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waltung wird eine ernste Mahnung treten, dem Kleinmuth der Bürgerschaft abhelfend entgegenzu— treten.
Bayern. Aus Speyer wird berichtet: Die Cholera ist in dem benachbarten Orte Man- dack mit größter Heftigkeit ausgebrochen. Die Menschen werden plötzlich(auf der Straße!) von derselben befallen und der Tod erfolgt in der Regel in wenig Stunden. Auch in Ockersheim kamen bereits Fälle vor.
Baden. Karlsruhe. Die Regierung ver— langt einen außerordentlichen Credit von 4,756,546 Gulden wegen der durch die neue Wehrverfassung nöthigen früheren Einberufung der Conscriptione- pflichtigen auf den 1. Nov. d. J. Kasernenbauten figuriren darunter mit pptr. 1,030,000 Gulden. — Das neue Schulgesetz stimmt im Wesent⸗ lichen mit dem bereits dem vorigen Landtage vor— gelegten Entwurfe überein; die Gehalte der Lehrer bei den Volksschulen sind mit 400, 500 bis 615, 600 bis 700 und 850 fl. nach Maßgabe der Schülerzahl normirt worden.
Oesterreich. Wien. Die Wiener Blät⸗ ter melden übereinstimmend, daß das Ausgleichs- Elaborat, welches die Finanz-Minister beider Reichshälften zu entwerfen hatten, zum befriedi⸗ genden Abschlusse gediehen ist.
— In Oesterreich wurde bisher jeder nicht der katholischen Kirche angehörige Unterthan in allen amtlichen Erlassen mit dem Titel„Akatho- lik“ zu deutsch„Ketzer“ beehrt. In Ungarn wird diese Bezeichnung von nun an wegfallen. Das ungarische Cultus-Ministerium hat nämlich den Unterbehörden den Gebrauch dieses Ausdrucks untersagt und erhalten die Nichtkatholiken von nun an die Bezeichnung„Evangelische Augs- burger(beziehungsweise Helvetischer) Con- fession.“
Innsbruck. Bei der Generalversammlung der katholischen Vereine Deutschlands, welche in diesen Tagen zu Innsbruck stattfand, ist auch unser Großherzogthum vertreten gewesen. Aus den bis jetzt bekannt gewordenen Berichten über dieselbe erfährt man, daß eine Rede des Metzgers Falk aus Mainz den größten Beifall erregte; er brachte einen Gruß aus seiner Vaterstadt und erbat sich einen solchen auch aus Innsbruck. Hofrath Dr. Haßlwanter umarmte und küßte ihn. Zum Schlusse sprach mit großer Gewandtheit Domcapitular Moufang aus Mainz über die jüngste Vergangenheit und die gegenwärtige Lage der katholischen Kirche und proclamirte die öster⸗ reichisch⸗französische Allianz.(1)
Schweiz. Genf. Die Verhandlungen des internationalen Friedens⸗Congresses haben in Unfrieden ihr Ende genommen. Stürmische Auf⸗ tritte veranlaßten das Präsidium, die Versamm⸗ lung zu schließen. Laut Beschluß der Congreß⸗ Majorität hat sich das Comite permanent erklärt, es wird seinen Sitz in Bern nehmen und daselbst
ein Organ in zwei Sprachen gründen. Zum nächsten Congreßort wurde Mannheim bestimmt.
Frankreich. Paris. Man schreibt dem „Temps“ aus Berlin, daß der Besuch des Kaisers Napoleon am preußischen Hofe als eine entschiedene Sache betrachtet wird. Graf Goltz, welcher sich soeben nach Biarritz begeben hat, wäre der Ueberbringer der officiellen Ein⸗ ladung des Königs Wilhelm. Man fügt hinzu, daß alle dem norddeutschen Bund angehörigen Souveräne sich zu derselben Zeit, wie der Kaiser, welchen die Kaiserin begleiten soll, nach Berlin begeben werde. Der Zeitpunkt der Kaiserreise ist noch nicht definitiv festgestellt.— Das„Journal de Paris“ meldet: Riecioti Garibaldi, welcher nach London gegangen war, um die Summe von 300,000 Pfund Sterling für eine Expedition gegen Rom aufzubringen, hat seinem Vater und seinen Freunden mitgetheilt, daß seine Mission vollständig gescheitert ist.
