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1867.
Samstag den 10. August.
94.
Anzeiger für Ol
serhesse
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Enthält die amtlichen Erlasse sür den Kreis Friedberg.
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Friedberger Jutelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Betreffend: Die Vornahme der Feuervisitatton für das Jahr 1867.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.
Unsere Verfügung vom 25. Juni d. J., Nr. 75 des Anzeigers für Oberhessen, bringen wir wiederholt bei Meidung der Abholung
zur sofortigen Erledigung in Erinnerung.
Bekanntmachung.
Friedberg den 6. August 1867.
Trapp.
1199 Der zur Vornahme der Zusammenlegung und neuen Feldeintheilung„in dem kleinen Wartfelde,“ Gemarkung Friedberg, von dem Geometer und den drei gewählten Sachverständigen ausgearbeitete Entwurf ist von den Mitgliedern der Commission am heutigen ange— nommen worden, und wird derselbe nunmehr nach Vorschrift des Art. 21 des Gesetzes vom 24. December 1857, die Zusammenlegung der Grundstücke, Theilbarkeit der Parzellen und Feldwege-Anlagen betreffend, nebst dem, über die Berathung aufgenommenen Protocolle und den sonstigen erwachsenen Akten auf dem Büreau der Großherzoglichen Bürgermeisterei Friedberg während einer Frist von drei Monaten zur Einsicht der Betheiligten unter dem Bemerken offen gelegt, daß etwaige Reclamationen in dem Termin
Donnerstag den 29. August l. J., von Morgens 9 bis 12 Uhr, vorgebracht werden können, von den in diesem Termine Nichterscheinenden aber in Gemäßheit des Art. 22 des genannten Gesetzes ange— nommen wird, daß sie mit dem Entwurfe der Zusammenlegung und neuen Feldeintheilung einverstanden seien.
Friedberg den 13. Mai 1867.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg Trapp.
Hessen. Darmstadt. Die„Darmstädter Zeitung“ berichtet: Sicherem Vernehmen nach ist die Ratification des Postvertrags von Seiten der königlich preußischen Regierung nunmehr hier einge— troffen.
— 6. August. II. Kammer. Abends 10 Uhr erst ging die Kammerverhandlung über die Eisenbahn⸗Frage zu Ende. Die Kammer lehnte mit allen gegen 14 Stimmen das Aner- bieten der Ludwigsbahn, resp. Verkauf der Main⸗Neckar⸗Bahn ab; ebenso verwarf sie das Project der Taunusbahn in seiner jetzigen Form mit allen gegen 18 Stimmen, hält jedoch weitere Verhandlungen für wünschenswerth. Mit allen gegen 4 Stimmen spricht sich die Kammer für den Bau der oberhessischen Bahnen nöthigenfalls mit 3½% Zinsengarantie aus. Der Bau der Offenbach⸗Hanauer Bahn auf Staatskosten wird gegen eine Stimme besür⸗ wortet, die Odenwaldbahn Dieburg⸗Groß⸗ Umstadt⸗Höchst(nöthigenfalls mit Staats- ubvention) mit allen gegen 15 Stimmen beschlossen und der Bau der Bahn von Worms an die Bergstraße gegen 8 Stimmen genehmigt. Für den Ausbau der rheinhessischen Bahnen erklärt sich die Kammer bereit, eine Subvention „on 1½ Millionen zu gewähren. Auf den An- trag Edinger's soll der Bau der Starken⸗ burger Bahnen nöthigenfalls auf Staatskosten unternommen und die deßfallsige Vorlage bis zum Herbst gemacht werden.
— 8. August. II. Kammer. Die Regie⸗ rung legt den Postvertrag mit Preußen vor und verlangt 19,000 Gulden für Anschaffung von Tasernenrequisiten. Keil interpellirt wegen Aus⸗ qahlung der Requisitionen der preußischen Truppen m Vorjahr. Die Errichtung eines Nebenzollamts 1. Classe in Bensheim wird genehmigt. Auf ger Tagesordnung steht der Antrag des Abgeord⸗
teten Edinger, die Aufhebung der Gesetze von
847 und 52, die Verehelichungsbefugniß betref⸗ end, welcher von dem Ausschuß zur Annahme ampfohlen ist. Kritzler erklärt sich mit dem Antrag einverstanden, welchen Edinger mit Zinweis auf die nunmehr gänzlich veränderten Zerhältnisse zu rechtfertigen sucht. Kraft ist hegen die Aufhebung der betreffenden Gesetze, da lieselben unsern Verhältnissen vollständig entspre⸗ dend seien. Zimmer bestätigt, daß das Gesetz inen Zweck nicht erfüllt und nur wilde Ehen lervorgerufen hahe. Hunsinger geht von der
Ansicht aus, daß der Gemeinderath wohl die Verehelichung, nicht aber die Kindererzeugung verhindern könne und stimmt daher für den An- trag. Auch Keil spricht sich mit Rücksicht auf den gestiegenen Arbeitslohn dafür aus. Fink erklärt sich für den Antrag aus volkswirthschaft⸗ lichen Gründen. Die Abgeordneten Wad sack, Soldan und Rieß wünschen gleichfalls Auf- hebung der betreffenden Beschränkungen. Edin⸗ ger macht noch darauf aufmerksam, daß diese Gesetze viele Arbeitskräfte aus dem Lande getrie— ben und den Wohlstand geschädigt hätten. Hall- wachs vertheidigt den Ausschußantrag und weist auf die Auswanderung hin, welche ihren Grund mit in der erschwerten Verehelichung finde. Die Kammer nimmt den Antrag mit allen gegen 4 Stimmen au. Weiter beschließt die Kammer, nachdem der Abg. Dumont den ßprincipiellen Unterschied zwischen den Beschlüssen der ersten und zweiten Kammer hervorgehoben, den Dumont'schen Antrag, die Revision des Wahlgesetzes betreffend, in einer gemeinsamen Adresse der Regierung zu überreichen. Der bekannte Warburg in Mainz richtet in einer Vorstellung ein Gesuch an die Kammer, sein von der Intendantur des Civil arresthauses zu Mainz vorenthaltenes Eigenthum ihm auszuliefern; die Kammer beschließt, dem Gesuche Folge zu geben. Schließlich werden für Herstellung des Justizpalastes zu Mainz 20,000 fl. verwilligt. N
— Von Bensheim wird gemeldet, daß der dortige Kreisrath v. Rüding einem langwierigen Leiden erlegen ist.
