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1867.
Dienstag den 19. Februar.
Anzeiger für O
berhess
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Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Hiedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Di ustag, Donnerstag und Samstag.
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Bestellungen auf den„Anzeiger für Oberhessen“ für das erste Halbjahr werden fortwährend bei den auswärtigen Postämtern angenommen, für Friedberg bei der Expedition.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Vornahme der Feuerpvisitation für das Jahr 1867. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien und den Polizei-Commissär zu Wickstadt. Wir haben die Feuervisitatoren mit der Vornahme der obigen Visitation beauftragt und geben Ihnen hiervon mit dem Auftrag
Kenntniß, die nach Vorschrift aufzunehmenden Protokolle alsbald nach vorgenommener Visitation an uns zur Verfügung einzusenden— Die Hausbesitzer oder deren Stellvertreter sind genau zu bezeichnen.
Betreffend: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung für 1866, hier die Geburten.
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Friedberg den 16. Februar 1867.
Trapp.
Friedberg den 16. Februar 1867.
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Assenheim, Butzbach, Fauerbach v. d. H., Friedberg, Griedel, Hoch-Weisel, Kirch-Göns, Nieder⸗Florstadt, Nieder-Weisel, Ober⸗Rosbach, Ostheim, Steinfurth und Wölfersheim. Sie haben die Register über die Geburten der Israeliten, oder Bescheinigung daß keine solche vorgekommen sind, anher einzusenden.
Zetrefsend: Die Mathildeustiftung zur Rettung verwahrloster Kinder aus dem Kreise Friedberg.
aun faut alnobab e
Trapp. Friedberg den 15. Februar 1867.
an die Großh. Bürgermeistereien Beienheim, Griedel, Hoch-Weisel, Hausen, Münzenberg, Oes und Steinfurth. Da die Vorstände nur allein der vorgenannten Gemeinden Beiträge aus den Kassen derselben für Zwecke obiger Anstalt nicht bewilligt haben, so ist dem Vorstande der Mathilden Stiftung die Erlaubniß ertheilt worden, durch einen Collecteur bei den einzelnen Gliedern der Semeinden Gaben hierfür zu erheben, welche Belastigung der Einzelnen wir gern vermieden hätten.
Wir setzen Sie hiervon in Kenntniß.
Tur a p p.
Hessen. Darmstadt. In der„Allg. Militärzeitung“ hat sich zwischen dem österreichischen Feldmarschall Lieutenant Grafen Neipperg, Commandanten der 4. Div. des 8. Armeccorps, derselben Division, welche auf der Seewiese zu Fried berg s. Z. Bivouak bezogen hatte, und dem General- stabschef der 3. Div., dem Großh. Oberst Becker, jetzigem Commandeur der 2. Großh. Infanterie— brigade, eine interessante Debatte entsponnen, welche vielleicht noch einiges Licht über die Treffen don Laufach und Aschaffenburg bringen wird. Am 21. d. M. wird die militärische Feierlichkeit der Vertheilung der Felddienstmedaillen an diejenigen hessischen Militärpersonen, welche am Feldzug des letztvergangenen Sommers activen Antheil genommen haben, dahier stattfinden,
— Das Großh. Ministerium des großh. Hauses und des Aeußern hat die auf dem 17. Landtag abgelehnte, auf vorigem Landtage nicht jur Berathung gekommene Proposition nunmehr wiederholt an die Stände gebracht: als Apanage für den Prinz Wilhelm, Sohn des Prinzen Karl und Neffe des Großherzogs, die Summe von 18,000 fl. vom 1. Januar 1866 an zu bewilligen.
— Der k. österreichische Geschäftsträger am hiesigen Hofe, Graf Hopos, hat an den Bürger meister ein sehr verbindliches Schreiben erlassen, worin er im Namen des Kaisers von Oesterreich den wärmsten Dank ausspricht für die von den Bewohnern Darmstadts den österreichischen Ver- wundeten bewiesene Theilnahme und für die den— selben gewährte sorgfältigste Pflege sowie Spenden aller Art. Die letzten der bisher noch in Pflege gewesenen Verwundeten werden in Kürze voll— ständig geheilt in ihre Heimath zurückkehren,
— Der Kreisassessor Doflein in Lindenfels veröffentlicht in dem„Gewerbeblatt“ einen Auf— satz über die„desetzlichen Heirathsbeschränkungen“, welcher in recht verständiger Weise nachweist, daß die frühere Befürchtung allzugroßer Volks- vermehrung ebenso unbegründet ist, als die Ansicht, man könne durch Erschwerung des Heirathens der Zunahme des Proletariats steuern. Er kommt
daher zu der Ansicht, daß von einer Einmischung] Oberhessen 3, der Gesetzgebung in das Verehelichungsrecht ganz Gotha 2 abgesehen werden müsse, wodurch die Ehe wieder ältere und jüngere Linie 2 auf den Standpunkt zurückkehre, die ihr nach den burg 2, Anhalt 2, die beiden Lippe 2,
moralischen und Religionsgrundsätzen angewiesen sei.
