Ausgabe 
15.8.1867
 
Einzelbild herunterladen

Frankreich. Der französische Minister des Innern hat ein Rundschreiben an die Prä⸗ fecten gerichtet, worin diese ermahnt werden, bei dem bevorstehenden Napoleonstage ja nicht zu sparen, sondern dafür zu sorgen, daß dieofficiellen Festlichkeiten und die öffentlichen Erholungen auf der Höhe der Umstände und der Gefühle des Landes stehen. Ganz besonders sollen die Mu nicipalbehörden angewiesen werden, an diesem Tage die Armen freigebig zu bedenken.

Eine furchtbare Explosion fand in Bordeaux aus bis jetzt noch nicht genau er⸗ mittelten Gründen bei einer ausgebrochenen Feuers brunst statt, wobei mehr als 80 Personen ver wundet wurden. 33 derselben befanden sich im Civil⸗, 12 im Militär ⸗Hospital. 16 Pompiers, unter denen der Commandant Laporte, 12 Sol⸗ daten, 8 Polizei-Sergeanten wurden verletzt. Man befürchtet, daß mehrere im Laufe des Tages sterben würden.

Der schreckliche Unfall in Bordeaux wurde durch die Entzündung von Petroleum veranlaßt, welches in dem Keller eines Lampen Fabrikanten lagerte. Wie es heißt, war gegen 7 Uhr Abends ein Junge in den Keller geschickt worden, welcher eine brennende Lampe mitgenommen hatte. Gleich darauf brach das Feuer aus; man suchte es in dem Keller abzuschließen und zu ersticken und war damit eine Stunde lang beschäftigt, als eine furcht⸗ bare Explosion stattfand, welche die gewölbte Decke des Kellers sprengte und den ganzen Inhalt des darüber befindlichen Lampenladens mit Fenstern, Thüren, Brettern durch die zwei Straßenfronten des Hauses hinausschleuderte. Von den Lösch⸗ mannschaften und den zahlreichen Zuschauern wurde eine Menge verwundet.

Es bestätigt sich, daß der Genossen⸗ schafts⸗Congreß für Frankreich verboten ist. Er wird sich, wie J. E. Horn anzeigt, nunmehr in einem freien Lande versammeln.Die Lehre. sagt er,hat ihren Werth. Die Regierung hat sie uns in eclatanter, unwiderleglicher Weise er⸗ theilen wollen; an der Demokratie ist es, darüber zu wachen, daß sie Nutzen trage.

Großbritannien. Von London wird ein Eisenbahnunglück berichtet, das sich zwischen Dublin und Wicklow zugetragen. Als der Zug, welcher sieben Wagen führte, das Vorgebirge Bray Head umfuhr, gerieth auf einer der über die Felsenabgründe geschlagenen hölzernen Brücken die Locomotive aus dem Geleise und stürzte eine Höhe von Hundert Fuß hinab, einen Wagen dritter Classe mit sich in die Tiefe reißend. Der zweite und dritte Wagen blieben am Rande des

bend; die vier übrigen Wagen hielten sich in den Schienen. Es waren etwa hundert Passagiere auf dem Zuge, doch weiß man nur von einem auf der Stelle Getödteten; der Locomotiv-Führer hat ein Bein gebrochen und wird wohl wieder aufkommen, was bei dem schwerer verletzten Heizer nicht so wahrscheinlich ist. Zwei Frauen sind, wie es heißt, kurz darauf ihren Wunden erlegen. Der außerdem noch verletzten Passagiere zählt man zwölf. Nach der Schilderung des Ereignisses scheint diese Zahl noch eine verhältnißmäßig ge ringe zu sein; viel furchtbarer wäre das Unheil gewesen, wäre die Locomotive auf der anderen Seite der Brücke aus den Schienen gerathen; sie wäre mit dem ihr folgenden Tender und Wagen ins Meer hinabgestürzt. Ein ähnliches Unglück wurde kürzlich aus Indien berichtet.