* Friedberg. Der„Darmstädter Zeitung“ vom 8. August liegt als Extrabeilage der Vertrag zwischen der Großherzoglich Hessischen und der Königlich Preußischen Staatsregierung wegen des Postwesens bei. Derselbe besteht aus 16 Para- graphen und einem Schlußprotoeoll und ist vor⸗ behaltlich der Zustimmung der Stände des Groß- herzogthums und des preußischen Landtages ab- geschlossen.
* Gießen. Die Vorlesungen auf der Großherzoglichen Landes-Universität im Winter- halbjahr 1867— 68 nehmen am 4. November ihren Anfang und beginnt die Immatriculation am 28. October. Das Verzeichniß der Vorlesungen ist in Nr. 218 der Darmstädter Zeitung näher angekündigt. b
Preußen. Berlin. Der König hat seine Reise nach der Schweiz definitiv aufgegeben
und wird, anstatt nach Ragatz, wahrscheinlich in's Seebad Ostende gehen.
— Die unter dem Vorsitze des Ministers Grafen Eulenburg abgehaltenen Berathungen der hannöverischen Vertrauensmänner ha⸗ ben nunmehr ihr Ende erreicht, nachdem in den Tagen vom 29. Juli bis 3. August im Ganzen sieben Sitzungen stattgefunden. Die officiösen Organe zeigen sich überaus zufriedengestellt mit dem Resultate der Berathung und constatiren das gute Einvernehmen der preußischen Regierung mit den einberufenen Vertrauensmännern, sowie die Absicht der Ersteren, dem Gutachten der Ver— sammlung„die cingehendste Erwägung und wohl- wollendste Berücksichtigung“ zu Theil werden zu lassen.
Kassel. Der Geheimerath und Regierungs- Präsident von Hanau Freiherr Wilhelm Schenk zu Schweinsberg ist auf seinem Landsitze zu Schweinsberg am 3. ds. nach längerem Kranksein gestorben. Er war bereits in Berlin erkrankt, wo er als Abgeordneter zum Reichstage des nord⸗ deutschen Bundes den 8. kurhessischen Wahlkreis (Hanau-Gelnhausen-Orb) vertrat.
Sachsen. Dresden. Am 3. August wurde dahier das dem verstorbenen König Fried rich August gesetzte Monument in Anwesenheit des königlichen Hofes, der Minister ꝛc. enthüllt.
Bayern. München. Graf Hegnen⸗ berg-⸗Dux soll für den baperischen Gesandt- schaftsposten in Berlin bestimmt sein.
Baden. Mannbeim. Es war die Rede davon, daß der internationale Friedens ⸗Con⸗ greß in unserer Stadt abgehalten werden sollte. Ein soeben versandtes Circular des Central-Co- mité's zeigt jedoch an, daß der Congreß unwider— ruflich am 9. September d. J. zu Genf statt⸗ finden wird. N
Oesterreich. Wien. Der Sultan hat sich hier überaus großmüthig benommen. Außer unzähligen Decorationen, Tabatidren, Ringen, Uhren u. dergl. und den den Stadtarmen gewid⸗ meten 10,000 fl., wurde für wohlthätige Zwecke die bedeutende Summe von 60,000 fl. gespendet; dabei wurden die Arrien der türkischen Juden⸗ und Griechen Gemeinden insbesondere bedacht. Die Hofdienerschaft, welche in Schönbrunn den Dienst hatte, erhielt ein Geschenk von 20,000 fl. Großkreuze des Medschidje⸗Ordens in Brillanten und außerdem reich mit Brillanten geschmückte Tabatiéren erhielten der Oberst-Kämmerer Graf


