Ausgabe 
12.2.1867
 
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Centner mit einer Einnahme von 991048 Thaler, gegen das Vorfahr mehr 1,1623601 Gentner 17,65 Procent, dagegen aber an Frachteinnahme peniger 23607 Thaler 2,32 Procent. Für en Transport von Pferden und sonstigen größe- zen und kleineren Thieren ic. wurden 36205 Thaler, für den Postverkehr 19115 Thaler und für Materialtransporte 7884 Thaler eingenommen.

Die Betriebs-Einnahmen der Bahn stellten sich im Jahre 1865 auf 1,899256 Thlr. = 71427 Thaler pro preußische Meile oder 36004 Thaler= 1,93 Procent mehr als im Vorjahre.

Die Ausgaben dagegen betrugen 927473 Thaler 34880 Thaler per Meile oder im Ganzen 117945 Thaler mehr als im Jahre 1864 und 48,82 Procent aller Betriebs-Einnahmen. Von den Ausgaben entfallen auf Bahndienst und Bahnunterhaltung 389421 Thaler, auf Trans- portverwaltung 487560 Thaler und auf allge meine Verwaltung 50,492 Thaler.

Der Ueberschuß aller Betriebs-Einnahmen gegen alle Betriebs⸗ Ausgaben beträgt 971783 Thaler 51,17 Procent der Einnahme und 6,08 Procent des Baucapitals und 36547 Thlr. per Meile. Von diesem Ueberschuß waren noch weitere Ausgaben für Vermehrung der Material- vorräthe und sonstigen Anschaffungen mit 144979 Thaler zu bestreiten, der an die Staatskassen ab

geführte Ueberschuß stellte sich daher auf 826804 Thaler= 5,27 Procente des Bauecapitals, wo-

von für Kurhessen 492586 Thaler, für das Groß- herzogthum Hessen 250148 Thaler und für die Stadt Frankfurt 84070 Thaler entfallen.

Das Personal der Bahn bestand in 821 Beamten ꝛc. mit einem Einkommen von 271281 Thlr. oder per Kopf durchschnittlich 330,4 Thlr.

Von den besonderen Vorkommnissen des Betriebs ist die Entgleisung eines Per sonenzuges, wodurch zwei Bedienstete der Bahn ihr Leben verloren, zu erwähnen. Verletzungen von Passagieren sind auch im Laufe des Jahres 1865 nicht vorgekommen.

Friedberg. In der Nacht vom 8. auf wüthete dahier, von den heftigsten Regengüssen begleitet, ein orkanartiger Sturm, der Alles mit sich fortreißen zu wollen schien. Die durch rasch abgegangene, bedeutende Schneemassen schon ziemlich angeschwollene, sonst en be

denklichem Siechthum kränkelnde Usa war während der

Nacht über ihre Ufer getreten und hatte sich in einen rei⸗ ßenden Strom verwandelt, der sich von den Nauheimer Wiesen aus durch Gärten und Felder einen Weg bahnte, bis an den Fuß der Chaussee die Kunstwiese und einen Theil der Wiese nach dem Heß'schen Gartenhause zu unter Wasser setzte, dann vor dem Eisenbahnviaducte eine Aus⸗

dehnung einnahm, daß die Fluthen sich durch 13 Bogen desselben durchdrängten, weithin über die Felder dahin⸗ rauschend. Auch unterhalb der Mühlen nach Fauerbach zu halle die Usa ihr Beet überschritten und breitete sich nach Ossenheim und Bauernheim hin, mit den Gewässern der Wetter vereinigt, gleichsam zu einem großen See aus. Von der Höhe des Burgwalles gewährte die mit mächti⸗ gem Getöse dahinströmende Flulh einen imposanten An⸗ blick. Bis zum Mittag des 9. war das Wasser indessen an den meisten Stellen wieder in die Ufer zurückgetreten Ducch den Austritt der Lahn wurde hinter Gießen eine Strecke der Main-Weserbahn überschwemmt und ent⸗ behrten wir deßhalb seit Samfag den Verkehr mit dem Norden, da alle Bahnzüge nur bis Gleßen und von da zu- rück befördert werden konnten. Seit Sonntag Abend ist das

eine Schienengeleise wieder fahrbar, während das andere noch der Reparatur bedarf.

