Ausgabe 
16.4.1867
 
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Glacis, sowie der gebahnten Wege und Promena

aus Darmstadt hier eingetroffen waren. Der

Mainz. Die wegen des Frankfurter Auf⸗ tritts zu Festungsstrafe verurtheilten Landwehr männer wurden kürzlich ärztlich untersucht, um sie demnächst auf die für sie' bestimmte Festung zu transportiren. Unter denselben befinden sich 9, welche lebenslänglich und 3, welche zu 6 Jahren Festung verurtheilt sind. Mittlerweile sind dieselben von Mainz weggebracht worden, nach welcher Festung ist noch unbekannt.

In Folge höheren Auftrags macht die groß herzogliche Bürgermeisterei dahier bekannt, daß das Betreten der Festungswerke und der

den in denselben auf das Strengste untersagt ist; jedes Zuwiderhandeln gegen dieses Verbot werde im Betretungsfall die Arretirung des Betreffenden zur Folge haben.

Alzey. Der Mörder des Müllers Zahn aus Uffhofen hat ein freiwilliges Geständniß seiner That abgelegt und den Ort bezeichnet, woselbst er das geraubte Geld versteckte.

Worms. Am 13. ds. fand die feierliche Eröffnung der Eisenbahnstrecke Worms-Alzey statt, zu welcher mehrere Minister und hohe Beamte

Eisenbahn⸗Festzug fuhr Mittags 12 Uhr von hier ab und kehrte Abends 5 Uhr von Alzey zurück, nachdem daselbst ein Festdiner stattgefunden hatte.

Preußen. Berlin, 10. April. Reichstag. Man steht an Abschnitt XIV., betreffend das Verhältniß zu den süddeutschen Staa ten. Derselbe lautet:Die Beziehungen des Bundes zu den süddeutschen Staaten werden so fort nach Fesistellung der Verfassung des nord deutschen Bundes durch besondere, dem Reichstage zur Genehmigung vorzulegende Verträge geregelt werden. Abg. Lasker beantragt, hinter Art. 71 einen neuen Artikel zu setzen:Der Eintritt der süddeutschen Staaten oder eines derselben in den Bund ersolgt auf den Vorschlag des Bundesprä sidiums im Wege der Bandesgesetzgebung. Auch Abg. Schrader bringt ein Amendement ein, ebenso die Abgg. Waldeck und Duncker. Abg. v. Sybel: Gerade in diesem Augenblicke, wo der Horizont sich umdüstert, müssen wir zeigen, daß wir auf die Zusammengehörigkeit von ganz Deutschland nicht verzichten. Abg. Bebel(Sach- sen): Es handelt sich hier nicht um die Gruͤndung der deutschen Einheit, sondern nur um eine Ver⸗ größerung der Hohenzollern'schen Hausmacht. Preu ßen will auch den Eintritt Süddeutschlands in den Bund nicht. Man will Norddeutschland nur zu einer großen Kaserne machen; darum stimme ich gegen den Art. 71 und die ganze Verfassung. Abg. Weber(Stade): Das sind eben die An- sichten jener sogenannten großdeutschen Partei, welcher der Vorredner angehört, jener Partei, die Deutschland u. a. auch durch eine Förderativ⸗ Republik einigen möchte. Ganz Deutschland ge hört zusammen, und das Volk will auch zusam⸗ menstehen. Im Hintergrunde droht jetzt die Wolke der Luxemburger Frage; aber wenn das deutsche Volk zusammensteht, so braucht es eine Welt in Wassen nicht zu fürchten. Großherzog⸗ lich hessischer Bundescommissär Geh. Leg.⸗Rath Hofmann: Zu meinem Bedauern bin ich ge⸗ stern verhindert gewesen, dem Anfange der Sitzung, als die Interpellation in Betreff des Großherzog⸗ thums Hessen zur Sprache kam, beizuwohnen. Ich nehme daher heute vor allen Dingen Veran- lassung, dem königlich preußischen Herrn Minister⸗ präsidenten meinen Dank auszusorechen für die bundesfreundliche und rücksichtsvolle Weise, mit welcher er die Interpellation beantwortet hat. Ich glaube meine Befugnisse nicht zu überschreilen, wenn ich sage, daß die großherzogliche Regierung die Erklärungen des Herrn Ministerpräfidenten mit der größten Befriedigung vernehmen wird. Für einzelne Uebelstände, welche durch die Thei⸗ lung des Großherzogthums herbeigeführt sind, kann auf dem Wege der Verträge wohl Abhülfe geschaffen werden, aber eine gründliche und voll- ständige Beseitigung dieser Uebelstände kann nur durch den Eintritt des ganzen Großherzogthums in den Bund erfolgen. Von dem patriotischen

