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folgende Turner aus unserer Provinz Preise: C. Kalbfleisch von Butzbach den 2. H. Heß von Peterweil den 1—x9 Jacob Rumpf von Butzbach den 11, Fe. Schäfer! von Gießen den 14., B. Geüuinger von Butzbach den 35.
Darmstadt. Der Invaliden⸗Unterstützungs verein hal seine siebende Uebersicht der gezeichneten und eingesendeten Beiträge veröffentlicht. Dieselben betragen dis zum 30. Juni 22.826 fl Ausweislich des Rechen⸗ schaftsberichts vom 30. April d. J. waren bis dahin ver. ausgabt worden: m) an 31 Wittwen resp. Hinterbliebenen gefallener Soldaten 894 fl., 2) an 121 Seldaten vom Feldwebel abwärts 1891 fl. 45 kr., zusammen 27855 fl. 45 kr. Vom 1. Mai d. J. bis zum 30. Juni wurden weiter ausgegeben: 1) an acht Wittwen(darunter vier wiederholte Gaben) 80 fl., 2) au neun Soldaten(dar⸗ unter 3 wiederholte Gaben) 135 fl., zusammen 215 fl. Im Gauzen wurden bis beute verausgabt: 1) an 35 Wittwen resp. Familien 974 fl., 2) an 127 Soldaten 2026 fl. 45 kr. in Summe 3000 fl. 45 kr. Zur Unter⸗ stützung empfohlen sind 224 Soldaten. Außer den Unter- stützungsgesuchen der vorgedachten 35 Wittwen, resp Familien liegen weitere 6 Gesuche vor, über welche die Verhandlungen im Gange sind.
Würzburg. Die Untersuchung bezüglich der Brod⸗ vergiftung, energisch und umsichtig geführt, hat ergeben, daß der Bäcker Sauer gänzlich schuldlos, und daß über⸗ haupt kein Verbrechen vorliegt. Dagegen stellte sich heraus, daß, weil seit einiger Zeit kleinere Quantitäten Mehl entwendet wurden, ohne daß der Thäter bekannt, die Haushälterin bemüht war, diesem auf die Spur zu kommen und deßhalb im Hause Umschau hielt, bei welcher Gelegenheit sie in einem Winkel einen Blumentopf voll Mehl fand und solches den Gesellen übergab. Es liegt nun die Vermuthung nahe, daß das vermeintliche Mehl Arsenik war und aus Unkenntniß zum Bestreueu der bereits ausgewirkten Wecke benützt ward. Wie aber das Arsenik in's Haus gekommen, ist bis jetzt noch nicht ermittelt.
Altona. Am 1. Juli wurde unsere Stadt durch die Kunde von einer grauenvollen Mordthat allarmirt. Am Morgen des genannten Tages fand man eine an ständige Bürgerssrau mit tiefdurchschnittenem Halse in ihrer Wohnung. Der Mörder ist ein Soldat des hier garnisonirenden 2. schlesischen Grenadier-Regimenis; der— selbe hat sich indeß der strafenden Gerechtigkeit entzogen; man fand ihn zwei Tage nachher erhängt in einem Garten nahe der Stadt.
„ Das Heidelberger Schloß in Gefahr. Vor einiger Zeit wurde die Schloßruine zu Heidelberg von Mitgliedern des unlängst gegründeten Schloßvereins unter Begleitung von sachverständigen Architekten und Ingenieuren genau untersucht. Es stellte sich bei dieser Gelegenheit mit Sicherheit heraus, daß der auch in seinen Ruinen majestätische Bau durch die Bohrung des Eisenbahntunnels im Schloßberge Risse und Sprünge erhalten hat.
Telegraphischer Bericht Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Agent.
Das Hamburger Postdampfschiff„Hammonia“, Capt. Ehlers, welches von New⸗York am 29. Juni abging, ist nach einer glücklichen Reise von 9 Tagen 7 Stunden wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Hamburg fortgesetzt. Dasselbe bringt 140 Passagiere, 1250 Tons Ladung, 303162 Dollars Contanten und 12 Bciessäcke. 1
Das Bremer Posidampfschiff„Hansa“, Capt. K. von Oterendorp, welches am 22. Juni von Bremen abging, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Tagen wohlbehalten in New⸗York angekommen.
Das Bremer Postdampfschiff„Weser“, Capt. Wenke, welches am 27. Juni New⸗York verließ, ist nach einer glücklichen Reise von 11 Tagen wohlbehalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzi.
handelnden
Friedberg, 11. Juli. Seit 5 Tagen trat im Großherzoglichen Schullehrer-Seminar dahier ganz plötzlich eine auffallende Anzahl von Krank— heitsfällen ein, welche alle die völlig gleichen Symptome, nur bei den einzelnen Kranken im verschiedenen Grade, darboten und von dem be— Seminararzte für gastrisch-nervöse Zustände erklärt wurden. Die geeignete Be— handlung trat sofort ein, welche auch bei mehreren Kranken die erwünschten Folgen hatte. Da aber gleichzeitig auch im hiesigen Militärhospital ein auffallend hoher Krankenstand eintrat und ebenso in der Stadt mehrere Nervenfieberfälle, worunter einige mit tödtlichem Erfolg, eintraten, auch im Seminare selbst innerhalb weniger Tage etwa 5 Erkrankungen einen entschieden typhösen Cha— rakter annahmen, so hielt, man es heute auf Anrathen des Arztes für geboten, das Seminar auf einige Zeit zu schließen, die gesunden Zög— linge in die Heimath zu entlassen und die ent— schieden oder zweifelhaft Kranken hier zu behalten.
