten Bergarbeiter zusammengetretene Comité hat seine Schlußquittung veröffentlicht. Der Gesammtbetrag der eingegangenen Gelder beträgt beinahe 120,000 Thaler.

Bayern. München. DieSüddeutsche Presse enthält folgendes Telegramm aus Wien: England bedauert die Conferenz-Einladung ablehnen zu müssen. Rußland nimmt an der Conferenz Theil, in dem Falle, daß alle einge- ladenen Mächte zustimmen. In Wien gilt die Conferenz als gescheitert. Nur Oesterreich stimmte der Conferenz⸗Einladung einfach zu.

Baden. Karlsruhe. Nach derKarls- ruher Zeitung wurde das Lehrinstitut Adelshausen in Freiburg durch Ministerialentschließung aufgelöst

wegen der Störungen, welche durch das fort gesetzte regulativwidrige Verhalten der Kirchen Behörde in demselben hervorgerufen waren.

Oesterreich. Wien. DiePresse will wissen, daß England den schwebenden Verhand- lungen der Mächte mit der Pforte nicht mehr ganz passiv gegenüberstehe, und bei der Pforte, wenn auch nicht die Abtretung von Candia, so doch eine Grenzberichtigung zu Gunsten Griechen lands befürworte, um letzterem größere Lebens fähigkeit zu geben.

Das Circular des Reichskanzlers über die Politik der österreichischen Regierung ist von Paris, 1. Nov., datirt und begin mit der Dar legung, daß der kaiserliche Besuch in Paris als ein Act der Artigkeit aufzufassen sei. Dann geht dasselbe zu den inneren Aufgaben Oesterreichs über und constatirt die lebhaften Sympathien, die der Kaiser und Oesterreich in Frankreich gefunden hätten. Es hätten in Paris nicht Verhandlungen, sondern Besprechungen in Betreff der römischen, der orientalischen und der deutschen Frage statt gefunden. Bezüglich der ersteren begegneten sich die Anschauungen beider Kabinete. Bezüglich der zweiten hoffe man mit Rußland gemeinsam zum Schutze der christlichen Bevölkerung der Türkei verfahren zu können. In Betreff der dritten Frage sei man in der Anerkennung des Rechtes Deutschlands, sich selbstständig zu con- stituiren, übereinstimmend gewesen.

Frankreich. Paris. Die Broschüre Napoleon III. und Europa kommt zu dem Schluß, daß Frankreich, Deutschland und England eine Allianz bilden sollen, verlangt, daß die September⸗Convention einzuhalten sei, und schlägt den Zusammentritt eines Congresses und allgemeine Entwaffnung vor. Man glaubt, daß die Broschüre keinen offiziellen Charakter habe.

In Paris will man einem Komplotte gegen das Leben Napoleons auf die Spur gekommen sein. Es haben zahlreiche Verhaftungen stattgefunden. Der Plan der Verschworenen soll folgender gewesen sein: 1500 beschäftigungslose Arbeiter aus der Eisengießerei La Vilette(am Anfange der Rue du Faubourg St. Martin) mit Waffen aus einem geheimen Depot versehen, sollten den Anfang machen und nach den Tuilerien marschiren, die sie zu überrumpeln gedachten. Gleichzeitig mit dieser Bewegung sollten die Stu denten der Medizin die linke Seite des Flusses okkupiren, das Netz der Straßen zwischen dem Boulevard St.⸗Michel und der Rue Bonaparte verbarrikadiren, während die Studenten der Rechte Besitz von Montaigne St.⸗Genevidve nahmen. Das, so hoffte man, sollte das Signal zum Aus- bruche einer allgemeinen Insurrektion sein. Die Verhaftung der Anführer der Arbkiter und die um La Vilette angesammelten Truppenmassen haben indeß das ganze Unternehmen schon im Beginnen erstickt.

Im französischen Kriegs⸗Ministerium ist jetzt ein detaillirter Bericht des Generals du Failly über die Wirksamkeit des Chassepotgewehres in der Schlacht bei Mentana angelangt. Danach hätten diese Gewehre Wunder gewirkt.

Nachdem derMoniteur in seinem Tages- bericht die Thronrede des Königs von Preußen wiedergibt, constatirt er, daß die Sprache des Königs in hohem Grade friedlich sei.

Die Florentiner Regierung hat ihre Bereit- willigkeit zur Theilnagme an dem Congreß unter den drei Bedingungen aussprechen lassen, daß derselbe zu Paris abgehalten werde, daß ihm eine Einigung über die Grundlagen der Berathung vorhergehe und daß die Räumung Roms Seitens der französischen Truppen vorher erfolgt sei. Die Fortdauer der Occupation mache die Stellung der Mächte untereinander ungleich und trage dazu bei, die Feinde Italiens zu ermuthigen und die Leiden schaften der Parteien wach zu erhalten.

Großbritannien. London. Wie die anglo⸗amerikanische Correspondenz erfährt, ist die Insel Tortola durch eine furchtbare Ueber- schwemmung heimgesucht worden, wobei 10,000 Menschen ums Leben kamen. Der amerikanische

Congreß wird Anfangs Dezember mit einer Botschaft des Präsidenten Johnson eröffnet.