Friedberg. In dem Abends von hier nach Nidda abgehenden Postwagen befand sich am 8. d. M. eine Frauensperson aus Oberlais, von Echzell aus als ein⸗ ziger Passagier, welche, ehe man noch in Salzhausen angekommen war, Mutterfreuden erlebt hatte. Die Ueber⸗

den Coupé

raschung und Verlegenheit des Wagen begleitenden Conducteurs soll, als er das öffnete und die so unerwartet eingetretene Vermehrung seiner Passagiere wahr⸗ nahm, größer gewesen sein, als die Freude über das glück liche Ereigniß, das sich hier per Post vollzogen hatte und für das er sich ohne alle Instruction sah. Mutter und Kind wurden in Nidda untergebracht und befinden sich wohl. Darmstadt. Die hiesige Gendarmerie hat dieser Tage drei junge hiesige Bürschchen festgenommen, welche in verschiedenen Läden durch Erbrechen der Schaufenster Dieb lähle verübt Die Dreistigkeit die jugendlichen,

haben. D zu schönen Hoffnungen bercchtigenden Langfinger ging so⸗ wa daß sie am hellen Tag Eisen am Bahnhof mit einem Wagen holten und bei einem Trödler verkauften.

Mainz. Da im Jahre 1817 die erste Turngemeinde in hiesiger Stadt in's Leben gerufen wurde, so haben die Turner beschlossen, dieses Jahresgedächtniß zu feiern. Am Nachmittag jenes Gedächtnißtages soll ein Preisturnen für die Miiglieder statthaben, am Abend Unterhaltung mit Ball. Der Tag, an welchem dieses Fest abgehalten werden soll, ist indessen noch nicht bestimmt.

Mainz, 9. Febr. In der vorvergangenen Nacht wurde hier ein junger Meusch von 17 Jahren arretirt, der einer russischen Gräfin zu Homburg, in deren Haus er employirt war, die Summe von nicht weniger als 16,000 fl. nebst der Schatulle, worin sich desagtes Geld in Werthpapieren befand, entwendet hatte.

Aus Rheinhessen. Eine enisetzliche That beschästigt schon die ganze Woche die Bewohner des Cantons Alzey Ein hoch belagter Müller in der Nähe von Uffhofen, Na⸗ mens Friedr. Zahn, geht am Sonntag Abend von Erbes

ein Schuß streckt ihn zu Boden und der alte 75jährige Maun wird nun vollends mit einem Beile, wie es scheint, niedergeschlagen und getödtet, so daß am andern Tage die Leiche, sehr verstümmelt, im Felde aufgefunden wird. Dem Bezirksgerichte zu Alzey wurde am Montag die Anzeige, und dieses hat dann 3 Tage hindurch an Ort und Stelle weitete Nachforschungen angestellt. Darf man dem Ge⸗

rüchte glauben, so ist mit diesem Morde zugleich ein be⸗

deutender Diebstahl in der Mühle, man spricht von meh⸗ reren Tausend Gulden, verbunden. Als muthmaßlicher Thäter ist ein Knecht bereits in den Händen der Justiz

und spricht man davon, daß auch bereits Gel Verstecke vorgefunden worden sei. Auch die bereits hinter Schloß unt tiegel. Homburg v. d. H. Gestern Abend annectirte in einem der ersten Hotels ein Kammerdiener seinem Herrn einem russischen Fürsten, Gold und andere Werthsachen, im Gesammtbetrag von eiwa 10,000 fl.(nicht 50,000,

n einen Geliebte sitzt

oder gar noch mehr, wie das Gerücht geht) und sucht ann das Weste. Doch der sprechende Draht ist geschwin der als ein Kurirzug, und ihm ist zu danken, daß man

schon heute Morgen des Diebs in Heidelberg habhaft wurde.

