An die Bewohner von Friedberg und der Umgegend.
Bei dem Kriege des vorigen Sommers hat sich die Opferwilligkeit der Bewobner hiesiger Stadt und Umgegend zum Besten der verwundeten und erkrankten Soldaten in der reichsten und eifrigsten Weise bethätigt. technen zu dürfen, wenn sie mit einer Bitte in ähnlichem Sinne diermit vor ibre Mitbürger treten.
Bereit: im Jadre 1863 ist durch eine zu Genf zusammengetretene, aus fost allen eurepäischen Staaten beschickte Versammlung der Gedanke angeregt worden, in allen Staaten Vereine zu gründen,
welche schon in Friedenszeiten sich zur Aufgabe machen, Geldmittel anzusammeln, Pfleger und
pflegerinnen auszubilden, Transport- und Verpflegungsmittel zu beschaffen, übergaupt Vorkehrungen zu treffen, J ö srankten Soldaten auf die wirksamste Weise Hülfe zu bringen und der Militärverwaltung ausgiebige Unterstützung gewähren zu können.
Der dort angeregte Gedanke hat inzwischen in fast allen Stagten Verwirklichung gefunden. Auch für das Großderzogthum Hessen besteht bereits seit Anfang 1865 ein selcher Verein mit dem Sitze in Darmstadt. Die Erfahrungen des letzten Krieges haben gewiß keinen Zweifel darcber gelassen, wie wohltbätig das Bestreben dieses Vereins, und wie wünschenswerth es ist, daß in ruhigen Zeiten Vorsorge getroffen werde, damit in Zeiten der Noth, wenn solche wider Verhoffen jemals wiederkehren sollten, die Hilfe sofort bereit sei.
Unter diesen Umständen sind die Unterzeichneten zu einem Local-Comite für hiesige Stadt und Umgegend zusammengetreten, um die Gründung eines Zweigvereins im Anschluß an den„Hilfs— verein im Großherzogtbum Hessen für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im Felde“ zu bewirten und richten an ibre Mitbürger biermit die vertrauensvolle Bitte, ihren Beitritt zu diesem Vereine aussprechen zu wollen. Wir werden zu diesem Zwecke demnächst eine Einzeichnungs- liste in Umlauf setzen. Vie Verbindlichkeit, welche man durch den Beitritt übernimmt, besteht darin, tinen Jahresbeitrag von 36 Kreuzern zu entrichten.
Zur genaueren Belehrung über Zweck und Aufgabe des Vereins lassen wir unten die zwei ersten Paragraphen der Vereinsstatuten folgen. Dabei machen wir besonders darauf aufmerksam, daß der Verein u. A. ausdrücklich auch die Fürsorge für die im Kriege invalid gewordenen Sol- daten und die Hinterlassenen der Gefallenen sich zur Aufgabe macht, daß er aithin mit dem neuer dings spetiell zu diesem Zwecke gegründeten anderen Vereine Hand in Hand geht.
Schließlich bemerken wir noch, daß wir den Mitunterzeichneten Landrichter Reitz und Pro-
sessor Dr. Köhler die Functionen des Vorsitzenden und resp Schriftführers übertragen haben, und daß Großh. Actuar Nau die Geschäfte des Rechners übernehmen wird. Friedberg den 16. Januar 1867. Das Comite: Reitz, Vorsigender. Dr. Köbler, Schristführer. Dr. Diegel. Dr. Matthias. Nau. Roßbach. Hermann Schimpff.
§. 1. Hauptzweck des Vereins ist: 1) nd kranker Soldaten durch eine geordnete Privathilfe ö 5 ) durch Gaben der Liebe cus der Heimath den im Felde stehenden Truppen eine Beihilse zu leisten; 3) den im
C. Wahl.
Felde invalid gewordenen Soldaten und den Hinterblübenen der Gefallenen eint Müsorge für ier Fertommen
1 Für diese Zwecke wird der Verein schon in Friedenszeit vorsorgliche Einleitung treffen, damit der Krieg un zur Thätigkeit vorbereuct findet.