Italien. Dem„Corriere Italiano“ zufolge stände man in Florenz auf dem Punkt, durch die Initiative mehrerer Banquiers eine anonyme Ge— sellschaft zu bilden, deren Zweck wäre, die Kir⸗ chengüter in großen Massen zu kaufen und sie sodann in kleinen Partien wieder zu verkaufen.
Rußland. Die russische Regierung hat, nachdem in den Ostseeprovinzen Estland, Livland und Kurland hundert und sechszig Jahre lang der Verkehr der Behörden mit der Bevölkerung in deutscher Sprache geführt wurde, jetzt das russische als alleinige Amtssprache dort eingeführt. Die Bevölkerung, welche durchweg deutsch spricht, ist dadurch gezwungen, russisch zu lernen, und geht so allmählich der völligen Russificirung ent⸗ gegen, wie dieß gleichzeitig mit den Polen in Litthauen und Weißrußland geschieht.
Amerika. Man erfährt aus Mexico; daß die gegen den Fürsten von Salm-⸗Salm ver⸗ hängte Todesstrafe in eine siebenjährige Gefangen⸗ schaft umgewandelt worden ist. Santa Anna wird von einem Kriegsrath abgeurtheilt werden.
Büdingen. Das Büdinger Anzeigeblatt bringt an der Spitze seiner, mit schwarzem Rande erschienenen letzten Nummer die Trauerkunde, daß die Fürstin Mathilde zu Ysenburg und Büdingen, geborne Prinzessin zu Solms-Hohensolms⸗Lich, nach langem schweren Leiden am 11. d. M. in dem fürstlichen Schlosse zu Büdingen sanft und schmerzlos verschieden ist. Die Verblichene war ge⸗ 3 am 12. Dezember 1842 und vermählt am 31. Juli 1862.
Frankfurt, 14. Sept. Der hiesige katholische Gemeindevorstand hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, zum Wiederaufbau, Freilegung des Domes ꝛc die Summe von 20,000 fl. zu geben.
Frankfurt. Kürzlich begaben sich mehrere hiesige Bürger in's heilige Geisthospital, um einen siebenzig Jahre alten Bäckergesellen, der den größten Theil seines Lebens in Frankfurt gearbeitet und noch vor wenig Tagen rüstig schaffend am Backofen stand, bis ihn ein Schlag⸗ anfall auf's Krankenlager streckte, Geld und andere Gaben zu überbringen. Der alleinstehende Greis, welchem dieser
Besuch von seinen Meistern und Freunden unerwartet
kam, dankte für die freundliche Fürsorge, die man ihm erwies, unter Freudenthränen. 0
Offenbach. Die dießjährigen Sammlungen an hie⸗ sigem Platze für die„Deutsche Gesellschaft zur Rettung
Schiffbrüchiger“ haben wiederum die schöne Summe von“ 274/ Gulden ergeben, von 250 Beilragenden fast genau so viel wie im vorigen Jahre, obwohl ungefähr vierzig
der vorigjährigen Mitglieder, sich auf die verdienstlosen Zeiten berufend, die Zahlung verweigerten. Der Ausfall deckte sich durch neu hinzutretende.
Darmstadt. Nach den„Hess. Vlksbl.“ ist in Folge
der Erklärung der Mitglieder der preußischen Militärcapelle in Mainz, die wegen der tumultuosen Vorgänge nach dem“
Militärconcert gerichtlich eingeleitete Untersuchnng eingestellt worden.
bleibt dahingestellt.
