amtliche Nachricht: Die Brüche dauern fort. Neue Versuche sind gemacht worden, ob irgend eine Oeffnung im Schachte vorbanden sei. Es ist keine gefunden. Hierbei hat sich ergeben, daß wahrscheinlich die Wetterleitung vom Erfolg des Bruches an gänzlich zerstört ist, mithin keine frische Luft zu den Verunglückten hat gelangen können. Wiewobl somit keine Hoff- nung auf Rettung der Verschütteten vorhanden wäre, so werden doch die Arbeiten ununterbrochen fortgesetzt.
— Weitere Nachrichten besagen: In Lugau hat man durch die fortgesetzten Versuche den letz- ten und unwiderlegbarsten Beweis erhalten, daß der Schacht von unten herauf bis 360 Ellen vollständig gefüllt ist und die Verschütteten dem nach als todt zu betrachten sind. An ein Heraus- holen ihrer Leichen sei vor Zufüllung und Wieder— aufmachung des Schachtes nicht zu denken. Die bisherigen Rettungsarbeiten sind in Folge dessen vorläufig eingestellt.
Würtemberg. Stuttgart. Die Ein⸗ führung des preußischen Exercier- und Felddienst— Reglements in seinem ganzen Umfange bei der würtembergischen Armee ist nun beschlossene Sache; vier höhere Officiere werden zur Erlernung des preußischen Dienstes nach Berlin geschickt.
Baden. Karlsruhe. Aller Wahrschein⸗ lichkeit nach wird in Baden, sofern die Stände
zustimmen, schon bei der nächsten Aus hebung die
allgemeine Wehrpflicht zur Geltung ge— langen, sodaß der Loskauf aufhört und alle Pflich— tigen sich persönlich zu stellen haben.
Oesterreich. Wien. Dem Verlangen des Wiener Cabinets gemäß ist zwischen Oesterreich, Preußen und den übrigen deut— schen Staaten ein Vertrag über den Austritt des ersteren aus dem deutschen Münzverein abge⸗ schlossen.(Die Ratification desselben steht un— mittelbar bevor.)
— Der Abg. Mühlfeld hat im Unterhause einen Antrag bezüglich des Religionsgesetzes ge— stellt und in seiner Begründung hervorgehoben, wie der Wunsch nach Aufhebung des Concordats seit der ursprünglichen Einbringung seines Antrags sich in der Bevölkerung noch gesteigert hat; wie Freiheit und Gleichheit auf religiösem Gebiete noch nothwendiger seien, als auf politischem; wie die inneren und äußeren Verhältnisse Oestreichs sich anders gestaltet hätten, wenn größere religiöse Duldsamkeit bestände, und wie namentlich der Einfluß Oestreichs in Deutschland sich anders ge⸗ staltet hätte.
— Die Königin Marie von Hannover ist gestern Abends allein hier angekommen und hat Appartements in der Hofburg bezogen. Graf Rudolph Wrbna und der Kämmerer Graf Wilczek sind der Königin zugetheilt.— Man beabsichtigt, die Erinnerung an Maximilian durch ein hier zu errichtendes Monument zu verewigen. Auch in dem Gemeindeausschusse von Hietzing ist der
Gedanke angeregt worden, dem Verstorbenen, welcher Bürger dieser Gemeinde war, ein Denkmal zu setzen.
Dänemark. Kopenhagen. Der dä— nische Kronprinz hat dem König von Schweden, der gegenwärtig mit Gemahlin und seiner sechzehn⸗ jährigen Tochter auf dem Lustschlosse Bäckaskay (in Schonen) weilt, einen Besuch abgestattet. Die scandinavische Partei schöpft hieraus große Hoffnung, daß ihr lange gehegtes Project, durch eine Heirath des dänischen Thronfolgers mit der schwedischen Königstochter die Vereinigung der drei nordischen Reiche wieder herzustellen, sich verwirklichen könne.
Frankreich. Paris. Der König von Württemberg ist am 8. ds. Abends hier an⸗ gekommen.
— Am 9. ds. wohnte der Kaiser im In⸗ dustriepalast einer großen Festlichkeit bei, bei welcher er die Preise für musikalische Leistungen vertheilte.— Der„Temps“ sagt:„Die Abreise mehrerer Garibaldianer von ihren betreffen⸗ den Wohnorten lasse befürchten, daß ein neuer Einfall auf's römische Gebiet versucht werden möchte.
