Ausgabe 
19.2.1867
 
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5138 im zweiten und 1464 im sechsten Wahl- bezirk, Vogel v. Falckenstein 1449, Herwarth v. Bittenfeld 2268 und Steinmetz 1216 Stimmen.

Die Frankfurter Deputation ist hier ein getroffen. Der Tag, an welchem die Audienz deim König stattfindet, ist noch nicht bestimmt. Das allgemeine Wahlresultat läßt sich noch nicht feststellen. Auf dem Lande ist an vielen Orten conservativ gewählt, in den Städten über- wiegend liberal.

Frankfurt. Bei Gelegenheit der füngst verflossenen Wahlagitation wurden mehrfach Druck. schriften von Auswärts in Betreff der Wahlen ohne Angabe des Druckers oder Verlegers hier theils durch die Post, theils durch Colportage in Umlauf gesetzt, ohne daß es der Polizei gelungen wäre, den wahren Verfasser oder Verbreiter zu entdecken. Die dieserhalben stattgehabten ver schiedenen Hausuntersuchungen bei hiesigen Bürgern und Einwohnern blieben ohne den gewünschten Erfolg.

Hr. Dr. Hornfeck, welcher seit einer Reihe von Jahren aus Kurhessen von hieraus theils als Publicist, theils als Belletrist oder als Journalist thätig war, wurde von der hiesigen Polizeibehörde ausgewiesen. Derselbe hat Recurs an die Regierung in Berlin ergriffen.

Durch Beschluß der Bundesliquidations- Commission ist die Ueberlassung der Bibliothek der ehemaligen Bundesversammlung an die hiesige Stadtbibliothek beantragt. Es würde dadurch manch schätzbares historisches Material der geschichtlichen Forschung zugänglicher werden als hisher. Besonders bemerkenswerth ist in besagter Bibliothek eine vollständige Sammlung der Gesetz blätter und Gesetzsammlung sämmtlicher deutschen Staaten, wie sie in dieser Vollständigkeit wohl nirgends vorhanden ist. Man kann es nur dankend erwähnen, daß die Liquidationscommission dabei die Empfehlung ausgesprochen hat, daß auch der künftigen Besitzerin der Bundesbibliothek ein Exemplar der bisher gelieferten Gesetzblätter ꝛc. möge zugewendet werden.

Das amtlich ermittelte Wahlresultat im Wahlkreise Frankfurt a. M. ergibt 7368 ab⸗ gegebene gültige Stimmen; davon erbielt Herr v. Rothschild 6850, Dr. Passavant 299, Dr. Schlemmer 81, W. Welcker 129, Dr. Souchay 3. Vereinzelte Stimmen fielen auf Dr. Varren⸗ trapp, Generallieutenant v. Beyer, Stadtpfarrer Thissen, Hrn. v. Holzhausen(je 1), auf Hrn.

v. Patow 2. Im Militärbezirke wurden 8 Stimmen abgegeben. Wiesbaden. Wie nunmehr mit Bestimmt⸗

heit berechnet ist, hat die nationale Partei in den fünf nassauischen Wahlbezirken die von ihr auf⸗ gestellten Candidaten zum Reichstage durchgesetzt, nämlich Präsident Hergenhahn, Prtocurator Dr. Braun, Gutsbesitzer Born, Gutsbesitzer Knapp und Frhrn. v. Schwarzkoppen⸗Rottorf. Nach dem bekannt gewordenen Wahlresultat hätte in Wies⸗

baden Procurator Dr. Braun von 11,000 Stimmen 7879, und Schepp 2805 erhalten. Auf verschiedene andere Candidaten zersplitterken sich 511 Wahlstimmen

Bayern. München. Die Grundzüge der neuen Militär-Verfassung sind: Jeder Bayer hat der gesetzlichen Militärdienstpflicht persbnlich zu genügen; die bisher üblich gewesene Stell- vertretung, das Loosen und der Nummerntausch sind aufgehoben. Der Eintritt in das Heer er- folgt mit zurückgelegtem zwanzigsten Lebensjahr. Die nichtstreitbare Mannschaft wird in den Militärcanzleien und Werkstätten verwendet. Ein⸗ jähriger Freiwillendienst ist zulässig. Der Dienst im stehenden Heere dauert 6 Jahre, die Präsenz zeit 3 Jahre; dann folgt eine dreijährige Kriegs- reservezeit mit ständigem Urlaub nach dreimonat⸗ licher Uebungszeit jährlich. Eine Verehelichung der Militärpflichtigen dieser Kategorie begründet deren Uebertritt in die Landwehr. Nach der sechsjährigen Dienstzeit im activen Heer erfolgt der Uebertritt in einen fünfjährigen Legionsdienst mit jährlich zwei Controlversammlungen, acht Uebungstagen und ferner mit größeren Uebungen von einem Monat Dauer in Gemeinschaft mit den anderen Heerestheilen. Hinsichtlich der Land wehr bleibt die bisherige Landwehrordnung bis zur Durchführung der Militärverfaffung in Kraft.

