bleiben, nämlich, eine theologische und zwei me— dicinische, ferner die Lehrstühle für Mineralogie, Geologie, theoretische Physik, chemische Theologie, Thierarzneikunde und neuere Philologie.— An neuen Acquisitionen hat das Sommersemester nur eine gebracht und zwar in der Person des Herrn Dr. A. Brill aus Darmstadt, welcher als Do— cent der Mathematik zu den größten Hoffnungen berechtigt.— Der von der Bergakademie zu Clausthal für den Lehrstubl der Mineralogie be— rufene Professor Streng wird erst nächsten Herbst hier eintreffen.— Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht, daß Dr. Leonhard Pro- fessor für Thierarzneikunde geworden sei, hat sich als falsch erwiesen, indem derselbe zwar von dem akademischen Senat gewählt, aber nicht von der Regierung bestätigt wurde.
Würtemberg. Stuttgart. Ein neuer Kriegsdienstgesetz-Entwurf ist ausgearbeitet. Er würde die Stärke unserer Armee auf mehr als 60,000 Mann bringen. Dieß wäre sonach mehr als 3 pCt. der Bevölkerung. Unter diesen wür— den sich drei Kategorien von Streitbaren befinden, nämlich exercirte Mannschaft, Excapitulanten und in der Einübung begriffene Mannschaft.
Baden. Karlsruhe. Der ständische Aus— schuß der badischen Kammer hat an den Großherzog eine Adresse mit der Bitte um den unverzüglichen Eintritt der süddeut— schen Staaten und insbesondere des Groß— herzogthums Baden in den nord deut- schen Bund gerichtet.
— Der Großherzog empfing den preußischen General⸗Lieutenant v. Beyer, welcher in beson— derer Mission beauftragt war, demselben ein Schreiben des Königs von Preußen zu übergeben. Die Sendung des General-Lieutenants v. Beyer befindet sich ihrem Grunde nach in Uebereinstim— mung mit den Sendungen des Generals v. Hart— mann nach München, und des Generals v. Obernitz nach Stuttgart.
Oesterreich. Wien. Wie Wiener Blätter berichten, hat der preußische Gesandte dem Herrn v. Beust officiell den ganz besonderen Dank der preußischen Regierung für seine angestrengten Be— mühungen zur Herbeiführung des Ausgleichs in der Luxemburger Angelegenheit ausgedrückt.
Frankreich. Paris. Die„France“ bringt folgende beruhigende Mittheilung:„Seit einigen Tagen ist viel Gerede über vermeintliche Erörte— rungen zwischen den Regierungen von Frankreich und Preußen in Bezug auf Rüstungen und mili— lärischt Vorbereitungen gewesen, die sowohl in Frankreich, wie auf der anderen Seite des Rheines gemacht sein sollten. In dieser Hinsicht hat man sich indeß vollkommen im Irrthum befunden. Wie
uns mitgetheilt wird, ist dieser Angelegenheit höch— stens in intimen Besprechungen Erwähnung ge— schehen. Auch sind wir in der Lage, versichern zu können, daß auf der einen wie auf der ande— ren Seite der Stand der Dinge in militärischer Hinsicht so gestellt ist, daß nunmehr keine Spur von gegenseitigem Verdachte mehr vorhanden ist.“
— Im gesetzgebenden Körper machte die Regierung über den in London abgeschlossenen und unterzeichneten Vertrag folgende Mittheilung: Das Großherzogthum ist jetzt zu einem neutralen Staat erklärt und dessen Neutralität unter die Sanktion der Collectiv-Garantie der Mächte, mit Ausnahme Belgiens, gestellt worden. Außerdem hat man sich darüber verständigt, daß die Stadt Luxemburg aufhören solle, eine Festung zu sein, und der Großherzog hat sich vorbehalten, in derselben nur so viele Truppen zu halten, als zur Aufrecht— erhaltung der Ruhe nöthig sind. Demzufolge er— klärte der König von Preußen, daß die preußische Garnison in Luxemburg Befehl erhalten werde, die Festung zu räumen, sobald die Ratificationen ausgewechselt sein werden, und daß man während dieser Operation Artillerie und Munition daraus zurückziehen werde, was in der möglichst kürzesten Zeit bewerkstelligt werden soll. In der Festung sollen nur so viel Truppen gelassen werden, als für die Sicherheit der Expedition des Kriegs- materials unumgänglich erforderlich sind. Der Großherzog hat die Verpflichtung übernommen, die nöthigen Maßregeln zu ergreifen, um Luxem- burg zu einer offenen Stadt umzugestalten, und zwar durch Demolirung der Werke, wie er sie für genügend erachten wird, um den Ansichten der Mächte zu entsprechen. Die Demolirungs— Arbeiten werden unmittelbar nach dem Rückzuge der Garnison beginnen und mit aller Rücksicht auf die Interessen der Bewohner. Die Ratifica— tionen werden innerhalb vier Wochen ausgewechselt werden. Der Vertrag entspricht vollständig den Ansichten der französischen Regierung; er beendet eine in schlimmen Tagen gegen uns geschaffene und 50 Jahre lang aufrechterhaltene Situation, schafft an unserer Nordgrenze einen neuen neu- tralen Staat, sichert dem Großherzog von Luxem: burg vollständige Unabhängigkeit; dabei unter- drückt er nicht nur die unmittelbaren Ursachen des gegenwärtigen Conflicts, sondern gibt auch ein neues Pfand für unsere guten Beziehungen mit unsern Nachbarn und für den Frieden Europas. Die Regierung des Kaisers glaubt sich gratuliren zu können, dieses Resultat erzielt zu haben und gleichzeitig zu constatiren, wie freundlich die Ge⸗ sinnungen der Mächte gegen uns sind. Zugleich glaubt sie hervorheben zu müssen, daß vielleicht zum erstenmal die Vereinigung einer Conferenz,
anstatt einen Krieg zu verfolgen und sich darauf! zu beschränken, seine Resultate zu sanctioniren, es 1200 5itsen
erzielt hat, dem Kriege vorzubeugen und Europa
den Frieden zu erhalten. Hierin liegt ein Zeichen“
der neuen Tendenzen, welche jetzt mehr und mehrt in der Welt zur Geltung gelangen und worüber alle Freunde des friedlichen Fortschritts und der Civilisation sich freuen müssen.