Spanien. Aus Paris wird gemeldet, daß daselbst der spanische Marschall O'Donnell, Herzog von Tretuan, gestorben. Derselbe hatte Spanien verlassen, nachdem durch die katholische und reactionäre Hofpartei sein Ministerium gestürzt worden war. An der letzten gescheiterten Insur⸗ rektion, welche Prim in Seene gesetzt hatte, war O'Donnell nicht betheiligt, wohl aber hat er früher selbst Ponunciamento's in's Werk gesetzt, um Minister zu werden. Mehrmals hatte er die Zügel der Regierung in Händen. O'Donnell gehörte zu der gemäßigt liberalen Mittelpartei. Am bekanntesten ist er geworden als Oberfeldherr im Kriege Spaniens gegen Marocco, welchen er siegreich führte.

Italien. Ueberall, wo jüngst die italienischen Truppen in den Kirchenstaat einmarschirt waren, haben sie die von den Garibaldianern herunter geworfenen Wappen des Papstes wieder angeheftet und die päpstliche und die italienische Fahne neben einander aufgepflanzt. An einigen Orten hat man an der Seite der pärstlichen Fahne die italienische und die französische befestigt. Dieser Umstand hat einem Cardinal den scharfen Witz entlockt: Et erucifixerunt eum inter duos latrones. (Sie schlugen ihn zwischen zwei Räubern ans Kreuz.) Für den französischenBundesgenossen kein übles Kompliment.

Der Haß, der in Italien gegen Frank reich herrscht, ist der Art, daß er nicht lange wird niedergehalten werden können. Derselbe gibt sich in aller möglichen Weise kund, und man geht jetzt dort sogar so weit, die französischen Arbeiter durch Proclamationen im Namen des italienischen Volkes aufzufordern, sofort das Land zu räumen. In einer dieser Proclamationen heißt es:Die italienische Nation gebietet euch, sofort abzureisen und unser Italien für immer von eurer gehässigen Gegenwart zu befreien.

In Turin organisirte dieVolkszeitung eine Ligue gegen die französische Industrie. Die Kaufleute, welche derselben angehören wollen, müssen sich verpflichten, nichts aus Frankreich zu beziehen. Die italienischen Industriellen bieten ihre heimischen Fabrikate mit Rabatt an. Erbitterung wider Frankreich ist erstaunlich.

Türkei. In Kreta ist der Aufstand von neuem wieder ausgebrochen. Die Insurgenten haben die Türken unter Mehemed Pascha am 11. November angegriffen und zurückgeworfen, worauf Omer Pascha erklärte, nun die äußersten Mittel anwenden zu wollen, um den Widerstand zu brechen.

Donaufürsteuthümer. Die Judenhetze geht in Rumänien noch immer in Scene. Der Präfect Lupaschko, dem die furchtbare Ersäufung bei Galacz Schuld gegeben wird, hält in dem Bezirke Coo⸗ urlin eine förmliche Razzia und hat bis zum 11. October 102 Familienväter mit deren Frauen und 285 Kindern aus den Dörfern herausgejagt. Alsgesetzlicher Grund wird bekanntlich ange⸗ geben, daß alle diese Leute in Rumänien nicht heimathberechtigt seien.

» Friedberg. Am 16. d., Morgens zwischen 9 und 10 Uhr, passirte das erste Jägerbataillon, von Eberstadt kommend, auf jeiner Fahrt nach Gießen unsere Stadt. Der Zug hielt im Bahnhofe an, ohne daß die Mannschaft die Wagen verließ. Eine große Menschenmenge hatte sich eingefunden, darunter viele Landleute aus der Umgegend, welche ihre in dem Bataillon dienenden Familienangehö⸗ rigen begrüßten. Die neuen Käppi's der Jäger erregten zwar allgemein die Aufmerksamkeit des Publikums, fanden jedoch nicht besonders großen Beifall; man wollte sich mit Fagon und Garnitur nicht befreunden. Nach elwa 10 Mi⸗ nuten Aufenthalt wurde die Fahrt nach Gießen fortgesetzt.

Aus Bockenheim wird von Frankfurter Blättern folgender verbürgte Vorfall berichtet: Am vergangenen Mittwoch Morgen wollte ein alter Mann aus Harheim nach Köppern gehen um Holzgeld zu zahlen Zwischen Obererlenbach und Seulberg, in einem Hohlweg, wurde er von zwei jungen Leuten angefallen und unter argen Mißhandlungen seines Geldes beraubt. Man glaubt daß die zwei Strolche die Nacht zuvor in Harheim logirt hätten.

Aus dem Kreise Groß⸗Gerau. Schon seit etwa drei Jahren wurden aus den Kirchen zu Groß-Gerau, Worfelden, Büttelborn, Erfelden, Goddelau, Trebur dc. zum gottesdienstlichen Gebrauch bestimmte Gegenstände, wie Altarbibeln, Gesangbücher, Altardecken ꝛc. entwendet, im Ganzen nicht weniger als 18 Kirchendiebstähle, ohne daß es trotz der eifrigsten Recherchen und der Aussetzung

einer namhaften Prämie gelingen wollte, die Person des

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