nur in verschlossenen Läden, geschehen. Für Le- der beginnt die Messe am Mittwoch den 4. September, an welchem Tage die öffentlichen Waagen zum Verwiegen desselben er— öffnet werden, und endigt mit Dienstag den 17. September. Das Einlagern des Leders in die städtischen Magazine ist schon von Montag den 2. September an gestattet.
Wiesbaden. Sicherem Vernehmen nach (meldet der„Pf. Kur.“) haben die Recepturen zu Weilburg, Wiesbaden und Bleidenstadt die Weisung erhalten, die Schlösser des Herzogs
in den genannten Recepturbezirken auf den Namen
des königlich preußischen Fiscus bei den Land- oberschultheißereien überschreiben zu lassen.
— Die Spielbank-Actionäre sind durch die Administration des Kurhauses zu einer außer— ordentlichen General-Versammlung auf den 6. Sept. berufen, in welcher über die Vorschläge berathen werden soll, unter welchen das Spiel noch auf eine Reihe von Jahren gestattet werden könne.
Bayern. München. Durch eine Ver⸗ ordnung des Kriegsministeriums ist des preu- ßische Felddienst-Reglement auch bei der bayrischen Armee eingeführt und dasselbe sofort ein— zuüben, da es schon bei Manövern auf dem Lechfeld und in Schwaben zur Anwendung kommen soll.
— Graf Hegnenberg-Dux hat den An- trag, bayerischer Gesandter in Berlin zu werden, abgelehnt. Dennoch sollen die Unterhandlungen mit dem Grafen noch nicht vollständig abgebrochen sein, da die Ablehnungsgründe nicht principielle sind.
Oesterreich. Wien. Das Finanz- project des Ministers Becke soll in der beah— sichtigten Umwandlung sämmtlicher Staatsschuld— verschreibungen in Rentenpapiere unter Herstellung eines einheitlichen Zinsfußes für alle Gattungen von Staatsschulden bestehen.
Donaufürstenthümer. Englische Blätter theilen aus parlamentarischen Actenstücken über die Judenverfolgung in den Donaufürstenthümern eine Unterredung mit, die der britische Consul, St. Clair, am 27. Juni mit dem nach Jassy gekommenen Fürsten Karl hatte. Er trug dem Fürsten vor, daß am 24. Juni mehr als 200 Juden geschlagen und mißhandelt worden und daß einige dreißig, die Spuren der Unbilden an sich tragend, Haar und Bart versengt und zer⸗ zaust, bei dem britischen Consulate erschienen seien. Der Consul sah eine Jüdin, die von einem Sol— daten einen Bajonettstich in den Arm erhalten, weil sie ihn zu verhindern suchte, ihren Gatten zu mißhandeln. Fürst Karl versicherte, er sei ent⸗ schlossen, dem Treiben Einhalt zu thun und die Schuldigen streng zu bestrafen. Am 28. Juni schreibt der Consul, die betheiligten Officiere seien in Arrest und sähen ihrer Bestrafung entgegen. Er habe dem Fuürsten jedoch die Besorgniß aus gedrückt, daß nach dessen Abreise nach Jassy die Sache wieder ihren früheren Gang gehen werde; die Behörden seien schwach oder pflichtvergessen und das Volk keineswegs für eine importirte europäische Constitation geeignet.
chweiz Zürich, 4. Aug. Durch ein krankes Kind einer in Rom wohnenden Basler Familie wurde letzte Woche die Cholera von dort hier eingeschleppt und es starben daran bereits sieben Personen. Trotz der eifrigen Bemühungen der Medicinalbehörde scheint die Krankheit sich rasch ausdehnen zu wollen.
Frankreich. Paris. Die„Liberté“ mel⸗ det, daß man am 26. Juli in den Vereinigten Staaten Nachrichten über Herrn Dano hatte. Seine Lage war noch immer sehr mißlich. Er hatte Porsirio Diaz ersucht, ihm die Mittel an die Hand zu geben, um mit 250 anderen Fran- zosen die Küste zu erreichen. Diaz hätte darüber an Juarez referirt, der geantwortet hätte, Dano möge seine Ankunft in der Capitale abwarten.