Aus Berlin wird geschrieben: Ein Raubanfall, gegen eine sehr bekannte Künstlerin ausgeführt, macht großes Aufsehen. Frau Niemann- Seebach nämlich hatte sich vorigen Mittwoch Abends in Begleitung ihrer Gesell— schafterin auf die hiesige Hauptpost begeben, und daselbst eine ihr von ihrem Ehemann zugesendete Summe Gelb von 6000 Gulden erhoben. Als beide Damen zurück⸗ kehrten, stiegen sie an der Ecke der Hohenzollern- und Thiergartenstraße aus. Frau Niemann-Seebach trug das Päckchen, als plötzlich ein Kerl auf sie zugestürzt kam, ihr dasselbe entriß und damit in das Dickicht des Thiergartens verschwand. Der Räuber konnte nicht verfolgt werben, weil Personen überhaupt sonst nicht zur Stelle waren und entkam somit. Frau Niemann ist in Folge des Schreckens in eine Krankheit verfallen. So sollen auch an demselben Tage einem in der Hohenzollernstraße woh⸗ nenden Präsidenten, welcher von außerhalb nach hier versetzt worden, bei seiner Ankunft auf dem hiesigen Frank⸗ furter Bahnhofe 16,000 Thlr. gestohlen worden sein.
Berlin. Der Sieger von Nachod und Skalitz, Ge⸗
neral v. Steinmetz, hat(wie ein Berliner Blatt sich ausdrückt) den Wunsch seines Königs erfüllt und sich ent⸗ schlossen, noch in seinem späten Alter(70 Jahre) in ben Stand der Ehe zu treten. Der geistig und körperlich noch überaus rüstige Greis feierte in diesen Tagen zu Posen seine Verlobung mit Fräulein v. Krosigk, Tochter des Generalmajors v. Krosigk, Commandeur der 1. Brigade. Die Braut ist eine jugendliche Dame, die sich eben so sehr durch Schönheit wie durch die vortrefflichsten Geistes⸗ and Herzenseigenschaften auszeichnet.
2 Der„D. A. Z.“ ist durch Zufall eine besondere Art geheimen Spiels bekannt geworden, das schon seit einigen Jahren in Deutschland immer mehr um sich greift und dessen Anlage mit einem solchen Raffinement orgauisirt ist, daß es sich der öffentlichen Aufmerksamkeit gänzlich entzöge, wenn nicht der Zufall nähere Mittheilungen zu⸗ gefuhrt hätte. In regelmäßigen Zwischenräumen durch⸗ läuft ein Inserat fast sämmtliche deutsche Zeitungen, das etwa folgendermaßen lautet: Agenten gesuch.“)„Für einen Artikel, zu dessen Betrieb weder Raum noch kauf⸗ männische Kennmisse erforderlich find, werden Agenten ge⸗ sucht. Adresse sub ꝛc.“ Meistens nehmen dit Expeditionen der Zeitungen die Offerten entgegen, um dieselben an eine beliebig aufgegebene Adresse gelangen zu lassen. Die Offerten selbst sind gewöhnlich sehr zahlreich, da es nie⸗ mals an Leuten sehlt, welchen eine einigermaßen einträg⸗ liche Nebenbeschäftigung nicht erwünscht wäre. Ganze Kisten voll solcher Offerten gelangen so an eine Kopen⸗ hagener Firma, welche alsdann umgehend den Reflek⸗ lanten ein Anschreiben zusendet, in welchem mitgetheilt wird, daß zu irgend einem wohlthätigen Zweck ein Grund⸗ stück verloost werben solle. wöhnlich auf 2 Thaler normirt, von welchem Preise dem Agenten eine sehr ansehnliche Provision zugesichert wird. Das regelmäßige Wiederkehren des Inserats deweist, daß
6) Erscheint auch zeitweise im Anz. f. Oberhessen. ) Ersch ch zeitweis z.
Zur Verhütung der Ausbreitung der Cholera. Belehrung für Laien.
(Aus dem Pfälzer Kurier.)