Friedberg den 18. Febr. Das heute in öffentlicher Sitzung durch den Großh. Wahl— director, Regierungrath Trapp, verkündigte Er— gebniß der Stimmenzählung im zweiten Wahl— kreise ist folgendes: Im Ganzen wurden abgegeben 5505 Stimmen, davon fielen auf Bergrath Buderus in Hirzenhain 5445 Stimmen. Die übrigen 60 Stimmen, von welchen einige un- gültig, waren auf weitere 11 Mann vertheilt,
darunter auch 2 Stimmen auf den Prinzen Ludwig von Hessen. Gießen. Bei der Wahl zum norddeutschen
Parlament stimmten in dem ersten Wahlkreis der Provinz Oberhessen 5468 Wahlberechtigte ab. Es fielen auf Frhrn. Adalbert v. Rabenau in Friedelhausen 4249 Stimmen und auf den Grafen Otto zu Solms-Laubach 1196.
Mainz. Der„Mainzer Anzeiger“ berichtet, daß am 14. d. Morgens kurz vor sieben Uhr zwei rasch auf einander folgende Erdstöße ver— spürt wurden, die ziemlich stark waren, aber nur einige Sekunden andauerten. Am stärksten seien dieselben auf den Thürmen bemerkbar gewesen.
Preußen. Berlin. Die Gesammtzahl der Abgeordneten des norddeutschen Parlaments beträgt 296. Von diesen entsenden die alten preußischen Provinzen 193, und zwar die Provinz Preußen 30, Posen 15, Brandenburg 26, Pommern 14, Schlesien 35, Sachsen 20, West⸗ phalen 17, Rheinprovinz 35, Hohenzollern 1. Die neuen preußischen Provinzen sind durch 43 Abgeordnete vertreten, und zwar Hannover durch 19, Schleswig-Holstein 9, Kurhessen 8, Nassau 5, Lanenburg 1, Frankfurt a. M. 1. Hierzu treten 60 Abgeordnete aus den andern norddeutschen Ländern. Von diesen wählt vas Königreich Sachsen 23, Mecklenburg-Schwerin 5, Mecklen— burg⸗Strelitz 1, Braunschweig 3, Oldenburg 3,
Sachsen Weimar 3, Coburg⸗ Meiningen 2, Altenburg 1m, Reuß „die beiden Schwarz⸗ Waldeck 1,
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Hamburg 3, Bremen 1, Lübeck 1.
— Die„Kreuzzeitung“ äußert sich über das Resultat der Parlamentswahlen in Berlin folgender- maßen:„Die Stadt Berlin— allemal in der Opposition!— sie hat auch diesmal ihr altes Gerücht bewährt und schlankweg sechs Demokraten gewählt in den Reichstag, wie sie durch neun Demokraten im Landtag vertreten ist. Wir sind nicht im Geringsten überrascht durch dies Resultat, haben es vielmehr von Anfang an vorausgesagt. Der richtige Berliner thut's nicht anders: er will und muß opponiren. Es haben sich ja so viele Conservative redlich gemüht hier um die Wahlen, aber das nutzt nun einmal Alles nichts in dieser Stadt. Wer auf Berlin rechnet, wo es sich handelt um Kräftigung des königlichen Regiments, der wird allemal ein falsches Facit erzielen.“
— Der„Staatcanzeiger“ enthalt ein Patent, durch welches der Reichstag des norddeutschen Bundes auf den 24. Februar e. nach Berlin ein⸗ berufen wird.
— Von den preußischen Abgeordneten sind alle einigermaßen bekannte Männer ins Parlament gewählt worden, viele sogar doppelt und dreifach, so daß nach bisheriger Schätzung doch mindestens 20 Nachwahlen nöthig sein werden.
— Durch den Erlaß vom 2. d. ist das bis⸗ her zur Landgrafschaft Hessen-Homburg gehörige Oberamt Meisenheim dem Oberprästdium der Rheinprovinz, speeiell dem Regierungsbezirk Coblenz, und die ehemals bayerische Enclave Kaulsdorf (bei Saalfeld) dem Oberpräsidium der Provinz Sachsen, speciell der Regierung zu Erfurt zu einstweiliger Administration überwiesen.
— Amtliches Wahlergebniß: Lasker erhielt 7708, Waldeck 8291, Wiggers 9630, Runge 6831, Duncker 7103, und Schulze 6942 Stimmen;
dagegen erhielten v. Roon 4761, Graf Bismarck