— Im„Journal de Paris“ zeigt Herr J. E. Horn an, daß die Polzei ihm mündlich zu wissen habe thun lassen, der große internationale Genossenschafts⸗Congreß, der hier zusammentreten sollte, dürse nicht stattfinden. Da Horn vermuthete, es möge seine Person ein Stein des Anstoßes gewesen sein, so beeilte er sich, zu erklären, daß
er nicht mehr Präsident und Mitglied des provi⸗ sorischen Bureaus sei. Es muß nun abgewartet werden, ob die Erlaubniß zu dem Congreß nun doch noch gegeben wird.
— Der„Moniteur“ enthält ein Telegramm des Herrn Dando, französischen Gesandten in Mixico, vom 20. Juli, worin dieser anzeigt, daß er, wenn nicht ein unvorhergesehener Zwischenfall eintritt, in der Lage sein werde, in wenigen Ta— gen von Mexico abzureisen.
Italien. Nachrichten aus Palermo mel— den, daß man dort am 5. August 168 Todesfälle von 258 Cholerafällen gezählt hat. f
Amerika. Unter den von den Mexicanern gefangen genommenen kaiserlichen Generälen und Offizieren befinden sich 5 Italiener, 6 Spanier, 9 Ungarn, 28 Franzosen, 30 Mexicaner, 43 Amerikaner aus verschiedenen Staaten, 95 Belgier und 140 Deutsche. Die einzigen Ausländer, denen Juarez den Uebertritt in die mexicanische Armee gestattet, sind die Spanier.
— Aus Mexico wird berichtet, daß sämmt⸗ liche kaiserliche Präfecten auf 6 Jahre verbannt worden sind. Der Bischof von Jalapa ist ver- haftet worden; er wird beschuldigt, zu den An— hängern des Kaiserreichs gehört zu haben. Die allgemeine Confiscation der Güter der Kaiser— lichen hat begonnen. Man versichert, daß die fremden Gefangenen fast nackt in den Straßen Queretaros umhergehen. Lopez, der Verräther, welcher den Kaiser Maximilian in die Gewalt seiner Feinde gebracht hatte, ist in Oajaca auf Befehl des Gouverneurs verhaftet und einem Kriegsgerichte überliefert worden wegen Misse— thaten, die er verübt habe, als er Offizier im Dienste des Kaisers gewesen.
Friedberg. Unser Schützenverein scheint mehr und mehr aus seinem Stillleben heraustreten zu wollen, denn es ist seit einiger Zeit ein reges Treiben in dem⸗ selben bemerkbar geworden. Man ist damit beschäftigt, für den kommenden 25. und 26. August ein großes Haupt-Preisschießen zu arrangiren, wozu auch auswäruge Vereine eingeladen werden sellen, und verspricht man sich einen zahlreichen Besuch. Wenn der Himmel dem Unter⸗ nehmen günstig ist, so hofft man, den Herren Schützen ein recht vergnügtes Fest bereiten zu können und wird der hiesige Schützenverein alle Kräfte aufbieten, das erste auf dem neuen Schießplatze gehaltene Hauptschießen so gelungen als möglich durchzuführen.
Darmstadt. Von hier ist ein sehr bedauerlicher Vorfall zu berichten. Vor einigen Tagen haben nämlich preußische Musiker in der Morißhalle dahier ein Concert gegeben und sind dei ihrem Gange nach der Eisenbahn von einem Haufen Volks, das sich vor dem Coucertlocale versammelt halte, mit Schimpf und Schelt⸗Worien auf die unverschämteste Weise insullirt worden, ja es sollen sogar einige Steinwürfe gefolgt sein. Die Dazwischenkunft eines Piquets der Rheinthorwache verhinderte, daß die Rohheiten des die Musiker versolgenden Pöbels nicht noch mehr Ausdehnung naymen. Wie verlauiet, ist eine Unter⸗ suchung wegen dieses Vorfalls eingeleitet worden.
Mühlheim a. Rh. Einem Briefe aus M.⸗Glad⸗ bach entnimmt das„Mühlheimer Volksblatt“ die schreck. liche Nachricht von der Beerdigung einer Scheintodten. Es heißt darin: In voriger Woche wurde hier eine Frau, die an der Cholera gestorben sein sollte, durch den Herrn Caplan Mürriger zu Grabe geleitet. Einige Tage später wurde dieselbe wieder ausgegraben, weil die Leute erzählten, die Frau habe den Herzkrampf gehabt; bei Eröffnung des Sarges fand sich leider das Gerücht betätigt: die scheinbar Todie war im Sarge erwacht, hatte ihre Kleider, mit de⸗ nen sie beerdigt worden war, zerrissen, ihre Hände zer— fleischt und den Leib zerkratzt.
