Ausgabe 
19.1.1867
 
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Volkes die Bitteum Einberufung einer Landes- versammiung nach dem Gesetze vom 1. Juli 1849 aus.

Wie dasUlmer Tageblatt mittheilt, sollen die Hoffnungen der Bewohner ulms auf Besei⸗ tigung der Festungswerke illusorisch sein, in⸗ dem statt einer Veseitigung dieses großen Hemm⸗ schuhs der industriellen Entwicklung vielmehr ein weiterer Ausbau der Fortification in Aussicht stebe. Wie dieSchw. Volkeztg. aus zuverlässiger Quelle erfährt, sol eine Mubesetzung der ehema⸗ ligen Bundesfestung durch Preußen sicher bevor- stehen.[7]

Baden. Zur einmaligen Aufbesserung des Diensteinkommens der geringer besoldeten Volks- schullehrer ist dem Ministerium dee Innern ein Administrativ-Ccedit von 80,000 fl. eröffnen worden. Das wirkliche Diensteinkemmen der geringst be- zahlten Hauptlehrer soll bis auf 350 fl. in Orten dis zu 500 Einwohnern und auf 400 fl. in Or- ten mit mehr als 500 Einwohnern, sowie der Unter- und Hilfslehrer an öffentlichen Volksschulen um je 30 fl. für das Jabr 1867 aufgebessert werden.

Die suddeutschen Eisenbahnverwaltungen verhandeln gegenwärtig über eine Taxermäßi⸗ gung für die nach Paris zur Auesstellung zu sendenden Gegenstände. Die meiste Aussicht soll, nach derKarlsr Zeitung, ein badischer Antrag wegen Crmäßigung auf die Hälfie des Preises für Hin⸗ und Rückfahrt haben.

Heidelberg. Sonntag 27. Jan., Mittags 12½ Uhr, findet die erste Generalversammlung des südwestdeutschen Bezirksvereines derDeut⸗ schen Gesellschaft zur Rettung Schiff⸗ brüchiger im Lokale der Museumsgesellschaft dahier statt.

Mannheim. Am Nachmittag des 14. fand die erstmalige Belastungsprobe der stehenden Rhein- brücke zwischen hier und Lurwigsbafen statt, in⸗ dem zwei Lokomotiven die erste Spannung vom jenseitigen Ufer bis zum ersten Strompfeiler be⸗ fuhren. Die Probe ist zur vollständigen Zufrie⸗ denheit ausgefallen.

Oesterreich. Im österreichischen Militär- kalender von Dr. Hirtenfeld finden wir zum ersten Male übersichtlich zusammengestellt, wie stark die österreichischen Verluste an Mannschast in jedem einzelnen Gefechte waren. Im Ganzen hat das österreichische Heer nicht weniger als 71,267 Mann vom Felt webel und Wachtmeister abwärts einge⸗ büßt, wovon 9671 Mann todt, 24,096 verwun⸗ det und 37,500 vermißt. Von diesem Gesammt⸗ verluste entfielen auf das Nordheer 62,797 Mann (8484 Todte, 19,896 Verwundete und 34,417 VBermitzte), auf das Südheer sammt der Flotte 8470 Mann(1187 Todte, 4200 Verwundete und 3083 Vermißte).

Schweiz. In der Schweiz erscheinen gegen. wärtig 360 öffentliche Blätter. Davon sind 239 in deutscher, 106 in franzzsischer, 12 in italieni⸗ scher, 2 in romanischer und 1 in polnischer Sprache geschrieben.

