Dejeuner gezogen wurde. Der König und die Königin beabsichtigen, heute Nachmittag nach Sig- maringen zu reisen.
— Von Sigmaringen berichtet man: Der König, die Königin und der Kronprinz zogen gestern Abend um 6 Uhr unter dem Jubel der Bevölkerung in die festlich geschmückte Stadt ein, woselbst sie vom Fürsten von Hohenzollern empfangen wurden.
Kassel. Das hiesige„Tageblalt“ meldet, die neulich entlassenen Hülfsbeamten seien sämmtlich schon wieder anderweitig angestellt.
Wiesbaden. Der„Rhein. Kurier“ bringt über das zwischen der Krone Preußen und dem Herzoge Adolf von Nassau getroffene Ueberein⸗ kommen folgende nähere Angabe: Der Herzog be⸗ kommt 1) ein Kapital von 15 Millionen Gulden in 4½prozentigen preußischen Staatspapieren nebst Zinsen vom 1. Januar 1867; 2) das Schloß zu Biebrich mit Park und allen anderen in der Biebricher und Mosbacher Gemarkung gelegenen Domanialgebäuden, Gärten, Grundstücken, welche bisher unter der Verwaltung der Hofhaltung standen(ausgenommen sind nur die beiden Rhein- auen;) 3) das Schloß zu Weilburg mit Garten ind Zubehörungen; 4) das Palais an der Son⸗ nenberger Straße zu Wiesbaden mit Garten und Hintergebäuden; 5) das Jagdschloß Platte mit Oberförstereiwohnung, Nebengebäuden, Gärten ꝛc.; 6) den Saupark bei ver Platte mit dazu gehö⸗ rigem Waldareal; 7) den Walddistrikt Grub bei Wiesbaden mit griechischer Kapelle; 8) das Hof—⸗ gut Hornau; 9) das Weinlager zu Straßburg, veranschlagt zu beiläufig einer Million Franes. Der Herzogin verbleibt die Besitzung zu Königstein. Nach den weiteren Vertragsbedingungen übernimmt die Krone Preußen die Apanage des Prinzen Ni— kolaus mit jährlich 18,000 fl., die früher aus der Domänenkasse gezahlten Gnadengehalte, Leib- renten und Pensionen und das im vorigen Jahre bei Rothschild contrahirte sogenannte Kriegsanle⸗ hen, auch wird von Seiten der preußischen Regie- rung auf Rückerstattung des Betrags verzichtet, welcher im verwichenen Jahr von den herzoglichen Kassen aus der Domänenkasse mit etwa 10,600 fl. zuviel erhoben worden ist. Zu bemerken ist noch, daß in dem Vertrag mit keinem Worte von der Abdankung oder überhaupt von der politischen Stellung des Herzogs die Rede ist.
Aus Thüringen. Die Ordres über die Persetzungen der weimarischen und meiningischen Officiere sind erschienen und werden dieselben fast allen preußischen Provinzen zugewiesen, wäh⸗ rend in die thüringischen Garnisonsstädte ein ganz neues Officierspersonal einrückt, bezw. eingerückt ist.
Bayern. München. Die preußische Re⸗ gierung hat ihre Vorschläge für die Porto ⸗ Herabsetzungen 1c. im Gebiete des norddeut⸗ schen Bundes der bayerischen Regierung vorlegen und dieselbe auffordern lassen, an commissarischen Verhandlungen zu Berlin über die Ausdehnung
der betreffenden Reformen auch auf Süddeulschland Theil zu nehmen.
— Wie verlautet, wird der König von Bayern während der Anwesenheit des Königs von Preußen in Nürnberg demselben dort einen Besuch abstatten.
— Die Verhandlungen zwischen Preußen und den drei süddeutschen Staaten über die Porto- Herabsetzungen und die anderweitige Neu- ordnung der postalischen Verhältnisse beginnen zu Berlin am 15. October.
Baden. Karlsruhe. Die erste Kammer nahm den Gesetzentwurf, betreffend die Rechts⸗ Verhältnisse der Studirenden(wodurch die acade⸗ mische Gerichte barkeit abgeschafft wird) nach kur— zer Debatte einstimmig an.