Stuttgart, 1. Aug. Gestern wurde hier die Wittwe Wilhelm Hauffs beerdigt. Sie hat den bekanntlich sehr jung verstorbenen Dichter um 40 Jahre überlebt, nachdene sie kaum 10 Monate an seiner Seite das Glück der Ehe genossen hatte. Das Töchterlein, welches sie ihm wenige Tage vor seinem Ende geboren, ist gleichfalls, eben zur Jungfrau heranreifend, längst gestorben, und so um⸗ schließt nun das Grab auf dem Hoppelaukirchhof die ganze Familie des Dichters. Das Grab ist durch einen mäch⸗ tigen Felsplock vom Lichtenstein mit einer ehernen Leier bezeichnet, der übrigens jetzt gänzlich von Epheu überdeckt ist.
Bayreuth, 8. August. Eine Brodvergiftung, wie sie im vorigen Monat in Würzburg staltfand, setzt unsere Stadt in Aufregung. Eine Menge Familien und Per- sonen(man spricht von etlichen sechzig), welche heute Morgen von dem Weißbrod(Semmeln) des Bäckermeisters Scholt in der Judengasse genossen, erkrankten unter den Symptomen der Vergiftung. Eine sofortige ärztliche Untersuchung ergab, daß in dem Backwerk Arsenik enthalten. Sämmtliches Brod des Schott wurde sogleich von der Behörde confiscirt, und ein Geselle desselben verhaftet. Die Aerzte sind in größter Thätigkeit. Bis jetzt ist noch kein Todesfall vorgekommen. Auch in Heinersreuth, 1 Stunde von hier, sollen Erkrankungen angezeigt sein.
5 15 2 % Nach einer Mittheilung des Wleuer Blattes„Wan⸗ derer“ sebt die kürzlich todtgesagte Henriette Pustowoftoff
(der weibliche Adjutant des polnischen Insurgentenführers
Langiewicz) noch immer zu Paris und erhält, wie alle anderen Offtciere des letzten polnischen Aufstandes, von der französischen Regierung 100 Francs monatlichen
Gehalt. Vor dem Aufstande besaß Fräulein Pustowojtoff
ein Vermögen von 20,000 Silbecrubeln, das sie während
des Aufstandes und nach demselben zur Unterstützung armer Insurgenten-Familien verausgabte. 1
u Ein Beschluß des Stadtraihs von Chemnitz vom 2. Mal normirt die Gehalte der dortigen Schulstellen in solgender Weise: A. Höhere Bürgerschule: 4 Stellen à 600 Thlr., 4 St. à 350 Thlr., 4 St. à 500 Thlr., 4 St. à 450 Thlr., 3 St. à 400 Thlr. und 3 St. à 350 Thlr. 4 St. à 550 Thlr., 4 St. à 500 Thlr., 3 St. à 450 Thlr., 5 St. à 400 Thlr. und 3 St. à 350 Thlr. C. Niedere Bürgerschule für Knaben: 3 St. à 600 Thlr., 3 St.
2 St. à 400 Thlr. und 2 St. à 350 Thlr. D. Niedere Bürgerschule für Mädchen: 4 St. à 600 Thlr., 3 St. a 550 Thlr., 3 St. à 500 Thlr., 3 St. à 450 Thlr., 3 St. à 400 Thlr. und 3 St. à 350 Thlr. Außerdem werden 50 Thlr. persönliche Gehaltszulage für solche Lehrer bewilligt, welche an den Chemnitzer Schulanstalten 25 Jahre gewirkt haben.— Glücklicher Weise sind solche
à 550 Thlr., 3 St. à 500 Thlr., 3 St. à 450 100
. — —— 5
B. Mittlere Bürgerschule: 4 St. à 600 Thlr.
Grab.
1 gegterungen 6 Reh nterll undes ul
für die Hebung des Volksschulwesens erfreuliche Erschei— 9 dum gallen
Wir er⸗
0
nungen in der Neuzeit keine Seltenheit mehr.
innern in dieser Bezlehung nur an Frankfurt, Offenbach,
Dacmstadt, Worms, Gießen ꝛc.