— Die internationale Münzconferenz hat ihre Arbeiten beschlossen. Man hat sich über eine Reihe von Principien geeinigt, welche den ver— tretenen Regierungen zur Annahme vorgelegt werden sollen, um dann zu der Redaction eines förmlichen Vertrages schreiten zu können. Alle Beschlüsse sind einstimmig gefaßt worden. Die Hauptmomente sind: Es soll in allen Conventions staaten nur eine Währung und zwar die Gold— währung bestehen; Silber soll nur als Ausgleichs- münze dienen. Als Münzeinheit soll das Fünf⸗ frankenstück in Gold dienen; alle anderen Münzen sollen nur ein Vielfaches dieser Einheit sein können. Als Gewicht soll dem Münzfuße ebenfalls das französische Gewicht zu Grunde liegen. Jedes Land behält übrigens für seine Währung die bis— herigen Namen und Formen; die Münzen des einen Landes haben in dem anderen Cours. Es wird der Wunsch ausgesprochen, daß bis zum 15. Februar künftigen Jahres alle Regierungen sich definitiv über diese Vorlage geäußert haben mögen.
— Im gesetzgebenden Körper sprachen Thiers und Jules Favre über die Vorgänge in Mexico. Letzterer sagte: Maximilian sei im Ver⸗ trauen auf die ihm von der französischen Regie- rung gegebenen Versprechungen nach Mexico ge- gangen; er hätte daher auch von der französischen Armee beschützt werden müssen. Sein Blut werde auf Frankreich kommen. Der Staatsminister Rouher protestirte energisch gegen diese Vorwürfe.
— Wie der„Moniteur“ meldet, ist General Lopez, der so schändlichen Verrath an Kaiser Maximilian verübte, wegen Unwürdigkeit aus der Liste der Inbaber der Ehrenlegion gestrichen worden.
— Die„Epoque“ glaubt zu wissen, daß Fuad Pascha dem Marquis de Moustier erklärt habe, der Sultan wolle von jetzt an eine durch— aus liberale Bahn betreten und alle möglichen Reformen und Variationen des Fortschritts in seinem Reiche einführen.(Vivat sequens.)
Amerika. Um einigermaßen die Erbitte⸗ rung der Republikaner in Mexico gegen Kaiser Maximilian und dessen Regiment begreifen und beurtheilen zu können, wird von verschiedenen Zeitungen das sog. Blutediet, welches Maxi— milian am 3. October 1865 gegen die Republi⸗ kaner erließ, neuerdings zum Abdruck gebracht, ohne weitere Bemerkung, der es im Uebrigen auch gar nicht bedarf. Dasselbe lautet wörtlich: Art. 1. Jedes Jn⸗ dividuum, wesches zu einer bewaffueten Bande ge— hört, sie möge einen politischen Vorwand haben oder nicht, soll durch ein Kriegsgericht abgeur— theilt werden. Wird es schuldig befunden, wenn auch nur der Thatsache, zu der Bande gehört zu haben, so wird es zum Tode verurtheilt und das Urtheil in 24 Stunden vollzogen. Art. 2. Je- des Individuum, welches zu einer Bande gehört und im Gefechte gefangen wird, soll von dem Commandirenden des Truppentheiles, welcher das— selbe gefangen hat, abgeurtheilt werden. Dieser wird den Schuldigen verbören, seine Vertheidi⸗ gung anhören und sein Urtheil aussprechen, wel— ches in 24 Stunden vollzogen wird. Art. 3. Von der Todesstrafe sollen nur Solche ausge— nommen sein, welche beweisen können, daß sie mit Gewalt gezwungen worden sind, in die Bande einzutreten, oder daß sie sich zufälliger Weise bei derselben befanden. Art. Wenn gemäß Art. 3, der Commandant eines Truppentheils findet, daß der Gefangene in einem der darin erwähnten Fälle ist, so wird er kein Urtheil aus- sprechen, sondern wird den Gefangenen überweisen und seinen Bericht an das Kriegsgericht über⸗ geben, unter welchem er steht. Art. 5. Gerichtet und verurtheilt sollen werden gemäß Art. 1 Die⸗ jenigen, welche freiwillig den Guerilleros mit Geld oder anderen Dingen Hülfe leisten; Die⸗ jenigen, welche ihnen Mittheilungen, Nachrichten oder Ratbschläge geben; Diejenigen, welche be— wußter Weise an Guerilleros Waffen, Pferde, Lebensmittel oder irgend sonstige militärische Ge⸗ genstände verkaufen.