— Das Central Verordnungsblatt enthält folgenden Erlaß des großh. Ministeriums des Innern, die allgemein-wissenschaftliche Vorbildung der Geistlichen betreffend:„Die im Anzeigeblatt für die Erzdiöcese Freiburg vom 18 l. M. Nr. 14 enthaltene Verordnung Sr. Excellenz des Herrn Erzbischofs vom 14. l. M., wonach den Geistlichen und den Candidaten des geistlichen Standes in der Erzdiöcese untersagt wird, sich irgendwie bei der durch die landesherrliche Verordnung vom 6. l. M., Reg.⸗Bl. Nr. 38, angeordneten Staats- prüfung zu betheiligen, kann, als in staats bürger⸗ liche Verhältnisse eingreifend und ohne Genehmi— gung des Staates erlassen, nach der Bestimmung in§ 15, Abs. 1 des Gesetzes vom 9. October 1860, die rechtliche Stellung der Kirchen und kirchlichen Vereine im Staat betreffend, keine recht- liche Geltung in Anspruch nehmen. Karlsrube, 19. Sept. 1867. Ministerium des Innern. Join
Oesterreich. Wien Die„Presse“ er- fährt, daß der Kaiser von Oesterreich die Reise nach Paris am 10. Oetober antreten und vorläufig 10 Tage in Paris verweilen wird. Auf der Rückreise wird der Kaiser mit dem König von Württemberg zusammentreffen.
Frankreich. Paris. Der„Moniteur“ schreibt:„Es sind heute(d. h. den 2.) vollständig erfundene Gerüchte(von angeblichem Wahnsinn des Kaisers) in Paris und im Besonderen an der Börse in Umlauf gesetzt worden. Es ist traurig, daß der öffentliche Credit durch falsches Treiben beeinflußt werden kann. Die Regierung bat sofort die Gerichtsbehörde aufgefordert, eine Untersuchung zu eröffnen, um die Urheber dieser falschen Nachrichten ausfindig zu machen.“ Der „Abend⸗Moniteur“ reproducirt diese Note.
— Wenn man den hier umlaufenden Ge— rüchten Glauben schenken darf so wird in Biarritz ein Programm ausgearbeitet, welches binnen we⸗ nigen Tagen in der Form eines Circularschreibens an die Repräsentanten Frankreichs erscheinen und sich mit Energie gegen eine jede Bemühung Preußens, den Eintritt Süddeutschlands
in den Nordbund zu erleichtern, aussprechen soll. Es soll darin sogar die Reise des Königs von Preußen im Süden als„Anstoß erregend“ bezeichnet werden. Daß man es nicht für un⸗ möglich hält, bald auf ernste Ereignisse zählen zu müssen, beweisen die militärischen Maß⸗ regeln, welche man gegenwärtig ergreift. Ab⸗ gesehen von den Rüstungen, welche mit erneutem Eifer betrieben werden, hat auch der Kriegsminister alle Offiziere auf Urlaub unter dem Vorwand einer Inspeetion einberufen. Dieselben müssen am 8. bei ihren Corps eingetroffen sein.
Belgien. Aus Brüssel wird gemeldet: Berichte aus Paris schildern die allgemeine Stimmung als sehr gedrückt. Hier und da wird vie Aeußerung laut:„So kann es nicht fort⸗ dauern!“ Trotz allen Friedensversicherungen werden die Rüstungen mit nie dagewesener Hast betrieben. Bei Metz wird ein Lager von 100,000 Mann errichtet, wie bezeichnender Weise die hauptmili⸗ tärischen Bewegungen sich im Elsaß und im fran⸗ zösischen Flandern concentriren. Hier bei Hofe betrachtet man den Krieg als unausweichbar.
Italien. Die über Florenz kommenden neuesten Nachrichten aus dem Kirchenstaate melden, daß in verschiedenen Provinzen Insurgentencorps sich gebildet und dann vereinigt hatten. Die ihnen entgegenrückenden päpstlichen Truppen sollen theils geschlagen worden, theils zu den Insurgen⸗ ten übergegangen fein. Es geht hieraus hervor, daß mit der Gefangennehmung Garibaldi's die begonnene Action gegen Rom keineswegs unter⸗ drückt worden ist, sondern daß die Erhebung gegen Rom weiter um sich zu greifen scheint.
„ Friedberg, 7. Ocl. Seit gestern sind die Hohen des Vogelsberges mit Schnee bedeckt.
e Nauheim. Am Sonntag Morgen fand man dahier einen wohlgekleideten Mann an einem Baume erhängt. Derselbe soll sich schon seit längerer Zeit in Nauheim aufgehalten haben.
Mainz. Der„M. Anz., berichtet, daß sich während des Verhörs des in Haft gebrachten Schlossergesellen J. Grüll von Gernsheim, welcher den ihm zur Last ge⸗ legten Mord in Eich mittlerweile eingestanden, ein solcher Zusammenlauf von Neugierigen vor dem Sadthause ge⸗ dildet hatte, daß die Unruhe, welche neben der Passage⸗ störung dabei entstand, die Beamten im Sladthause ge⸗ wallig störte. Herr Polizeirath Leichtweiß, um ein Aus⸗ tunftsmiitel nie verlegen, nahm den ersten besten Menschen, der sich dazu bereit finden ließ, drückte ihm die Mütze nef in die Augen, ließ ihn schließen und durch die gaffende, ihm nachstürzende Menge, die über sein gleich⸗ mülhiges Aussehen nicht wenig empört war, nach dem Arresthause bringen, wodurch mit einem Male die Ruhe vor dem Stadthause wieder hergeflellt war, und das Ver⸗ hör ohne Unterbrechung beendet werden konnte.