Frankreich. DerNoniteur meldet aue Melbourne(Australien), daß bereits zwei Fahr⸗ zeuge, mit den für die Pariser Weltausstel⸗ lung bestimmten Erzeugnissen der Colonie Vit⸗ toria abgegangen sind. Es befinden sich in dieser Sendung u. A. ein Oelgemälde, das eine austra· lische Alpenlandschaft darstellt, fünfzehn mit na; türlichen Farben bemalte Gypsköpfe von Urcin⸗ wohners der Colonie Victoria, eine Säule, welche die Gesammtmasse des von 18511866 in Vie⸗ toria ausgegrabenen Goldes darstellt. Dieselbe hat eine Basis von 10 Quadratfuß, eine Höhe von 62½ Fuß und ein Volumen von 2081 Cu- bikfuß. Der Werth des durch sie vertretenen edlen Mitalls beträgt 3,65 1,436,100 Fr. Ferner befinden sich darunter Parfümerien und Essenzen aus australischen Blumen destillirt, Weine und Liqueurs, Shawls aus australischer Wolle und, ein Zeichen der vortzeschrittensten Civilisation, ein mit einer Brandrakete verse ener schwimmenver Wirder, der zur Zerstörung von Schiffen be⸗ stimmt ist.

Türkei. Ueber die Insel Kandig und

deren Bevölkerung, wo sich seit dem Sommer

ein Aufstand mit der größten Ausdauer und Zäbig⸗ keit behauptet, entnehmen wir einem Aufsatze der Nat.- Zig folgende Notizen: Die Gestaltung der Insel Kreta ist derart, daß regelmäßige Truppen dort mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. In der Alpenlandschaft trifft man auf Engpässe, die von einer Handvoll Leute gegen eine ganze Armee gehalten werden können, auf wilde Schluchten, ähnlich den Tiroler Klammen, durch die sich jetzt von Regen hochangeschwellte Dergwasser drängen, zu beiden Seiten himmel hohe Felswände, die man mübsam umgehen muß, wenn man von den Bergen in die Ehene hinab- steigt. In den Sfaksagebirgen stößt man auf ein Meer von Felsentrümmern, auf Geröll, das bei der geringsten Bewegung lärmend in die Tiefe fehrt; wie denn die Sfakioten während des ersten Aufstandes in den Zwanziger Jahren diesen Terrain- vortheil wahrnahmen, und als die Türken heran⸗ rückten, von oben gewaltige Steinmassen auf sie derabwälzten. Die Kreter selbst haben das schlechte Renomee, welches ihnen Epimenides und der Apostel Paulus machten:arge Lügner und fault Bäuche zu sein, im Alterthum und später gerecht⸗ fertigt, sie haben aber auch die guten militärischen Eigenschaften, die man einst an ihnen rühmte, stets bewährt. Wie sie einst treffliche Bogen- schützen waren, so thun sie sich jetzt als gewandte Schützen hervor Sie führen aus Neigung Krieg, wie man seine sonstigen Berufsgeschäfte treibt; jeder Landmann wird in Lagen wie die gegen- wärtige ist, Soldat; des Morgens ergreift er, an- statt aufs Feld zu gehen, seine lange Muskete und legt sich hinter Felsen auf die Lauer, um vorüberziehende Türken niederzuschießen. Ohne Befehl zu erwarten und zu erhalten, schließt er sich mit anderen Nachbarn zusammen, errichtet Schanzen an passend erscheinender Stelle und macht dem Feind jede Handbreit Landes streitig. Die Bedürfnißlosigkeit und Abhärtung der Ssakioten ist außerordentlich; mit altem Brod und einem Stück Ziegenkäse können sie Wochen lang aus- halten.

Nordamerika. In der neuesten Botschaft des Präsidenten kommt folgende Stelle vor, welche für Diejenigen von Wichtigkeit ist, welche, beson⸗ ders mit Rücksicht auf die Folgen der staatlichen Umgestaltungen in Deutschland, auswandern, ohne der Militärpflicht genügt zu haben. Die Stelle lautet:Die Regierung hat für alle Personen, die keines Verbrechens überführt, ange klagt oder verdächtig sind, das absolut politische Recht der Auswanderung und die Wahl ihrer neuen Heimath beansprucht. Die meisten euro- päischen Staaten theilen diesen Grundsatz nicht und haben es als ein Recht beansprucht, ihre Unterthanen, die in die Vereinigten Staaten ein⸗ gewandert und dort naturalisirt sind, wenn sie später ihre Heimath vorübergedend besuchen, zur Erfüllung ihrer militärischen Pflichten in gleicher Weise wie ihre Unterthanen daheim anzuhalten. Beschwerden in Folge des betreffenden Anspruchs frernder Staaten waren schon früher Gegenstand der Controverse zwischen den Vereinigten Staaten und einigen turopäischen Mächten und die Ge⸗ reiztheit wegen Nichterledigung dieser Frage stei⸗ gerte sich während des Krieges, in welchen neuer⸗ dings Preußen, Italien und Oesterreich verwickelt waren. Preußen bat einen Compromiß vorge- schlagen, der, obschon größere Liberalität bekun