F. 2. Die Wirtsannkenn des Vereins besteht seinem Zweck gemäß darin: A. In Kriegszciten: 1) Füt Be⸗ schaffung und geordnete Verwendung zweckentsprechender Hilss⸗ und Pflegem'ttel Sorge zu tragen; 2) im Einver⸗ nehmen mit der Militärverwaltung auf eigne Kosten Räumlichkeiten zur Pflege der Verwundesen einzurichten, den Transport von Verwundeten zu übernebmen, sowie Krankenpfleger zu stellen und zu unterhalten; 3) die Vorrätbe der Lazareiht und Ambulancen an Verdandmatertal und Nahrungemilteln zur Pflege und Exquickung der Kranken u vecfiärken; 4) nach Kräften alles sonst Dienliche zu thun, was dem Vereinezwecke entspricht. B. In Friedens⸗ zelten: 1) Die für die Wirksamkeit des Vertins erforde lichen Geldmittel zu sammeln und zu verwalten; 2) Kranken pfleger und Krankenpflegerinnen zu gewinnen und auszubilden; 3) sich mit den destedenden geistlichen und weltlichen Genossenschaften zur Krankenpflege für die Zwecke dee Vereins in Verbindung zu setzen; 4) die Fortschriste zu ver⸗ solgen, weiche Wissenschaft und Technik auf dem Gebiete der Krankenpflege im Allgemeineu und des Kriegeheilwesens insbesondere machen, um sie für den Fall dee Kriegs zu verwerthen; 5) überhaupt in allen Richtungen sich auf die Thätigkeit vorzubereiten, welche der Kriegsfall an ihn fordert.
Gerüstet
138 ist nicht jeber Zabnleidende mit einem sichren Mittel gegen seine schaft und den unermüdlichen Forschungen des berühmten Chemikers, Herrn Apotheker Bergwann in Paris, Nr. 70, OScultvard Magentz, dem es gelungen ist ein Mittel zu erfinden, genannt Zahnwolle“), welches jede Art e sofort fit, ohne den kranken Zahn zu berübren, nur duch Einathmung des Danpfes. Dieses köstliche Specistcum, welches kürzlich Patent auf 15 Jahre erhalten hat, ist für wenig Geld in sast allen Apotheken der Welt und bei den berühmtesten Specialisten zu finden und kann nach langjähriger Erfahrung aus vollster Ueber⸗ zeugung angelegentlichst empfohlen werden.
) Depot bei Ph. Dau. Kümmich in Friedberg.
Eine Hündin,
146 schwarz, mit braunem Kopf und Füßen, auf den Ramen Donau börend, it mit am vorigen Montag ab banden gekommen. Dem Wicrerbringer eine Belohnung.
Dorbeim. K. Bingel Dr. PVattison's Gichtwitte ladert sofort und
bellt schnell Gicht.
Rheumatismen 2110 aller Art, als Gesichts⸗, Brut-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand⸗ und Knteatcht, Magen und Unterletbsschmerz ic. 1c. In Paketen zu 40 kt. unt zu 10 kr. bel J. A. Windecker.
Arbeits- Versteigerung. 18 Muütwoch den 23. Januar, Vormittags 10 Ubr, sollen zu Ober- Wöĩllsadt, zur Reparatur des Gemeinde darses gebörlg, vachstebende Arbesten an die Went Jeersten in Accord gegeben werden
furchtbaren Schmerzen. Dank der Wissen⸗
144 Der bei Herrn Carsten Benidt iu Hamburg gekaufte
G. A. MW. Mayer'sche Brust-Syrup
bat mir bei me nem alten Husten sehr gute Vieuste geleistet, weßhalb ich denselben jedem Beust⸗ leidenden destens empfeh ken kann Triulau b. Hamb., 2 Nov. 1865. Johann Detleff, Laudmann. Niederlage in Fricoverg vei Ph. D. Kümmich.