England. London. Wie Lord Derby 4 im Parlamente mittheilte, ist der Vertrag un⸗ 31 terzeichnet worden und sollen die Ratificationen 14 desselben innerhalb 4 Wochen erfolgen. Die 19 Hauptvertragspunkte sind: Neutralisirung Luxem⸗ 109 burgs unter der Collectiv-Garantie der Mächte; die 30 Räumung und Schleifung der Festung; Ver⸗ Slaubrabl für bleiben Luxemburgs bei Holland. Das in
0 einsehen Nidda . Verschiedene hiesige Geschäftsleute be— engen e 1 5 ihnen 900 5. T erkadee 5
Waaren von größerem und kleinerem Werth weg kamen, ohne die Diebe, trotz aller Vorsicht ermitteln zu können. Bei einer Haussuchung, welche die Poltzei bei einer hier wohnenden Frau und ihren zwei erwachsenen Töchtern, welche vor einiger Zeit von Florstadt bei Friedberg hier sich ansiedelten, vornahm, fand man den größten Theil der vermißten Gegenstände. Es waren Petroleumlampen, Milchkarnen, Fidibusbecher, Tintenfässer, feine Blumen⸗ behälter, Porzellan-, Bürsten⸗, Glas- und Blechwaaren 2c, sowie ein ganzer Sack voll feiner neuer Damenstiefel. Die beiden Mädchen hatten gewöhnlich Abends in weiten Crinolinen und Mantillen in den verschiednen Läden Kleinigkeiten gekauft, und beim Weggehen, während die eine die andere durch den Unfang ihrer Kleider deckte, die Sachen von den Realen blitzschnell weggenommen, ja oft offen zur Thür hinausgetragen, wie es bei Lampen mit Schirm und Cylinder gar nicht anders der Fall sein kann. Die Betreffenden wurden verhaftet und haben ein vollständiges Bekenntniß abgelegt.
Darmstadt. Wie die„Hess. Volksbl.“ berichten, hat Herr Modelleur Schröder von hier auf der Pariser Ausstellung mit seinen ausgestellten Modellen über alle seine Concurrenten gesiegt und den ersten Preis, die goldne Medaille, erhalten.
Schwalbach. Ein trauriger Vorfall hat sich bier am 7. d. Mts. ereignet. Ein zweijähriges Kind, 93 Mädchen des Spenglermeisters Jacob Spengler, ist spur⸗ los verschwunden. Es wurde am 7. Mai des Nach⸗ mittags um 2 Uhr von einer alten Frau in dem Hohl⸗ wege, wo es Blumen gebrochen, zum letzten Male gesehen Etwa 10 bis 15 Minuten vorher sollte es aus dem elter⸗ lichen Hause gegangen sein und wurde, als es nicht da war, sogleich eifrigst gesucht; aber vergeblich! Alle Brunnen, Gräben, Gärten, Hecken, Gebäude, Feld, Wald, Canäle sind untersucht und so gar der Weiher abgelassen worden; aber es wurde bis jetzt noch keine Spur entdeckt. Es liegt nun der Verdacht vor, daß das Kind geraubt sei; und unsere Polizei läßt sich es angelegen sein, dem auf die Spur zu kommen. Wenn man das Kind fragt, wie es heißt, so sagt es: Anna Spengler. Es ist ein recht schönes Kind, wohl aussehend, mit blonden Haaren und nicht gar groß. Durch die Mittheilung dieser Anhalts⸗ punkte in den Blättern wäre es vielleicht möglich, dem Raube— wenn ein solcher vorliegt— auf die Spur zu kommen.
