Züchtigung mehrerer Cadetten und dadurch kam ein lang gehegter Groll zum Durchbruch. Die „Marb. Ztg.“ meldet, daß der ältere der beiden Söhne des Kriegministers John an der Spitze der Erhebung gestanden habe.
Frankreich. Paris. Im jetzigen Augenblicke, wo in aller Herren Ländern von der Reorganisation der betreffenden Armeen die Rede ist, verdient eine Statistik, welche die„Revue des deux Mondes“ bringt, einige Beachtung. Dieselbe betrifft das französische Contingent von 1864; die Stärke der Altersklasse betrug 325,000 Mann. Davon wurde die ungeheure Zahl von 109 bis 110,000 Mann für den Dienst untauglich befunden; es waren zu klein(nicht 1 Meter und 56 Centi— metres groß) 18,106, schwache Constitution, Aus— zehrung ꝛc. 30,524, von Geburt an verstümmelt 15,988, Bucklig, zu hohe Füße oder Plattfüße 9100, an Hautkrankheiten leidend 2529, Blind oder Taub 6988, Stotterer 963, ohne Zähne 4108, an geheimen Krankheiten leidend 5114, Kröpfe oder Scrophulöse 5213, Albinos, Ge— lähmte, Irrsinnige 2155, an diversen Gebrechen leidend 8236. In Oesterreich stellt sich nach der„Revue“ das Verhältniß noch schlechter. Dort soll die Altersklasse von 1862 nicht im Stande gewesen sein, 90,000 Leute zu liefern, obgleich sie aus 658,000 Mann, wovon 297,000 dienst— pflichtig waren, bestand. Unter den 297,000 hätten sich, diesem Blatte zufolge, 207,000 zum Militärdienste untüchtige Leute befunden, und man hätte zurückgreifen müssen, um die nöthige Zahl zu bekommen.
— Der„Moniteur de l'Armée“ enthält in seiner letzten Nummer einen großen Artikel über die preußische Armee, der sowohl im größeren Publikum, wie auch in den militärischen Kreisen ein gewisses Aufsehen erregt hat. Derselbe ist mit einem geheimnißvollen K. unterzeichnet, soll aber, wie man erzählen hört, den Obersten Ferri— Pisani, Adjutanten des Prinzen Napoleon, zum Verfasser haben. Der preußischen Armeeorgani— sation, namentlich den militärischen Ausbildungs—
anstalten, wird darin große und, wie es allen Anschein hat, auf genaue Sachkenntniß gegründete Anerkennung zu Theil, die Uebertragung des preußischen Wehrsystems nach Frankreich jedoch nicht befürwortet.
— Dem„Moniteur“ zufolge ist die Ausfuhr und Durchfuhr von Rindvieh über die Nord— gränze Frankreichs, von Dünkirchen bis an den Rhein, wegen der in Belgien herrschenden Rind— viehseuche verboten.
Rusiland Aus Moskau wird berichtet, daß die Kälte seit dem 18. Januar zwischen 25 und 30 Grad geschwankt habe. In der Nacht vom 20. Januar gefror das Quecksilber und in ganz Moskau erloschen die Gaslaternen.
Friedberg. Der Gesapgverein Frohsinn hat durch sein für Sonntag den 10. d. im Saale des Hotel Trapp arrangietes Concert den Theilnehmern desselben einen hohen Kuystgenuß bereitet, wie er uns Friedbergern noch nie oder doch nur höchst selten geboten war und nicht leicht wieder geboten werden wird. Den freundschaftlichen Be— ziehungen mehrerer Mitglieder des Vereins zu Hrn. Hugo Heerman min Frankfurt ist es zu danken, daß dieser gefeierte Violinvirtuos zur Mitwirkung bei dem Concerte des Froh— sinns gewonnen werden konnte. In uneigennützigster Weise hat Herr Heermann den Wünschen seiner Freunde eutsprochen, obgleich ihm die gerade für die nächsten Tage mehrfach eingegangenen Concert-Engagements kaum die wenigen Stunden Zeit für seine Friedberger Freunde gestatteten. Das bewunderungswürdige, seelenvolle Spiel des Herrn Heermann war der Glanzpunkt des Abends und riß die zahlreiche Zuhörerschaft mehrfach zu stürmischem Applaus hin. Wir selbst wollen uns kein Urtheil erlauben über die Leistungen dieses Künstlers, glauben aber ein sehr zutreffendes in einer Frankfurter Concert-Kritik ge—⸗ funden zu haben, woraus wir einige Stellen wiedergeben. Dort heißt es:„Durch die classische Ruhe, die wir bei wenig Violinspielern antreffen, gewinnt Herr Heermann schon im Voraus seine Zuhörer, mehr aber noch durch seine solide, gediegene Künstlerschaft, die ihm mehr gilt als das Virtuosenthum. Sehr bedeutend ist der Künstler in den Gesangstellen, die er denn auch so einfach, zart und innig vorzutragen versteht, wie man sie anders nur von guten Sängern hören kann. Herr Heermann ist ein ebenso fertiger Geiger, wie er ein gediegener Künstler ist. Die schnellsten Läufe in den verschiedensten Stricharten, die schwierigsten Applicatur-Passagen und Arpeggien, die vollgriffigsten Accorde, die gewagtesten Sprünge, Terzen⸗,
Septen- und Decimen-Gänge in Sturmeseile— alles ist ihm nur Kinderspiel.“— Das reichhaltige Programm, welches durch die gütige Mitwirkung mehrerer tüchtigen musikalischen Kräfte eine greße Abwechslung bot, wurde auch in allen seinen übrigen Theilen vortrefflich durchgeführt, und hat sich der Verein Frohsinn durch Ar⸗ rangement dieses genußreichen, in jeder Beziehung aus⸗ gezeichnet gelungenen Abends den wärmsten Dank seiner zahlreichen Freunde auf's Neue gesichert, den wir, gewiß in Uebereinstunmmung mit allen Besuchern des Concertes, demselben hiermit aussprechen wollten.