% Ein Schneesturm in Graubündten 0 Nacht vom 16. auf den 17 Jan. b. J., schreibt man aus Obersax im Canton Graubündten, war für manchen hie⸗ sigen Einwohner eine Schreckensnacht. Zu ber früheren gewaltigen Schneemasse fiel am 16. bei warmer, feuchter

Witterung der Schn n ganzen Tag in dichten Flock,

so daß besonders auf Bergen eine seit undenklichen Zeiten nicht gesehene Schneemasse lag. In den Bergen unter der Alp, in einer der mittleren Hütten warteten vier Männer ihres und in traulichem Gespräch

und mit dampfender Pfeise saßen sie ahnungslos bis zur neunten Abendstunde bessammen, worauf sich ein Jeder in Um die

sein Nachtquartier begab. Da eilfte Stunde der Nacht brach oben auf dem Grad eine Staublawine los, stürzte unter furchtbarem Donner und Getöse herunter, riß einen zu oberst stehenden Stall von Grund sammt 17 Stück Rindvieh, einem Pferde, drei Ziegen, sechs Schafen

und zwei Hunden mit dem im liefen Schlafe sich befin⸗ denden Eigenihümer weg, schleuderte Alles kreuß und gZuer, theils seitwärts in eine Vertiefung, theils gegen weiter unten liegenden Stall, in welchem sih 14 Stück Rindvieh und Schafe, so wie der Eigenthümer im ruhigen Schlafe befanden, wälzte den Oberstall weg, drückte theil weise die Diele ein und deckte das Viet bis an die Köpfe zu, und nur mit genauer Noth rettete sich der Eigenthü⸗ met durch einen Sprung aus dem Bette und zur Thür hinaus. Zwischen den bezeichneten beiden Ställen, etwas abseits gelegen, stand ebenfalls ein Stall, in welchem der Eigenthümer und ein bedeutender Viehstand sich befand und der durch Wegreißung der Hütte und Eindrücken Schaden nahm, ohne daß das Vieh berührt oder geschädigt wurde. Welch ein Anblick für die beiden im Freien siehen den unbeschädigten Männer! Zwei Habschaflen mit ihren Eigenthümern gen vor ihnen im Schnee begraben und in nächster Nähe war Niemand, um Hülfe leisten

können. Der eine dieser Männer wat vor Schecken wie geläbn; ein Glück, daß der andere seine Geisteswaxt nicht verloren. Mit Muth und Eifer machte sich derfelbe trotz der drohenden Gefahr, ebenfalls verschüttet zu werden, so⸗ fort daran, die zwei anderen Männer aus ihrem kalten [Schniegrabe zu befreien, was ihm auch nach einer Stunde Arbeit gelang. Halb angekleidet eilte er dann durch den

den 9. d.] büdesheim nach seiner Mühle zu, wird aber angefallen; hohen Schnee nach den eine halbe Meile entlegenen an⸗

(deren Hösen, um von dort weitere Hülfe zu holen. Un⸗ verweilt begab sich auch von dort eine Schaar rüstiger Männer auf den Schauplatz des Unglücks, wo jetzt das Schaufeln und Suchen nach den verschütteten Thieren de⸗ gann. Aber nur sechs Thiere wurden lebend ausgegraben, 17 waren todt und die übrigen konnten nicht aufgefunden werden. Bei Tagesanbruch wurden denn auch die im unteren Stalle im Schnee eingekeilten 14 Stück Rind vieh und Schafe gereltet. Dieses Ereigniß macht in der dor⸗ tigen Gegend um so mehr Aufsehen, als seit undenklicher Zeit keine Lawinenstürze dei Odersax vorkamen.

Lieferung von Halbstiefeln.

325 Mittwoch den 13. d. Mis, Vormittags 14 Ubr,

wird die Lieferung von 325 Paar Halbstiefein für den Verwaltungsratb des 2. Bataillons 2. Inf. Regiments auf dem Verwaltungsbüreau genaunten Batatllons mittelf. Soumission vergeben, woselbst Muster und Be dingungen zur Einsicht der Interessenten offen liegen. Friedberg den 7. Februar 1867. Großhetzoglicher Verwaltungsrath des 2. Bataillons 2. Infanterie Regements Der Präsident: Danesse, Major.

Lieferung von Buchen⸗Scheitholz. 324 Donnerstag den 21. d. Mis., Vormittags 10 Uhr, wird dahier die Lieferung von 120 Stecken Buchen Scheitholz I. Classe in Ausgeboten von je 5 Stecken öffentlich versteigert. Martenschloß den 6. Februar 1867. Großherzogliche Landes zuchthaus⸗ Direction Trumpler.

Gdictalla dung.