dend, doch von den Vereinigten Staaten nicht angenommen ist. Da jetzt in Europa überall Friede berrscht, so scheint es nun eine günstige Zeit, daß der Congreß das so lange von der Executive fesigt haltene Princip sich ancignet, da⸗ hin gehend, daß die Naturalisation durch einen Staat den geborenen Unterthan eines anderen Staates von der Leistung militärischen Dienstes unter irgend einer fremden Regierung befreit, so lange er nicht auf seine Rechte selbst verzichtet.

Asten. Das cinesische Reich wird nun tbensalls bald von Eisenbahnen durchschaitten werden. Nachrichten aus China melden nämlich, daß dort mehrere Städte, zwischen welchen ein außererdeutticher Handels verkehr hertsche, durch die

erste Eisenbahn verbunden werden sollen.

Von dem Prinzen von Wales wird ein schöner Charakterzug zu Gunssen eines nach Si⸗ birien geich cken Polen erzählt. Während seines Ausent⸗ halts in Petersburg erbat sich der Prinz von dem Kasser eon Rußland als besondere Gunstbezeugung die Freilassun dez in Stwirten schmachtenden Grafen Stanislaus Zamey sk, Soyn des Grafen Andreas Zamoyzki. Sein Wunsch wurde von dem Czar bereitwillig erfüllz, und schon ist der Graf wieder nach Warschau in den Schooß seiner Familie unückgekehrt. Die That des Prinzen hat unter den Polen großen Euthusigomus hervorgerufen

Wenn wir beim Beginn dieses Jahres die Reibe der europäischen Regenten, sowie der Regenten von europäischer lokunft, wie auf den Thronen von Brasilien und Mexico, überbl cken, so finden wir deren Zahl von 44 am Anfaug des Jahres 1866 auf 40 am Schlusse desselben herab⸗ gesunken; und zwar durch den Tod um Einen, einem der kleinsten, den Landgrafen von Hessen-Homburg, mit welchem seine Linie im Mannesstamme erloso; sodann durch den Verlust ihrer Throne um drei(den König von Hannover, den Kurzülst von Hessen und den Herzog von Nassau) Von diesen 40 Souveränen sind 2 Weiber; die Köwiginnen von England und Spanien; von den übrigen sind d Kaiser, 11 Könige, 1 Großsultan, 1 Papst, 6 Großherzoge, 5 Herzoge, 9 Fürsten. Die kurfürstliche und lundgräfliche Würde ist verschwunden. Der älleste Regent ist nach dem Tode des Landgrafen von Hessen Heinrich LXVII., Fürst von Reuß j. L., 77 Jahre alt, der jüngste Heinrich XXII., Fürst von Reuß ä. L., 20 Jahre alt. Der in der Regierung älteste Regent ist, nach dem Rück⸗ itt des Herzogs Bernhard von Sachsen⸗Meniingen, Fürst Günther von Schwarzburg⸗Rudolstadt(seit 1807); der jungsie regierende des Ersteren Sohn, Georg II., der am 20. September 1866 zur Regierung kam. Einer der fünf Kaiserihrone, der von Mexico, wird menschlicher Berechnung nach das Jahr 1867 nicht überdauern. Von den noch unvermählten Regenten(Bayern, Eriechenland, Braunschweig, Reuß à L., Lichtenstein) hat im verflessenen Jayre keiner eine Ehe eingegangen. Tyronprätendenteu hat Europa im Jahre 1866 Einen verloren: den Prinzen Don Miguel von Braganza.