, Friedberg. Seit einigen Tagen sehen wir wiederholt größere Partzeen Helme aus dem Bahnhofe in die Kaserne verbringen, nachdem dieselben bisher Winterquartiere in der Rüstkammer in Darmstabt be— zogen hatten, wo man sie sehr wohl aufgehoben und einstweilen gut geborgen wähnte. Bei dem unerwartet baldigen Ausrücken derselben nach den verschiedenen Gar— nisonsorten des Landes glaubt man annehmen zu dürfen, daß diese Helme die längste Zeit kopflos gewesen seien und bald ihren Mann finden würden, um den früheren her- vorragenden Standpunkt bei unseren hessischen Truppen wieder zu behaupten.
„ Bei der Ausstellung in Paris werden nach den getroffenen Anoednungen im Ganzen 545 ordentliche Classen-Jury-Mitglieder functioniren. Hierzu treten noch 25 Mitglieder einer neuen Jury für die Angelegenheiten zum Wohl der arbeitenden Classen und 30 Ersatzgeschworene, so daß die Gesammtzahl 600 Mitglieder beträgt. Ur⸗ sprünglich hatte Preußen davon 30, und ebensoviel Oeste reich und das übrige Deutschland. Bei der Macht- erwegerung Preußens wurde auch in Paris eine Erhöhung der preußischen Mitglieder auf 48 für billig erachtet, zu— gleich in Vertretung, Norddeutschlands. Für das übrige Deutschland sind 12 bestimmt. Preußen stellt 1 Präsidenten und 1 Vicepräsidenten bei der Gesammtzahl von 10 Präsidenten und 18 Vicepräsidenten, Frankreich als Sitz der Ausstellung 5 Präsidenten und 7 Vicepräsidenten, England 2 Präsidenten und 3 Vicepräsidenten, Oesterxeich und Süddeutschland je 1 Präsidenten und 1 Vice⸗ präsidenten, die Schweiz, Belgien, Rußland, Italien und Nordamerika je 1 Vicepräsidenten.
2% Wiener Blätter bringen folgende Geschichte: Ein bei einem Tischlermeister in der Lehre stebender Junge war vor einigen Wochen auf den Trödelmarkt gegangen und hatte sich dort für 30 kr. ein altes Gilet gekauft. Wie erstaunte er aber, als er in dem Westenfutter Papiere eingenäht fand, die sich als fünf Banknoten zu 100 fl. entpuppten. Das Geld war in ein Blatt eingeschlagen, worauf die Worte standen:„Der das Geld findet, wird es gewiß brauchen können, Reichthum kauft nicht am Trödelmarkt.“
Oeffentliche Aufforderung. 292 Die Gläubiger der verstorbenen Johannes Gun dermanns Wittwe von Glauberg werden auf— gefordert ihre Forderungen innerhalb 4 Wochen dahier anzumelden, widrigenfalls sie bei Regulirung des Nach— lasses nicht berückfichtigt werden. Altenstadt den 2. Februar 1867. Großberzogliches Landgericht Altenstadt . d.
M a y Landgerichis⸗Assessor.
Güter-⸗Versteigerung. 286 Montag den 18. Februar d. J., Vormittags 10 Uhr, sollen in hiesigem Rathhause auf freiwilligen Antrag der Adam Wendels Eheleute zu Butzbach die 3 in hiesiger Gemarkung zustehenden Güter⸗ ücke, als:
Flur. Nr. Klftr. Gemarkung Friedberg. 13. 200. 472. Acker Großgalgenfeld, 8. 110,5. 407.„ Großwarthfeld, 11. 85. 704.„ Lachenfeld, 1„ daselbst, 7. 156,3. 305.„ Kleinwarthfeld, 12. 18,7. 331.„ Kleingalgenfeld, 13. 259,9. 32.„ Groß galgenfeld am Dachspfad.