() Schutz den Sing vögeln.
Der Frühling prangt wieder in seinem herrlichsten Schmuck, die lieblichen Sänger der Lüfte sind wieder zu uns zurückgekehrt und fangen eben an, sich in Garten, Busch und Wald wohnlich einzurichten. Wir lauschen mit Entzücken ihrem fröhlichen Gesang; es wird uns dabei so selig zu Muthe: sie singen uns Freude und Friede in das Herz hinein. Aber indem wir uns diesem wonnigen Einfluß hingeben, werden wir zu— gleich wehmüthig gestimmt darüber, daß es dieser heiteren Kinder der Natur bei uns so gar wenige sind. Ganz besonders fällt uns dies auf, wenn wir in andere Gegenden kommen und da mit freudigem Erstaunen die Fülle und Mannichfaltigkeit des Gesangs vernehmen, wie ihn Tausende von lieblichen Vogelstimmen nicht allein inmitten der Wälder, sondern auch in unmittelbarer Nähe der menschlichen Wohnungen uns entgegen- tönen. Man sei doch einmal bei einem Spaziergang um unsere Stadt und in unseren Gärten aufmerksam darauf. Von Nachtigallen reden wir gar nicht, wir haben uns ihrer schon längst entwöhnen müssen; aber wie⸗ viel Pärchen von Grasmücken, Meisen, Bachstelzen, Rothkehlchen und Roth⸗ schwänzchen, Zaunkönigen, Fliegenschnäppern, Baumläufern und wie die niedlichen Geschöpschen alle heißen, werden wir beiläufig in unserer näch— sten Umgebung vermuthen dürfen? Die Zahl derselben ist erschreckend klein und scheint v Jahr zu Jahr abzunehmen.
Worin liegt die Ursache dieser betrübenden Erscheinung? Es ist nicht schwer zu sagen. Die Fortschritte der einseitig gestaltenden Kultur haben unserer Gegend einen zu prosaisch hausbackenen Charakter aufgedrückt, als daß sie der Poesie so eines traulichen Vogeldaseins besonders angemessen sein könnte. Ist ja doch unsere ganze Wetterau fast nur Ein Getreidefeld. Busch und Wald verschwinden mehr und mehr, selbst die Ufer der Bäche
und Flüsse werden von Weiden- und Erlengebüsch gesäubert, um Wiesen⸗ boden zu gewinnen, und wo sich an den Gärten noch Hecken finden, wer⸗ den diese unter der Scheere gehalten. Schade nur, daß die Vögelchen diese abgestutzten Hecken als Brutplätze nicht lieben; sie wollen eben Natur. — An Obstbäumen fehlt es uns zwar nicht, und viele Singvögel nehmen glücklicher Weise mit den Obstpflanzungen als Wohnstätten vorlieb, un unsere Frühlingstage mit ihrem Gesang zu beleben und uns das Unge⸗ ziefer von den Bäumen zu lesen. Gerade aber die erhöhte Sorgfalt, die wir der Pflege unserer Obstbäume zuwenden, bringt eine neue Gefahr für die kleinen Sänger und Raupenvertilger. Obstbaum⸗Invaliden verstattet, dem Ende seiner Tage in Ruhe entgegenzu' sehen, und die zahlreichen Höhlungen in seinem Stamm und in seinen Astresten dienten lange Jahre manchem Vogelpärchen als willkommener Zufluchtsort. Jetzt heißt's gleich:„Haue ihn ab, was hindert er 1 Land. Eine junge Tragkraft gedeiht an seiner Stelle!“ Und wo irgend an einem Stamm sich eine schadhafte Stelle zeigt, daß so ein Vogelherz sich freuen könnte ob der Hoffnung, es möchte in einigen Jahren ein Loch daraus werden, groß genug, um darin Wohnung zu machen,— gleich ist der Obstzüchter da mit Baumharz und Binde, und das arme Vögelchen hat das Nachsehen. Wenn das so fortgeht, werden die Meisen, Baum- läufer 1c. ꝛc. es sich vergehen lassen müͤssen, Nester zu bauen, und das goldne Zeitalter für die Raupen und Larven bricht an. f Selbstverständlich kann es keinem Vernünftigen einfallen, die Fort
schritte der Kultur zu beklagen und zu wünschen, daß unsere Gegend we.
niger gut angebaut sei, den Singvögeln zu Liebe. Nur dürfen wir dabei nicht vergessen, daß es des Menschen Pflicht ist, das auf künstliche Weise wieder gut zu machen, was er durch einseitigen Eingriff in den Haushalt der Natur verdirbt, zumal er damit eben auch nur wieder im wohlver⸗ standenen eigenen Interesse handelt.
Früher war es so einem alten
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anberaumt, belannte a ungen und der Masse d. uche, be machen haben.
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