Geiste der großherzoglichen Regierung und der

Ständeversammlung hoffe ich zuversichtlich, daß die Lösung der Frage in nicht zu langer Zeit so erfolgen wird, wie das Interesse des Gesammt vaterlandes sie erfordert. Abg. Schulze em⸗ pfiehlt das Duncker-Waldeck'sche Amendement. Abg. Miquel: Reichen wir jetzt, da wir am Schlusse unseres Werkes stehen, unseren süddeut schen Brüdern die Hand, aber sagen wir ihnen auch, daß sie, wenn sie zu uns gehören wollen, mit uns auch die gleichen Opfer und Lasten zu tragen haben. Abg. Wigard theilt den Stand punkt des Abg. Bebel. Abg. Lasker nennt die Politik Bebels eine Bierhauspolitik, wird wegen dieses Ausdrucks vom Präsidenten jedoch zurechtgewiesen. Abg. Schrader: Nachdem Redner erklärt hat, daß er sein Amendement zu

Gunsten des Waldeck-Duncker'schen zurückziehe,

schließt er: Man hat uns gedroht mit dem Ur theil der Geschichte. Nun wohl: ich will mir das Urtheil, welches die Geschichte darüber fällt, daß ich Deutschland nicht habe zerrissen sein lassen wollen, ruhig gefallen lassen! Abg. v. Wincke (Hagen): In einigen Tagen werden wir desinitvie Beschlüsse fassen; mögen dann alle Parteien einig sein, eingedenk des großen Augenblicks und der allgemeinen politischen Lage. Die alte Zwietracht zwischen Preußen und Oesterreich in Deutschland ist beseitigt. Hoffentlich steht mit Süddeutschland auch das erlauchte Haus Oesterreich zu uns. Graf Bismarck: Ein besonderer Widerspruch zwischen dem Lasker'schen Amendement und der Regierunge vorlage ist nicht zu finden, denn da alles den Anträgen des Präsidiums überlassen ist, so kann wohl angenommen werden, daß das Präsidtum die Initiative nicht eher ergreifen wird, als bis es überhaupt weiß, daß vorgegangen werden kann. Wir werden für das Amendement nicht stimmen; die Regierungen werden aber in der gemeinsamen Berathung sich über ihren Standpunkt erklären können. Der Schluß der Discussion wird angenommen und es folgen noch persönliche Be merkungen. Das Amendement Waldeck-Duncker fällt und es erfolgt die Annahme des Art. 71 in der Fassung der Vorlage mit dem Zusatze des Abg. Lasker. Es handelt sich nun noch um die Ueberschrift und den Eingang der Vorlage, welche in der Fassung der Vorlage angenommen werden. Nächste Sitzung: Montag. Tagesord- nung: Beginn der Schlußberathung.

Berlin. Der Geheime Postrath Stephan verhandelt gegenwärtig mit den thüringischen Re- gierungen wegen Uebertragung der postalischen Gerechtsame, welche früher die Thurn- und Taxis'- sche Postverwaltung in Thüringen besessen hat, auf die preußische Regierung.

Es soll eine französische Note avi⸗ sirt sein, welche die Voraussetzungen formulirt, unter denen Frankreich sich dem eventuellen Aus- spruche der Mächte unterordnen würde.

DieNordd. Allg. Ztg. widerspricht die Nachricht, daß Preußen eine Note wegen Luxem- burg an die auswärtigen Höfe gerichtet habe und fügt hinzu:Die preußische Regierung hat ledig⸗ lich ihre Gesandten, welche angewiesen sind, die Mächte, welche den Vertrag von 1839 unterzeich⸗ neten, um ibre Ansichten über die bezüglichen Verträge zu befragen, instruirt.

DieBörsenzeitung meldet, daß die Ab⸗ geordneten v. Carlowitz und v. Bockum Dolffs einen Antrag auf unveränderte Annahme der Bundes ⸗Verfassung in ihrer jetzigen Gestalt eingebracht haben.

Hanau. In der Stadt ist eben eine Adresse an den König im Umlauf, ausgehend von dem Vorstand der Guntershäuser Kirchen- Versammlung, worin um Einführung mehrerer Reformen in unserer evangelischen Landeskirche und namentlich darum gebeten wird, den einzelnen Gemeinden das Recht zu verleihen, beim Ausfallen eines Geistlichen einen Nachfolger selbst zu wählen.