Der Gesetzesentwurf über die Behandlung des Hesrgesetzes durch die ständischen Landtags⸗ ausschüsse während der bevorstehenden Vertagung des Landtags wurde in der heutigen Staatsraths- sitzung sestgestellt. Die Vorlegung desselben wird noch erwartet.

Der Minister des Innern brachte heute in der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf ein, betreffs Constituirung ständiger Ausschüsse für die Heeresumgestaltung und Socialgesetze, und motivirte die Vorlage durch die Nothwendigkeit einer Beschleunigung der Arbeiten.

Frankreich. Paris. In seiner Ansprache an den gesetzgebenden Körper sagte Graf Walewski: Der Kaiser geht sicheren Schrittes seinen Zielen auf geeigneten Wegen entgegen, auf denen leicht irre gehen könnten sowohl Diejenigen, welche die Bedürfnisse der Zeit verkennen, wie Diejenigen, welche sich mit eitlen Hirngespinnten tragen. Mit der Erweiterung unserer Rechte erweitert der Kaiser auch unsere Verantwortlichkeit und unsere Pflichten. Frankreich ist unerschütterlich in seiner mächtigen Einheit und kann, indem es das Ver⸗ trauen der Regierung ebenfalls mit Vertrauen beanwortet, ruhig und unbesorgt den Ereignissen der Zukunft entgegensehen; denn es hat die Gewiß⸗ heit, daß seine Interessen in den Händen, denen sie anvertraut sind, gut gewahrt werden, und es ist auch stets bereit, Alles zu thun, was die Geschicke nothwendig machen könnten, indem es die Zuversicht hat, daß keine Anstrengung seinem Patriotismus zu schwer ist.

Italien. Demission des Ministers der öffentlichen Arbeiten, Jacini, angenommen. DieItalie glaubt, das Ministerium werde baldigst reconstituirt sein. Die Demission des Finanzministers Scialoja und des Cultusministers Borgetti ist definitiv, die des Unterrichtsministers Berti aber noch nicht an⸗

Florenz. Der König hat die

genommen. Es scheint sicher, daß Ricasoli das Portefeuille des Aeußern behalten wird. All- gemein ist man der Ansicht, daß der Gesetzentwurf über die Freiheit der Kirche vollständig umgeändert werden wird, bevor er im neuen Parlament zur Vorlage kommt. Die Journale bestätigen die Nachricht von der nahe bevorstehenden Publication eines Manifestes, in welchem die Regierung ihr Programm dem Lande mittheilen wird; dasselbe soll sofort nach der Reconstituirung des Ministeriums erlassen werden. DasDiritto meldet, 72 zur Opposition gehörende Deputirte hätten ein Manifest an des italienische Volk unterzeichnet.

Großbritannien. London. Am 11. fand eine großartige Reform-Versammlung statt, an welchem sich etwa 20,000 Personen betheiligten. Der Zug bewegte sich in ruhigem Verlaufe durch die Straßen. Nach der geringsten Schätzung betrug das Zuschauerpublikum wohl 50,090 bis 60,000 Köpfe. Fenster, Treppenstufen und Geländer, überhaupt jeder Ort, der einigermaßen einen Ueberblick gewährte, bis zu den Dächern und Kirchenfenstern hinauf, zeigte eine gedrängte Menge von Schaulustigen und noch immerfort wälzten sich aus den vielen dort mündenden Straßen von allen Seiten der Stadt neue Schaaren herbei. Die Vetsammlung selbst verlief in Ruhe und Ordnung

Die Führer der liberalen Partei im Unter⸗ hause haben eine Privatversammlung gehalten, aber noch keinen festen Entschluß darüber gefaßt, wie sie der Regierung gegenüber sich in der Resorm⸗ frage verhalten sollen. Sie werden daher zu einer abermaligen Berathung zusammen kommen. Eines ist gewiß, die liberale Partei brennt durch⸗ aus nicht darnach, sich ans Ruder zu drängen. Im Gegentheil, sie will Alles vermeiden, was sie zwingen könnte, gerade jetzt ins Amt zu treten.