Wir hegen die feste, auf zureichende Gründe sich stützende Ucberzeugung, daß diese Maßregel
Schlimmerem vorbeugen und nicht nur für die gesunden, sondern auch für vie kranken Zöglinge, deren im Ganzen bis zur Stunde noch 14 mit mehr oder weniger bedenklichen Symptomen hier zurückgeblieben sind, von den besten Folgen sein wird. Indessen werden wir nicht unterlassen, über den Fortgang der bedauerlichen Krankheits— erscheinung, deren Ursache nach dem Urtheil aller hiesigen Aerzte in dem plötzlich eingetretenen Witterungswechsel liegen dürfte, dem Publikum jeweilig Nachricht zu geben, und bemerken nur noch, daß für die Mehrzahl der noch hier befind— lichen Kranken die beste Aussicht auf baldige Ge— nesung vorhanden, für die von dem Arzte als gesund entlassenen aber keine Ursache zu weiteren Befürchtungen angezeigt ist. Steinberger.
Während des Drucks dieser Veröffentichung wird es uns eben, Freitag den 12. Juli, Vor— mittags 11 Uhr, möglich, folgenden Nachtrag zu machen. Heute Morgen 3 Uhr ist leider einer unserer zurückgebliebenen Patienten, Johannes Mann aus Uffhofen, Kreises Alzey, gestorben. Unser tiefstes Mitleid ist ihm und seinen seit vorgestern Abend hier befindlichen Eltern gewidmet. Seit gestern Abend weilt bereits in Auftrag Großherzoglicher Ober- Medieinal-⸗Direktion Herr Medicinalrath Dr. Küchler hier, um alle Vor— gänge im Seminar einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen, welche heute Morgen seit 8 Uhr im vollen Gang ist. Das Resultat derselben bleibt abzuwarten. Weitere Vorgänge im Seminar werden veröffentlicht werden. Der Obige.
Zum 3. Male: Das Dorheimer und Melbacher Jergwerkz. In Friedberg leben noch Leute, welche von
20000 fl.
anno 12 her wissen, daß damals für die Inan⸗
griffnahme des Dorheimer Bergwerks eine Actien— Gesellschaft sich gründen wollte. Dieses Vorhaben einzelner, intelligenter Männer scheiterte an dem damals noch mangelhaft ausgebildeten Sinn für gemeinnützige Unternehmungen. Jene Einzelne behielten indeß ihr Interesse für den Kohlenberg— bau auch später, nachdem der Staat das Dor— heimer Werk begonnen. Von ihnen kann man erfahren, daß dazumal der Centner Braunkohlen 16 kr. kostete und daß das Dorheimer Werk schon in den ersten Jahren einen Ueberschuß lieferte. Man fing eben klein an, kief nur soviel Land, als absolut nothwendig war. Ausdehnung, Ge— bäude, Maschinen ꝛc. kamen später; man sucht solche Ausgaben möglichst zu vertheilen. Darum werden aber doch die so schön„mit Zahlen auf's Papier“ gebrachten Ueberschußsummen annähernd, abgerundet richtig sein. Das„soll“ ist deshalb an seinem Platze, weil wir die Rechnungen nicht eingesehen haben. Unsere Staatsfinanzen bilden jedoch keine undurchdringlichen Geheimnisse. Aus den Kammerverhandlungen kann Jeder, der sich dafür interessirt, erfahren, wie viel reine Ausbeute das Dorheimer Bergwerk jährlich erzielte. Wir erinnern uns, oft von größeren Summen als von gelesen zu haben. Statt spezieller Angaben, wie 20495 fl. 59/ kr. ꝛc., beschränkten wir uns darauf, eine runde Durchschnittssumme von 20000 fl. anzunehmen.„Einsender“ wollte dagegen jetzt, nachdem das„soll“ so sehr miß deutet worden, einen festeren Anhalts⸗ punkt gewinnen. Er brachte deshalb unseren Gegenstand in einer Gesellschaft zur Sprache, in welcher sich auch der jetzige Kasseführer des Dor— heimer Bergwerks befand. Derselbe sagte:„Seit ich hier bin, habe ich 350000 fl. reinen Ueber⸗ schuß an die Hauptstaatskasse abgeliefert.