— Die Ratificationen des zwischen Rußland und den Vereinigten Staaten abgeschlossenen Kauf- vertrages der russisch-amerikanischen Besitzungen sind am 20. Juni in Washington ausgetauscht worden. Das neuerworbene Gebiet soll dem
Militärbezirke, in dem Oregon und Washington
liegen, einverleibt werden. Die Kaufsumme be⸗ trägt 7,200,000 D., die binnen zehn Monaten in Gold auszuzahlen sind.
Friedberg. Das Feldbergfest am letzten Sonntag war von etwa 5000 Meunschen besucht. An dem Wett⸗ turnen betheiligten sich unter Leitung des Herrn Rüb⸗ samen von Gießen 96 Turner. Es erhielten unter anderen
stimmte Ausdrücke für alle Kräfte, welche in der Landwirthschaft und In⸗
Was ist billiger, Maschinenarbeit oder Handarbeit? Von Dr. Henkelmann.
Es wird vielfach, namentlich vor Landwirthen noch darüber ge— stritten, was billiger sei, Maschinenarbeit oder menschliche Arbeitskräfte.
Um hierüber ein Urtheil fällen zu können, hat man nur nöthig, die mechanischen Leistungen des Menschen mit den Leistungen der Maschinen zu vergleichen und dieß geschieht gewöhnlich dadurch, daß man die Ge— wichte bestimmt, welche diese Kräfte in einer bestimmten Zeit auf eine bestimmte Höhe zu heben vermögen. Hiernach nennt man die— jenige Kraftleistung, welche 1 Pfund während einer Secunde einen Fuß hoch heben kann, ein Fußpfund. Um größere Kräfte zu messen, legt man gewöhnlich ein größeres Kraftmaß, als das Fußpfund zu Grunde, nämlich die Pferdekraft, und nimmt an, daß ein Pferd bei mittlerer Arbeitsleistung in einer Secunde 120 Pfund 5 Fuß hoch, oder was das— selbe ist, 600 Pfund einen Fuß hoch heben kann. Eine Pferdekraft oder Pferdestärke wird also in der Mechanik zu 600 Fußpfund angenommen. Eine Maschine hat 10 Pferdekraft heißt demnach: Dieselbe könnte, wenn sie zum Heben von Lasten verwendet würde, in jeder Secunde 600 Pfund 10 Fuß hoch oder 6000 Pfund einen Fuß hoch heben. So läßt sich auch jede andere Kraft, z. B. die Wasserkraft in Pferdekräften ausdrücken, indem man das Gefäll mit dem Gewichte der Wassermasse multiplicirt. Wir besitzen also in dem Fußpfund und in der Pferdekraft be—
dustrie thätig sind. N 5
Dieß vorausschickend, vergleichen wir nun einmal die Leistungen eines Arbeiters mit denen der Zugthiere und Maschinen. Nach vielfachen Be⸗ rechnungen leistet ein Arbeiter bei den verschiedenen landwirthschaftlichen Arbeiten, Mähen, Dreschen ꝛc. ꝛc. bei 10 Arbeitsstunden täglich 1½ Mil⸗ lionen Fußpfund Arbeit. Beträgt der Tagelohn 15 Groschen, so liefert ein Arbeiter für 1 Groschen also 100,000 Fußpfund Arbeit. Ein Pferd leistet bei täglich 10stündiger Arbeit an 15 Millionen Fußpfund Arbeit, am Göpel dagegen nur 10 Millionen Fußpfund. Den Pferdetag zu 20 Groschen gerechnet, liefert also das Pferd für einen Groschen 500,000 bis 700,000 Fußpfund Arbeit täglich; es arbeitet also 5 bis 7 mal billiger, als der Mensch. Die Dampfmaschine dagegen liefert für einen Groschen
3 bis 4 Millionen Fußpfund täglich; die Dampfmaschinenarbeitseinheit
kostet daher 30 bis 40 mal weniger, als die mechanische Arbeitseinheit des Menschen. 8 0
Das Petroleum. Von Dr. Curtman. Die größten Schätze, welche der Mensch in den letzten Jahrzehnden dem Boden abgewonnen hat, bestehen nicht in dem Golde Californiens und Neuhollands, sondern in dem Oele, welches er den Quellen der Tiefe
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