Frankfurt. Der bevorstehende Frühjahropferde⸗ markt verspricht ein sehr lebhafter zu werden. Zu der Masse alter Firmen, welche seit Gründung des Marktes regelmäßig denselben besuchten, kommt eine Reihe ganz neuer, welche ihre Hieherkunft bei dem Comite schon an⸗ gemeldet haben. Die Bestellungen auf Stallungen nehmen einen erfteulichen Fortgang und wurde schon für 809 Pferde Unterkunft nachgesucht, was in Anbetracht, daß noch zwe Monate bis zum Markte find, enorm zu en 00 Die Loose zur Pferdemarkt⸗Lotterie, von welchen 40, Stück angefertigt sind, haben ihre frühere Beliebtheit nicht verloren und sind die auswärtigen Bestellungen darauf jetzt schon sehr bedeutend.

Offenbach. Kürzlich wurde gemeldet, daß Trichinen in hier geschlachteten Schweinen aufgefunden worden seien. Dem wird nunmehr mit dem Bemerken widersprochen, daß von den verdächtigen Fleischstücken Proben nach Heidelberg gesendet worden seien. Die Untersuchung, welthe von Seiten der medizinischen Facultät mit fünf

dicht⸗

Sorge für Volksbildung in Nord Amerika. 5 Von Seminarlehrer Wahl.

Kein Staat in der Welt verwendet so reiche Mittel für Schulzwecke, als das kleine Massachusetts in Neu⸗England; es gibt anderthalb Millionen Dollars jährlich dafür aus, während seine übrigen Staatsausgaben in Friedenszeiten nur den dritten Theil dieser Summe betragen. In Boston, dieser Metropole der Intelligenz, wurde 1851 eine öffentliche Bibliothek gegründet; sechs Stifter allein schenkten dafür die ansehnliche Stiftungs⸗ summe von 96000 Dollars, das sind 230000 Gulden, und die Er⸗ haltung geschieht durch freiwillige Gaben. Im vierzehnten Jahre ihres Bestehens, 1865, zählte diese Bibliothek 123016 Bände und 32558 Brochüren. Die meisten dieser Werke, 16½ Protent nämlich, behandeln Gewerbe und Kunst; dann sind auch gut vertreten englische und nord⸗ amerikanische Geschichte, Pädagogik, Mathematik und Physik, Ethik und Theologie. Die Ausgaben dafür, einschließlich der Besoldungen, betrugen im Jahr 1865 die beträchtliche Summe von 45168 Dollars oder 112920 Gulden. Die Benutzung aber steht mit diesen Verwendungen in richtigem Verhältniß, ja es bestehen neben dieser großartigen noch ver⸗ schiedene andere Anstalten für Volksbildung. Und was sind hiervon die Resultate? Daß der Nordamerikaner. jeder Wissenschaft die praktische Seite abzugewinnen sucht und, namentlich auf industriellem Gebiete, eine Rührigkeit und einen Scharfblick entwickelt, wie kaum ein anderes Volk. In Neu⸗England(im Osten von Nord-Amerika) wurde die Baumwollen⸗

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presse, die Näh⸗ und Strickmaschine, der Dampspflug, die Mähmaschine u. s. w. erfunden, und von den 4000 in, einem Jahr in Nordamerika ausgestellten Erfindungspatenten kommen etwa ein Fünftel auf jenes Land.

Der selbstständige Eintritt in's praktische Leben erfolgt bei dem Nord⸗

amerikaner eher und ein geschärfter Geist ist sein Begleiter.

Glauben wir hiermit dargelegt zu haben, wie sehr der Neu⸗ Engländer den Werth einer tüchtigen Volksschule und einer beständigen Fortbildung zu schätzen weiß, und welche Erfolge er davon aufzuweist hat, und müssen wir wünschen, daß unsere Anstalten gleichen Zwecchz reichlicher gemehrt und von unserem industriellen Publifum mit gleichem Fleiße und practischen Sinne benutzt werden, so wollen wir doch zugeben, daß die amerikanische Schule mehr noch die sittliche und überhaupt die allgemeine Menschenbildung in's Auge fassen muß.

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. Bei der Häufigkeit der Schisssunfälle in dem verflossenen Jahre wird es von Interesse sein, einen Blick in die amtliche Statistil Englands zu thun. Für das Jahr 1865 finden sich in derselben 1656 Schiffbrüche und andere Unglücke in den Gewässern der britischen Insel verzeichnet; im Jahre 1864 betrug die Zahl 1390. In den fünf Jahren von 1855 bis 1859 war die jährliche Durchschnittszahl 1204, in dem darauf folgen den gleichen Zeitraum 1483. Merkwürdig ist, daß während an der

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