80 Tunnel unter dem atlantischen Meere. Kaum ist die Verbindung der alten und neuen Welt durch die unterseeische Blitzleitung angestellt, so denkt man schon daran, unser Jahrhundert noch um ein größeres Wunder zu bereichern. Ein amerikanisches Blatt ver⸗ sichert nämlich, daß der Bau eines Tunnels gewiß und wirklich in Angriff genommen werden soll, der unter dem Bette des allantischen Meeres Amerika mit Europa auf trockenem Wege verbinden soll. Die bedeutendsten In⸗ genieure Amerikas wie Englands hätten das Werk als vollkommen ausführbar bezeichnet und nur beigefügt, daß es viel Zeit und Geld kouen werde.
2 Vor Kurzem erklärte Professor Anderson in einem Vortrage über die Chincha⸗Inseln, daß die nördlichen Inseln der Gruppe bereits vollständig erschöpft seien und der Guano auf den südlichen eine geringere Qualität habe. Da die peruanische Staatsschuld die Guano⸗Juseln mit unter ihre Sicherheiten zählt, so drückte ein vorsichtiger Inhaber von peruanischen Staatspapieren in der Presse die Hoffnung aus, der Vertreter der Regierung von Peru werde Anlaß nehmen, sich über diesen Punkt zu äußern. Letzteres thut denn auch nun der Agent der genannten Republik, wenn auch mit unverhohlenem Zorne. Anknüp⸗ fend an eine Art Erklärung, die den Guauo-⸗ Gelehrten die Absicht unterlegt, auf den Cours der peruanischen Fonds zu drücken, folgt die officielle Mittheilung, daß allerdings die nördlichen Chinchas erschöpft seien. In den zwei Jahren indessen, seitdem man die südlichen in Angriff genommen, habe sich die Nachfrage sehr beträchtlich geho⸗ ben, hauptsächlich wegen der Qualität, die bedeutend besser als auf den anderen sei. Uebrigens seien, selbst wenn im Laufe der Zeit auch hier der Vorrath zu Ende sei, an anderen Orten noch Guanolager, hinreichend, um dem Bedarf für mehrere Generationen zu genügen.
den Posaue Ader Preuß als interner Att. 3. i wesens in Weichen d Arwelig übe neglemen mn Aorönungen nationalen. Die gedachlen niss des Put zoghichen Nag Die nach den findenden Le Großherzog wie solches Sollte aus stehenden Po vorher mit de getreten werd Posistellen we Negierung, se grundsätzen v llcche Posivern alle Ausgaben 1 im Großhenog dem Publikum Ngenüder diese W Depag doch innerhald des mäßig odlieg Art. 4. Postanssaller jeder Kalego verwallung Preußischen
Telegraphischer Bericht.
Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff„Allemania“, Capt. Meier, welches von New⸗Pork am 27. Jult abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen, glücklichen Reise von 10 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich be⸗ stimmien Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 1214 Passagicre, 750 Tons Ladung, 82300 Dollars Coutanten und 49 Briessäcke. f
Das Bremer Pofibampfschiff„Hermann“, Capt. Wenke, welches am 25. Juli New⸗Hork verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgeseßt.
Vertrag zwischen der Großherzoglich Hessischen und der Königlich Preußischen Staatsregierung wegen des
Postwesens.
Auf Grund des Artikels 10 des Friedens⸗Vertrages zwischen dem Großherzogthum Hessen und dem Königreich Preußen vom 3. Sepiember 1866 und der Bestimmungen im§. 6 des Schlußprotocolls zu diesem Friedensvertrage sind nunmehr, nachdem die Königlich Preußische Staats⸗ Regierung durch Vertrag mit Seiner Durlaucht dem Fürsten von Thurn und Taxis vom 28. Januar 1867 die gesammten Taxisschen Postgerechtssame erworben hab, zwischen der Großherzoglich Hessichen Staatsregierung, vertreten durch den Legallons⸗Rath Dr. Karl Neidhardt, und der Königlich Preußischen Staats⸗ Regierung, ver ⸗ treten durch den Geheimen Post⸗Rath Heinrich Stephan kraft ihrer beiderseitigen Vollmachten die nachstehenden Arlikel unter Vorbehalt der Ratification der beiderseiln hohen Staalsregierungen verabredet worden. 9
Art. 1. Die gesammie Verwaltung des Postwesens
und die Ausübung des Postregals im Großherzogthum
——
1200 Aung Itboren den Jobannes be Clsabetba, D unbekannt Lebegerden, bedselden wer N nahme sdres 1 audurdert aden, don lausend, de falls dasset meldet bab verabfolgt Friedl
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