Friedberg. Dem neuesten Hefte der Mittheilungen Großherzoglicher Centralstelle für Statistik entnehmen, wir folgende Angaben über Klöster, klösterliche Genossen schaften und deren Filiale: Es leben in unserem Groß⸗ herzogthum: im Haus der Gesellschaft Jesu zu Mainz 6 männliche, im Kloster der Kapuziner zu Mainz 13 männliche, in dem zu Dieburg 6 männliche Personen: im Kloster der Franziskanerinnen in Mainz 13, in dem der grauen Schwestern 28, in dem der englischen Fräu⸗ lein 29, in dem der Schwestern zum guten Hirten 11, in dem der Schulschwestern 13, in dem der Schulschwestern in Finthen 35, im Haus der barmherzigen Schwestern zu Darmstadt 14 weibliche Personen, im Ganzen also 25 männliche und 158 weibliche Personen. Es ergibt sich hieraus, daß die Anzahl der frommen Väter, welche, nach dem Ausspruch eines bekannten Kammermitgliedes, in der St. Christophspfarreifasten und beten, nicht, wie bisher angenommen, 5 beträgt, sondern daß sich auch nech ein sechster dieser harmlosen Beschäftigung hingibt. Ernsi genug ist übrigens die Thatsache, daß diekirchliche Stalistik für das Bisthum Mainz für 1866(die obige Zählung ist von 1864) bereits 44 männliche und 283 weibliche Insassen von Klöstern anführt; also in kaum zwei Jahren einen Zuwachs von 144 Personen!

Ober⸗Rosbach. Bei Gelegenheit der Einweihung der Fahne des Turner- und Sängervereins findet dahier eine Festlichkeit statt, bei welcher sich etwa 20 auswärtige Vereine mit ungefähr 800 Mitgliedern betheiligen werden. Unser Verein wird zum Gelingen des Festes alles Mög⸗ liche aufbieten. Das Fest wird auf einem sehr geeigneten, in der Nähe des Bainhards am Wald gelegenen Platze abgehalten. 5

Hanau. Nächsten Sonntag den 18. d. Mts. wird dahier der Turntag des mittelrheinischen Turnverbands abgehalten.

Dieburg. Am letzten Sonntag Mittag entgleiste dahier die Locomolive eines Güterzugs, wodurch der Verkehr auf der Vahnstrecke längerer Störung ausgesetzt war.

Gernsheim. Seit Kurzem sind dahier viele Er⸗ krankungen an der Brechruhr vorgekommen und hatten von circa 40 Erkrankungen 10 einen tödtlichen Ausgang. Das Kreismedizmalamt hat sich hierdurch veranlaßt ge⸗ sehen, den hier feil gebotenen Nahrungsmitteln seine be⸗

Abhanges liegen, ersterer halb in der Luft schwe ·

sondere Sorgfalt zuzuwenden, und wurbe z. B. der Ver⸗

kauf von in Biebesheim in großer Anzahl gefangenen, in

den Gewässern des Altrheins sich aufhaltenden Hechten

als der Gesundheil schädlich untersagt. f

Mainz. Das fünszigjährige Gründungsfest, welche der hiesige Turnverein am 25. August felerk, soll in ein⸗ facher Weise vorgenommen werden. Nur die zu dem Verband gehörenden Vereine werden eingeladen. Nachdem

des Morgens eine allgemeine Besprechung stattgefunden 10 haben wird, soll des Nachmittags ein Preisturnen ab⸗

gehalten werden, das mit einer Abendunterhaltung schließt. Viele, die den Verein gründen halfen, betheiligen sich an

diesem Feste.

Aus dem Seebade Ostende wird ein Unglücksfall

berichtet, der die zeitweise Gefährlichkeit des Badens in der See beweist. Ein junger Berliner nämlich, der in Begleitung einer Dame badete, wurde von einer Welle niedergeworfen, mit ihm die Dame, deren Rettung indeß gelang, während erst eine halbe Stunde später der Leich⸗ nam ihres Begleiters gefunden wurde. mann, der zu Pferde zu Hülfe eilte, fand seinen Tod in

den Wellen und scheint eine plötzliche Strömung die Ur⸗

sache dieser in ihren Details noch nicht genügend fest⸗ geflellten Unglücksfälle gewesen zu sein.