Die Erfahrung hat unzweifelhaft dargethan, daß die Cholera sich
flast ausschließlich in der Nähe stehender, Sumpf bildender Wässer, nament- lich aber solcher entwickelt, welche noch in Verwesung übergehende thierische Dieselben Bedingungen, welche zur Entstehung beitra- gen, sind auch die geeignetsten Träger zur Fortbildung; überhaupt bilden alle verwesenden und faulenden Stoffe einen günstigen Boden zur Fort⸗ Ist nun solcher Stoff vorhanden, so verbreitet er sich auf dem günstigen Boden und entwickelt nach Art der Pflanzenkeime und Pilze wieder neuen Ansteckungsstoff, der flüchtig sich mit
Stoffe enthalten. bildung des Cholera⸗Ansteckungsstoffes.
der stinkenden Luft verbreitet und, von Menschen lera erzeugt.
Ist demnach eine Gemeinde mit der Cholera bedroht, so muß sie suchen, dem Cholera-Ansteckungsstoff, das ist vergleichsweise: dem Cholera⸗ samen den Boden zu entziehen. Denn, wie der Same einer Sumpfpflanze nicht auf trockenem Felde aufgeht und sich entwickelt, und umgekehrt, so kommt auch der Cholerasamen nicht auf anderem Boden als dem ihm eige⸗ nen fort, das heißt in solchem, in welchem sich thierische oder pflanzliche Nun kennt man Stoffe, welche die Fäulniß
Zersetzungsprodukte bilden.
verhindern und die Fäulnißprodukte zerstören,— Desinfectionsmittel die Erfahrung gelehrt hat,
genannt.
kaltem zu geschehen hat aufgenommen, die Cho⸗
Die gebräuchlichsten ihrer Wohlfeilheit wegen sind: ungelöschter Kalk, Chlor⸗Kalk, Eisen⸗Vitriol, Theer und angebrannter Schwefel.
Zur Verhütung der Ausbreitung der Cholera in bedrohten Orsen ist es demnach erste Aufgabe, Alles, was sich in dem Orte in Fäuluß begriffen befindet, wie stehende Wässer, welche nebenbei gesagt bei Westem das Gefährlichste sind, Düngerhausen, Pfuhl, sogleich fortzuschaffen und mit den genannten fäulnißwidrigen Stoffen zu mengen und am besten na dieser Mengung aus dem Bereich der menschlichen Wohnungen zu entfernen. Die Stellen, wo die Stoffe lagerten, sind nochmals mit fäulnißwidrigen Stoffen zu behandeln und wit Sand zu überdecken. a Desinfection genannt, muß öfters wiederholt werden, um alle Faäulniß, so lange die Bedrohung dauert, zu verhindern. kanntlich die Fäulniß, weßwegen bei warmem Wetter dies öfters als bei
Diefe Procedur, Die Wärme begünstigt be⸗
Mit diesem Vorgehen wird dem Cholerasamen
der günstigste Boden entzogen und kann dieser nicht aufkeimen; mindestens wird derselbe so verschwächt, daß er nicht die Kraft hat, sich so zu ent⸗ wickeln, daß dadurch eine Seuche veranlaßt würde.
Ist nun wirklich schon die Cholera in einer Gemeinde vorhanden, so muß dies erwähnte Verfahren mit der größten Sorgfalt durchgeführt werden. Denn es kommt dann noch hinzu, daß von jedem Cholerakranken, ob leicht oder schwer, Cholera-Ansteckungsstoff geliefert wird, der sich der Luft mittheilt. Die Auswurfsstoffe des Cholerakranken sind es namentlich, welche den Ansteckungsstoff in hohem Grade in sich haben, aber erst, wie
wenn sie ebenfalls in Fäulniß übergehen. Die
Ob nicht von Seiten der Polizei nachträglich 1 eine Anklage wegen nächtlicher Ruhestörung erhoben wird,
Der Preis der Loose ist ge⸗
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