Dte Insolvenzanzeige des Melalldrückers C. F. Lang von Friedberg betreffend. 340 Nach em Rubrikat mit der Mehrheit seiner bekannten Oläubiger ein Arrangement, tesp. einen Stundungs⸗ Vertrag abgeschlossen hat, werten alle etwa noch unbekannten Gläubiger unter der Eréffnung, daß ihnen die Einficht der erwachsenen Acten auf dem Actuarlate zu nehmen freistehe, hiermit aufgefordert, ibren Beitritt Eren oder Einwendungen binnen Frist von pier ochen vorzubringen, als sonst dem Vertrage die Be⸗ stätigung erthellt werden wird. Frted erg am 4. Februar 1867. Großbberzogliches Landgericht Friedberg Reltz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts Assessor.

und derselbe in Vollzug geseßzt

Holzversteigerung in den Gräflich Solms-Rödelheim' schen Waldungen.

346 Die auf beute annoneirte Holzversteigerung in dem Forstrevier Wickstadt, Oiftriet Schisfloch, wurde des eingetretenen ungünstigen Wetters wegen ausgesetzt und soll nun Donnerstag den 14. l. M. abgehalten

werden. Es kommen zum Ausgebot:

170 Stecken Buchen Scheid holz, 7 1 Elchen⸗

58 5 Buchen Prügelholz, 36 Eichen⸗Prügelholz, 80 3 Buchen Stockbolz, 4⁵ 77 Eichen · 7 220 Buchen⸗Relsholz. 100 Elchen

Die Zusammenkunft ist im Holzschlag und der Anfang der Versteigereng Morgens präcts 9 Uhr,

Bemerkt wirv, daß wenn abermald unünstige Witterung eintrrien follte, die Verstrigerung in Mickstadt in dem alten Wirtholocal, Morgens 10 Uhr anfangend, abgehalten werden wird und wollen die Steigltebbaber in diesem Fall das Polz vorber einsehen.

Wickstadt den 8. Februar 1867.

Schal las, Oderförster.

Bekanntmachung. 351 Freitag den 15. Februar d. J., Nachmittags 1 Uhr, sollen auf dem Gemeindehaus zu Ostbeim die durch Anfertigen eines neuen Scheuertbors zur hiesigen Schulscheuer nötbigen Arbelten, als:

Schlosserarbest, vorauschlagt zu 20 fl. kr.

Schreinerarbelt 36 40 wenlgstnehmend vergeben werden.

Oftherm den 9. Februar 1867.

Großherzogliche Bürgermelsteret Osthelm Winter

ECdictalla dun Betreffend: Das Schuldenwesen der Wildelm Pehl Eheleute zu Wölfersbeim.

541 Grosberzogliches Hofgericht dat über das Ver⸗ mögen des Wildelm Hebl und dessen Ehefrau zu Wölfers⸗ heim, welches um 363 fl. 8 kr. resp. 435 fl. 48 kr. üder⸗ schuldet ist, den Concurs erkannt. Ansprüche jeder Art an die Masse find deßhald im Termin Mitwoch den 27. März l, J., Vormittags 9 Ubr, dahler anzuzeigen und zu degründen, gegenfalle Aus- schluß von der Masse erfolgt. Hungen den 2. Februar 1867. Großberzogliches Landgericht Hungen nne Hebäudeverkauf zum Abbruch. 347 Montag den 18. d Mts., Vormittags 11 Ubr, soll dabter auf biesigem Rathbaus eine der Gemeinde gehörige Scheuer und Wohndaus unter einem Dach, gut von Eichenholz erbaut, öffentlich meistbtetend verstetgert werden Bönstadt den 9. Februar 1867. Groß berzogliche Bürgermelsterei Bönstadt Gelbe.

348 Freitag den 15. Februar l. J., Vormittags 10 Ubr, soll die der Gemeinde Nieder Florstadt zuffebende an diesem Tag leihfällig werdende Jagd, destebend aus 3976 Morgen, wobei sich 1100 Morgen Waldung befinden, anderwelt auf sechs Jabre in biesigem Natbbause ver pachtet werden.

Nieder⸗Zlorstadt am 8. Februar 1867.

Großberzogliche Bürgermelsterel Nleder-Florstadt

2708 bet

Friedrich neden der Poß,