Gemarkung Fauerbach b. F. 2. 153,5. 333. Acker in der Elach, 8 3 727.„ obig dem Dorhetmerpfad, 1 1 21% 1 ö 20. Wiese 1 öffentlich meiftbleteud auf 6lährige Martiniziele versteigert werden. Fritedberg den 7. Februar 1867. Großherzogliches Ortsgericht Frledberg Jou car, dlenftältester Gerichtsmann
27 welche sich über Giechtkranken, e leichteste und schnellste Heilung ihrer Leiden be— lebren wollen, ist„Dr. Hoffmanns zuver⸗ läfsiger Gichtaczt“ bringend zu empfehlen. Sein einfaches Heilverfahren ist nicht blos das kürzeste, sondern auch das wohlfeilste. Dieses Büchlein ist für 27 ke. in allen Buchhand. lungen zu bekommen; in Friedberg bei Bindernagel& Schimpff. 27¹6
ö
Aufforderung.
360 Forderungen an unsere Zöglinge aus dem laufenden Unterrichtshalbjahr wollen in den nächsten 4 Wochen mittelst Einreichung der Rechnungen bei uns ange— meldet werden. Friedberg den 12. Februar 1867. Großherzogliche Seminardirection
Stel nb etg er.
Holz- Verstei Holz⸗Versteigerung. 359 Aus dem Freiherrl. v. Frayckenstein'schen Wald⸗ distrikt„Klappertannen“, in der Gemarkung Ockstadt
bei Frierberg, kommen zur öffentlichen Verstelgerung: 1) Montag den 18. d. M., Vormittags um 9 Uhr, 1½ Stecken Birken⸗Scheitholz,
31 0 Kiefern⸗„ 1½ 5 Birken⸗Prügelholz, 119„ Klefern⸗ 5 „ Birken⸗Stockholz, 92 7 Kiefern⸗„ 192 Wellen Birken-Retsholz,
8382 Kiefern.„ 2) Dienstag den 19. und Mittwoch den 20. d. M., Vormittags um 10 Uhr,
303 Kiefern Stämme, von 5½— 15“ Durchm. 4 Weißtannen⸗ Stämme, und 15— 70“ Länge,
2 Kärchen⸗„ 4933 Cblf. enthaltend. 786 Kiefern⸗Stangen, von 3 5“ Durchm 4 dercn e, f 20— 60“ Länge,
15 Laärchen⸗ 5 3750 Cbkf. enthaltend. Die Zusammenkunft findet jedesmal in dem ge⸗ nannten District auf dem„Hartbäumchesweg“
statt; bezüglich des Stamm- und Stangenholzes wird noch bemerkt, daß dasselbe an den beiden oben genannten Ta en zu ungefähr glei ven Theilen zum Ausgebot kommt. Ockstadt den 11. Februar 1867. Die Freiherrl. v. Franckenstein'sche Oberförsterei Ockstadt g Frey.
Arbeits-Versteigerung.
361 Samstag den 16. Februar J. J., Nachmittags um 2 Uhr, soll auf dem Gemeindehause zu Ostheim Schreiner— arbeit und Schlosserarbett zu einem neuen Scheuerthore, veranschlagt zu 50 fl., unter den vor der Versteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen versteigert und in Accord gegeben werden.
Butzbach den 9. Februar 1867.
Der Bezirks⸗Bauaufseher Bur k.
Holz-Versteigerung. 369 Montag den 18 d. M., Vormittags 10 Uhr anfangend, sollen in dem Maibacher Gemeindewald, Distrikt Winges heck, Haasenberg und Pferdkopf, nach⸗ benanntes Gehölz öffentlich an die Meistbietenden ver⸗ steigert werden: 19 3 Stecken Buchen-Prügelholz, 2) 7 5 Stoa holz, 3) 750 Stück„ Wellen 4) 4 Stecken Nadel Scheitholz, 5) 724 5„ Prügelbolz, 6) 5100 Stück„ Wellen, 7) 150„ Eichen⸗ 75 Bau:, Werk und Nutz holz. 8) 36 Stück Nadel⸗Stammbolz, 396 Ebf. haltend, 9er„ Stangenbolz, 261„* welche sich zu Lellerbäumen und Sparren eignen, 10) 350 Stück Buchen ⸗Stangen zu Fachgärten. Die Zusammenkunft ift in loco Maidach Es wird noch bemerkt, daß das Holz gegen vor⸗ schristsmäßigen Bürgschein bis zum 1. Sept. d. J. geborgt wird. Maibach den 11. Februar 1867. Großherzogliche Bürgermeisteret Maibach Philipp
Pfandschein Nr. 14. 357 ist verloren gegangen. Ansprüche an denseiben find innerhalb 14 Tagen zu erheben.
Ein Regenschirm
371 von grünem, baumwollenem Zeug ist mir abhanden gekommen und bitte um dessen Rückgabr. 3 un g.
Bindernagel& Schimpff in Friedberg empfehlen als vorzüglich:
Schwarze Kaiser-Tinte
von J. Scholz in Mainz.
Diese, aus Pflanzenftoffen bereitete Tinte ist frei von Säure, fließt sebr gut aus der Feder, die sie nie⸗ mals angreift, schreibt sich dunkelviolet, wird aber nach kurzer Zeit für immer tief schwarz.
Die Copirtinte ist unübertroffen, Abzüge davon lassen sich noch nach 8 Tagen nehmen.
Das Fläschchen 8 kr.
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