4 Postverbindungen Australiens mit Eu⸗ ropa. Seit der Eröffnung der Susczlinie bestehen drei Postverbindungen Australiens mit Europa: über Suez, über Panama und durch die Torresstraße. Auf einer Postconferenz der verschiedenen Colonien wurde beschlossen, diese drei Postlinien beizubehalten. Die Colonien vergüten der königlichen Postverwaltung jährlich 200,000 Pfd. St. Davon zahlen Victoria, Neusüdwales und Neuseeland jebe den vierten Theil, Queensland ein Siebentel und den Rest die übrigen Colonien.

Vertrag zwischen der Großherzoglich Hessischen und der Königlich Preußischen Staats-Regierung wegen des Postweseus. (Schluß.) 75 Art. 12. Die Großherzogliche Regierung begibt sich aller und jeder Ansprüche, welche sie gegen Seine Durch⸗ laucht den Fürsten von Thurn und Taxis oder dessen Mit⸗ velehnte, sowie gegen dessen oder deren Nachkommen, sei

es aus der Abtretung der Fürstlichen Postrechte im Groß⸗

herzogthum an die Königliche Regierung, sei es aus der seitherigen Verwaltung, ö dachten Postrechte irgendwie erheben zu können vermeinen sollte, dergestalt, daß alle und jede Verpflichtungen des Fürstlichen Hauses und seiner sämmtlichen Glieder und Nachkommen aus den rücksichtlich der Posten bestandenen Verträgen und Verhältnissen als vollständig erloschen an⸗ zusehen sind. 5

Andererseits übernimmt die Königlich Preußische Re⸗ gierung die Verpflichtung, die Großherzoglich Hessische Regierung gegen alle und jede Ansprüche zu vertreten, welche das Fürstliche Haus von Thurn und Taxis jetzt oder künftig gegen das Großherzogthum Hessen in Bezug auf das Postwesen des Großderzogthums aus dem jetzt beseitigten Postlehnsverhältnisse erheben sollte.

Art. 13. Statt der von dem Fürstlichen Hause von Thurn und Taxis bisher an die Großherzogliche Regierung für die nutzbare Ueberlassung des Postrechts gezahlten Summe von jährlich 37.000 fl., bestehend in dem Canon von 25,000 fl. und derjenigen Summe von 120000 fl. zu deren Entrichtung sich der Fürst von Thurn und Taxis nach Aufhebung des Chausseegeldes im Großheczogthum

(0 Die Schädlichkeit der Hauskatze im Freien.

Unter obiger Ueberschrift bringtUnsere Zeit einen Aufsatz, der in landwirthschaftlichen Kreisen, wenigstens seinem Hauptinhalte nach, die all

gemeinste Verbreitung verdient. Es wird dort etwa Folgendes gesagt:

Es ist ziemlich bekannt, eines größeren Oeconomiehofes

verschwindet, um erst gegen den Winter hin,

sein Wildpret unzweifelhaft wohlschmeckender.

in den Vorhölzern. Das ist aber eine für den

bende Thatsache, denn die Verheerungen, welche eine einzige Katze über Sommer in der freien Natur anrichtet, erreicht bereits eine bedenkliche Ausdehnung; bedenkt man nun aber, daß im Durchschnitt auf einer Qua⸗

daß von den fünf bis sechs Hauskatzen

mit beginnendem Frühling die Mehrzahl manchmal mit zahlreicher, halbwilder Nachkommenschaft sich wieder im Gehöfte einzustellen.