» Papiergeld. Das Papiergeld, Kassenanweisungen, Banknoten u. s. w. ist jetzt ein allgemeines Verkehremitel und es gehört für Alle, welche täglich damit umgehen, Aufmerksamkeit und Kenntniß dazu sich vor Schaden zu wahren. Abgesehen von der großen Mannichsaligkeit lreten für den Besitzer von Papiergeld Gefahren ein, die vesonders der geringe Mann nicht kennt und kennen kann. Einmal wird das Papiergeld werthlos, daß Kassenan⸗ weisungen und Banknoten gegen neue eingezogen werden, und wenn das auch in öffentlichen Blättern bekaunt ge⸗ macht wird, so erfahren es doch viele Personen nicht, welche solches Papiergeld besitzen, und in gutem Glauben aufbew ehren. Daun ist es allch unmöglich, auf vielen Kassenauweisungen ohne scharfe Augen und ohne Ver⸗

rößerungsglas, ja selbst mii demselben den Tag und das Nuhr der Aussiellung zu erkennen, auf welche es doch bei der Einziehung und darauf folgender Entwerthung be⸗ sonders ankommt. Diese, größtentheils Einthalerscheine, sind alte, mit Papierstreifen beklebt, zerrissen und so be⸗ schmutzt, daß man den so außerordentlich klein gedruckten Tag und das Jahr der Auostellung gar nicht mehr er⸗ kennen kann; sie haben durch das Zufammenlegen für die kleinen Geldtaschen meistens Brüche, öfter an dem Ort des Datums die kleine Schrift ist geradezu ver⸗ schwunden. Ein Schwarzvburg⸗Rudolfiädter Einiheler⸗ Schein, auf dem Datum und Jahreszahl gar nicht mehr zu erkennen ist, liegt vor mir. Ist er vom 30. Mal 1551, so ist er güllig, ist er von 1848, so ist er werih⸗ los, da diese eingezogen sind. So viel als Beispiel. Allen, die sich moͤglichst vor Schaden hüten wollen, ist Hänsel's Nolizblait über Papiergeld, jährlich 6 Nummern zu 18 tr., die einz lne Nummer 0 kr., zu empfehlen und in jeder Buchhandlung zu haben. Es wäre aber gut, wenn bei neu auozugebenden Kassenanweisungen wenigstens die Jabreozahl mit großer, fetter Schrift gedruckt würde.

Eingesandt.

Freundlicher Aufruf an gefühlvolle Menschen, in dieser gestrengen Winterozeit Eiwas für Erhaltung det Vögel durch Darreichung von Fuiter zu thun!

Die Begründung dieses Aufrufes kann kurz sein. Ich will gor nicht lange von dem Nutzen der Vogel reden, den dieselben durch ihr Fleisch, ihre Federn, durch Ver⸗ ngung schädlichen Ungeziesers u. s. w. bringen, ich will Freunde der Natur nur an die Bedeutung derselbee für's Leben in der Natur erinnern. Wenn beim Erwachen der Natur im Frühlinge sich in erhöhtem Maße Alles in Ju⸗ bel zum Lobe des Schöpfers drängt, ba geben die lieb⸗ lichen Vöglein gewissermaßen den Ton an und erregen vorzugswelse die Freude der Menschen⸗ in der sie mitein⸗ summen in jenen Jubel der Schöpfung. Man denke sich die läablichen Sänger der Nala heudeg und es wied dot und still no leer und der Mensch verliert eine Haupt⸗ veranlassung zu edler, unschuldiger Freude. Drum wollen wir gerne jetzt auch die freundlichen Sänger der Natur im unsre Fuͤrsorge aufnehmen und mit dafür besorgt sein, daß sie den vharien Winter zu überdauern vermögen.

Mit Wonnegefünl wollen wir ihnen durch Darrei⸗ chung von Futter den Hunger stillen und so eine Pflicht gegen giese geßteberten Mitgeschöpfe erfüllen, wozu uns unser, Herz weis! a

Sitzung der Lonalschtion d. Gewerbvercins Sanmstag 19. d. Tagesordnung: Besprecheng über Unter siützunn tüchtiger funger Gewerbtreibendeg zum Besuche ter pariset Aussiellung, Der Vorstand.

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