“ So viel wir wissen gilt diese Summe für einen Zeit⸗ raum von 14 Jahren. Wenn in 14 Jahren ¼ Million abgeliefert wurde, dann gewiß in 50 — 1 ganze Million. Mit diesen großartigen Betriebsresultaten werden einige Hauptpuncte bewiesen, welche die Erwiderung bestreitet: die Nothwendigkeit des Melbacher Werks und die Rentabilität desselben. Das Eine beweist das Andere als unwiderlegliche Folgerung. Das Dorbeimer Bergwerk verkauft jährlich für circa 70000 fl. Braunkohlen. Diese große Quantität (350000 Ctr.) wird nicht als Spielwerk, sondern zur Befriedigung absoluter Bedürfnisse benutzt. Die andern Wetterauer Kohlenbergwerke sind nicht im Stande, dem vorliegenden Bedürfniß ganz zu genügen. In 1864 weren im November und in 65 schon im September alle Vorräthe überall ausverkauft. Das Dorheimer Bergwerk hätte noch 100000 Ctr. verkaufen können„wenn da war“. Viele Leute kamen in große Verlegenheit und Noth. Wir wünschen, daß einer solchen für die Folge gründlich vorgebeugt werde. Lieber sollen ein paar Haufen Kohlen übrig bleiben, als fehlen. Wir sind leider seit Jahren an den
entnommen hat und noch täglich entnimmt. Früher glaubte man, Oel könne nur aus Pflanzen gewonnen werden, und pries deßhalb die Gegen— den glücklich, welche Oelpflanzen in reichlichem Maße erzeugen, sei es nun Lein, Reps oder gar Olivenbäume. Seit dem Jahr 1859 hat man ge— funden, daß die Natur auch auf andere Weise Oel producirt, Oel, welches nicht gekeltert zu werden braucht, welches vielmehr aus der Erde hervor— quillt wie Wasser, und welches blos noch gereinigt werden muß, um als Brennstoff und Schmiermittel verwendet zu werden. Die Entdeckung fand in Nordamerika statt, dort, wo noch jetzt ein mehrere Meilen breiter Oel— district sich hinzieht. Für wie wichtig man bald nachher die Entdeckung hielt, beweist das, daß die Gesellschaft, welche die Quellen zuerst im Gro— ßen ausbeutete, dem Enidecker durch ein Geschenk von 25,000 Dollars ihre Dankbarkeit ausdrückte. Auch in dem englischen Canada gibt es sehr ergiebige Oeldistricte. So z. B. hat dort ein gewisser John Shaw eine Nachgrabung nach Oel vorgenommen, welche ihn zu einem mehr als stein- reichen Manne gemacht hat. Derselbe hatte sich in den Kopf gesetzt, an einer gewissen Stelle müsse sich eine Oelquelle ergraben lassen. Er legte deßhalh selbst Hand an, und grub so lange seine Kraft und seine Kasse reichte. Zuletzt beschloß er, noch einen Tag, aber nicht länger auszuhalten, dann aber wolle er auswandern. Im Unmuthe warf er sein Werkzeug auf den Boden, und horch, er hört Etwas verwunderlich rauschen. Seine Pumpe fällt sich wirklich mit Oel. Dieses strömt so mit Macht, daß er sich kaum retiren kann, und daß er, nachdem Alles geordnet ist, für 950 Dollars Oel in 24 Stunden aus seiner Grube gewinnt, folglich von da
an rasch zum Millionär geworden ist. Unmittelbar konnte allerdings Shaw, wie alle anderen Quellen-Besitzer, das von der Erde Gegebene nicht in den Handel bringen. Es muß gereinigt werden, wenigstens um als Leuchtstoff verkauft zu werden. Auch die Feuergefährlichkeit nimmt mit dieser Reinigung ab, weil die Gase ausgeschieden werden.
Doch ist Nordamerika keineswegs allein mit dem werthvollen Steinöl begabt. Auch Europa hat seine Oelquellen, namentlich die östlichen Län⸗ der, z. B. Galizien, Siebenbürgen u. s. w. Doch auch in Deutschland hat man mehrfache Spuren entdeckt. Selbst die übrigen Welttheile sind nicht ohne diesen Segen geblieben. Nur hat man noch nicht Alles ent- deckt. Der Zufall wird noch manchen Fund herbeiführen.
Ueber die Entstehung des Petroleums können natürlich nur Ver⸗ muthungen stattfinden. Doch ist man darin ziemlich übereinstimmend, daß es ein Product aus der Pflanzenwelt sei; doch aus der untergegangenen, welche uns ja auch Steinkohlen, Braunkohlen und Torf, obgleich au⸗ scheinend dem Minexralreich angehörig, geliefert hat. Wie reich jene Oel⸗ Quellen fließen, und wie nachhaltig, kann man daraus schließen, daß die Norb amerikaner das Petroleum als die wichtigste Einnahme ihrer mittleren Staaten ansehen, während die südlichen Staaten die Baumwollenernte als die höchste veranschlagen. Es sollen in einem einzigen Jahre für 100 Millionen Dollars in den Handel gebracht worden sein. Und das ist ein Ertrag, der ohne besonderen Schweiß gewonnen wird. Raffiniren, das ist Alles. Könnte man damit nur auch die Gefährlichkeit und den widrigen Geruch entfernen.