Darmstadt. Die„Hess. Vlesbl.“ erzählen: Die Sucht nach pikanter Waare ist in der jetzt beendigten Messe auf eine eigenthümliche Weise ausgebentet worden. Ein erwachsener Herr konnte unmöglich an dem„orien⸗ talischen Salon“ vorüberkommen, ohne daß ihm ein Zettel in die Hände gedrückt wurde, der von den schönen Ge⸗ heimnissen dieser Bude in den lohendsten Tönen erzählte. „Sehr pikant, nur für Herrn.“ In der That sollen aber die so reclamenhaft angekündigten Haremogeheimnisse nur
Der Neusiedler See in Ungarn.
Von Dr. Curtman.
Daß man Teiche abläßt und zeitweise oder für immer trocken legt,
wässer dieses Morastes
Vollendung der Entwässerung⸗Arbeiten in dem Hansag⸗Sumpf her, welche die Besitzer desselben schon seit Jahren unternommen hatten.
Die Ge⸗ sind nämlich nach dem Fluß Rabnitz abgeleitet.
Es ist nicht ausgemacht, ob man die Austrocknung des See's mit in
ist nichts Seltenes, allein einen See von über 5 Quadratmeilen Größe, etwa wie das Gebiet der freien Städte Lübeck oder Bremen, das ist etwas Neues, nie Dagewesenes, geht aber jetzt in Ungarn vor. Der Neusiedler Sre liegt oder eigentlich lag in Ungarn, hart an der Grenze gegen Nieder- öftreich. Seine Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt beinahe 5 Meilen, seine Breite hält sich zwischen 1 und 2 Meilen.
. An dem westlichen Ufer erheben sich die Kuppen des Leitha-Gebirges i 5 n völlig flache Ufer grenzt an die unga— rische ird im Süden von d i e 5 Hansag⸗Sumpf eingenommen. r un
Der See hatte stets eine geringe Tiefe und wurde nur mit gan flachen Kähnen befahren. Sein Wasser besaß einen unbedeutenden Salz gehalt(Glaubersalz,) wie sich an den trocknen Stellen des Ufers und an dessen Salzpflanzen erkennen ließ. Der vermeintliche Zusammenbang des
See's mit einem benachbarten Fluß hat sich durchaus nicht bestätigt Denn 1 liegt höher, die Raab dagegen tiefer. N ö
2 ielmehr war die Verdunstung der großen Wasserflä.
hinreichend, den geringen Zufluß durch Bäche e 155 e
Jahren war sein Wasser in sichtlicher Abnahme begriffen.
1 a Das plötzliche Verschwinden des Wassers in dem Sommer 1866 rührt indessen von der
Rechnung gezogen hatte, oder nicht. Daß sich dieser aber jemals wieder füllen werde, ist sehr unwahrscheinlich. Die noch vorhandenen Badehäuschen stehen jetzt auf einem völlig trocknen, mit einer Salzkruste überdeckten Boden, und die Bademeister sehen sich vergeblich nach den früheren Gästen um. Und so wie diese Leute mit dem abgeflossenen Seewasser ihre Beschäftigung verloren haben, so ist es auch den Fischern ergangen, welche früher schwere Ladungen von Karpfen, Hechten, Karauschen u. s. w. wegführten. f
Nicht minder werden die Jäger jammern; denn die schilsigen Ufer waren von mannigfaltigen Wasservögeln dicht erfüllt. Alles hat sich ge⸗ ändert.
„ Originelles Wechselindossament. Ein Newporker Kaufmann hat einen Beitrag zum Freiligrathfonds an das Comite über⸗ sendet und arf die Rückseite des Wechsels folgendes ungewöhnliche In⸗ dossament geschrieben:
Zahlet an bie Ordre dessen, Zahlet dem, der uns die Riegel
Schob von ferner Zone Pferten;
Der das Drängen seines Volkes
Aus gedrückt in Freiheitsworten; Der den Werth entrichtet hat,
Zahlt an Ferdinand Freiligrath!
Der den Löwenxilt erdacht,
Der bei Belgrad die Affaire
In gehör'gen Reim gebracht;
Der die Wüste Sahara Und den Mohrenfürsten sah.
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