Nun fängt die Hauskatze auch wohl im Garten und Felde so manche Maus und wird dadurch wohl zunächst hinausgelockt. der Vogel ihre Aufmerksamkeit auf sich; sein Fang ist unterhaltender und Und gar nicht lange, da gilt ihre eifrigste Jagd den Grasmücken, Rothschwänzchen, Finken ꝛc. ꝛc., im Garten den Lerchen, Wachteln, Rebhühnern, Junghasen im Felde und

Ihre Räubereien

über diesen Gegenstand

ist auch ganz natürlich;

freiem Felde antreffen, Mittel, den Katzen das Naturfreund sehr beirü⸗

ihnen unleidlich. Sie

ilien herbeigeführt wird. l draußen im Freien auf Vogelfang ꝛc. ausgezogen

in behaglicher Ruhe am während ihr der Kampf mit den Ratten schon von vornherein zu mühsam ist. Dagegen ist der sonst unbeweglich am Ofen liegende Kater zu un⸗ Bald aber zieht serem Schrecken mit unglaublicher Behendigkeit auf den Beinen, fliegt ein⸗ mal durch Unvorsichtigkeit der Kanarienvogel uns aus dem Bauer. Jäger haben darum so unrecht nicht,

hübsch zu Hause zu bleiben. nur Ein Ohr etwa zur Hälfte fortzuschneiden. terun tröpfelt ihnen alsdann das Wasser in das offenstehende Ohr, und dies ist

sind unzweifelhaft als eine der hauptsächlichsten

Ursachen anzusehen,(Mangel an Wald und Gebüsch, Hägen und Zäunen, sodann dae Treiben rober Kinder dürfen hier nicht vergessen werde welche leider von Jahr zu nützlichen Singvogelfam Hauskatze, welche einma ist, zu Hause ein völlig

Jahr allenthalben eine Verminderung aller Dazu kommt, daß eine

werthloses und unbrauchbares Geschöpf wird. Es sie kommt im Herbst gemästet heim, ist träge, liegt Ofen und kümmert sich um die Mäuse gar nicht,

Die wenn sie jede Katze, die sie auf niederschießen. Es gibt übrigens ein einfaches Leben im Freien zu verleiden und sie zu zwingen, Es besteht darin, denselben Beide oder auch Bei feuchter Witterung

kehren alsbald auf das Gebiet zurück, für welches

Auch der Bade-

dem Besitze und Genusse der ge⸗

nl), dur

dratmeile, umfassend Gärten, Felder und Vorwald, ihrer mindestens sechs bis zehn hausen, von denen jede täglich, je nach der Thierbevölkerung, ein Terrain von einer Achtel bis einer halben Meile durchstreift, bedenkt man, daß sie hier Nachtigall und Spitzmaus, Maulwurf und Iltis, kurz Alles in wildester Mordlust umbringt, was sie zu überwältigen vermag, und daß ihrer Behendigkeit, List und Ausdauer außerdem nicht leicht irgend eines der kleineren Geschöpfe, gleichviel, ob Vogel oder Säugethier, zu entgehen vermag, dann wird man den Schaden der im Freien umher⸗ streifenden Hauskatzen für den Naturhaushalt und das Menschenwohl erst recht zu ermessen vermögen.

durch ein gewichtiger Dienst geleistet.

wir sie bestimmt haben und wo sie ausschließlich uns von Nutzen sein können.

Zarten Nerven mag dies Mittel allerdings als eine Barbarei ere scheinen; allein der Mensch trägt ja kein Bedenken, an zahlreichen Haus⸗ thieren ungleich grausamere Verstümmelungen vorzunehmen, und überdies hat die Operation, in frühester Jugend und nur an Einem Ohr vorge⸗ nommen, gar Nichts auf sich und schadet dem Thier innerhalb der Häus⸗ lichkeit gar nicht. Dem Naturhaushalt und zugleich uns würde aber da⸗

Al. 1. deb gehe u ile. he die Geck gissehunge. 5 etgeben wette

l. l herzliche 6 Mero d. iwesen in ubllart werdel

All disber

chen Seine wine f ease eke

und Seiner Turi, bezil schen Verwall Vertrag nicht Aut. 16. baldthunlicht Allerhöchler. Großhemeglie neußischer S 195 das M und das Mn Modellen, und im Edrtespor Zu Urlu ligten diesen und ihre S So gesch (untetz.) Dr. (.

zu dem B.

sschen und

Bei ber h. id weilt di

D N Fanden, dal stimmungen das Pofiwe Rüdsicht ar

Obl

1904 In Talhsversar Partial. Ob das Loos bellum!

Die Jh. dialer Verl gefordert d Anurden m

Nene

duridmert 1. Jer Alter