Bei Bindernagel& Schimpff in Friedberg ist wieder vorräthig:
Geschichtchen
1) Schreine rarbelt lt Ueberschla 6 fl.— kr. 33 5 f 1 3 I* 1 111.17„u, für Kinder, welche noch nicht lesen, Y Weibbinderarbeit lt. 3„ 36— zu erzählen von
Artedberg den 15, Januar 1867. Der Beinksbanaussehen Scneldet
Müttern, Geschwistern und Lehrern. Von M. Curtman. Preis 15 kt.
Um so zuversichtlicher glauben die Unterzeichneten auf günstigen Erfolg
damit im Falle eines eintretenden Krieges Alles bereit sei, um den verwundeten und et⸗
Mayer Hirsch. Walz.
Die Militärverwaltung zur Zeit des Kriegs in der Pflege verwundeier zu unterstützen; außerdem stellt sich der Verein die Aufgabe
Mobiliar-Versteigerung.
150 Mutwoch den 23. Januar d. 3. Vormittags 9 ÜUbr anfengend, werden in bem Parmontesaale dabler auf freiwilligen Antrag des biefigen ü gers und Gast⸗ wirths Marten Dez tlein wegen Geschätsaufgabe nachsscherde Mobllten urd Wirtbschaltgutensilten, als: 22 große Wirthetische, mehrere Dutzend Strobstühle, desgleichen Bänke, 1 großer Sprungberd, 2 große S lonteuchter mit Gas einrichtung, eine große Partie Mein und Blergläser, einige bundert Wein⸗ und Wierflaschen, webrere hundert Messer, Gabeln und Löffel. Por zellanplatten, Teller, Tassen, Milchkännchen, Zuckerplänschen und Kaffee ö elchen, mehrere Dutzend lacktrte Käffeebretter, 2 Weensfützen, 1 Flaschengestell, mehrere Flaschenkörbe, m Buffet, einige Dutzend por⸗ zellanerne Mieruntersätze, sowie sonstige Haushaltungs und Geschäßtegegenfsänte öffertiich meistbietend gegen Baarzablung versteigert werden.
Friedderg den 18. J nuar 1867.
In Auftrag
Großherzogliches Ortogericht Friedberg 3 Wal*
3 kleine Schlüsselehen
159 an einem ledernen Remen wurden gestern Nach⸗ mittag in der Stadt verloren urd bittet man dieselben gegen eint Belcbnung bei der Exper. d. Bl. abzugeben.
2 — — 2 1
Wieder ein getro Bindernagel und S
Halsbinden
1487 und Shlips in großer Auswahl, sowie schwarze seidene Halstücher det
K. Friedrich neden der Pot.
Ein gebrauchtes Pianino
10 bat zu verkaufen H. Meisel, Drebetmeister.
Als Anwalt
136 in allen Rechts angelegenheiten bei dem Königlichen Amte zu Üfingen in Nassaun empfieblt sich unter Zu⸗ sicherung gewissenbaftester Besorgung.
ufengen. J. Salzmann.
Auf 1 ufrage!
142 Wo ist die Cautton dingekommen, die, thellwetse aus baaten Darl ben diesiger Einwobner zusammen gebracht, seinerzett für den in Naußbeim tupafttrten Glaser J... geflellt wurde 77
Ein biestger Bürger.
Zu vermiethen.
132 Dat von Herra Messerschmied Bollonter dewobhnte Logis ist vom 1. April dieses Jabtes auf Wetieces
eee e e Ele an t e Glanz-Ceder-Sͤͤrsel⸗ Stulpen
85 del Cbristian Heß.
Ein vollstaͤndiges Logis 151 mit oder odne Schlosserwerkstätte i zu vermietben und im April zu dezieden del Cordes.
131 Auf Ostern wird eta sunger
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