Bayern. München. Auf Ueberreichung der Adresse der Deputirten betreffs der Luxem⸗ burger Frage antwortete der Fürst Hohenlohe: Er begrüße die Adresse freudig als einen Beweis, daß in Fragen, welche die Ehre Deutschlands betreffen, nur eine Partei in der Kammer und

in Lande bestehe und daß zur Wahrung dieser Ehre die Kammer wie das Lond zu jedem Opfer bereit seien, in richtiger Deutung des Vertrages, durch welchen Bapern zur Wahrung der nationalen Integrität sich mit dem übrigen Deutschland ver

bunden. Die Regierung werde sich diesen Ver als ihre nächste Aufgabe, nichts zu unterlassen, was 15 ehrenhaften Erhaltung des Friedens beitragen önne.

Eine dahier abgehaltene Volks-Versamm⸗ lung sprach ihre lebhafte Zustimmung zu der von den Abgeordneten ausgegangenen Adresse und be grüßte den baherisch⸗preußischen Allianzvertrag vom 22. August v. J. als den ersten Schritt zur na⸗ tionalen Einigung des Gesammtvaterlandes.

Baden. Mannheim. Rathhaussaale stattgehabten größeren Versamm⸗ lung wurde eine von Staatsrath Lameß ent worfene, an die großherzogliche Regierung gerich

tete Adresse, die Luxemburger Frage betreffend,

zur Berathung und Begutachsung vorgelegt.

Die Uebungen mit den von Preußen zu diesem Zweck an unsere Regierung leihweise ab gelassenen Zündnadelgewehren haben bereits hier begonnen, und werden die jungen Mann- schasten auf das Thätigste mit deren Handhabung vertraut gemacht.

Heidelberg. Auch dahler hat am 11. April eine öffentliche Versammlung in der luxem⸗ burger Angelegenheit stattgefunden und wurde schließlich die einmüthig angenommene Resolution beantragt:Die hier versammelten Einwohner Heidelbergs erachten es als nationale Pflicht des

gesammten Deutschlands, mit allen Mitteln jedem

Versuch entgegenzutreten, welcher es unternimmt, das Großherzogthum Luxemburg von seinem ur⸗ alten Verband loszureißen.

Luxemburg. Geborene Luxemburger, so wird von hier berichtet, welche sich in Frankreich aufhalten, sucht man zu bestimmen, in ihre Hei⸗ math zurückzukehren und daselbst Annexionsadressen an den Kaiser von Frankreich zu veranlassen. Die Leute, die sich hierzu brauchen lassen, erhalten die Reisekosten und täglich 10 Franken Zehrgeld.

Frankreich. Paris. Wie man sagt, hätten die vielen gegen das Armeereforwproject gerichteten Proteste, die übrigens immer noch aus allen Tbeilen einlaufen, wenigstens so viel genützt, daß mit Zustimmung der Regierung bedeutende Modificationen des Entwurfs stattfinden sollen. Die Regierung soll weiter die Absicht haben, das Preßgesetz zurückzuziehen. 1

DieFrance schreibt:Die Großmächte tauschen in dicsem Augenblick Mittheilungen über die Fragen aus, welche ihnen bezüglich des Großherzogthums Luxemburg unterbrei⸗ tet sind. Wenn wir gut unterrichtet sind, so hätten diese Mittheilungen hauptsächlich zum Zweck, eine Combination zu finden, welche geeignet wäre, die gerechten Empfindlichkeiten Frankreichs zu be⸗

Krieges zu bewahren.

England. London. DieTemps ist eifrig bemüht, den Franzosen etwas mehr Friedens⸗ liebe beizubringen. in den Händen Deutschlands habe nur einen de' fensiven Werth, in denen Frankreichs würde es Furcht erregen, und jedenfalls Belgien bedrohen. Was in der That braucht Frankreich mehr als sich selbst? Wenn wir die ferne Zukunft errathen wollen, wagt der kühnste Prophet von einem an⸗ griffslustigen Deutschland zu sprechen? Ist das in der That eine Nation darnach ihre Schranken zu überschreiten und das Beispiel der Römer, Gallier und Normannen nachzuahmen? Der Con- tinent und ebenso der erbliche Charakter der Ra- cen muß sich geändert haben, ehe die deutsche Nation zum Schrecken der Welt wird. Frankreich und Deutschland werden bleiben, was sie sind, so lange wir leben und lange nachher, und an Frankreich ist es, zu entscheiden, ob es mit seinem prachtvollen Erbtheil zufrieden sein oder in den aiten Wahnsinn zurückfallen will, mit endlosem Gut und Blut ein Glücksspiel nm werthloses Land

zu spielen.

tragspflichten nicht entziehen, doch erachte ste es

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